Von einem 5-wöchigen Roadtrip mit meinem Camper durch den Balkan zurückgekehrt, hat sich nun sozusagen auf festem Boden herauskristalliert, was bereits nach wenigen Tagen auf der Reise zu brodeln begann: »Es muss sich etwas ändern!« Während meine einjährige Weltreise mir damals schon einen Schubs gegeben hatte, mich mehr auf meine persönliche Entwicklung zu konzentrieren, war es hier insbesondere die Fahrt durch Kroatien, die mich zum beruflichen Nach- und Umdenken brachte.

Bereits seit einiger Zeit hatte ich mir zum Ziel gemacht, zukünftig anders zu reisen (Artikel) und musste feststellen, dass das gar nicht so einfach ist. Warum die vergangenen fünf Wochen unterwegs teilweise mehr Flucht als Reise waren und wie es in Zukunft bei BRAVEBIRD weitergehen wird, habe ich in den folgenden Punkten zusammengefasst:

Reisen: Eine Leidenschaft auf Abwegen

Angefangen hat es bei mir mit einer großen Faszination für fremde Kulturen, besondere Landschaften und dem Austausch mit andersartigen Menschen. Besonders aufregend waren immer die Reisen, in denen man sich mit Händen und Füßen verständigen musste, mit völlig fremden Menschen in kürzester Zeit eine intensive Bindung aufbaute oder ein Abenteuer irgendwo ganz weit weg von zu Hause heil und gesund überstanden hatte.

Inzwischen habe ich 87 Länder der Erde bereist, einige davon mehrmals, manche sogar bis zu 10 Mal – laut Berechnung eines Reiseportals sind das über 1 Million Reise-Kilometer. Und natürlich verändert sich damit auch die Art zu reisen im Laufe der Zeit. Ich mag zum Beispiel nicht mehr an Orten sein, wo gefühlt alle sind. Oder ich kann nicht mehr immer wieder die gleiche Geschichte über mich erzählen, wenn ich jemanden unterwegs neu kennenlerne.

Auf dieser Grundlage wird das Reisen zunehmend schwieriger, denn wo kann man heute noch wirklich etwas Neues entdecken? Im digitalen Zeitalter lernt man im Prinzip schon bei der Reisevorbereitung alle Highlights im Internet kennen und braucht sich vor Ort nur noch auf das „Abhaken“ und Fotografieren zu konzentrieren. An diesem Punkt angelangt muss ich feststellen, dass ich mich weit von meiner ursprünglichen Leidenschaft entfernt habe.

Kroatiens Strände - die Ruhe vor dem Touristen-SturmHinzu kommt, dass man besonders als bekannterer Reiseblogger immer im Zwiespalt steht. Sobald man einen der noch begehrten „Secret Places“ gefunden hat – über den man eigentlich auch gerne berichten möchte – trägt man automatisch dazu bei, dass es nicht mehr allzu lange ein geheimer Ort bleiben wird. Weitere Blogger und Leser reisen ebenfalls dorthin und schon bald werden auch diese noch jungfräulichen Pfade auf kurz oder lang plattgetreten sein.

Auf Kriegsfuß: Der Tourismus und ich

Wenn man das Wort Albanien hört, werden einem wahrscheinlich spontan Attribute wie „orientalisch, wild, chaotisch, spannend“ durch den Kopf schießen. Wer mit dieser Erwartung den ersten Fuß in dieses Land setzt und im Norden mit perfekt asphaltierten Straßen, schicken Villen und aufgeräumten Orten begrüßt wird, gerät hier vielleicht schon ins Wanken. Wenn man dann noch in einem Camp oder Restaurant mit 98% anderen Deutschen sitzt, wird es grenzwertig. Selbst so weit entfernt ist es am Ende nicht wirklich anders als zu Hause.

Gleiches galt für die Küsten von Montenegro und Kroatien. Hunderte von Kreuzfahrt-Gästen überfluten die Bucht von Kotor und quetschen sich mit ihrem Selfie-Stick mit ausgestrecktem Arm durch die engen Gassen. Kroatien scheint aus Sicht des Camping-Reisenden in deutscher Hand zu sein, denn hier wird nahezu überall unsere Sprache gesprochen. Highlights wie Dubrovnik oder die Plitvicer Seen muss man sich mit tausenden anderen teilen, was nicht nur Platzangst, sondern bei mir auch eine gute Portion schlechte Laune ausgelöst hat.

