Auszeit

213.052 Minuten in Freiheit

Sie ist eine der wenigen unbezahlbaren Güter im Leben: Freiheit! Einfach tun und lassen können was man will und niemandem Rechenschaft ablegen müssen. Ein Traum, den nur wenige in die Wirklichkeit umsetzen. Mit Freiheit kann man sich immer frei entscheiden und genau das Leben führen, wie man es sich in seinen kühnsten Träumen vorgestellt hat. Zumindest dann, wenn man genau weiß, wie dieses vermeintlich perfekte, freie Leben aussehen könnte…

Frei sein und Reisen war viele Jahre lang mein größter Traum. Lange habe ich darauf hingearbeitet, gespart und mich mit meinen Sehnsüchten arrangiert. Ich wollte raus aus dem eintönigen Alltagstrott, das wahre Leben da draußen genießen und meinen unbändigen Erlebnishunger auf Neues, Fremdes und Aufregendes stillen.

Vor ein paar Monaten ging dann für mich endlich die Käfigtür auf und die ganze Welt schien mir zu Füßen zu liegen. Da wartete die vollkommene Freiheit auf mich, ohne Ballast, ohne Verpflichtungen und mit etwas Geld ausgestattet für mindestens ein Jahr angst- und sorgenfreies Leben.

 

Freiheit (lateinisch libertas) wird in der Regel verstanden als die Möglichkeit, ohne Zwang zwischen allen Möglichkeiten auswählen und entscheiden zu können.

 

Nur konnte ich nicht einfach wie ein Vogel die Flügel ausbreiten und locker flockig drauf los fliegen, sondern musste erst einmal Entscheidungen treffen. Danach stellte sich heraus, dass Freiheit viel Verantwortung von einem abverlangt. Jeder Tag will kreativ gestaltet werden und besondere Momente erwarten die Wertschätzung ihrer Einzigartigkeit. Von einem auf den anderen Tag war da nur noch das Ich, das plötzlich in allen Belangen Chef war. Und Selbstmitleid und Jammern galt jetzt nicht mehr, denn schließlich lag ja nun jede Sekunde in meiner Hand.

Die meisten Lebewesen in Freiheit folgen einfach ihrem Trieb. Der Vogel, dem man die Käfigtür in die Freiheit öffnet, würde wahrscheinlich gedankenlos in die Natur fliegen, sich einen anderen Vogel suchen, ein Nest bauen und im Winter ins Warme Richtung Süden fliegen. Ich wiederum komme durch die Menge an Einflüssen, Gedanken und Träumen durcheinander. Zu viel möchte ich gern zu schnell in die Tat umsetzen, jede Sekunde möchte gelebt, genossen und als besonderes Ereignis für immer ins Gedächtnis gebrannt werden.

 

Was waren eigentlich nochmal die Dinge, die ich mir unter Freiheit versprochen hatte?

Schlafen, so lange und so viel ich will. Machen können, wonach mir gerade ist. Ruhe haben, wann ich es möchte. Und nebenbei bewusster leben, gesünder ernähren, Sport treiben, ein Buch schreiben etc. Getreu dem Motto »Ich kann jetzt mal eine gewisse Zeit lang machen, was ich will!« stoße ich unterwegs allerdings schnell an Grenzen, die so gar nicht an Freiheit erinnern. Ständig habe ich das Gefühl, mich anpassen und integrieren zu müssen. Andere schreiben mir vor, was ich zu tun und zu lassen habe. Überall herrschen Regeln, Richtlinien und Verbote. Und die Realität sah dann doch etwas anders aus als gedacht:

Schlafen.
Nicht erst nach ein paar Monaten auf Reisen musste ich feststellen, dass nicht ich über mein Schlafverhalten verfüge, sondern andere. Seien es Hunde, die sich nachts auf einer Insel stundenlang in bandenähnlichen Zuständen bekriegen, Hotelmitarbeiter, die morgens um 6 Uhr fröhlich singend die Blätter vor dem Fenster zusammenkehren, oder Zimmernachbarn, die alkoholisiert ihre nicht immer ganz jugendfreien Interessen ausleben. In manchen Nächten sind es bassstarke Partys auf der anderen Seite des Flusses, Katzen, die vor Hunger oder Sehnsucht herzzerreißende Lieder vor dem Haus anstimmen, oder der LKW-Fahrer, der morgens um fünf eine halbe Stunde mit laufendem Motor auf seinen Kollegen wartet. Mittlerweile kann ich sagen: Egal wo ich bin – wann und wie ich schlafe, entscheiden fast immer andere.

Ruhe.
Eines der unschlagbaren Vorteile des Alleinreisens ist ganz klar, dass man immer selbst und frei entscheiden kann, wann man mit jemandem Kontakt hat und wann nicht. Dachte ich. Wenn man aber mal wirklich Ruhe in Form von Stille und Muße um sich herum sucht, wird man schnell feststellen, dass das gar nicht so einfach ist. Rastlose und schnarchende Sitznachbarn, nervige Taxifahrer oder überdurchschnittlich kontaktfreudige Menschen, die das »Ich hätte aber doch jetzt gern mal meine Ruhe…«-Signal nicht erkennen oder erkennen wollen. Ständig wird man von Hotelpersonal, Tisch- und Hotelnachbarn angesprochen, die klassischen Fragen »Woher kommst du?«, »Was hast du noch vor?« und »Was hast du schon gesehen?« werden so langsam nervig und überall läuft Musik, ein Fernseher oder sonst etwas, das uns vor Langeweile bewahren soll. Wie beim Schlaf habe ich selbst wenig Einfluss auf meine Umgebung. Hunde, Katzen, Vögel, Kinder, Menschen, Motorräder, Autos, Züge, Busse – all das kann ich nicht beeinflussen und auch Ohropax sind da langfristig keine Lösung.

Auszeit und Freiheit
Internet.
In Deutschland war es immer eine Selbstverständlichkeit, überall online zu sein. Mit Freunden Tag und Nacht schreiben, Fernsehen über‘s Laptop gucken und mal eben schnell etwas nachsehen, wenn mir danach war. Nun lebe ich seit Monaten mit langsamem oder gar keinem Internet, schlage mich mit zum Teil teuren Prepaid-Karten herum und verbringe etliche Minuten und Stunden damit, auf einen Bildschirm zu starren, der doch bitte endlich eine Veränderung anzeigen soll. Permanent bin ich mit Warten, Ausharren und Planen beschäftigt und suche mir Unterkünfte und Cafés teilweise nach der Internet-Verbindung aus. Irgendwie hat das alles ziemlich wenig mit einem freien Leben zu tun.

