Life Reisen

Das Heimat-Monster

»Aber es kann doch nicht sein, dass du jetzt für immer weg bist!?«, fragte mich meine Freundin, nachdem wir auf der Terrasse der kleinen, spanischen Tapas-Bar in der Kölner Südstadt Platz genommen hatten. Stimmt, dachte ich mir. Eigentlich kann das nicht sein. Und eigentlich kann ich mir auch gar nicht vorstellen, für immer weg zu sein. Andererseits hatte ich mir ehrlich gesagt bis jetzt noch gar keine Gedanken darüber gemacht, wie lange ich überhaupt weg sein will. Ich weiß ja sogar noch nicht einmal, wohin…

Während die letzten Monate vor meiner Abreise in unterschiedlichen Phasen verliefen und das Thema Loslassen mich immer noch fest im Griff hat, meldet sich nun auch eine Stimme, die immer lauter zu werden beginnt: »Deine Sachen verkaufen und mit weniger materiellem Ballast leben zu wollen ist ja okay, aber willst du das alles um dich herum wirklich dauerhaft aufgeben?«

Mehr denn je verbringe ich in den letzten Monaten meine freie Zeit mit Familie und Freunden, sitze länger als sonst in meinen Lieblingscafés und auch die Spaziergänge in der Natur mit meinem Hund sind ausgiebiger und irgendwie intensiver geworden. Will ich meiner Heimat wirklich so lange den Rücken kehren?, ist die Frage, die das Band zwischen meiner jetzigen Umgebung und mir noch mal ein wenig enger schnürt.

Bisher kannte ich immer nur extremes Fernweh. Täglich, wenn nicht sogar stündlich sind meine Gedanken irgendwo in der weiten Welt unterwegs und bringen die schönen und aufregenden Erlebnisse zurück in meine Erinnerung. Gleichzeitig entwickeln sich dabei neue Sehnsüchte für unentdeckte Länder und Gebiete, die mein Gehirn bei Dokumentationen oder Reiseberichten stets fein säuberlich abgespeichert hat.

Wenn ich bisher von einer Reise zurückkam, dachte ich schon unmittelbar nach der Ankunft am Frankfurter Flughafen daran, am liebsten gleich wieder in einen Flieger zu steigen. Ganz egal, wohin. Heimweh hatte ich schließlich noch nie. Aber ich war auch noch nie länger als sechs Wochen von zu Hause weg. Braucht man eine feste Basis irgendwo? Einen Rückzugsort, der einem immer die gewohnte Sicherheit bietet? Oder ist es eher wie bei einem Baum, den man besser mit Wurzeln entnimmt und an einem neuen Ort einpflanzt als ihn einfach in Bodenhöhe abzusägen?

Gibt es nur die eine Heimat? Ist es die, wo ich aufgewachsen bin und fast jeden Winkel kenne? Wo ich jahrelang nachts um die Häuser zog, mit schmerzenden Füßen im Morgengrauen barfuß durch die Straßen laufend, in der einen Hand die Pumps, im anderen Arm die Freundin, mit der ich mir bei Sonnenaufgang die Currywurst bei Willi’s Würstchen nicht verkneifen konnte, bevor ich hundemüde ins Bett fiel.

Köln REiseblog
20 Jahre lebe ich nun in dieser Stadt, die zwar keine Schönheit ist, aber durchaus etwas Liebenswertes hat. Trotzdem fühlt sich Köln für mich momentan irgendwie leer an. Es passiert nichts wirklich Neues und fast jeden Winkel zu kennen hat zwar einerseits etwas Beruhigendes, aber zum Weiterkommen ist das hier momentan einfach der falsche Fleck.

Nicht nur ein Mal wurde ich in letzter Zeit gefragt, ob der Hintergrund für meinen Aufbruch eine Flucht darstelle. Oder was ich mir von diesem Neubeginn versprechen würde. Die Antwort: Es ist weder Flucht noch Neubeginn. Ich würde es vielmehr als eine Art Reinigung betrachten, in der ich die Spreu vom Weizen trenne: Nutzloses wird aussortiert und Wichtigem wird eine neue Wertigkeit verliehen, wozu auch das Reisen und Hobbys zählen.

