Alleinreisen

Bloggerinnen über das Alleinreisen (#2)

Reiseblog Alleinreisen

Eine einzige Reise könnte dein Leben verändern. Klingt irgendwie schwulstig, aber es stimmt wirklich. Man packt seinen Mut und seine Sachen zusammen und zieht einfach mal alleine los. Hunderte Kontakte unterschiedlichster Art warten unterwegs auf einen, die das eigene Denken und Handeln unter Umständen ganz schön durcheinander bringen können.
Meine erste Alleinreise galt damals eher einer Flucht aus dem Gewohnten und Alltäglichen zu Hause als einer überzeugten Entscheidung. Bis zu diesem Zeitpunkt hätte ich nie gedacht, dass mich das Reisen überhaupt so faszinieren könnte. Oder dass mich die Fotografie in all ihren Facetten derart in ihren Bann ziehen würde…

Was ich damit sagen möchte: Wer sich traut, mal mit sich alleine zu sein und neue Wege einzuschlagen, wird möglicherweise ganz neue Dinge und Talente bei sich feststellen, von denen man vorher nicht zu träumen gewagt hätte.

Wie das die beiden erfahrenen Reisebloggerinnen in dieser Serie sehen, könnt ihr jetzt herausfinden.

 

 

Conni Biesalski Conni Biesalski Planet Backpack

 

1. Wer steckt hinter dem Namen Conni Biesalski ? Erzähl uns was über dich.

Hi, ich bin Conni. Als digitale Nomadin, Reisebloggerin und Minimalistin arbeite ich ortsunabhängig, überall wo es Internet gibt. Reisen ist mein Leben. Ich reise, lebe und arbeite um die Welt seit ich 15 bin. Mittlerweile war ich in über 40 Ländern auf 6 Kontinenten, und habe in den USA, England, Thailand, Spanien, Indonesien und Australien gelebt.

Auf Planet Backpack schreibe ich über die Kunst des Welt- und Langzeitreisens. Mein Ziel ist es damit so vielen Lesern wie möglich zu helfen ihre Reiseträume zu verwirklichen. Außerdem möchte ich eine digitale Nomaden-Bewegung starten und anderen Leuten das Werkzeug geben, wie sie von überall auf der Welt arbeiten können. Auf A Life of Blue, meinem ersten Blog, geht es um unkonventionelles Leben und Lifestyle Design. Außerdem organisiere ich mit Sebastian von Off the Path das Blog Camp, bei dem wir alle paar Monate an einem Wochenende anderen beibringen wie man professionell bloggt und damit Geld verdient.

2. Was sind deine Erfahrungen zum Thema Allein reisen und was schätzt du daran?

Ich selbst war schon in ganz Mittelamerika, Kolumbien, Südostasien und einigen Ländern in Europa alleine unterwegs. Zuletzt in Mexiko und Portugal dieses Jahr. Auch wenn ich es total genieße mit Freunden oder Partner unterwegs zu sein, liebe ich die Freiheit jeden Tag meine eigene Entscheidungen zu treffen und ohne Kompromisse das machen zu können worauf ich Lust habe. Wenn man alleine unterwegs ist nimmt man außerdem die Welt und seine unmittelbare Umgebung sensibler und bewusster wahr, da keiner da ist mit dem man sich über das Hier und Jetzt austauschen kann. Man ist mit sich und nur mit sich. Manchmal bin ich wie in einem meditativen Zustand, in dem ich Dinge, die ich sehe, langsamer aufnehme und verarbeite.

Es gibt mir mehr Zeit Erlebtes zu reflektieren und zu erkunden und zu sehen welchen Effekt es auf mich hat. Man führt viel Konversation mit sich selbst und schaut dabei sich selbst und seinen Ängsten tief in die Augen. Ich habe schon wahnsinnig viel über mich selbst gelernt wenn ich längere Zeit alleine unterwegs war. Und schließlich lernt man mehr Leute kennen. Wer hat schon Lust jeden Tag nur mit sich alleine abzuhängen? Da ist der Impetus einfach größer auf andere zuzugehen. Und nach einer längeren Zeit alleine schätzt man auch die Gesellschaft von anderen Menschen wieder mehr. Ich liebe es anderen Menschen kennenzulernen, daher ist das Alleinereisen für mich eine tolle Sache. Alles in allem finde ich dass alleine reisen dich dazu bringt deine eigene Seele zu nähren um die Abwesenheit von Freunden und Familie zu kompensieren. Das kann eine tolle Sache sein, wenn man mit sich selbst im reinen ist und es genießen kann.