Kontakte.
Unterwegs lerne ich jemanden kennen, mit dem ich mich für den Abend verabrede. Normalerweise würde ich vielleicht schnell beim Frisör vorbei rauschen, meine Pumps aus dem Schrank rauskramen und mich in Schale werfen. Meine Realität sieht da unterwegs aber ziemlich anders aus. Aus dem kleinen Repertoire meines inzwischen etwas schmuddeligen Rucksacks muss ich erst die gewaschenen von den ungewaschenen Klamotten trennen (von denen die gewaschenen auch nicht mehr ganz frisch wirken) und daraus ein mittelmäßiges, zerknittertes Outfit zusammenstellen. Den Pony schneide ich mit einer Nagelschere nach, statt Pumps muss ich die ollen Flip Flops tragen und die zahlreichen blauen Flecken und Mückenstiche an Beinen und Füßen versuche ich mit einer Hose zu kaschieren. Und statt einer netten Abendtasche renne ich mit einem staubigen Daypack durch die Nacht. Kompromisse, die ich frisch und frei gerne anders gelöst hätte.

Gepäck.
Wenn man keine Wohnung mehr hat, verliert man zwar erfreulicher Weise den Hang zu Online-, Frust- oder gute Laune-Käufen, aber dennoch gibt es unterwegs Dinge, die man gerne mitnehmen und zukünftig sein Eigen nennen möchte. Wenn es da nicht diese unschöne Gepäck-Limitierung gäbe, die einem einen gehörigen Strich durch die Rechnung macht. Ich muss mich auf ein gewisses Gesamtgewicht beschränken – egal, wie lange ich reise und was ich an Equipment dabei habe. Meinen Kleiderschrank hat es nie interessiert, ob ich 5 oder 20 T-Shirts habe – auf Reisen geht es jetzt teilweise um Grammzahlen am Check-In-Schalter. Und unabhängig davon, dass ich immer noch nicht die richtigen Reise-Rucksäcke in Bezug auf Komfort und Praktikabilität gefunden habe, bin ich unterwegs alles andere als frei, was meine persönliche Wohlfühl-Ausstattung angeht.

Freiheit Palme Fidschi

Wie erstrebenswert ist sie nun, diese Freiheit?

Inzwischen sind bei mir wieder weitere Minuten in Freiheit dazu gekommen. Meines Erachtens gibt es die ultimative Freiheit nicht und sie ist auch weniger einfach zu leben als man es vielleicht erwartet. Aber genau wie das wilde Tier, das sein Leben lang in einem Käfig in Gefangenschaft verbracht hat und nun frei gelassen wird, muss es erstmal seinen eigenen Weg auf einem völlig neuen Terrain finden. Freiheit muss man lernen und an dem, was einen stört, muss man genauso arbeiten wie an den Dingen, die einen im Alltag zu Hause nerven.

Man kann daher an einem der paradiesischsten Orte der Welt sein und sich trotzdem nicht so frei fühlen, weil die Dinge – die zum individuellen, persönlichen Freisein dazu gehören – dort nicht vorhanden sind. So manches in unserem luxuriösen, goldenen Käfig zu Hause könnte daher eigentlich besser nicht sein, nur dass wir vieles als zu selbstverständlich ansehen und immer nach den Dingen über dem für uns gewohnten Standard Ausschau halten.

Vielleicht hat man manchmal in seinen drei Stunden Freizeit im normalen Alltag zu Hause mehr Freiheit als ich sie an irgendeinem Ort der Welt an einem ganzen Tag habe. Nur ist da der große und wahrscheinlich bedeutendste Unterschied, dass ich meine Situation jeden Tag ändern könnte – wenn ich es wollte. Trotz der nicht immer ganz einfachen Situationen unterwegs sind es allesamt wundervolle Erfahrungen, für die es sich zu kämpfen lohnt.

Wahrscheinlich muss man aber gar nicht so weit reisen oder große Abenteuer erleben, um Freiheit zu erleben. Am Ende geht es vielleicht nur darum, sich im täglichen Leben immer ein Stückchen Freiheit zu bewahren und darauf zu achten, dass die Käfigtür nicht für immer ganz verschlossen bleibt.

 

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48 Kommentare

  • Antworten
    Janine
    10. Dezember 2014 um 4:57

    Liebe Ute,
    nach etwas längerer Zeit komme ich auch endlich wieder mal dazu bei dir zu kommentieren. Habe dich trotzdem die ganze Zeit „verfolgt“. :)
    Vielen Dank für deine ehrlichen Zeilen. Vor allem aber für dein Fazit.
    Ich wünsche dir weiterhin noch eine gute Zeit und das du doch irgendwann mal schlafen kannst so lange du willst. Hihi.
    Wie lange bleibst du im Schnitt denn ungefähr an den Orten? Spielt sich da nicht eine Art Alltag ein, in dem man nicht mehr dies und das alles sehen „muss“? (Kenne das Gefühl. Hihi)
    Ganz liebe Grüße Janine

    • Antworten
      Ute
      10. Dezember 2014 um 13:27

      Hi Janine,
      inzwischen bleibe ich an einem Ort (je nach Interesse) bis zu drei Wochen. Einen gewissen Alltag bekommt man dabei schon hin, aber das Entdecker-Gen bleibt bestehen. Ist eine tolle und neue Erfahrung, Orte intensiver und länger kennenzulernen, auch wenn ich nicht immer durchschlafen kann :)
      Ganz liebe Grüße zurück und bis bald
      Ute

