Südkorea

COEX Aquarium Seoul und neue Pläne

Ich mutiere noch zum Nachtmensch. Wieder geht es heute erst am Nachmittag raus ins Freie. Vielleicht liegt es auch an meinem fensterlosen Zimmer, was die Idee eines Wechsels meiner Unterkunft nahe legt. In der letzten Nacht habe ich daher wieder Pläne geschmiedet mit mäßigem Erfolg. Dafür wusste ich aber eines ganz sicher: Aquarium! Diesmal würden die 21 Stationen mit der Metro Linie 2 in 46 Minuten nicht vergebens sein.
An der Samseong Station führt Ausgang Nr. 6 direkt zum Eingang der COEX Mall. Um zum Aquarium zu gelangen, bedarf es ungefähr 10 Minuten Fußmarsch durch ein stickiges, tunnel-ähnliches Höhlensystem, das mit Geschäften jeglicher Art bestückt ist. Für Klaustrophobiker ein Albtraum! In Sektor 4 dann endlich ein etwas unscheinbarer Eingang zum Aquarium. Der Eintritt kostete 17.500 KRW (12 Euro).
Der Andrang hielt sich in Grenzen, was ich im Nachhinein ehrlich gesagt auch verstehen kann. Ich habe in meinem Video oben natürlich nur die schönen Dinge zusammengestellt, war jedoch insgesamt enttäuscht. Nicht unbedingt von dem Angebot der ausgestellten Fische, sondern zum einen von dem etwas ungepflegten Zustand vieler Becken und Behälter (Algen, Kalk etc.), zum anderen – was viel schlimmer war – von den viel zu kleinen Behältnissen für manche Tiere.

Ich bin schon kein Freund von Zoos, aber hier hatte manch großer Fisch kaum die Möglichkeit, sich in seiner Länge zu drehen. Verschiedene größere Fischarten waren in viel zu hoher Anzahl  vorhanden, was natürlich Platzmangel verursachte, andere Becken wiederum fand ich im Verhältnis viel zu groß. Die meisten Fische und Säugetiere hatten zudem keinen natürlich Boden wie Steine, Pflanzen oder Sand, was seine Ursache wahrscheinlich in dem bereits beschriebenen Problem der erforderlichen Reinigung hat. Und ich befürchte, dass die Pinguine noch nie Tageslicht gesehen haben, denn das Aquarium liegt ja unterirdisch…

Die COEX Mall fand ich aufgrund ihrer stickigen Atmosphäre wenig einladend und fuhr wieder zurück Richtung Hostel. Ab morgen hatte ich keine Unterkunft mehr und musste jetzt endlich mit meiner Planung zu Potte kommen. Noch in Seoul bleiben oder weiter reisen in Richtung Süden? Einen Templestay oder eine Übernachtung in einem Hanok-Dorf buchen? Was war mit dem Cherry Blossom Festival in Jinhae? Oder vielleicht doch auf die Insel Jeju-do im Süden zu den Höhlen? Ich hatte das Gefühl, dass ich trotz der vier Tage erst einen Bruchteil von Seoul gesehen habe und wollte eigentlich noch nicht abreisen.

Bei einem frisch gebratenen Stück Mett am Stiel mit einem undefinierbaren, zähen weißen Innenleben aus einer Garküche setzte ich mir nun selbst die Pistole auf die Brust. Ich suchte mir das Café namens „The book“ in meinem Viertel aus, wo die Entscheidung fallen sollte.

Obwohl ich mich erst von der ungewöhnlichsten Katze überhaupt ablenken und anfauchen ließ, habe ich es dann doch geschafft: Ich würde noch weitere vier Tage in Seoul bleiben und danach nach Busan für drei Tage fahren, bevor es nach Taipeh geht.
Hauptgrund für diese Entscheidung war witziger Weise ein Buch über Seoul mit verschiedenen Empfehlungen für Spaziergänge durch die Stadt, das mir im Café in die Hände fiel. Ich konnte aufgrund der koreanischen Schrift zwar nichts lesen, aber die Bilder sprachen für sich und zeigten, dass ich scheinbar fast noch nichts von Seoul gesehen habe!

Busan ist die zweitgrößte Stadt Koreas und liegt im Südosten. Sie stellt – sofern ich das von der Lage und von den Entfernungen her richtig einschätze – meine Basis für Ausflüge insbesondere nach Jinhae und Tongyeong dar. Auch die weiteren Planungs-Aspekte gingen fix: Aus Tripadvisor suchte ich mir unter den Pensionen und Gästehäusern eine tradionelles Hanok-Haus namens MaMa’s im Viertel Jongno-gu nahe des Changdeok Palace mit sehr guten Bewertungen aus. Gott sei Dank erhielt ich nach einigen Stunden die Zusage für die vier Nächte. Jetzt bin ich einfach nur noch sehr gespannt und freue mich auf die nächsten Tage!

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