Der 9-stündige Zeitunterschied macht mir auch nach einer Woche in Australien immer noch zu schaffen. Der Schlaf in der Nacht fällt schwer und wurde bisher über einige Stunden hinweg mit dem Fernseher überbrückt. Am späten Morgen ging mein Flieger von der Gold Coast nach Sydney. Meine Gastgeberin Nancy war so lieb, mich zum Flughafen zu bringen. Eine private Unterkunft ist in dieser Hinsicht einfach anders als die Übernachtung in einem anonymen Hotel oder Hostel. 

Ursprünglich hatte ich vor, die Strecke von der Goldküste im Osten bis nach Adelaide im Süden mit einem Mietwagen abzufahren, was allerdings nach einigen Berechnungen zu anstrengend für die im Verhältnis kurze Reisezeit gewesen wäre. Die beste und schnellste Möglichkeit war daher ein Inlandsflug, der dank der Airlines Virgin Australia, Jetstar & Co. – für australische Verhältnisse – recht günstig war.

In Sydney gelandet stellte sich schnell heraus, dass ich sehr einfach ins Zentrum zu meiner Unterkunft kommen konnte. Das Bus-, Bahn- und Fähren-System ist hier extrem gut ausgebaut, wodurch ich mit Zug und Bahn mit einem Mal Umsteigen einfach den Milsons Point erreichen und nach einem kurzen Spaziergang mein Zimmer beziehen konnte. Obwohl ich nur drei Tage in Sydney bleiben würde, habe ich mir ein 7-Tage-Kombiticket für 49 AUD (40 €) gekauft, mit dem ich unbegrenzt alle öffentlichen Verkehrsmittel (Zug, Bus, Bahn und Fähre) nutzen kann, d. h. kein Anstehen an Ticket-Countern und keine langwierigen Preiskalkulationen.

Meine private Unterkunft mit Blick auf den Hafen von Sydney war der Hammer!

Ein Hotel in dieser Lage wäre unbezahlbar gewesen. Da ich mit meinen Buchungen für diese Reise vier Wochen vorher zu spät dran war und alle Hotels und Hostels im Rahmen meiner finanziellen Möglichkeiten ausgebucht waren, entschied ich mich auch hier für eine private Unterkunft über airbnb. Die Alternative wäre ein Hotel oder Hostel mit mindestens einer halben Stunde Entfernung gewesen, was ich allerdings gerade wegen der bevorstehenden Silvester-Nacht mit Straßensperren und fraglicher Frequenz der Verkehrsmittel verworfen hatte. Und besser hätte ich es nicht antreffen können, wenngleich das hier natürlich auch kein Schnäppchen war.

Nach Abwurf meines Gepäcks stand ich nur eine Gehminute von der Wohnung entfernt an der Ferry-Station Kirribilli, um mir die berühmte Oper anzuschauen, die mit der Fähre in nur zehn Minuten entlang der beeindruckenden Sydney Harbour Bridge entfernt liegt.

Das Gelände rund um die Oper war der helle Wahnsinn. Mehr als eine Million schwedischer Kacheln glänzen in der Sonne und machen das Gebäude zweifellos zu einem der außergewöhnlichsten und schönsten Gebäude der Welt. Zwischendurch kam mir kurz in Erinnerung, dass wir vor der Jahreswende stehen und hier eine hochsommerliche Stimmung herrscht. Definitiv besser, als bei Regen, Schnee und bitterer Kälte in das Neue Jahr zu kommen.

Australien wird mir immer sympathischer. Trotz des extremen Touristen-Andrangs verlief hier alles freundlich und entspannt, was vielleicht auch diesem unglaublich tollen Wetter zu verdanken ist. Ich fühle mich in dieser Stadt superwohl und bin schon gespannt, wie mir der Rest der Stadt gefallen wird. Wahrscheinlich ähnlich gut, aber das blieb abzuwarten. Obwohl ich eigentlich kein Freund von stark frequentierten Plätzen bin, brauchte ich einige Zeit, um mich von der Oper loszueisen.

 

Etwa zwei Stunden Spaziergang durch das Zentrum gestalteten sich nicht so spektakulär wie erwartet. Etwas skurril war die Suche nach einer WIFI-Gelegenheit in der größten Stadt Australiens, denn ich bekam nirgends eine Wireless-Verbindung; weder in meiner Unterkunft noch in einem der zahlreichen Starbucks oder anderen gängigen Plätzen. Grundsätzlich kein Problem, aber ich hatte noch nicht alle weiteren Schritte meiner Weiterreise gebucht.

Als ich zurück in die Wohnung kam, fragte mich meine nette Gastgeberin Jilly, ob ich mit ihr einkaufen gehen wolle. Und schon fühlte ich mich wie zu Hause. Wir fuhren in den nahe gelegenen Supermarkt und unterhielten uns über Gott und die Welt. Ich war glücklich, schon wieder so eine gute Wahl getroffen zu haben. Bei dieser Gelegenheit ereilte mich die nächste tolle Nachricht: Jilly gab zur Silvester-Nacht eine Party und lud mich herzlich ein! Wow, nun konnte das Neue Jahr kommen.

Moderne Kunst in einer Seitenstraße im Zentrum namens “forgotten songs” des australischen Künstlers Michael Hill. Begleitet von Vogelgezwitscher wurde die Käfig-Installation am Angel Place den aus der Stadt vertriebenen Vogelarten gewidmet.

 

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*