  • Antworten
    Steffi Mania
    10. Dezember 2014 um 5:52

    Liebe Ute!
    Danke, ein wahnsinnig schöner Artikel!
    Deine Gedanken zur Freiheit kann ich total gut nachvollziehen. Schlafen, Ruhe, Internetzugang, Geld etc. sind auch bei uns unterwegs immer ein großes Thema.
    Das ganze „normale“ Leben mit Wohnung, Job und Verpflichtungen macht so vieles so viel einfacher, als ein Leben „in Freiheit“, reisend, ohne Job, mit wenigen Verpflichtungen.
    Wasser, Strom, Internet, Obdach und Geld stehen einem einfach zur Verfügung. Da muss man sich gar keine Gedanken drum machen.
    Wir leben im Wohnmobil und sind ständig unterwegs. Wasser, Strom, Internet und ein Platz zum Parken stehen nicht selbstverständlich zur Verfügung und sind stark limitiert. Das macht das Leben oft anstrengender.
    Freiheit ist in meinen Augen nichts, was es per se gibt. Es gibt nur die „Freiheit von“… Freiheit von Geldsorgen, Freiheit von Zeitnot… aber viel interessanter finde ich noch, dass Freiheit auch immer eine Einstellungssache ist, ein Bewusstseinszustand.
    Damit meine ich, die Wahl zu haben etwas so, oder anders zu tun. Mein Leben so, oder anders zu leben. Dinge so, oder anders zu denken. Sich eben die Tür offen halten, zu wissen, dass ich es selbst in gewisser Weise in der Hand habe, wie mein Leben sein soll. Und es niemanden gibt, außer mir selbst, der in meinem Leben entscheidet. Das ist für mich Freiheit.
    Nochmals Danke
    deineSteffi

    • Antworten
      Ute
      10. Dezember 2014 um 13:36

      Hallo liebe Steffi,
      vielen Dank für diesen tollen Kommentar, der meine Eindrücke nochmals aus einer anderen Perspektive beschreibt. Genau diese Entscheidungsfreiheit macht es für mich auch aus. Und besonders schön und wichtig ist für mich die Einsicht, dass ich zu Hause eigentlich sehr viel Freiheit hatte (wenn vielleicht auch nur für wenige Stunden), diese aber weder entsprechend wertvoll genutzt noch als solche empfunden habe. Für mich bleibt Freiheit etwas ganz Besonderes, auch wenn sie wie beschrieben nicht immer ganz einfach zu handhaben ist. Wünsche euch weiterhin eine tolle Zeit im Wohnmobil, mit dem ich hoffentlich nächstes Jahr ebenfalls nochmals losziehen kann.
      Viele liebe Grüße!
      Ute

  • Antworten
    Anna
    10. Dezember 2014 um 6:16

    Liebe Ute,
    vielen Dank für diesen (wie auch alle anderen deiner tollen und vor allem ehrlichen) Artikel. Ich lese deinen Blog so gerne, weil er nicht wie andere einfach nur von den tollen Erlebnissen erzählt und irgendwelche praktischen Produkte bewirbt, sondern wirklich reflektierte Informationen und Gedanken bietet.
    Du bist eine wirkliche Inspiration für mich. Ich war zwar schon immer eine recht eigenständige (vielleicht passt eigensinnig besser) Persönlichkeit, aber du machst Mut noch mehr auf das zu hören, was man selbst will und sich nicht immer von anderen leiten zu lassen. Selbst dann, wenn die Konsequenzen nicht immer einfach zu tragen sind. Auch ich denke, dass der Freiheitsbegriff relativ ist und man Freiheit (was auch immer sie für einen bedeutet) immer nur im gesellschaftlichen Rahmen ausleben kann. Sich aber die Freiräume zu schaffen, die man braucht, um neue Erfahrungen zu machen, ist etwas, was jeder mal probieren sollte. Ich werde immer besser darin und dafür danke ich dir!
    Viele Grüße aus dem Rheinland
    Anna

    • Antworten
      Ute
      10. Dezember 2014 um 13:48

      Hi Anna,
      was für ein schönes Kompliment, Danke! Einmal diese Freiheit leben zu können ist meines Erachtens etwas ganz Besonderes, weil es einfach ein völlig unbekanntes Gebiet ist und man vieles wieder schätzen lernt, was bisher als selbstverständlich galt. Für den, der gerne neue Erfahrungen machen und sich weiterentwickeln möchte, ist dies jedenfalls ein sinnvoller Schritt. Freut mich, dass ich dich ein wenig dazu ermutigen konnte, mehr seinen eigenen Weg zu gehen!
      Ganz liebe Grüße zurück
      Ute

  • Antworten
    Kati
    10. Dezember 2014 um 6:30

    Liebe Ute,
    vielen lieben Dank für deine Zeilen – einfach wunderbar und ich glaube sie sofort. Besonders da es eben nicht mehr wirklich den ganz eigenen Raum gibt und man dadurch automatisch in einen Integrations/Anpassungsmodus kommt.
    Dennoch habe auch ich meine Koffer fast fertig gepackt und werde mich auf in das Abenteuer Alleinreisen machen und bin gespannt wie es mir nach 213000 Minuten gehen wird.
    Viele liebe Grüße
    Kati

    • Antworten
      Ute
      10. Dezember 2014 um 13:53

      Hallo liebe Kati,
      das hört sich super an, ganz viel Spaß dabei! Das Langzeitreisen ist gewöhnungsbedürftiger als ich es mir persönlich vorgestellt hätte, aber trotzdem mit einer sehr hohen Suchtgefahr behaftet :) Wünsche dir eine wunderschöne Reise mit vielen unvergesslichen Erlebnissen und melde dich dann bitte doch mal in der 213.001. Minute bei mir und berichte über deine Erfahrungen!
      Liebe Grüße
      Ute

  • Antworten
    Ariane
    10. Dezember 2014 um 6:35

    Hallo Ute,
    ab und zu schaue ich mal auf deinem Blog vorbei und verfoge deine Reise. Ich finde deinen Sprung ins kalte Wasser sehr mutig und aufregend. Kann aber auch verstehen, dass dich die Gegebenheiten der verschiedenen Orte teilweise gefühlt sehr in deiner Freiheit einschränken. Ich hab bei meinen Reisen gemerkt, dass sich ein echtes Freiheitsgefühl erst einstellt ,wenn die Bedürnisse vorallem die nach Konsum nachlassen. Kein Bedürfniss mehr zu haben etwas zu kaufen, was man zum aktuellen Zeitpunkt nicht unbedingt braucht. Lernen mit wenig Dingen zurecht zu kommen, also minimalistisch zu leben, hat mir auf Reisen immer ein tolles Freiheitsgefühl gegeben. Tagelang auch mal ohne den Drang online zu gehen. ;-)
    Deinem Fazit stimme ich komplett zu, eine Reise und ein Abenteuer ist nicht unbedingt notwenig um Freiheit zu erleben.
    Ich wünsche dir weiterhin eine tolle Zeit, voller Erfahrungen und Erkennissen. Genieße jeden Moment.
    Viele liebe Grüße
    Ariane