Mein Ziel ist, keinen langfristigen Plan zu haben, denn das Leben hält viele Überraschungen bereit, für die man meist – wenn sie plötzlich da sind – keine Zeit hat. Wie Forrest Gump schon sagte: »Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen – man weiß nie, was man bekommt.«

Außerdem habe ich festgestellt, dass besonders extreme Vorhaben fast nie gut gehen. Das Wort »Auswandern« ist mir zum Beispiel noch nie über die Lippen gekommen, weil es mir zu endgültig erscheint. Abgesehen davon, dass ich gar kein Ziel vor Augen hätte, das eines richtigen und wahrhaftigen Auswanderns lohnen würde.

Zugleich ist mein Vorhaben nicht endgültig, denn in ein paar Monaten kann schon alles wieder ganz anders sein. Hierbei kann man sich nach Herzenslust im Konjunktiv verlieren und sich hundert Fragen stellen, was alles passieren könnte. Nur ist niemand in der Lage, diese Fragen zu beantworten, weshalb ich nicht einfach zu Hause sitzen bleiben kann.

 

Das Heimat-Monster.  Es ist mächtiger, als ich es mir vorgestellt hätte. Und anders als in meiner Kindheit ist es kein Traum. Ich weiß nicht, ob es hier bleiben wird und mich einfach ziehen lässt oder ob es mich irgendwann holen kommt. Immerhin hat es mich schon so weit gebracht, dass ich weniger Sachen verkaufe als ursprünglich geplant. Zudem hat es mich überzeugt, dass es Sinn macht, in kleinen Schritten zu denken. Auch, wenn Deutschland aus verschiedenen Gründen manchmal nervt, ist es trotzdem wichtig zu wissen und zu erkennen, dass andere Länder auch Nachteile haben, die einem als (Durch-) Reisendem nicht bewusst sind. Vielleicht komme ich einfach nach drei Monaten zurück, nehme mir eine kleine Wohnung, lebe mit geringen Mitteln und suche hier nach der Zufriedenheit. Oder es kommt ganz anders. Aber erstmal muss ich weg.

»Manchmal muss man eben ganz weit voneinander entfernt sein, um zu merken, wie nah man sich ist!«

 

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29 Kommentare

  • Antworten
    Tabitha
    9. Juni 2014 um 10:43

    Liebe Ute,
    was für ein ehrlicher Einblick in die Gefühlswelt großer Entscheidungen. Ich denke, Du machst es jedem von uns, der sich nach Dir damit beschäftigt, ein Stück leichter…
    Und ich finde es extrem gut, dass Du Dir alle Wege offen lässt, weil Du niemandem etwas beweisen musst.
    Es ist wohl oft so, dass man die Vorteile/die Schönheit dessen, was man aufgibt, noch mal bewusster wahrnimmt. Aber auf der anderen Seite: Welche Geschichten kann man am Ende zu der „45-Jahre-öffentlicher-Dienst-Auszeichnung“ erzählen? Gähn…
    Viel Erfolg beim Wege finden.
    Liebe Grüße
    Tabitha
    PS: Dein Heimatmonster sieht ja echt ganz süß aus ;-)

    • Antworten
      Ute
      9. Juni 2014 um 11:08

      Hallo liebe Tabitha,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich glaube, mit diesem Heimweh- und Fernweh-Dings haben viele zu kämpfen, die sich für’s Reisen begeistern. Ob es da einen guten Mittelweg gibt, weiß ich nicht, aber den kann man ja suchen ;)
      Dir auch noch tolles Reisen!
      Ute