3. Hattest du ein besonderes Erlebnis, als du alleine unterwegs warst?

Alleine unterwegs zu sein ist immer ein besonderes Erlebnis. Mir kommt es vor als würden mehr unvorhergesehene Dinge passieren, als würden manche Erfahrungen tiefer gehen. Sehr besonders waren für mich in der Vergangenheit Momente, die ich alleine mit Einheimischen verbracht habe und dabei trotz Kommunikationshürden schöne Herzensverbindungen aufgebaut habe.

4. Welches Land würdest du einer Alleinreisenden empfehlen und warum?

Eigentlich finde ich alle Länder, in welchen es viele Hostels gibt, super zum alleine reisen. Es lässt sich dort einfach am besten andere Leute kennen lernen. Zum Start ist sicherlich Europa zu empfehlen, aber auch alle Länder in Mittelamerika finde ich super um einzusteigen. Anfang diesen Jahres war Mexiko für mich ein tolles Land um alleine zu reisen, kann ich nur jedem ans Herz legen.

 

 

Nina Hüpen-BestendonkNina Hüpen-Bestendonk Smaracuja

 

1. Wer steckt hinter dem Namen Nina Hüpen-Bestendonk? Erzähl uns was über dich.

Eigentlich heiße ich Nina, bin studierte Grafikdesignerin und wohne seit 3 Jahren in Berlin. Soviel zu den Basics. Es gibt so eine Zeile in „Oh wie schön ist Panama“ die mich wohl am besten beschreibt: „Das Glück liegt in der Ferne, und die Ferne ist immer da, wo du gerade nicht bist“. Demnach war ich schon immer viel und gerne unterwegs und halte es selten lange an einem Ort aus.

Mit dabei immer mindestens eine oder zwei meiner 30 Kameras, auf der Suche nach den absurdesten Gebäuden, interessantesten urbanen Konzepten und dem lokalen Lifestyle. Smaracuja entstand spontan, ursprünglich als Portfolio für meine Fotografien und Illustrationen, dass sich dann später zu einem richtigen Blog entwickelt hat.

2. Was sind deine Erfahrungen zum Thema Alleinreise und was schätzt du daran?

Das Alleinreisen hat seine Vor- und Nachteile. Auf der einen Seite bist du unabhängig, kannst genau die Dinge tun und lassen die du willst und musst nicht mit den Launen deines Mitreisenden umgehen. Ich bin ein sehr freiheitsliebender Mensch und kann vor allem mit Gruppensituationen nur für eine Gewisse Zeit umgehen, bevor ich dringend mal wieder Zeit für mich brauche. Außerdem habe ich mein eigenes Tempo und das heißt: Slow Travel. Auf der anderen Seite ist es natürlich manchmal schade, dass erlebte nicht mit jemandem Teilen zu können, der dabei ist. Vermutlich tue ich es deshalb auf meinem Blog. Das Alleinreisen hat aber noch einen anderen Vorteil: Man ist mutiger, tritt öfter aus der eigenen Komfortzone heraus und lernt schneller Leute kennen.

3. Hattest du ein besonderes Erlebnis, als du alleine unterwegs warst?

Sooo oft bin ich eigentlich gar nicht allein unterwegs. Aber als ich 2009 für meine Diplomarbeit zwei Wochen in Barcelona war, war ich überrascht wie viel ich trotz meines vorherigen Auslandssemesters in der Katalanischen Hauptstadt plötzlich noch entdecken konnte. Man verlässt die gewohnten Pfade und taucht in Gassen ein, die man vorher nicht kannte. Ich genoss es alle Zeit der Welt zu haben, Fotos zu machen und von einem Straßencafé aus Leute zu beobachten. Das war für mich eine einschneidende Erfahrung, wieder öfter und mehr allein zu reisen, was ich seitdem auch regelmäßig für kürzere Trips tue.