    • Antworten
      Ute
      10. Dezember 2014 um 14:04

      Hi Ariane,
      mit dem reduzierten Konsumverhalten stimme ich dir voll und ganz zu – das ist eine wahnsinnige Erleichterung oder besser gesagt Befreiung! Freu‘ mich, wenn du ab und zu immer mal wieder bei mir reinschaust (und so schöne Kommentare hinterlässt :))
      Viele liebe Grüße!
      Ute

  • Antworten
    Vera
    10. Dezember 2014 um 7:08

    Liebe Ute,
    ich verfolge dich ein wenig, immer dann, wenn es mir meine kleine ‚Freiheit‘ im Alltag zulässt ;)
    Ich selber bin mit meinem Freund von Mitte 2012 bis Mitte 2013 auf Weltreise gewesen. Heute, 1,5 Jahre später, weiß ich ganz genau was Freiheit bedeutet.
    Wenn du erstmal wieder deutsche Regeln und Verhaltensweisen zu spüren bekommst, wirst du dich noch nach den nervigen Nachbarn im Zimmer nebenan sehnen. Das soll nicht heißen, dass ich nicht verstehe, was du meinst. Und ehrlich gesasgt hat mich das immer genervt, wenn mir sowas jemand auf der Reise gesagt hat – es stimmt aber leider.
    Frei ist man halt auch auf so einer Reise nicht immer, das ist auch etwas, was viele Leute zuhause nicht glauben und begreifen wollten! Viele denken so naiv, dass man ja quasi einen langen Urlaub macht – aber nein: Auch auf dieser Reise musst du deinen Alltag regeln und organisieren, manchmal sogar früher aufstehen, als zuhause…es ist nur alles etwas verlagert. Du machst dir halt Gedanken, wo du das nächste mal deine Klamotten waschen kannst, wo du übernachtest, ob du mit der Kohle hinkommst etc.
    Wenn ich heute zurückdenke, denke ich mehr an die positiven Begegnungen, die atemberaubenden Dinge, die wir erleben durften und eher selten an diese nervtötenden Teenies oder die Abzocker, die es leider überall auf der Welt gibt.
    Ist es nicht so, dass wir eigentlich nie wirklich zufrieden sind?
    Hier zuhause denkst du, was es für ein Luxus ist, auf so eine Reise zu gehen und bist du auf der Reise, machst du dir Gedanken über ein fehlendes Outfit für Weihnachten/Silvester (was hätte ich nicht gerne mal wieder etwas chices angezogen!) oder halt ein date ;)…heute zuhause würde ich das gerne alles wieder eintauschen!
    Ich will nicht klagen, denn schließlich habe ich wie du den Luxus einer solchen Reise erleben dürfen, viele Menschen können oder trauen sich das nicht!
    Ich will nur sagen, dass ich es cool finde, dass du auch mal klagst und man nicht nur dieses ‚alles ist super genial‘ vermittelt bekommt, denn genau so ist es: mal unbezahlbar schön und mal echt anstrengend und nervig!
    Genieße trotzdem alles und nimm mit, was du nur kannst. Wenn du irgendwann mal wieder zuhause versuchst, dich hier einzugliedern, wird dir das helfen (auch wenn es sauschwer ist…so war es für mich.
    Ich freue mich auf deine nächsten Zeilen und sende dir verregnete Grüße aus dem vorweihnachtlichen Deutschland,
    Vera

    • Antworten
      Ute
      10. Dezember 2014 um 14:21

      Hey Vera,
      wow, vielen Dank für deine Eindrücke! Klar hätte ich auch über all die wundervollen Erlebnisse berichten können (ich lebe schließlich gerade einen echten Traum), aber ich versuche schon zu reflektieren, dass Freiheit nicht das Schlaraffenland in Reinform verspricht, sondern diese Lebensform durchaus auch mit Einschränkungen und vor allem insgesamt mit zu hohen Erwartungen verbunden ist. Danke auch für die Erinnerung an Weihnachten und Silvester, für die ich natürlich kein passendes Outfit habe… aber halb so wild ;)
      Viele liebe Grüße, auch von der Sonne!
      Ute

  • Antworten
    Robert
    10. Dezember 2014 um 8:54

    Hallo Ute,
    dieser Artikel ist es wert, dass ich den ersten Blog-Beitrag meines Lebens verfasse.
    Wer sich selbst und anderen gegenüber so offen und kritisch mit seinem eigenen Lebenstraum auseinander setzen kann, der verfügt offensichtlich über ein hohes Maß an innerer Unabhängigkeit / Freiheit – Respekt! Das ist sehr bereichernd zu lesen.
    Ich denke Vera hat es auf den Punkt gebracht mit dem Satz: „Ist es nicht so, dass wir eigentlich nie wirklich zufrieden sind?“ Die Lösung liegt daher vermutlich weniger im äußeren Lebensstil (Dauer-Reisende vs. Vollzeit-Job) sondern im eigenen Kopf, d.h. in der Art die Dinge zu sehen, wertzuschätzen, anzunehmen wie sie sind, sich von Konventionen und gelegentlich auch eigenen Wünschen frei zu machen etc. Das klingt sehr nach fernöstlicher Lebensphilosophie, die ich tatsächlich sehr schätze. Anders gesagt: Es gibt kein Richtig und Falsch; ups and downs gibt´s in jedem Lebensentwurf. Ich bin sicher, dass in der Südsee demnächst mal wieder die Sonne scheint ;-)
    Dir weiterhin alles Gute,
    Robert

    • Antworten
      Ute
      10. Dezember 2014 um 14:40

      Hallo Robert,
      du, die Sonne scheint hier so unerträglich, dass ich mir fast schon manchmal unseren deutschen Regen wünsche (zwar nur für einen kurzen Moment, aber immerhin) :) Vielen Dank jedenfalls für deinen Kommentar – ich fühle mich geehrt, dass du den ersten Beitrag deines Lebens bei mir hinterlässt!! Für mich ist es wichtig, positiv und dennoch kritisch zu sein, denn sonst findet für mich keine Entwicklung statt.
      Dir ebenfalls alles Gute weiterhin!
      Ute

  • Antworten
    Klara
    10. Dezember 2014 um 13:25

    Danke wieder mal für den wunderbaren Artikel und die schönen Fotos. Habe ich persönlich alles sehr ähnlich erlebt. Bei mir kam noch dazu, dass mein Körper in der Ferne meistens mit den exotischen Bakterien überfordert war und ich an den schönsten Plätzen der Erde krank war. Aber der Perspektivenwechsel war für mich die wichtigste Phase im Leben, mehr Wertschätzung zu bekommen für Dinge, die vorher selbstverständlich waren. Dir weiterhin viele schöne Erkenntnisse und Erlebnisse. Ich freue mich, dabei sein zu dürfen bei deinen Abenteuern.