  • Antworten
    Fab
    9. Juni 2014 um 12:27

    Liebe Ute,
    ich kenne Deine Gefühle nur zu gut. Ich war schon 3 x Langzeit-Reisen. Das letzt mal openend mit einem one-way-ticket. Jedes mal vor meinen Abreisen hat mich die „Angst“ gepackt. Auch vor der Letzten, für die ich auch alles aufgelöst hatte und mein ganzer Besitz sich in 10 Kartons versteckte. Mir persönlich hat immer geholfen, dass ich mir selber immer gesagt habe: „Hey ich flieg jetzt erst mal in Urlaub für ein paar Wochen und wenn dann nach Hause will, flieg ich wieder heim“. Was ich natürlich nie getan habe. Aber was ich für mich immer brauchte, war die Sicherheit wieder nach Hause kommen zu können und ich wussste, ich habe ein Bett und ein Dach über dem Kopf für ein paar Monate. Letztendlich denke ich dass diese Ängste „konditioniert“ sind, weil uns unser ganzes Leben Sicherheit und Bestitz als das erstrebenswerteste eingetrichtert wird. Ich sage dazu: Besitz raubt Dir nur die Freiheit, das zu tun was Du wirklich möchtest. Sicherheit? Gibt es keine! Alles aufgeben was ich mir aufgebaut habe? Was denn? Eine Mietwohnung und ein 14 Jahre altes Auto? Ich bin mir sicher, dass Du die tollste Zeit Deines Lebens haben wirst. Und ja, vielleicht kommst Du nach einer gewissen Zeit wieder „nach Hause“. Und Du wirst eine Erfahrung gemacht haben, die nur sehr wenige Menschen mit Dir teilen: Totale Freiheit! Alles Liebe Fab

    • Antworten
      Ute
      9. Juni 2014 um 13:28

      Hi Fab,
      vielen Dank für diese tollen Eindrücke!! Über den Besitz bin ich inzwischen fast hinweg, aber wie ist das mit engen Freunden, Familie bzw. Eltern? Reicht es auf Dauer aus, sich mittels Skype, WhatsApp & Co. über Wasser halten? (Wobei da wahrscheinlich jeder eine andere Einstellung zu hat.) Und fehlt nicht irgendwann die langjährig gewohnte Umgebung, z. B. Lieblingsplätze oder so etwas?
      Viele Grüße!
      Ute

      • Antworten
        Fab
        10. Juni 2014 um 5:59

        Hi Ute,
        also mir persönlich fehlt nicht die Umgebung und bekannte Plätze aus meiner Heimat. Zu sehr bin ich immer in den Bann gezogen alles um mich herum zu beobachten und kann mein Glück auch nach Monaten nicht fassen, auf dieser Reise zu sein. Aber mit der Familie ist wirklich so eine Sache, die vermisse ich auch immer ziemlich doll. Naja, ich mache es wie zu Hause, ich telefoniere sehr oft mit Ihnen, sie erleben sozusagen meine Reise immer mit – über eine Leitung. Es fühlt sich nie so an, als ob ich „weg“ bin, ich bin nur woanders. Bei Freunden ist es so, dass sich über die Jahre und meine langen Zeiten, in denen ich nicht zu Hause war, sich gezeigt hat, dass sich NICHTS ändert. Mit den meisten halte ich Kontakt über Facebook, ein wunderbares Tool auf dem einfachsten Weg Kontakt zu halten und mit ein paar ganz wenigen Freunden telefoniere ich sogar. Sobald ich wieder da bin, sagen sie alle „ja schön dass Du wieder da bist,was essen wir?“ Es ist die Gewissheit, dass meine Freunde immer da sind, egal wo ich bin. Und die Freundschaften, die ich auf Reisen schließe möchte ich einfach nicht missen, diese sind i.. d. R.viel schneller viel tiefer und ehrlicher, weil wir ja alle im selben Boot sitzen. Auf Reisen habe ich die wundervollsten Menschen in meinem Leben kennen gelernt. Und zu guter Letzt sage ich mir immer, ich kann ja immer nach Hause fliegen auch nur mal für 4 Wochen … Familie und Freund sind i. d. R. nur eine 24 Std-Reise entfernt. Ganz liebe Grüße Fab

      • Antworten
        Ute
        10. Juni 2014 um 16:38

        Klasse! Das war genau das, was ich zur Beruhigung hören wollte ;)
        Danke dir.

