Einen ganzen Tag ohne Plan und Ziel zu verbringen dürfte in diesem Ort nicht schwer fallen. Also mietete ich mir am späten Vormittag ein rotes Fahrrad für 2€ und düste los. Mein erstes Ziel lag auf der anderen Seite des Flusses. Dort sollten sich viele Webereien befinden. Die erste Brücke, auf die ich traf, war nicht für mein Fahrrad geeignet, kostete eine Gebühr und führte auch lediglich zu einem Tempel und einem Restaurant. Es blieb mir daher nichts anderes übrig als bis zur alten Brücke weiter unten zu fahren. 

Auf dem Weg dorthin machte ich an einem der größeren Tempelanlagen der insgesamt 30 Tempel in diesem Ort Halt. Der 1513 erbaute Wat Wisunalat mit seinem Wassermelonen-Tempel That Makmo (auf dem Foto sichtbar) ist der älteste in Luang Prabang. Eintritt 20.000 Kip (etwa 1,90 €).

Weiter ging es mit meinem Vorhaben Dorfbesuch. Über die alte Brücke konnte ich über den Nam Khan River fahren, was sich allerdings als wackeliges Unterfangen herausstellte. Nur Fahrräder und Mopeds dürfen die Brücke passieren, allerdings auf jeweils einer Spur, die aus vier Holzbrettern besteht.

Wer über die Brücke fährt, sollte nicht nachdenken. In den Holzlatten befinden sich zum Teil Spurrillen und können zum Straucheln führen, wenn man nicht aufpasst. Und auch für Fußgänger ist es eine wackelige Angelegenheit und definitiv nichts für Menschen mit Höhenangst. In einem sind uns die Asiaten einfach weit voraus- wir sind viel zu ängstlich.

Einmal links abgebogen, befand ich mich kurze Zeit später in einer ruhigen Dorfidylle. Hühner liefen mit ihren Küken auf der Suche nach Futter wild herum, Mönche passierten die Straße auf dem Weg zum Tempel, Frauen verkauften in kleinen Buden Getränke und Snacks und Katzen jagen auf Treppen der Tempel Geckos.

Endlich erreichte ich das Dorf Ban Xieng Leck. Übrigens hielten sich hier nur vereinzelt Touristen auf, was sehr angenehm war. Für die Verkäuferinnen wohl weniger, denn die hatten Massen von Waren zu verkaufen. Mit gewebten Schals, lokaler Kunst und Papier in allen erdenklichen Sorten konnte man sich hier eindecken.

Ich trat den Rückweg an. Bis zur alten Brücke war es noch ein weiter Weg. Mein Hintern schmerzte schon, denn der Sattel dieses Fahrrads war maximal unbequem. Unterwegs noch mit einer grünen Kokosnuss für 70 Cent erfrischt und schon hielt mein Ross am nächsten Tempel, dem That Phousy und Wat Thammo Thayaram.

Die nächste sportliche Betätigung stand an: Treppen ohne Ende. Aber der Aufwand lohnte sich, denn hier gab es nicht nur einen klasse Ausblick, sondern auch Mönche und einen beeindruckend großen Fußabdruck Buddhas.

Die Tempelanlage wirkte verwunschen. Urwaldähnliche Bäume, verwinkelte Gänge, kleine Höhlen mit Kerzen und Statuen und dann wiederum weiter unten eine Schule für die kleinen Mönche.

Der Tag neigte sich dem Ende zu. Vor der Rückkehr in mein Guesthouse machte ich mich auf die Suche nach einem guten Platz für den Sonnenuntergang. Ich fuhr die Straße oben am Mekong entlang, die nach und nach immer weniger touristisch wurde und am Ende mit einer Straßensperre endete. Auf Stelzen über Äckern sitzend mit Blick auf die Karstberge verabschiedete sich die Sonne nach einem super Tag in Luang Prabang.

Ich hatte während meines bisherigen Aufenthaltes schon nach guten Spas Ausschau gehalten und würde mich heute Abend für das ansprechende L’Hibiscus entscheiden. Ich reservierte mir eine Stunde Aromatherapie-Massage mit Öl für 11 € und ließ mich nach einem laotischen Abendessen auf der Hauptstraße Sisavangvong von kleinen Händen durchkneten. Apropos klein: die Einheimischen sind nur zwischen 1,50 m und 1,65 m groß. Und die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei nur 54 Jahren…

 

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