    • Antworten
      Ute
      10. Dezember 2014 um 14:46

      Hallo liebe Klara,
      der gesundheitliche Aspekt ist auf einer langen Reise natürlich auch so eine Sache… mal eben zum Hausarzt gehen ist da ja nicht. Freut mich aber sehr, dass du diesen Perspektivenwechsel ebenso wichtig und wertvoll empfunden hast wie ich. Toll, dass du bei meinen „Abenteuern“ dabei bleibst!
      Liebe Grüße!
      Ute

  • Antworten
    Nele
    10. Dezember 2014 um 17:04

    Hallo Ute,
    ich mache es kurz: Super Artikel und mit den ehrlichen, kritischen Tönen ein überaus angenehmer Kontrast zu den sonstigen „Mein-Leben-ohne-materielle-Güter-ist-perfekt“-Posts, die sonst so im Netz rumschwirren! Ich lese deinen Blog sehr gerne, gerade weil du so offen auch weniger angenehme Themen oder Erlebnisse angehst.
    Viel Glück für deine weitere Reise und liebe Grüße aus Mexiko!
    Nele

    • Antworten
      Ute
      10. Dezember 2014 um 17:18

      Hallo liebe Nele,
      vielen Dank für deine Unterstützung! Ich weiß, dass kritische oder sagen wir mal nicht so positive Artikel grundsätzlich nicht so gut ankommen, aber auch hier kann ich meine grenzenlose Freiheit nutzen und posten, wonach mir der Sinn steht. Meines Erachtens kann man gerade erst durch Dinge, die nicht so gut laufen oder funktionieren, Gutes für die Zukunft rausholen. Ich wünsche dir noch eine tolle Zeit in Mexiko (da würde ich auch sehr gerne nochmals hin)!
      Ganz liebe Grüße!
      Ute

  • Antworten
    Markus
    10. Dezember 2014 um 22:30

    Hallo Ute,
    Dein Artikel hat mich irgendwie überrascht da für mich keiner der fünf Punkte etwas mit Freiheit zu tun hat, eher mit einem einfachen Leben.
    Ich arbeite momentan in Kanada in einem Skiresort, stehe morgens um 5:30 zum Arbeiten auf, arbeite 8 Stunden am Tag, habe jeden Tag zeit zum Snowboarden, das Internet ist eine Katastrophe, es keinen Ort an dem ich jemals Ruhe habe (auch mein Zimmer teile ich mit jemandem), es ist stressig, ich habe ca. 200 neue Leute kennen gelernt und mein Gepäck muss ich irgendwie dezimieren, wenn ich hier abreise. Es ist alles andere als einfach aber ich liebe es. Ich bin frei obwohl ich Vollzeit arbeite. Ich mache genau was ich will. Was nach der Saison kommt weiß ich nicht.
    Meiner Meinung nach gibt es die ultimative Freiheit. Nämlich wenn man erkennt, dass man sich Ziele setzen kann, die man erreichen kann. Und wenn man akzeptiert dass diese Ziel oft sehr schwer zu erreichen sind und man viele Fallen und Hindernisse überwinden muss, was viel Schweiß und Blut kostet.
    Ich hoffe ehrlich gesagt gar nicht auf ein einfaches Leben. Vielmehr hoffe ich auf die Stärke ein schwieriges durchstehen zu können. Und meine Ziele zu erreichen. Das macht mich frei.
    Gruß Markus

    • Antworten
      Ute
      11. Dezember 2014 um 1:08

      Hallo Markus,
      es überrascht mich wiederum nicht, dass dich mein Artikel überrascht, denn wir haben glaube ich eine relativ unterschiedliche Vorstellung vom Leben. Letzten Endes sagst du eigentlich nichts anderes als ich im vorletzten Absatz und was du mit dem „einfachen“ Leben meinst, kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Deshalb wünsche ich dir einfach weiterhin eine tolle Zeit!
      Viele Grüße
      Ute

  • Antworten
    Mona
    10. Dezember 2014 um 23:01

    Liebe Ute,
    auch von mir ein großes Lob für deinen Artikel!
    Ich bin inzwischen seit etwas mehr als drei Monaten auf Weltreise und habe mir auch schon mehr als ein Mal Gedanken über genau dieses Thema gemacht mit dem Fazit, dass zu Hause im goldenen Käfig eigentlich alles gar nicht so schlecht ist, wie man immer meint. Nur, wenn man im Alltag „gefangen“ ist, verlernt man eben, die Dinge, die man hat, zu schätzen.
    Allein deshalb ist diese Freiheit, ein Mal komplett ausbrechen zu können, schon erstrebenswert – damit man wieder in der Lage ist, zu erkennen, dass es uns zu Hause gar nicht so schlecht geht. Wenn ich mich in Sri Lanka über das Wetter beschwert habe, wurde mir gesagt, das sei Jammern auf hohem Niveau. Aber ist es zu Hause nicht genau das gleiche? Im Winter über den Schnee zu jammern, obwohl man in einer muckelig warmen Wohnung sitzt, ist doch genau so hohes Niveau.
    Und allein, um das erkennen zu können, lohnt sich doch die Freiheit mit ihren ganzen kleinen Tücken, an die man vorher einfach nicht gedacht hat – oder die man sich anders vorgestellt hat. Ich jedenfalls werde nach meiner Rückkehr nicht mehr über den Schneematsch in Köln jammern ;)
    Es kann aber natürlich auch sein, dass es mir nach kurzer Zeit in Deutschland so geht wie Vera – dass ich dann die deutschen Verhaltensweisen und Regeln wieder total doof finde. Man kann ja nie wissen.
    Ich wünsche dir viel Spaß weiterhin auf deiner Reise!
    Viele Grüße aus Chiang Mai – ich werde Weihnachten Flip-Flops tragen, so wie jeden Tag ;)
    Mona