  • Antworten
    Conny Lomoherz
    9. Juni 2014 um 15:35

    Ein Heimat-Monster. Was für eine clevere Darstellung des Heimwehs! (auch wenn man noch in der Heimat ist).
    Das olle Ding kenne ich nur zu gut. Es begleitet einen mal mehr, mal weniger unsichtbar auf längeren Reisen und/oder Auslandsaufenthalten bis man wieder in den heimischen Gefilden auftaucht, nur um dann schnell die Fernweh-Maske aufzusetzen. Lustigerweise spielt sich das Szenario, wie du es beschreibst, auch auf der anderen Seite ab. Zumindest war das bei mir der Fall. Sobald der Abreisetermin stand, tauchte das Heimat-Monster in der Ferne auf, weil die Ferne inzwischen Heimat geworden war, und ließ die letzten Tage, Wochen, Stunden so viel intensiver erscheinen.
    Auch wenn es paradox klingen mag: in den 5 Jahren, in denen ich im Ausland lebte, half mir das Heimat-Monster, meinem Fernweh auf eine stärkere Art und Weise nachgeben zu können.
    „Manchmal muss man weg, um nach Hause finden zu können.“ Und manchmal schließt man dabei Freundschaft mit dem Heimat-Monster.
    ;)
    Alles Gute,
    Conny

    • Antworten
      Ute
      9. Juni 2014 um 22:52

      Liebe Conny,
      sehr schön beschrieben! ;) Ich glaube auch, dass mein Fernweh-Monster wesentlich größer ist und mit dem halte ich es ja eigentlich auch aus. Trotzdem ist es anders.
      Ich bin sehr gespannt, ob, wie und wann ich die Heimat mit dem Drumherum vermissen werde. Dein Zitat trifft’s daher genau.
      Dir auch alles Liebe! <3
      Ute

  • Antworten
    Kathi
    9. Juni 2014 um 16:59

    Ein schöner Text.
    Ich werde gerade mit meinem Studium fertig und ziehe direkt weiter, für fast ein Jahr auch ins Ausland. Und in den letzten Wochen klammere ich mich immer mehr an diesen Ort, der mir eine wunderbare Zeit und tolle Menschen beschert hat, Am liebsten würde ich noch länger bleiben, am besten für immer. Ich weiß aber gleichzeitig, dass es auf Dauer hier keine Zukunft für mich gibt, zunächst jedenfalls nicht. Dafür ist die Stadt zu klein und auch die Menschen ziehen irgendwann weiter. Daher empfinde ich ähnlich, zum Weiterkommen und überhaupt zum Beginnen breche ich nun eben erstmal auf. Und sitze dann vielleicht in über einem Jahr da und möchte nicht mehr zurück…
    Dir noch eine schöne Zeit bis zum Aufbruch – und danach natürlich auch!
    Kathi

    • Antworten
      Ute
      9. Juni 2014 um 23:00

      Liebe Kathi,
      ich bin froh, dass auch andere dieses Gefühl haben. Dank dir für deinen Einblick! Wahrscheinlich liegt es einfach in unserer Natur, uns mit dem Ort, in dem wir leben, fest zu verbinden. Ich hatte mich bisher nie mit dem Thema Heimat auseinandergesetzt, weil ich immer nur relativ kurz weg war. Aber du hast recht, vielleicht ist es irgendwann umgekehrt und wir kleben an einer neuen Heimat fest.
      Ich bin gespannt!
      Wünsche dir dann eine tolle Zeit im Ausland!!
      Liebe Grüße,
      Ute

