Gepäck

Clever packen: Der Weg aus dem Chaos

Clever Packen

Ordnung ist das halbe Leben, sagt man. Wer nicht nur an einen Ort reist, sondern seine Unterkünfte (z. B. bei einer Rundreise) häufig wechselt, wird sich über die ständige Unordnung im Koffer bzw. Rucksack so manches Mal die Haare raufen. Man trägt sein wichtigstes Hab und Gut mit sich herum, zusammengesetzt aus allen Zimmern der eigenen Wohnung: Kleiderschrank, Bad, Schlafzimmer, Büro und Abstellkammer. Wie kann man also Herr über die mehr als 100 Teile in seinem Rucksack oder Koffer werden?

Es ist unterwegs immer wieder nervenaufreibend, wenn man nach Dingen suchen muss. Daher ist es sinnvoll, wenn die wichtigsten Teile wie Handy, Reisepass, Portemonnaie usw. immer am selben Platz im Rucksack oder in der Tasche deponiert werden. Im Grunde kann man fast alles – wie zu Hause auch – in Fächer und Schubladen sortieren. Das Packen eines Koffers ist aufgrund der Übersichtlichkeit wesentlich leichter als das Verstauen seiner Siebensachen in einen Rucksack. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

Koffer Inhalt

Alles dreht sich um Taschen, Hüllen und sonstige Behältnisse zur Aufbewahrung. Unter den nachstehenden Punkten findet ihr Tipps, Anregungen und Beispiele, wie man in seinem Koffer oder im Backpack Ordnung halten kann. Wichtig: Um die Inhalte voneinander unterscheiden zu können, sollte man unterschiedliche Farben und Größen wählen.

 

Dokumente

Reisedokumente
Reisepass, Buchungsunterlagen, Impfausweis, Tauchschein, Führerschein, Passbilder und sonstige Dokumente wie z. B. Bedienungsanleitungen kann man am besten in DIN A5 Hüllen mit Klettverschluss aufbewahren. Auch kann man Schlüssel und kleinere Ladekabel, die man häufiger braucht, darin verstauen. In eine weitere Hülle packe ich beispielsweise unterwegs Quittungen, Belege und Visitenkarten. In einer anderen sammle ich Zeitungs-Ausschnitte und weitere interessante Dinge. Diese Hüllen kann man nach der Reise einfach zu Hause mit dem Reiseland beschriften und hat damit immer eine schöne Erinnerung, auf deren Inhalt man gut und schnell zurückgreifen kann. Zu kaufen gibt’s die z. B. bei Otto Office oder Büroplus.

 

Kleidung

Täschchen ReiseEtui ReiseFlip Flops Schuhe
Die meisten Kleidungsstücke wie T-Shirts, Hosen, Röcke, Kleider und Tops legt man irgendwie gefaltet in den Koffer oder Rucksack. Bei den kleineren Teilen wie Socken, Slips, BHs und Bikinis ist es eher ratsam, sie irgendwie zu verpacken, da sie sonst nur unnötig durch die Gegend fliegen.

  • Unterwäsche und Socken kann man z. B. in einem Beutel verstauen (Tasche von Essentials, ca. 35€, gekauft bei Salon2 in Köln).
  • Gürtel und Schmuck kann man gut in einem Täschchen zusammenfassen (Tasche aus einem Supermarkt aus Kambodscha, ca. 5 Cent).
  • Bei Schuhen und Flip Flops sollte man bedenken, dass diese unter Umständen nach Gebrauch Schmutz in die gesamte Tasche oder Koffer bringen können. Abhilfe kann da ein Schuhbeutel für 1-2 Schuhpaare bringen. (Tatonka, 8-15 €)

Tipp: Immer noch einen leeren Beutel für getragene Sachen mitnehmen. Man möchte ja nicht, dass die muffelnden Sachen die frischen Klamotten anstecken.

 

Hygieneartikel, Make-Up und Medikamente

Kosmetiktäschchen Reise Kosmetikbeutel North Face Kosmetik Tasche Eagle Creek
Natürlich kann man alle Hygieneartikel, Tabletten, Cremes, Shampoos, Nagellack, -entferner, Bürste, Repellent, Zahnbürste & Co. in eine größere Tasche zusammen werfen. Das hat allerdings zwei große Nachteile: 1.) Sollte eines der Tuben oder Flaschen auslaufen, wirkt sich das auf alle kleinen Bestandteile dieser Tasche aus. Wem ist nicht schonmal das Shampoo oder Duschgel ausgelaufen? Besonders durch starke Hitze- und Kälteunterschiede auf Reisen können Tuben platzen oder aufgehen. – 2.) Je nachdem, wie viele Artikel man mitnimmt, hat man auch hier mit einem riesiges Durcheinander zu rechnen.