    • Antworten
      Ute
      11. Dezember 2014 um 1:22

      Hi Mona,
      vielen Dank für deine Eindrücke! Ich finde es auch gut, nun beide Seiten zu kennen. Das gibt uns immerhin die seltene Möglichkeit, für die Zukunft das Beste aus beidem herausarbeiten zu können. Ehrlich gesagt möchte ich gar nicht so viel an die Zukunft und eine Reintegration nachdenken, denn dann finde ich mich bereits jetzt mit dieser Situation ab. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt :)
      Dir alles Liebe und eine schöne Zeit in Chiang Mai!
      Ute

  • Antworten
    Joachim
    11. Dezember 2014 um 2:09

    Ein sehr tiefgründige und ehrliche Reflexion, liebe Ute. Ganz wunderbar.
    Wenn die Liebe, das Glück und die Freiheit nicht aus uns selbst kommen, wo wollen wir sie dann finden? Und vor allem: Wo und wie sollen wir in uns suchen? Dafür gibt es wohl kein Patenrezept.
    Doch wir können der inneren Stimme folgen, so wie Du und den Mut haben, Neues in unser Leben zu lassen.

    • Antworten
      Ute
      11. Dezember 2014 um 17:01

      Lieber Joachim,
      ganz lieben Dank für deine Meinung, die mir immer viel bedeutet! Wir möchten zwar immer gerne, dass alles rosig und angenehm verläuft, aber dadurch können wir nicht wachsen. Ich wünsche dir eine schöne Weihnachtszeit im Kreise deiner Lieben!
      Viele Grüße!
      Ute

  • Antworten
    Neni
    11. Dezember 2014 um 11:38

    Ich liebe diese Art von Artikeln von dir. Geschichten aus dem Leben, völlig unverblümt und ehrlich.

    • Antworten
      Ute
      11. Dezember 2014 um 17:03

      Hallo liebe Neni,
      das freut mich sehr!! Dank dir <3
      Liebe Grüße
      Ute

  • Antworten
    Planet Hibbel
    12. Dezember 2014 um 10:33

    Ein toller Bericht, liebe Ute! Reisen ist nicht immer nur happy-peppy. Und dauerhaftes Reisen ist bestimmt auch ein kleines bisschen Flucht. Am Ende muss man wohl einfach mit sich im Reinen sein, dann findet man seine innere Freiheit bestimmt überall. Ob auf Bora Bora oder in Wanne Eickel. Aber sich ein Stück Freiheit in diesem Alltagswahnsinn zu erkämpfen empfinde ich als krass anstrengend und schwer. Auf Reisen geht mir das meist nicht so. Und ich hab gerade mal wieder eine verdammt harte Woche ohne jegliche Freiheit mit 2 kranken Kindern hinter mir. Und zum Thema Internet kann ich nur sagen: ich bin froh meine langen Reisen in der analogen Zeit gemacht zu haben. Solche Art Stress hatten wir da nicht. GlG, Nadine

    • Antworten
      Ute
      13. Dezember 2014 um 17:04

      Hi Nadine,
      bei Kindern ist es ja irgendwie ganz ähnlich- es ist nicht immer einfach, oft strapaziös und doch würde man um nichts auf der Welt tauschen wollen. Wahrscheinlich ist man immer nur so frei, wie man sich fühlt. Wünsche deinen Kindern gute Besserung und hoffentlich ein paar geruhsame Weihnachtsfeiertage!
      Liebe Grüße
      Ute

  • Antworten
    Carsten
    13. Dezember 2014 um 9:07

    Ein unglaublich guter Blog-Eintrag und tolle Kommentare (die meisten)!
    Ich bin total begeistert!
    Als ziemlich spießiger Familienvater mit Eigentumswohnung träume ich einerseits auch immer noch davon, einmal meine Trägheit zu überwinden und meine Komfort-Zone zu verlassen.
    Andererseits habe ich mir tatsächlich vor 16 Jahren die Freiheit herausgenommen, trotz eines recht passablen Abiturs meinen Kindertraum wahr zu machen und ‚nur’ Reisebusfahrer zu werden.
    Dieser Beruf sieht einem typischen Hamsterrad nämlich so gar nicht ähnlich. Mein Wecker klingelt zu höchst unterschiedlichen Zeiten (Heute früh bereits um 1 Uhr 30!). Meine freien Tage heißen nicht automatisch Samstag und Sonntag.
    Ob ich nun eine Schulklasse nach Italien fahre, oder ein paar ältere Semester nach Kärnten, ob einen Betriebsausflug zum Rafting, für eine Pfarrei zum Wallfahren oder eine Studenten-Exkursion in die bayerischen Wälder. Prag, Rom, Paris, Wien, Budapest – die Abwechslung lässt einen leicht vergessen, dass man nicht selber ausgewählt hat, dorthin zu fahren. Und immer wieder hat man unterwegs tatsächlich einige freie Stunden und manchmal sogar ein paar Tage.
    Freilich, die Kinder zuhause werden größer und un-frei-willig verpasst man manches. Doch auch hier liegt es ganz an der eigenen Sichtweise: Ich kann unzufrieden sein, dass ich so viele Wochenenden nicht bei meinen Lieben bin, ich kann aber auch genießen, dass ich nicht nur ein „Wochenend-Papa“ bin, sondern auch den ganz normalen Alltag mit Schule und Kindergarten und mittags Essen machen miterlebe. Ich bin so frei und habe die Wahl.
    Das ist es wohl auch, was Robert mit der Freiheit ‚im Kopf’ meinte.
    Wenn man will, ist immer das Gras des Nachbarn grüner.
    Und wenn ich glaube, dass ich nur glücklich sein kann, wenn das und das passiert (Lottogewinn, Weltreise, Traumpartner, kleinere Nase, schlankere Figur, besseres Wetter, etc.), werde ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unglücklich bleiben.
    Noch einen Aspekt der Freiheit will ich loswerden: Die zeitliche Dimension.
    Man kann sich mit seinen freien Entscheidungen in der Gegenwart durchaus selber die Freiheit in der Zukunft verbauen.
    Das gilt für den Einzelnen, wenn man vor lauter Leben genießen nicht wenigstens ein bisschen vorsorgt, um auch bei gesundheitlichen oder Mobilitäts-Einschränkungen noch zahlreiche Wahlmöglichkeiten der Lebensgestaltung zu haben.
    Das gilt aber auch für die Menschheit im Ganzen: Wenn wir uns weiter die Freiheit nehmen, den Planeten zu plündern, wird das Leben auf ihm schon bald sehr eingeschränkt sein.
    Ich empfinde den Artikel übrigens keineswegs als ‚Klagen’, sondern als gut reflektierte Analyse. Es ist eben nie alles weiß oder schwarz.
    Du klingst jedenfalls sehr glücklich und Deine Zufriedenheit macht mir einen wesentlich tiefer gehenden Eindruck als das euphorisch-überschwängliche Geschreibsel manch anderer.
    Viele liebe Grüße,
    Carsten