Nun beruhen diese Eindrücke aber auf meiner persönlichen Einstellung, denn die meisten Reisenden scheinen sich in dieser sehr geselligen Atmosphäre durchaus wohl zu fühlen. Für mich bedeutet diese Erfahrung an dieser Stelle allerdings, dass ich selbst zukünftig keine Massentourismus- oder Mainstream-Ziele mehr ansteuern kann, sowohl in Europa als auch in der Ferne, und diese Berichte lieber Gastautoren überlassen werde. Wie ich meine eigenen Reisen und Ziele gestalte, wird sich noch herausstellen.

Camping-Roadtrip durch Kroatien mit Hund - Bravebird

Reiseblog: Bravebird wechselt den Kurs

In den vergangenen zwei Jahren habe ich des Öfteren kleinere Schreib-Auszeiten nehmen müssen, weil mir zum Teil der Sinn meines Blogs abhanden gekommen ist. Zum einen gibt es immer mehr Reiseblogs mit sich ähnelnden Inhalten, zum anderen steigt mit wachsender Reichweite auch die Verantwortung. Es gibt diverse Aspekte des Reisens, die ich aus Gründen der Nachhaltigkeit nicht mehr empfehlen kann (Wochenend-Kurztrips per Flugzeug, Infinity-Pools etc.), wodurch am Ende die Schnittmenge der möglichen Inhalte so klein wird, dass zukünftig andere Beiträge und gleichzeitig eine neue Positionierung gefordert sind.

Dank der Missstimmung und Verzweiflung auf der letzten Reise hatte ich daher Gelegenheit, mir mit Nachdruck Gedanken über neue Themen für diesen Reiseblog zu machen. Also was wird sich nun ändern und worauf kann man sich als Leser zukünftig einstellen?

  1. Meine Beiträge werden sich im Hinblick auf die Reiseberichte größtenteils auf weniger bekannte Länder und Regionen konzentrieren. Ansonsten werde ich verstärkt meine Fachgebiete als Ratgeber weiter ausweiten: Alleinreisen, Fotografie, Roadtrips, Reise-Routen, Gepäck usw.
  2. Neue Beiträge wird es zukünftig in Form von Interviews und Gastbeiträgen anderer Reisender geben. Wenn du eine tolle Reise vor oder hinter dir haben solltest, dafür allerdings nicht extra einen Blog einrichten möchtest, melde dich gerne bei mir per Mail.
  3. Videos: Da ich bei mir selber feststelle, dass ich oft lieber ein Video- oder Reise-Interview anschaue als einen Beitrag zu lesen, werde ich zukünftig ebenfalls Beiträge via Youtube veröffentlichen. Hierzu zählen auch Testberichte über Kameras und andere Dinge. Du kannst meinen Kanal hier gerne abonnieren.
  4. Crowdfunding: Wieder ein Community-Projekt, bei dem ich sehr gespannt auf die Beteiligung meiner Leserinnen und Leser bin – coming very soon!
  5. Eigene Produkte: Durch die Entwicklung zweier Reiserucksäcke bin ich auf den Geschmack gekommen und bereits dabei, einige neue Produkte zu entwerfen, die es dann in meinem Shop zu kaufen geben wird.
  6. Seminare: Regelmäßig erreichen mich Anfragen von Blog-Newbies zu möglichen Verbesserungen ihres Blogs. Hier werde ich kleinere RoundUps anbieten und als Bloggerin und Kommunikationswirtin meine Hilfestellung für mehr Erfolg anbringen können.

All diese Dinge brauchen natürlich Zeit und können nicht von heute auf morgen umgesetzt werden, aber immerhin steht die Richtung fest: Es muss wieder die alte Leidenschaft her!

Vielleicht gibt es auch noch etwas anderes, das du gerne öfter und mehr auf diesem Blog lesen würdest und vielleicht magst du mir das mittels Kommentar oder Email mitteilen. Auf meinem zweiten Blog CAQTUS gibt es übrigens weiterhin Beiträge über die „Reise nach innen“.

Nach über vier erfolgreichen und ereignisreichen Blog-Jahren freue ich mich jetzt auf neuen Schwung und hoffe, dass du weiterhin Freude dabei hast, BRAVEBIRD zu lesen!