Daher kann man seine Hygiene-Kleinteile in drei Teile aufsplitten:

  • Make-Up: Puder, Lipgloss, Kajal, Wimperntusche, Make-Up, Handspiegel, Pinsel (Tasche von Liebeskind, ca. 40 €)
  • Kosmetik: Shampoo, Duschgel, Make-Up-Entferner, Nagellackentferner und Zahnpasta, (alles als Miniatur-Ausgabe), Zahnbürste, Nagellack, Nagelschere, Feile, Rasierer, Q-Tips, OB’s, Wattepads, Kamm, Gesichtscreme (Tasche von The North Face, 17 €)
  • Cremes und Medikamente: Sonnencreme, AfterSun, Repellent, Tigerbalm, Waschmittel, Desinfektion, Tabletten (Tasche von Eagle Creek, 12 €)

 

Technik: Ladekabel, Akkus & Co.

Packbeutel Elektro Packbeutel Stifte DIY Packbeutel
Da man heutzutage meist ziemlich viele Technik mitschleppt, kann man die einzelnen Teile gut aufbewahren und Kabelsalat vermeiden.

  • Kabel: Für Laptop, iPad, iPhone oder sonstige Smartphones, Ladegerät für die Kamera, Kopfhörer, externe Festplatte und Charger für das Telefon (Tasche von Eagle Creek, je nach Größe zwischen 8-15 €)
  • Stifte & Co.: Unterwegs sind Stifte sowie Textmarker und kleine Post-Its sinnvoll, um sich Notizen und Anhaltspunkte im Reiseführer zu machen oder Tagebuch-Einträge zu organisieren. (Täschchen von Otto Office, ca. 1,20 €)
  • Gadgets: Die kleine Reise-Trickkiste. Adapter, Messer, Edding, Schloss, zweites Handy, kleine Taschenlampe, Mini-Wäscheleine (von Sea to Summit), Hüft-Geldgürtel, Trillerpfeife, Pfefferspray. (Beutel von Tatonka, ca. 6 €)

 

Tagesrucksack

Daypack Fjällräven
Je nach Reiseland braucht man für Tagesausflüge oder Shopping eine kleine Tasche (Daypack). Hier bietet sich eine Kombi aus Rucksack und Tragetasche an, wie hier z. B. von Fjällräven (70 €).  Auch kann man z. B. seine Spiegelreflexkamera darin verstauen, ohne dass man Diebe auf seine Kameraausrüstung durch eine Profi-Tasche aufmerksam macht. Alternativ gibt es auch Tagesrucksäcke und Taschen, die man zusammenfalten kann, allerdings sind diese nicht sonderlich stabil.

 

Fotoausrüstung

Neopren Foto Fotozubehör Aufbewahrung
Kamera, Zubehör und evtl. Objektive kann man mittels spezieller Taschen super verstauen, ohne extra auf einen speziellen Foto-Rucksack zurückgreifen zu müssen.

  • Kompaktkamera oder DSLR: Für die meisten Kameras gibt es heute spezielle Etuis oder perfekt sitzende Neopren-Taschen. Damit kann man sie einfach in die normale Handtasche packen und ist jederzeit schnell einsatzbereit. (Neopren-Schutzhülle, ca. 15 €, z. B. enjoyyourcamera)
  • Objektive & Zubehör: Wer noch zusätzliche Linsen dabei hat, kann diese ebenso einfach wie die Kamera in entsprechende Schutzhüllen packen und problemlos im normalen Rucksack oder in einer größeren Handtasche verstauen. (links: Lens Case von Lowepro, ca. 20 €; rechts: Utility Case von Lowepro, ca. 30 €)
  • Zubehörteile: In einem kleinen Täschchen kann man weiteres Kamera-Zubehör unterbringen wie Speicherkarten, Ersatzbatterie und -akku, USB-Kartenlesegerät, Fernauslöser, Filter, kleines Stativ usw. (Hülle von BüroPlus, ca. 1,50 €)

 

Was noch?

  • Schwere Teile wie Bücher immer nach unten packen. Im Koffer rutschen sie sonst runter und drücken evtl. auf zerbrechliche Teile oder noch schlimmer – auf Tuben, die ihren Inhalt dann im Koffer oder Rucksack verteilen.
  • Beim Packen sollte man sich immer der Tatsache bewusst sein, dass der Koffer oder der Rucksack bei der Abwicklung am Flughafen verloren gehen kann. Wer Lieblingsstücke mitnimmt, sollte diese daher evtl. im Handgepäck mitnehmen. Außerdem gibt es seitens der Fluggesellschaften eine Maximal-Erstattung, d. h. wer hohe Werte im Gepäck hat, erhält unter Umständen nur einen Teil der Kosten erstattet.
  • Kamera und Laptop sollte man ohnehin im Handgepäck haben. Das Gewicht dieser Teile wird beim Handgepäck nicht mitgerechnet. Wer also Angst vor Übergewicht beim Koffer oder Rucksack hat, kann die 6-7 kg Maximalgewicht für das Handgepäck auch überschreiten. (Handgepäck wird ohnehin selten gewogen.)