    • Antworten
      Ute
      14. Dezember 2014 um 17:58

      Lieber Carsten,
      zunächst einmal vielen Dank für diesen tollen Einblick! Finde es klasse, dass du mit deinem Beruf einen guten Weg gefunden hast, dir immer ein Stück Freiheit zu bewahren. Mir fällt rückblickend auch auf, dass man in diesem schnellen Alltag gern jammert, aber nicht wirklich aktiv etwas an seiner Situation ändert. Freut mich übrigens sehr, dass du meinen Artikel nicht als Klagen empfunden hast. Für mich war es auch eine interessante Erfahrung, dass die in diesem Fall mal einseitige Beschreibung von Nachteilen von vielen gleich als schlechte Stimmung gewertet wurde. Wünsche dir noch eine tolle Zeit und weitere schöne Reisen!
      Viele liebe Grüße
      Ute

  • Antworten
    Jenny
    14. Dezember 2014 um 3:21

    Liebe Ute,
    ich finde deinen Schreibstil einfach nur klasse! Du wählst so schön anschauliche Beispiele und drückst ganz unverblümt deine Gedanken aus. Echt toll! Und dein Fazit ist ein toller Anreiz in jeder Lebenssituation.
    Viele Grüße
    Jenny

    • Antworten
      Ute
      14. Dezember 2014 um 18:00

      Hi Jenny,
      das freut mich sehr, vielen Dank für dieses schöne Kompliment!
      Alles Liebe
      Ute

  • Antworten
    Ulrike
    14. Dezember 2014 um 23:51

    Liebe Ute,
    danke für den nachdenklich stimmenden Artikel. Ich habe während meiner Großen Asien-Reise entdeckt, dass die größte Freiheit ist, dass man wieder nach Hause zurück kann, wenn man will. Die größte Freiheit für uns Europäer ist es, reisen zu können.zu dürfen. Das ist eine Freiheit, die viele Menschen in den besuchten Ländern, z.B. in Asien, nicht haben.
    LG
    Ulrike

    • Antworten
      Ute
      15. Dezember 2014 um 16:36

      Hallo Ulrike,
      damit hast du vollkommen recht und beschreibt ebenso, dass wir leider immer ein wenig vergessen, wie gut es uns eigentlich geht und wie viele Dinge wir als zu selbstverständlich hinnehmen.
      Viele Grüße!
      Ute

  • Antworten
    Tatiana
    16. Dezember 2014 um 11:11

    Liebe Ute,
    ein toller, zum Nachdenken anregender Text – auch zu sehen daran, wie viele interessante Kommentare Du damit losgetreten hast. Ich habe mich sehr begeistert durchgelesen…
    Tja, das mit der Freiheit scheint gar nicht so einfach wie man denkt. In meinem Beruf hat man viele Möglichkeiten sich selbst durch ein umfangreiches Teilzeitangebot mehr Freizeit/Freiheit zu schaffen, aber ich erlebe oft, wie man ins Straucheln gerät, wenn die anfängliche Euphorie in Ratlosigkeit umschlägt. Ähnlich, wie Du es beschreibst: Plötzlich will Zeit verplant werden, da ist niemand, der das übernimmt; irgendwie ist man unfrei – weil man sich doch immer arrangieren muss. Nur fällt es einem vorher gar nicht so auf, wenn man im Hamsterrad steckt.
    Freiheit ist eben auch Arbeit – aber eine sehr schöne!
    Ein großes Dankeschön an dieser Stelle für Deine Zeilen; sie machen Mut, neues zu wagen, weil genau eben nicht alles in Zuckerguss getaucht ist – und letztendlich dennoch ein positives Gefühl bleibt.
    Weiterhin gute Reise und alles Gute,
    Tatiana

    • Antworten
      Ute
      24. Dezember 2014 um 19:46

      Hallo liebe Tatiana,
      vielen Dank für deinen Kommentar und das tolle Kompliment! Deine Beschreibung trifft es auf den Kopf. Freiheit verspricht nicht automatisch das perfekte Glück, aber man kann das Beste daraus machen! Wünsche dir auch eine schöne Zeit und einen guten Start ins Neue Jahr.
      Viele liebe Grüße
      Ute

  • Antworten
    Pana
    28. Dezember 2014 um 6:15

    Sehr interessante Perspektive! Sowas liest man selten auf Reiseblogs! Am besten finde ich dennoch das „happy end“: bewahre dir deine Freiheit! Nimm dir die Zeit! Das ist wirklich eine der größten Herausfoderungen unserer Zeit glaube ich!

    • Antworten
      Ute
      4. Januar 2015 um 21:05

      Hallo Pana,
      vielen Dank für deinen Kommentar und das Kompliment! Das Problem mit der mangelnden (Frei-) Zeit im Alltag habe ich vor meiner Auszeit nie so richtig in den Griff bekommen und die Frage beschäftigt mich auch momentan stark, welche Lösungen es dafür geben kann, um nicht später mal wieder im Alltag unterzugehen.
      Viele liebe Grüße
      Ute

  • Antworten
    Monique
    28. Dezember 2014 um 8:46

    Hallo Ute, heute habe ich dich mal ernsthaft gesucht, deinen Blog gefunden und bin dann spannenderweise gleich bei diesem Post eingestiegen. Wunderbar! Ich habe ihn sehr gerne und mit einem Schmunzeln gelesen. Bei mir sind jetzt 6 Jahre (3.153.600 Minuten) vergangen, seit ich meinen Weg der Freiheit eingeschlagen habe und ich habe beschlossen, nach dem 7. Jahr wieder zurück zu gehen. Wie und ob das gelingt, weiß ich nicht. Es gibt kein „perfekt“, aber es ist ein Geschenk, wenn man sich ausprobieren kann, wenn man eine Form von Freiheit leben und Erfahrungen sammeln kann. Auch Träume ändern sich.
    Also: Halte durch und genieße deinen Traum noch eine Weile :-).
    Monique
    von der Norröna-Bingo-Überlebensrunde im Sep :-)