 

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40 Kommentare

  1. Hallo Ute,
    Ein schöner und ehrlicher Beitrag!!!
    Deine Erfahrungen bei der Balkanreise und die daraus gezogenen Konsequenzen kann ich gut nachvollziehen! Ich denke vielen anderen Alleinreisenden (dazu zähle ich mich auch) geht es ähnlich. Aber es gibt sie noch, die Orte auf dieser Welt (auch in Europa), an denen man dem Massentourismus zumindest zeitweise entkommen kann. Es hängt natürlich auch immer von der Reisezeit ab. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht außerhalb der Hauptsaison zu reisen. Dann hat man vielleicht nicht immer das beste Wetter, aber viele Länder zeigen sich dann auch mal von einer ganz anderen Seite und das Reisen in der Nebensaison ist doch wesentlich entspannter. Im August geht es bei mir wieder los für mehreren Monate, vorher muss ich die Reisekasse noch etwas auffüllen ;-) Aber die Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude….
    VG, Horst

    1. Hallo Horst,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Gott sei Dank gibt es sogar noch ausgesprochen viele und sehr schöne Plätze auf der Welt, die fernab von Menschenmengen sind. Besonders in Nord-Europa habe ich zuletzt tolle, einsame Plätze gefunden und freue mich schon auf die nächste Reise in die wilde Natur. Viel Erfolg beim Befüllen der Reisekasse und viele Grüße, Ute

  2. Hallo Ute!

    Deine Gedanken über das Reisen sind absolut nachvollziehbar. Als sehr stark introvertierter Mensch genieße ich beim Reisen auch gerne die Einsamkeit und verabscheue Touristenhochburgen oder Sightseeing-Hotspots. Allerdings sind wir Individualtouristen oft selber die Vorreiter für entstehenden Massentourismus und tragen neben den digitalen Medien selber dazu bei, dass es kaum noch unbekannte Orte auf der Welt gibt.

    Ich habe auch kein Rezept wie man seine Reisen sinnvoller gestalten kann. Letztendlich muss jeder selber seine Art zu Reisen finden. Vermutlich wird sich die persönliche Art des Reisens und der Wahl der Reiseziele mehrmals im Leben ändern.

    Für mich bedeutet bewusstes Reisen momentan sehr langsames Reisen, sich nicht zu viel vorzunehmen und lieber selber zu entdecken als sich schon im Vorfeld der Reise mit Tipps einzudecken. Das schöne und überraschende an einer Reise ist doch meistens das Ungeplante. So lasse ich mich gerne treiben und steige einfach dort aus wo es mir gefällt.
    Ich stelle aber auch fest, dass sich viele Menschen meistens nur dort aufhalten wo man hinfahren kann. Je weiter man sich von verkehrstechnischer Infrastruktur entfernt, desto einsamer wird es und daran wird sich vermutlich auch in Zukunft nicht viel ändern.

    Schon Goethe wusste ja: „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen“.

    Liebe Grüße und viel neuen Schwung für deine Blogs
    Hans-Jörg

    1. Hallo Hans-Jörg,
      sehr schön beschrieben! Gerne würde ich auch alles zu Fuß erkunden, wenn ich nicht immer so viele Sachen dabei hätte :) Aber ich denke auch, dass das langsame Reisen wahrscheinlich tatsächlich die effektivste und tiefgründigste Art zu reisen ist. Bei der nächsten Reise werde ich es ausprobieren. Vielen Dank für deine Zeilen und weiterhin viel Freude auf Reisen, Ute

  3. Hi Ute :)
    Ich kann deine Gedanken nachvollziehen und freue mich schon auf deine neue Richtung!
    Vor allem das Thema „Nachhaltigkeit beim Reisen“ finde ich wichtig und bin gespannt auf deine Beiträge dazu.
    Denn auch wenn man das Reisen mehr als alles andere liebt, sollte man sich als logische Konsequenz auch zur Nachhaltigkeit Gedanken machen…
    Liebe Grüße,
    Denise

    1. Hallo liebe Denise,
      freut mich sehr! Was Nachhaltigkeit angeht, bin ich zwar schon fortgeschritten, aber da gibt es noch so vieles, was ich wahrscheinlich auch noch wesentlich besser machen könnte… aber ich bin auf dem Weg :) Wichtig ist mir persönlich dabei, insbesondere keine Pressereisen anzunehmen, in denen es meist um schnelles Anschauen, Fotografieren und Weiter in kürzester Zeit geht, und das ist schonmal ein großer Schritt. Bin aber froh, dass du mich darin bestärkst, darüber zukünftig mehr zu berichten. Liebe Grüße, Ute