 

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12 Kommentare

  • Antworten
    Tim
    12. August 2013 um 5:12

    Anekdote zum Thema Handgepäck: Bei meinem letzten Italienbesuch war ich auch mit Schneeketten ausgestattet, da diese in Italien Pflicht sind, und die Miete von den Dingern mehr gekostet hätte, als die Miete des Autos. Da ich sowieso die passenden zu Hause hatte, habe ich sie einfach – jetzt kommt’s – außen ans Handgepäck gehängt, um kein Übergepäck zahlen zu müssen.
    Wer wurde beim Sicherheitscheck wohl besonders genau unter die Lupe genommen?!? :-)

    • Antworten
      Ute
      12. August 2013 um 12:33

      Wie aufregend! Den Tipp, Schneeketten besser im Handgepäck mitzuführen, werde ich auf jeden Fall für die Zukunft beherzigen :P

  • Antworten
    Jutta Ingala
    20. November 2013 um 2:28

    Ähnlich handhabe ich das Packen auch, aber die Kuvert-Hüllen in A5 kannte ich noch nicht. A4 – habe ich bislang genutzt – ist doch etwas sperrig … Was mir fehlt: Der ideale Rucksack / die ideale Tasche fürs Handgepäck. Ein Tipp?

    • Antworten
      Ute
      20. November 2013 um 10:32

      Hi Jutta,
      hhmm… da hadere ich auch immer mit. Da ich immer viel Kamera-Equipment dabei habe, nehme ich einen Rucksack mit, den ich dann entweder auf dem Rücken trage oder – wenn ich den Backpacker-Rucksack auf dem Rücken habe – Packesel-mäßig dann vorne trage. Mein Rucksack ist von Burton und fasst irgendwas zwischen 25-29 Liter. Der hat auch ein Laptopfach und andere Fächer für Stifte, Handy etc.

  • Antworten
    Jérôme
    6. Mai 2014 um 14:33

    zwecks Handgepäck bin ich auf den Travel Belt von Deuter gestoßen (für 35€)…ist halb Umhängetasche und halb Gürteltasche…
    im Flieger umhängen, mit Rucksack als Gürteltasche tragen…

    • Antworten
      Ute
      6. Mai 2014 um 14:50

      Hallo Jérôme, vielen Dank für die Ergänzung!

  • Antworten
    Miri
    22. November 2014 um 15:39

    Hi, genau das mit dem Handgepäck bzw Tagesrucksack war auch mein Problem auf unserer letzten Asientour. Ich habe jetzt für mich eine gute Lösung gefunden. Guck mal bei uns unter „Rund ums Reisen“ in „Wer soll nun dein Herzblatt sein- auf der Suche nach dem perfekten Backpacking-Ragesrucksack“ Bin mit meinem Berghaus Mega glücklich. Deine Idee mit den Umschlägen finde ich klasse! Ich hab sonst immer alles in unterschiedliche Plastikbeutel gepackt- einen für T-Shirts, einen für Unterwäsche, usw… aber das ist nicht sonderlich übersichtlich. LG

  • Antworten
    ManuElla
    4. November 2015 um 8:51

    Hallo Ute,
    DANKESCHÖN für die Erwähnung, dass Kamera und Laptop beim Gewicht des Handgepäcks nicht berücksichtigt werden!!! Wußte ich nich gar nicht. Sehr hilfreich für die nächsten Planungen.
    Viele Grüße
    ManuElla.

  • Antworten
    Mel
    19. Dezember 2015 um 23:40

    Liebe Ute,

    Werde nächstes Jahr einige Reisen unternehmen, da kommt dein Beitrag genau richtig. Bin grad durch zufall drauf gekommen und begeistert, was du noch für tolle Tipps hast. Dankeschön für diesen hilfreihen Beitrag! Ich denke, diese bunten Hüllen und die Tasche für Schuhe werde ich mir auch anschaffen!
    Alles Liebe,
    Mel

  • Antworten
    Fancy
    6. Juli 2016 um 13:42

    Hallo,

    für mich ist das Kofferpacken immer extrem Stressig. Ich drück mich da dann auch lange vor… Ich hab immer Platzprobleme und muss ständig wieder ausräumen und neu einordnen… Für den diesjährigen Somemrurlaub im August habe ich mir nun einen neuen Koffer gekauft. Auf Grund der guten Bewertung auf http://www.koffertests.de/ habe ich mir einen Hartschalenkoffer von Saxoline gekauft. Ich bin mal gespannt, ob das dann mit dem Einpacken besser funktioniert. Größer, als mein altes Modell, ist er schon einmal.

    LG

  • Antworten
    Max Mustermann
    19. September 2016 um 22:45

    unglaublich, wie viel zeit du damit verbringst, uns lesern wirklich gute texte anzubieten!
    die art und weise, wie du packst, ist mir wirklich neu – sehr ausgefuchst und durchdacht.
    danke dir für die vielen tipps :)

    lg max

  • Antworten
    Goodzilla456
    27. September 2016 um 13:38

    Da sind ein paar sehr gute Tipps dabei!
    Hab mir mittlerweile auch angewöhnt alles in meinem Aluminium Koffer in separate Taschen zu packen. So kann nichts mehr durcheinander fliegen.

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