  • Antworten
    Markus
    9. Juni 2014 um 21:52

    Hi Ute,
    ich habe mein Weggehen nie als Katharsis gesehen sondern eher als Fortschritt weil ich den gewohnten Gang unterbreche und etwas eigenes mache. Du hast ja in deinen letzten Posts schon geschrieben eins kommt zum anderen und plötzlich bist du alt – vielleicht sogar ohne je über den Tellerrand geschaut zu haben (so ungefähr).
    Ich glaube wenn man so etwas macht entwickelt man sich auf bestimmte Art weiter und man wird irgendwann wissen ob man wieder heimkehren möchte oder nicht. In der Zwischenzeit wird dein Monster dir immer weh tun, alles hat seinen Preis.
    Mein Monster ist relativ zahm. Wenn ich heim gehen will gehe ich heim. Wenn nicht, dann nicht. Ich sehe das jetzt nicht als
    so dramatisch an ;-)
    Du musst das mal so sehen. So negative Gefühle zu fühlen ist auch eine tolle Sache. Manche Menschen vermeiden so etwas völlig. Aber ich denke es hilft Dinge zu verstehen die man sonst nie hinterfragen würde.
    All the best
    Markus

    • Antworten
      Ute
      9. Juni 2014 um 23:10

      Hi Markus,
      wie schön beschrieben. Wahrscheinlich wird sich alles als nichtig herausstellen, vielleicht werde ich mich aber auch als Heimchen entpuppen und dann jeweils längere Trips von meiner Homebase aus starten. Beides wäre für mich denkbar, weshalb ich es – wie du schon sagst – offen lassen kann. Lassen wir uns überraschen, ob Fern- oder Heimweh gewinnt ;)
      Wünsch dir noch eine gute Weiterreise!
      LG Ute

  • Antworten
    Kristin
    9. Juni 2014 um 22:35

    Hallo Ute, ich bin jetzt auch das erste Mal auf Langzeitreise und nun schon über 5 Monate unterwegs.Am Anfang war es nicht vorstellbar zurückzukommen, aber inzwischen ist die Luft ein wenig raus und ich freue mich auch auf die Freunde, die Familie und auch irgendwie die Beständigkeit in meinem Leben, welche mich zuhause erwarten. Ohne diese Reise wäre ich nicht dahinter gestiegen. Sicherlich wird dann auch irgendwann der Punkt kommen, dass es mich wieder in die Ferne zieht. Mittlerweile sehe ich das entspannter, denn habe ich einmal meinen Traum wahr gemacht, bekomme ich das auch ein zweites Mal hin. Tschaka.

    • Antworten
      Ute
      9. Juni 2014 um 23:19

      Hallo liebe Kristin,
      Danke für diesen tollen Einblick! Ich könnte mir vorstellen, dass es mir ähnlich ergehen würde wie dir. Manchmal hängt es vielleicht auch vom Reiseland ab. Ich merke zum Beispiel oft, dass man „unsere“ Dinge mehr vermisst, wenn das Reiseland kulturell stark abweicht. Wie du es auch beschreibst, wird man dem Fernweh sicher wieder nachgeben, wenn der Heimweh-Tank aufgefüllt ist ;)
      Wünsche dir noch einen schönen Aufenthalt und eine gute Rückreise!
      Liebe Grüße
      Ute