  4. Da hab ich ja Glück, dass sich dein Richtungswechsel (zumindest teilweise) mit meinem trifft. ;-)
    Ich stimme Denise zu, dass „Nachhaltigkeit beim Reisen“ sehr interessant ist und würde mich auch über Blogbeiträge mit deinen Gedanken dazu freuen.
    Liebe Grüße von den Azoren
    Eli

  5. Liebe Ute,
    ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen. Ich weiß noch genau, als ich das erste Mal in New York war (vor Internet, Blogs und Co.) Da bin ich durch die Straßen gegangen und dachte die ganze Zeit: hier war ich schon mal! Alles war genau so, wie man es aus diversen amerikanischen Serien und Spielfilmen kannte. Das war faszinierend. Heute geht einem das mit fast jedem Ort der Welt irgendwie so und man fängt an sich zu langweilen. Ich denke aber trotzdem, dass es überall und in jedem Land immer noch genauso viel Neues zu entdecken gibt, wie früher. Ich habe oft festgestellt, dass man sich nur wenige Kilometer von den touristischen Hotspots oder den „places to be“ entfernen muss, und das Land zeigt plötzlich ein ganz anderes Gesicht.
    Ich finde es klasse, dass du deinen Blog immer weiter entwickelst und auch die anderen Projekte hören sich spannend an. Alles Gute, ich bin gespannt! Liebe Grüße von Andrea

    1. Hallo liebe Andrea,
      ich gebe dir vollkommen Recht – es gibt Gott sei Dank noch sehr viele schöne Ecken ohne Menschenaufläufe. Gerade mit Hund, wie du ja auch unterwegs bist, ist das in Menschenmengen nochmal um einiges stressiger und nerviger als allein unterwegs und deshalb macht der Weg in die tiefe Natur noch viel mehr Sinn! Freue mich über dein Feedback und wünsche dir weiterhin schöne Reisen, liebe Grüße! Ute

  6. Kann das sehr gut nachvollziehen. Bei mir wurde das Reisen zur Flucht, dachte das legt sich dann schon da draussen, denkste! Man nimmt die Probleme mit. Aber man kann auch zuhause eine Reise machen, die vielleicht viel interessanter ist und viele neue Wege öffnet, solange man auf das Herz hört kommt es meisten gut. Sind wir nicht alle Reisende?

    Quasi nach dem Motto: „Life is a journey, be open for change.“

    Alles Gute, bin gespannt!
    Lieber Gruss, Jakob.

    1. Hey Jakob,
      ich bin genauso wie du der Meinung, dass das Leben an sich eine einzige Reise ist. Und mittlerweile finde ich den Wechsel zwischen dem Alltag zu Hause und dem Unterwegssein in der Ferne so besonders, weil man hier sehr gut den Unterschied zwischen Stillstand und Weiterentwicklung feststellen kann. Ein weiteres schönes Motto finde ich auch „Durch Reibung entsteht Wachstum“ – ohne schwierige Phasen oder Probleme kein Weiterkommen. Daher kann ich Kroatien dankbar sein :) Viele Grüße zurück und Danke für deine Ehrlichkeit, Ute

  7. Hallo Ute,
    ich hatte mich schon gewundert, dass so weniger Bilder von Deiner Reise auf Instagram erschienen sind und dachte schon „ob es der Ute nicht gefällt?“
    Da reisen in vielen Fällen so günstig ist, Kreuzfahrten für Ältere erschwinglich sind und heutzutage fast jeder Teenie nach dem Abi erst Mal in Asien chillen muss, ist es wirklich schwierig, Ecken auf diesem Planeten zu finden, an denen wenig los ist. Man kann das Reisen den Leuten auch nicht verbieten. Und dann spricht der halbe Balkan deutsch und bietet Schnitzel an. Das ist die Krux.
    Ich kann Dein Dilemma verstehen. Vor allem, wenn Dein Reiseblog auch noch ein wenig Geld einbringen soll. Und dann schießen auch noch wöchentlich neue Reiseblogs aus dem Boden, die das ortsunabhängige arbeiten als den Stein der Weisen anbieten. Aber genau aus der Masse sticht Dein Blog heraus. Du bist die Einzige, die ich noch gerne lese, weil Deine Berichte so anders und tiefgründig sind und Du hammergeile Bilder machst.
    Bin gespannt wie es bei Dir weiter geht!
    LG aus Palermo
    Ute