4. Welches Land würdest du einer Alleinreisenden empfehlen und warum?

Ich denke die meisten europäischen Länder sind super für Alleinreisende, vor allem für Anfänger. Die großen Städte wie Barcelona, Lissabon oder Paris eignen sich super um einfach mal eine Auszeit zu nehmen und sich dabei nicht allein zu fühlen. Ich zumindest würde mich so ganz allein auf dem Land wohl doch zu schnell langweilen.

* * *

Auch dieses Mal habe ich mich sehr über die positiven Berichte gefreut! Mal sehen, ob es das nächste Bloggerinnen-Trio genauso sieht… Stay tuned!

 

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9 Kommentare

  • Antworten
    Jens
    25. Juni 2013 um 16:25

    Und noch so ein cooles Bild, wo auch immer das schon wieder war. Ich würde mich übrigens sehr freuen, wenn du auch mal Männer nach ihren Erfahrungen zum Alleinreisen befragen würdest! Ich hätte da so einiges zu berichten… Lg aus Wb

    • Antworten
      Ute
      26. Juni 2013 um 4:38

      Ich habe mir bisher ehrlich gesagt noch nicht so viele Gedanken darüber gemacht, wie das Alleinreisen für Männer so ist… Da ich inzwischen mehrfach darauf angesprochen wurde, werde ich daher einfach auch einmal Männer zu dem Thema befragen und in die Serie integrieren. Danke für den Tipp! :) Und das Foto stammt aus Goa! Lg

  • Antworten
    crriena
    26. Juni 2013 um 3:40

    Bin gerade über Nin auf Deine Seite gestoßen, die werde ich mir merken! Und was für eine tolle Serie! Inspiriert mich auf jeden Fall bald auch mal alleine los zu ziehen!

    • Antworten
      Ute
      26. Juni 2013 um 5:07

      Hi Carina! Vielen Dank und freut mich, dass dir die Serie gefällt! :)

  • Antworten
    Charlotte
    26. Juni 2013 um 7:12

    Viele verschiedene Erfahrungen und Tipps – interessanter Beitrag! Es kommt sicher auch immer ein bisschen darauf wann, was man auf der Reise machen möchte: richtig abschalten, neue Stadt kennenlernen, etwas neues lernen etc…

    • Antworten
      Ute
      30. Juni 2013 um 15:40

      Hallo liebe Charlotte,
      auf jeden Fall kommt es auf die Intention der Reise an. Es gibt da unzählige Möglichkeiten ;)
      Danke für deinen Beitrag und viele Grüße aus Köln,
      Ute

  • Antworten
    Betti
    26. Juni 2013 um 4:52

    Super Interviews, da bekommt man gleich mehr Lust und Mut in den nächsten Flieger zu steigen. Ich bin ja auch noch ein Anfänger am Gebiet des alleine reisen, die zwei Male in den USA habe ich allerdings nicht bereut. Ich bin ebenso der Meinung, dass man ein Land und die Leute kaum so schnell und gut kennenlernen kann, wie wenn man alleine reist. Hierfür muss man allerdings mutig genug sein auf Leute zuzugehen bzw. ist es eine gute Möglichkeit diese Eigenschaft zu entwickeln!

    • Antworten
      Ute
      30. Juni 2013 um 15:29

      Hi Betti,
      du hast den Nagel auf den Kopf getroffen! Ich hoffe, dass sich bald noch mehr Frauen „trauen“ ;)
      Lieben Gruß, Ute

  • Antworten
    Valeria
    26. Juni 2013 um 7:25

    Sehr interessant, danke! Ich bin zwar noch nie ganz alleine gereist (außer in DE), merke aber den Unterschied, wenn ich z.B. mit der Familie oder mit Freunden/Bekannte reise. Mit der Familie ist das eher entspannter. Bei einer Fahrt mit einem Bekannten hatte ich einiges zutun. Sei es Entscheidungen treffen, das Budget kontrollieren oder auf Menschen zugehen und in Kontakt treten. Bei beiden Varianten lerne ich bereits sehr viel über das Leben und über mich. Wenn man jedoch alleine reist, ist das sicher noch ein Tick mehr. Bin gespannt! Alles Gute!

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