  • Antworten
    Janine
    10. Juni 2014 um 14:38

    Liebe Ute,
    wieder einmal habe ich deinen Eintrag verschlungen. Ich finde es toll mit wieviel Ehrlichkeit du hier schreibst…und ich sage dir: ich bin schon soooo gespannt wie sich alles entwickeln wird..wie du fühlen wirst..wo du landen wirst.. Danke das du uns auf diese (Gefühls)Reise mitnimmst. Ich kann es kaum erwarten, dass es bei dir losgeht.
    Und ehrlich gesagt: ich fände es nicht schlimm sich einzugestehen, dass es die „homebase“ ist, in der man am glücklichsten ist und von wo man die Welt aus erkundet. Da wo das Herz am glücklichsten ist, dort sollte man Zuhause sein. Und der Aufbruch in die weite Welt, kann einen auch durchaus bewusst machen, das das Herz in der Heimat doch am kräftigsten schlägt.
    Liebe Ute, ich wünsche dir, das du ganz ohne Druck deine Reise antrittst. Ohne Druck, das du nun woanders ja doch VIEL glücklicher werden MUSST.
    Ich wünsche dir eine richtig tolle Zeit und die schönsten Momente! Und vielleicht gibt es einen Ort an dem dein Herz kräftiger als je zuvor schlägt. Vielleicht ist merkst du es war doch die Heimat. Vielleicht ist es aber auch ein Ort, von dem du noch nie vorher gehört hast. Ich wünsche dir das beide Möglichkeiten in Betracht kommen. Hihi.
    Ich wünsche dir einen freien Geist und Mut zu vielen Abenteuern!
    Ich bin mir sicher du wirst eine tolle Zeit haben!
    Viele, liebe Grüße Janine

    • Antworten
      Ute
      10. Juni 2014 um 16:35

      Ach Janine, du bist ja süß! <3
      Ich bin auch extrem gespannt, wie sich alles entwickeln wird. Jetzt sind es nur noch ein paar Wochen, die stressig und anstrengend werden und dann kann es endlich, endlich losgehen!
      Dank dir für diese bombastischen Wünsche, die ich mehr als gut gebrauchen kann.
      Alles Liebe & bis bald!!
      Ute

  • Antworten
    Sonja Antweiler
    12. Juni 2014 um 8:40

    Liebe Ute,
    Lass es Dir von einer wieder heimgewanderten Auswanderin sagen: nichts ist endgültig, Du hast alles in der Hand. Wenn Du die Nase voll hast von der “ Grossen Freiheit“ , gibt es immer noch ein Flugzeug oder Boot oder was auch immer, das Dich nach Hause bringt. Und eine Sache ist mir, die ich eigentlich nicht nach mir selbst suchte, weit weg von einem Grossteil der Familie geworden- zu Hause ist immer da, wo Dein Herz ist, wo Du Dich wohl fühlst. Für mich ist das dort, wo meine Familie ist, aber das ist für jeden anders. Doch Eines ist für Alle gleich: nichts ist endgültig im Leben. ( Gottogott, wie philosophisch..☺️).
    Also: Bangemachen gilt nicht, verwirkliche Deinen Traum, der Weg wird sich zeigen!
    Viel Glück!
    Lg Sonja

    • Antworten
      Ute
      13. Juni 2014 um 15:48

      Hallo liebe Sonja,
      heimgewanderte Auswanderin… hast du also Skandinavien den Rücken gekehrt. Und das gerade jetzt, wo ich dich mal hätte besuchen können ;) Eigentlich wünsche ich mir ja nichts sehnlicher, als nichts mehr planen zu müssen und jeden Tag auf mich zukommen zu lassen. Aber an diesen Zustand muss man sich wirklich erstmal gewöhnen, wenn man sein Leben lang nichts anderes als Pläne geschmiedet hat.
      Jetzt ist es nur noch ein Monat, bis es losgeht – und ein Zurück gibt es ohnehin nicht mehr. Viele Grüße nach Frankfurt und bis bald!!
      Ute
      PS. Du bist die Erste, die es geschafft hat, in meinen Kommentaren einen gelben Smiley zu hinterlassen – Kompliment! ;))

  • Antworten
    Aylin
    16. Juni 2014 um 20:22

    Liebe Ute, ich freue mich mittlerweile über Heimweh- denn es zeigt mir, dass ich überhaupt sowas wie eine Heimat habe :-) Das ist doch eine tolle Erkenntnis, die man nur erlangen kann, wenn man sich auch mal in die Ferne begibt…