    1. Liebe Ute,
      puh, das geht runter wie Öl! Deine Intuition war da vollkommen richtig – ich habe noch nie auf einer Reise so wenig gute Fotos gemacht wie auf dieser, worüber ich mich dann noch mehr geärgert habe. Man nennt so etwas glaube ich eine Abwärtsspirale :) Daher freue ich mich jetzt auf viele neue Dinge, die gerade wie von Geisterhand auf mich zugeflogen kommen. Ich danke dir für deine lieben und tollen Worte! Alles Liebe und bis bald, Ute

  8. Ich kann dich auch gut verstehen, Ute. Obwohl ich lange nicht so viel gereist bin wie du und so viel von der Welt gesehen habe. Aber ich will noch so viel sehen von der Welt, und es macht mich traurig, dass kein Ort etwas Besonderes mehr sein wird. Weil jeder sowieso schon mal da gewesen ist. Das heißt natürlich nicht, dass es für mich nicht mehr ganz wunderbar sein kann. Aber es gibt dem ganzen Reisen irgendwie ein anderes Gefühl.
    Diesen Sommer geht es nach Bosnien und Montenegro – ich hoffe, dort ist alles noch nicht ganz so überlaufen. Kroatien ist ja inzwischen schlimm. Du hast aber auch geschrieben, in Montenegro war alles voller Touristen… ich hoffe einfach, dort ein bisschen echtes Reisegefühl aufschnappen zu können!
    Ich freu mich, weiterhin so tolle und ehrliche Artikel von dir zu lesen – und finde die neue Richtung, die du einschlägst super! :)
    Alles Liebe,
    Kathi

    1. Hallo liebe Kathi,
      das verstehe ich gut! In Bezug auf Bosnien und Herzegowina kann ich dich schonmal beruhigen – das ist extrem authentisch und hat zudem noch eine wunderschöne Natur. Dieses Land war eines meiner unerwarteten Highlights, um ehrlich zu sein. Montenegro ist im Norden ganz anders als an der Küste, die zurzeit viele Baustellen aufweist für neue, moderne Häuser. Wirklich touristisch ist es (meiner Erfahrung nach) in der Umgebung von Kotor. Eine schöne und hilfreiche Webseite ist hier übrigens http://www.montenegropulse.com. Wünsche dir eine tolle, aufregende Reise, liebe Grüße, Ute

  9. Verstehe dich und freue mich auf Videos und Fototipps.
    Mir ging es ganz ähnlich in Barcelona. Sagrada Familia war der pure Dichtestress.
    Youtube ist abonniert!

    1. Hallo liebe Sabine,
      Danke für’s Folgen! Das glaube ich gern… man kann wahrscheinlich nur ausweichen, indem man extrem früh dort ist (wenn insbesondere Reisegruppen noch auf dem Weg dorthin sind). Viele Grüße! Ute

  10. Liebe Ute,
    seit sehr vielen Monaten lese und verfolge ich Deinen Blog und freue mich immer wieder über Deine doch etwas anderen Reiseziele. Egal ob es das Baltikum oder auch mal die tschechische Hauptstadt ist. Wie alle meine Vorredner kann ich Deine Gedankengänge, den Wunsch nach Veränderung sowie die Suche nach dem „echten Reisen“ verstehen.
    Einer meiner persönlichen Gedanken zum Thema Massentourismus ist, dass das heutige Problem beim Reisen auch der Drang nach Anerkennung ist. Nach dem Motto „Schau mal, ich bin hier an diesem tollen Ort und Du …? “ Auf Instagram etc. werden täglich millionenfach tolle Bilder aus allen Ecken dieser Welt gepostet. Dabei versuchen sich die Leute ständig mit Bildern von teilweise exklusiven Reisezielen zu überbieten. Viele Stars sind hierfür ja Vorreiter. Demnach bleiben sogenannte „secret places“ nicht lange geheim und die einsamen, wilden Pfade sind schon bald vielfach ausgetreten. Ein anderes Problem stellt sicherlich auch die politische Entwicklung dar, die Reisende dazu zwingt in sichere Länder „auszuweichen“.
    Dennoch habe ich gerade selber in meinem Urlaub festgestellt, dass es diese geheimen oder auch unbekannten Orte immer noch gibt. Wer wirklich bereit ist das Landestypische kennenzulernen begibt sich zumeist nicht an touristische Hotspots. Dieser Reisende wird vorrangig Kontakte zu den Einheimischen suchen und damit (vielleicht) auch deren ganz persönliche Höhepunkte und Sehenswürdigkeiten kennenlernen, die in keinem Reiseführer der Welt oder auf irgendeinem Reiseblog zu finden sind.
    Dennoch bleibt der Zwiespalt (gibt es vielleicht auch einen Trispalt?) zwischen Betreiben eines Reiseblogs, in welchem der interessierte Leser hofft Tips und Hinweise zu genau diesen „secret places“ zu finden, dem Geldverdienen mit genau eben diesem Blog und dem Bewahren dieser besonderen Orte.
    Für diesen Weg wünsche ich Dir alles Gute, viel Kraft sowie Ausdauer. Entschuldige bitte, dass dieser Post so lang geworden ist. :o)
    Viele liebe Grüße aus Dresden
    Sabine