    • Antworten
      Ute
      4. Januar 2015 um 21:15

      Hallo liebe Monique,
      hey das freut mich aber sehr, dass du mich gefunden hast!! Denke öfter an unsere lustige Überfahrt im Norden :) Dass sich Träume ändern, habe ich auch festgestellt. Irgendwie verläuft das Leben ja in Phasen, die mit unterschiedlichen Schwerpunkten verlaufen und das macht es eigentlich so aufregend. Bin jedenfalls sehr gespannt, wie sich das Zurückgehen für dich anfühlt. Kann man Island eigentlich dauerhaft verlassen? :) Würde mich sehr freuen, wenn wir uns irgendwann irgendwo mal wiedersehen! Wünsche dir alles Gute für das Wiedereinleben, wenn es mal soweit ist.
      Ganz liebe Grüße!!
      Ute

  • Antworten
    Amel
    31. Dezember 2014 um 6:10

    Du lebst echt den Traum vieler Menschen. Hut ab. Liebste Grüße aus dem Grödnertal.

    • Antworten
      Ute
      4. Januar 2015 um 21:19

      Hallo Amel,
      das stimmt! Allerdings wäre es für fast jeden möglich, das selbst auch umzusetzen. Man muss nur ein wenig planen und letzten Endes loslassen können.
      Vielen Dank und viele Grüße in die Dolomiten
      Ute

  • Antworten
    Sabine Horstkötter
    15. Januar 2015 um 3:36

    Liebe Ute, super Text! Gerade der letzte Abschnitt spricht wahre Worte. Freiheit für mich bedeutet im Alltag auch mal etwas verrücktes zu machen. Spontan etwas neues für sich zu entdecken. Letztes Jahr zum Beispiel habe ich einen Kochkurs mit Insekten mitgemacht. :-P
    Dieses Jahr werde ich auch mal meine Urlaubsgewohnheiten ändern. Nicht wie sonst werde ich an einem Strand liegen, sondern einen besonderen Segeltoern erleben. Ich werde mitsegeln Italien und dabei selbst die Crew sein. Ich bewundere immerzu deinen Mut. Ich wollte mit diesem Urlaub auch mal etwas anderes machen. Viele liebe Grüße und ich freue mich auf weitere inspirierende Texte. Die Sabine :-)

    • Antworten
      Ute
      15. Juli 2015 um 4:25

      Hallo liebe Sabine,
      einen Kochkurs mit Insekten wäre auch etwas, was ich sehr gerne mal machen würde :) Segeln ebenso. Scheinst auf einem guten Weg zu sein!
      Viele Grüße und bis bald
      Ute

  • Antworten
    Caro
    15. Juli 2015 um 4:19

    Liebe Ute,
    ein sehr interessanter text, den du da geschrieben hast. Ich stöbere schon eine ganze Weile in deinem Blog und er gefällt mir richtig gut.
    Natürlich sehne auch ich mich oft nach der großen Freiheit. Zu Tun und zu Lassen was ich möchte. Unbestimmt von Arbeit, Zeit, Geld und der Gesellschaft.
    Andererseits wüsste ich nicht ob ich mich darin nicht verlieren würde. Denn so einfach man sich das vorstellt ist es sicher nicht. ;)
    Ich freu mich ja auch immer wenn ich im Alltag „frei“ und „rebellisch“ sein kann *grins* Sei es ein rießen Berg Süßigkeiten als Sonntagsessen oder spontan frei zu nehmen und planlos ans Meer zu fahren. Das ist toll. Ich versuche immer wieder daran zu denken was ich mir als Kind im Erwachsenenleben vorgenommen habe. Viel zu viele Menschen vergessen das einfach, dabei macht es so glücklich irgend nen „Blödsinn“ zu machen den man schon immer machen wollte. :)
    Ich wünsche dir weiterhin eine tolle Zeit.
    Alles Liebe
    Caro

    • Antworten
      Ute
      15. Juli 2015 um 4:43

      Hi Caro,
      schön beschrieben! Freiheit in Reinform zu erleben ist in der Tat nicht immer ganz einfach, aber ich finde dieses unbedarfte Leben immer noch und sogar immer mehr begehrenswert! Bald werde ich wieder über Neues berichten :)
      Bis bald und liebe Grüße
      Ute

  • Antworten
    Sandra
    10. Dezember 2014 um 23:48

    Sehr schöner, ehrlicher Artikel!
    Du zeigst sehr deutlich, dass Freiheit und Zufriedenheit immer nur in unseren Köpfen stattfinden. Das Reisen selbst macht mich zu keinem anderen Menschen. Wenn ich meine Umgebung zu Hause als einschränkend empfinde, werde ich auch die Umgebung woanders als einschränkend empfinden. Wenn ich mich von meinem Chef und den Kollegen ungerecht behandelt fühle, hilft es nicht, einfach zu gehen. Denn dann werde ich die gleiche ungerechte Behandlung woanders finden, sei es im Restaurant oder beim Kauf eines Autos. Für ein zufriedenes, glückliches Leben müssen wir an uns selbst arbeiten. Reisen kann dabei helfen, weil es uns einen Spiegel vorhält, wir sehen uns selbst vor einem anderen Hintergrund und können uns dadurch manchmal besser erkennen. Aber immer sollten wir uns fragen: Freiheit – wofür?

    • Antworten
      Ute
      11. Dezember 2014 um 1:35

      Hallo liebe Sandra,
      dazu fällt mir immer der Spruch ein »Wege entstehen dadurch, dass man sie geht«. Wenn man den Weg nicht geht, wird man zwar keine schlechten Erfahrungen machen, aber man lernt auch nichts Neues dazu. Für mich war es zum Beispiel eine super Erfahrung, herauszufinden, dass ich nicht mehr nach der ultimativen Freiheit suchen muss. Und das Reisen ist dafür tatsächlich ein sehr guter Spiegel!
      Ganz lieben Dank für deine Meinung und viele liebe Grüße
      Ute

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