Ein ungewöhnlicher Heiligabend bei 30° C und Sonne. Manche Thailänderinnen trugen am Flughafen-Schalter in Bangkok blinkende Nikolaus-Mützen oder große rote Mini Mouse-Schleifen mit weißen Punkten, was definitiv noch skurriler war. Mit einer zugegebenermaßen etwas angsteinflößend kleinen Maschine ging der knapp zweistündige Flug von Bangkok nach Luang Prabang, meinem ersten Ziel in dem kleinen Land Laos.

Ein Visum on arrival gibt es bei der Immigration für 31 US$ direkt im Flughafen. Ein Passfoto sollte man gleich mitbringen, sonst kostet es noch mal extra. Andere Währungen werden zur Bezahlung wohl nicht akzeptiert. Da ich keine volle Seite mehr im Reisepass frei hatte, wollte man mir für den notwendigen Aufkleber für weitere 5 US$ ein Sonderblatt verkaufen. Als ich das ablehnte, ging es dann aber plötzlich doch…

Draußen am Geldautomaten kürte ich mich zur glücklichen Kip-Millionärin, denn 100 € sind etwa 1,05 Millionen Laotische Kip. Zunächst erschien die Umrechnung schwierig, aber wenn man einfach vier Nullen abzieht, geht es eigentlich ganz gut. Das Taxi kann man gleich am Flughafen buchen und bezahlen. 50.000 Kip kostete die etwa 15-minütige Fahrt ins Zentrum.

Von Laos wusste ich bisher noch nicht viel. In dem asiatischen Entwicklungsland würde mich viel Natur erwarten und Massentourismus soll es hier erfreulicher Weise noch nicht geben. Gutes Essen und nette Menschen verstehen sich in Asien von selbst und eine geringe Kriminalitätsrate ist ein weiterer angenehmer Aspekt.

Von den Temperaturen her würde es mit etwa 29° C tagsüber und 17° C nachts viel milder sein als in Bangkok, was sich wahrscheinlich unter anderem an der Höhe von 300 m erklären lässt. Die Luftfeuchtigkeit beträgt etwa 65%. Impfvorschriften bei der Einreise aus Deutschland gibt es keine (die Standard-Impfungen und Hepatitis A+B sollte man meiner Meinung aber immer haben!).

Die Gefahr von Malaria und Dengue-Fieber ist leider in manchen Teilen des Landes gegeben (nicht in den größeren Städten und in Höhenlagen über 1.000 m). Die Hauptreligion ist der Buddhismus; Muslime und Christen sind eine kleine Minderheit in Laos. Daher gibt es auch kein Weihnachtsfest. Eine ganz gute Info-Seite über Laos ist der “Laos Visitors Guide”.

Da mir nicht viel Reisezeit zur Verfügung stehen würde, habe ich meine Unterkünfte in den drei Orten Luang Prabang, Vang Vieng und Vientiane im Voraus gebucht, was sich in der jetzigen Hauptsaison als gute Entscheidung herausstellte. Voraussetzung für meine erste Unterkunft in Laos war die direkte Lage am Fluss. Und so fiel meine Wahl auf die Villa Somphong im Old Town der Stadt für 40 € pro Nacht inklusive Frühstück.

Die Managerin gab mir gleich alle Informationen, die ein Neuankömmling braucht. Sie zeichnete alle wichtigen Punkte und Restaurants in einer Karte auf und organisierte zudem für mich eine Tour für übermorgen sowie einen Platz im Minivan für die Weiterfahrt nach Vang Vieng am Tag danach. Erfreulich unkompliziert! Mein Zimmer hatte einen kleinen Balkon zur Straße mit dem erhofften Blick zum Fluss. Die Straße war wenig befahren und hatte einen gemütlichen Charakter.

Mein erster Eindruck von Luang Prabang war völlig anders als das, was ich von einer kleinen Stadt in einem Entwicklungsland erwartet hatte. Schicke Boutique-Hotels reihen sich hier aneinander, französische Cafés laden mit freiem WIFI zu Kaffee und Croissant ein und chillige Sitzgelegenheiten mit direktem Blick auf den Mekong warten mit bunten Lampions auf hungrige Gäste. Unterwegs kamen mir immer wieder Mönche in orangenen Gewändern entgegen. Sie leben und beten in den verschiedenen Tempeln im Ort; die meisten davon sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Die Sonne geht hier bereits früh unter. Schon um halb fünf nachmittags werden einstündige Boat-Trips zum Sunset-View angeboten. Ich würde ihn heute vom Pier aus sehen. Morgen war ja auch noch ein Tag und ich war gespannt, was dieser Ort noch so alles für mich bereit halten würde. Allein diese paar Stunden waren jedenfalls schonmal perfekt. Mir gefällt es hier super, alles scheint total entspannt und ruhig. Ein wunderschöner Platz zum Entspannen und Ausruhen, verrückter Weise für Alt und Jung gleichermaßen.

Die friedliche Stimmung ist beinahe unheimlich. Obwohl sich hier im Verhältnis viele Reisende (Franzosen, Deutsche, Amerikaner und Australier scheinen in der Übermacht zu sein) aufhalten, behält der Ort trotzdem irgendwie seine Authentizität. Direkt neben den besseren Hotels befinden sich kleinere Häuser von Einheimischen und unter den Restaurants am Fluss liegen direkt die Äcker der Landwirte. Fischer fahren raus und werfen ihre Netze aus. Die einfachen Garküchen der Locals sind ebenso beliebt wie die auf Touristen abgestimmten Restaurants. Spas und Massage-Studios gibt es in allen Facetten. Und dann dieser grandiose Sonnenuntergang…

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*