    1. Hallo liebe Sabine,
      vielen Dank für die wahren Worte, dem kann ich nur zustimmen. Ich beschäftige mich nun schon etwas länger mit diesem Thema und habe dabei zum Beispiel einige junge und sehr gute Fotografen gefunden, die wahnsinnig gute Landschaftsfotos machen und den Ort nicht bekanntgeben – finde ich super! Für mich wäre das schwierig umzusetzen, aber es gibt sicher einen Mittelweg. Im Grunde ist es ja eine schöne Aufgabe, nicht dem Strom zu folgen, sondern sich seinen eigenen Weg zu bahnen. Dankeschön auch für die lieben Wünsche, die hoffentlich in Erfüllung gehen und die ich natürlich auch gern zurückgebe! Alles Liebe, Ute

  11. Sehr interessant, deine Gedanken lesen zu dürfen. Auch ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen. Aus meiner Sicht bietet gerade das Reisen mit eigenem Fahrzeug ideale Möglichkeiten dem Massentourismus zu entkommen, die Natur in all ihrer Schönheit zu erleben, persönliche Lieblingsplätze und Platz zu finden.

    So waren auf unserer Reise von Nord-nach Südamerika mit Fahrzeug nicht Machu Picchu und Co die Highlights, sondern es sind einsame, sternenklare Nächte, das Zusammensitzen mit peruanischen Blumenpflückerinnen und Marima-Tanzen in einer Dorfschule im Dschungel Guatemalas. Orte, die auf keiner Must-See-Liste stehen, die für uns das Reisen aber ausmachen und dazu führen, dass wir uns mittlerweile fast keine andere Reiseart mehr vorstellen können.

    Viel Freude bei der Neuausrichtung und alles Liebe
    Sabine

    1. Hi Sabine,
      oooh da bekomme ich direkt Fernweh!!! Für mich hat sich das Auto auch zur liebsten Reiseart entwickelt, da man so flexibel ist, immer alles dabei hat und überall hinfahren und stehenbleiben kann. Wünsche euch weiterhin viele schöne Erlebnisse jenseits der klassischen Pfade, viele Grüße! Ute

  12. Hallo Ute,

    das ist eine spannende und absolut nachvollziehbare Entwicklung. Ich glaube eher weniger, dass der Massentourismus mit den von dir beschriebenen Folgen und Entwicklungen das Problem ist. Klar, er ist eine Seite und er missfällt all jenen, die lieber individuell unterwegs sind. Und ja, wie du schon schreibst, tragt ihr Reiseblogger euren Teil dazu bei, dass (angebliche) Geheimtipps keine mehr sind und die große Spannung vor Ort ausbleibt.

    Ich tippe aber eher darauf, dass die abhanden gekommende Leidenschaft ein größeres Problem ist. Wenn man plötzlich beruflich seinem Hobby oder seiner Leidenschaft nachgeht oder eine Berufung zum Beruf macht, dann kommt irgendwann die Phase, wo die einstige Freude durch Fragezeichen ersetzt wird. Wo ist der Spaß geblieben? Macht es genauso viel Freude, wenn ich es machen und meine Brötchen damit verdienen MUSS? Bleibt das Feuer in mir, wenn ich es immer und immer wieder machen muss, weil es jetzt mein Beruf ist? Wie lange kann ich das Feuer aufrecht erhalten? Führt vielleicht die Freiheit, die ich mir genommen habe, dazu, dass ich mich anderweitig weiterentwickeln oder z. B. mein altes Hobby in seiner „beschaulichen“ Form zurückhaben möchte? Oder, oder …

    Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Entwicklung und Verfolgung neuer Ideen und neuer Pfade. Und ich gehe davon aus, dass du, wenn du schreibst, weiter so wunderschön ehrlich/persönlich schreibst. Und ich drücke dir fest die Daumen, dass die Leidenschaft zurückkehrt – wenn auch vielleicht für andere Themen :-).

    Monique

    1. Hallo liebe Monique,
      ich freue mich immer sehr, von dir zu hören, weil es mich an diese schöne Island-Reise zurück erinnert! Daher dank dir sehr für deinen Beitrag und deine Gedanken. Ich hatte ja eine halbjährige Reise-Auszeit genommen, um das Feuer wieder zu entfachen und das hat sogar tatsächlich geklappt. Wahrscheinlich war diese neue Euphorie in Kombination mit dem Phänomen, dass es so weit weg irgendwie keine großen kulturellen Unterschiede gibt, ausschlaggebend, dass die Stimmung zeitweise etwas gekippt ist. Es gab diverse Reiseziele und Länder in den vergangenen Monaten und Jahren, über die ich aus den unterschiedlichsten Gründen nichts geschrieben habe, also dieser Druck ist Gott sei Dank nicht da und ich habe mittlerweile Gott sei Dank auch viele neue und kreative Ideen, wie man die Problematik an sich umgehen kann. Aber gut Ding will Weile haben :) Wünsche dir weiterhin alles Gute und Liebe und hoffentlich bis bald, Ute

  13. das ist es, was mir an deinem blog ( an beiden ) so gefällt. die ehrlichkeit, keine alles ist so toll atmosphäre, auch mal ein ganz eigener kritischer blick dahinter und das du über deine veränderungen schreibst. was das reisen mit dir macht und die art wie du letztendlich dein leben gestaltest und dich orientierst.
    für tips stöbere ich sehr gern auf deiner seite. und nicht nur was das reisen anbetrifft.
    vielen dank für die zahlreichen reportagen und die ein und ausblicke auf lebensmomente.

    1. Hallo liebe Wanda,
      freut mich, dass du auch kein Freund von den immer-Friede-Freude-Eierkuchen-Beiträgen bist. Ich denke, das hilft am Ende keinem weiter, denn das Leben hat nicht nur schöne Seiten und am Ende lernt man bekanntlich aus den nicht so guten Erfahrungen und Fehlern. Freue mich auf das, was kommt und hoffe, es wird dir auch gefallen! Liebe Grüße, Ute

  14. Hallo Ute,

    ich kann deinen Beitrag extrem gut nachvollziehen. Ich bin sehr froh, dass es offenbar doch auch einflussreiche Blogger gibt, die einsehen, dass Kurztrips per Flugzeug nicht nachhaltig sind und davon Abstand nehmen, solche vorzustellen und zu empfehlen…

    Ich hatte dieses Jahr ähnliche Gedanken wie du in Lappland. Touristen wohin das Auge reicht, Zivilisation und Autos. Habe ich das früher nicht wahrgenommen oder gibt es Einsamkeit und Ursprünglichkeit wirklich nur noch in den Nationalparks fernab von jeder Autostraße?

    Nachdenkliche Grüße,
    Heike

    1. Hallo liebe Heike,

      ich bin selbst manchmal erschrocken, wie wenig ich noch vor gar nicht allzu langer Zeit über Umwelt- und Tierschutz nachgedacht habe. Dafür ist es jetzt umso schöner, andere an diesen Gedanken teilhaben zu lassen. Schön jedenfalls, dass es dir ähnlich geht! Vielen Dank für deinen Kommentar und bis bald, liebe Grüße! Ute

  15. Ich versuche auch möglichst Reiseziele bzw. Sehenswürdigkeiten zu vermeiden, an denen sich zu viele Touristen aufhalten. Man macht ja Urlaub bzw. geht reisen, um dem Rummel zu entkommen, zu entspannen und neue Eindrücke zu gewinnen. Als ich in Tansania Safari gemacht habe vor einem Jahr, hatte ich zum ersten Mal seit längerer Zeit das Gefühl, eine echte, abenteuerliche Reise zu machen. Das war echt toll.

  16. Ich kann es so so gut verstehen. Auch wenn ich über meine Balkan Reise jetzt noch zu Ende berichten werde, so weiß ich auch, das ich kein Reiseblog sein möchte zu Orten an denen man ohnehin bereits von mehr Touristen als Einheimischen begrüßt wird. Ich fande es manchmal schockierend das man mit „deutsch“ weiterkam. Deine neue Richtung klingt super spannend und ich freu mich weiter mit zulesen! Ich mag deine Authentizität!

    1. Hi Sarah,
      freut mich, dass du genauso denkst! Den Bericht über Kroatien gibt es von mir natürlich auch, allerdings dann mit Tipps, wie man den Massentourismus eher umgehen kann :) Danke zudem für deinen Zuspruch, ich freue mich auf den Umschwung!
      Liebe Grüße und weiterhin schönes Reisen, Ute

  17. Hi Ute,

    wow, wieder einmal ein cooler Beitrag von dir. Ja, du hast so recht, gerade mit den Secret Places ist das so eine Sache. Entdeckt man einen, darf man den eigentlich nicht verraten – vor allem bei deiner Reichweite. Macht man es aber nicht, fragt sich auch wieder jeder Leser: was soll das denn. In der Fotografie ist es ja nicht viel anders. Nur verraten Fotografen ihre geheimen Plätze wirklich nicht mehr. Einfach, damit da dann kein mega Ansturm kommt.

    Viele Grüße
    Flo

    1. Hallo Flo,
      es ist tatsächlich ein „scharfes“ zweischneidiges Schwert bei der Entscheidung über den Inhalt seiner Reise-Artikel. Ich denke und hoffe aber, dass ich da eine gute Lösung finden werde. Dank dir jedenfalls für den Zuspruch und viele Grüße! Ute

  18. Hallo,
    ich finde es wirklich toll und auch mutig eine so neue Richtung einzuschlagen. Nachhaltigkeit ist ein großes Thema und sollte auch beim Reisen an erster Stelle stehen. Da ich selbst viel reise, bin ich schon sehr gespannt auf deine Beiträge und hoffe auch viel davon für mich und meine weiteren Abenteuer mitzunehmen :)
    Mach weiter so!
    Liebe Grüße
    Marie

    1. Hallo liebe Marie,
      mit der Nachhaltigkeit ist es auf Reisen nicht immer ganz einfach… Ich dürfte dann eigentlich kein Auto fahren, mich nie in einen Flieger setzen usw., was für mich schwer möglich ist. Aber man kann dennoch in vielen anderen Bereichen viel tun, z. B. habe ich in diesem Artikel http://www.bravebird.de/blog/10-tipps-fuer-bewussteres-reisen/ einiges zusammengetragen. Aber da gibt es noch so viel mehr. Freue mich jedenfalls darüber, dass dich das auch interessiert. Bis bald dann, viele Grüße! Ute

  19. Hallo liebe Ute (und andere Kommentatoren),
    was ich mich beim Lesen gerade frage: Wieso muss das Reiseziel eigentlich ein Besonderes sein?

    Also – möglichst ruhig und „leer“ möchte ich es auch – außer ich mache eine Berlinreise. Geht es ums Reisen selbst oder um das möglichst der „Erste“ sein?
    Ich kann auch immer nur wieder sagen: Dein Blog ist der einzige Reiseblog, den ich lese, einfach weil ich ihn so authentisch und toll finde. Und ich freue mich über caqtus, denn die innere Reise ist noch viel mehr mein Thema (da man dafür ja auch nicht reisen muss :)).
    Liebe Grüße
    Nadine

    1. Hallo liebe Nadine,
      also für mich sollte ein Reiseziel schon irgendwie etwas Besonderes sein und mich bestenfalls ein wenig verzaubern. Das kann allerdings schon ein „einfacher“ See in einem schönen Wald sein und muss nicht zwingend ein „Bucket-List-Ziel“ sein, wie es viele auf einer Liste stehen haben. Und ich für meinen Teil habe nicht den Anspruch, die Erste zu sein, sondern ich mag einfach nur nicht so viele Menschen um mich herum, die einem besonderen Platz den Zauber nehmen :) Freue mich sehr über den Zuspruch von dir, das macht mich ein bisschen stolz! Liebe Grüße und bis bald, Ute

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