    • Antworten
      Ute
      21. Juni 2014 um 5:20

      Hallo liebe Aylin,
      stimmt! Bin sehr gespannt, ob und wann das Heimweh kommt und wie es sich dann anfühlen wird!
      Liebe Grüße!!
      Ute

  • Antworten
    Neni
    20. Juni 2014 um 7:14

    Das ist ein ganz normales Gefühl und sei froh, dass du das hast. So siehst du, dass du tolle Menschen um dich herum hast und nicht nur die, die dir egal sind.
    Bisher hatte ich auch noch nie Heimweh und ich war schon zweimal jeweils für Monate von Daheim weg. Nach ein paar Wochen kommt nur mal dieses „hach ein Brötchen wäre jetzt toll“ oder das „mal wieder alles richtig schön sortiert um mich herum haben und nicht nur im Koffer“ Gefühlt auf. Aber das vergeht, wenn man neue Sachen ausprobiert, die einem angst machen, aber es trotzdem wert sind.

    • Antworten
      Ute
      21. Juni 2014 um 5:23

      Hi Neni,
      das mit dem Brötchen-Wunsch (mit ordentlicher Butter und Käse oder Wurst) unterwegs kenne ich nur zu gut. Wenn man dann zurück ist, fehlen einem die besonderen Dinge, die es vorher im Reiseland gab. Es ist und bleibt ein Fluch ;)
      Liebe Grüße
      Ute

  • Antworten
    Björn
    21. Juni 2014 um 9:25

    Das Heimat-Monster…
    Vielleicht musst Du das Heimat-Monster auch anders herum betrachten. Das es Orte und Menschen gibt die an Dich denken, sich fragen, kommt sie nochmal wieder? Streift sie nochmal Sonntags im morgengrauen mit ihrem Hund am Rhein entlang, stoppt danach kurz ihr Kultvehikel um sich einen Latte + Croissant zu genehmigen, um dann auf unbestimmte Zeit zu verschwinden??

    • Antworten
      Ute
      22. Juni 2014 um 14:29

      Au weia… jetzt hast du mich! Im Moment halte ich mich an den Wochenenden eher in den „heimischen“ Wäldern auf der linken Seite auf. Aber da du ja in der Nähe eines Campingplatzes liegst, ist die Möglichkeit nicht gering, dass ich da morgens öfter mal auf einen Latte vorbeikomme ;) Vielleicht schaff‘ ich’s ja in den nächsten beiden Sonntagen noch mal.
      Liebe Grüße!
      Ute

  • Antworten
    Leonie
    21. Juni 2014 um 15:31

    Schöner Beitrag! Ich kann dich gut verstehen, meine Situation ist zwar anders, aber ich habe gerade ähnliche Gedanken. Ich wollte immer weg aus meiner Heimat, ist mir alles zu klein und provinziell her, zu eng. Tja, und jetzt wird genau das passieren, trete nächsten Monat einen neuen Job an, in einer anderen Stadt. Und auf einmal, seit die Entscheidung steht, sehe ich meine Heimat mit anderen Augen, sehe die Vorteile einer Kleinstadt, verbringe mehr Zeit mit meinen Freunden, fange an, Dinge „noch einmal“ zu tun. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals so denken würde.
    Ich weiß letztendlich auch noch nicht, ob die Entscheidung richtig war, aber ich muss das tun, muss erstmal weggehen, um herauszufinden, ob es richtig ist. Wenn ich hierbleibe, würde ich immer sagen, hätte ich doch, was wäre wenn.. Vielleicht bin ich in 3 Monaten zurück, weil es nicht geklappt hat, aber dann werde ich meine Heimat mit anderen Augen sehen.
    Ich glaube, irgendein „Weh“ ist immer dabei. Zuhause das Fernweh, in der Ferne das Heimweh. Mir hilft der Gedanke, den ja schon viele Vor-Schreiber gesagt haben: nichts ist endgültig. Ich mache das jetzt, und wenn es nicht die richtige Entscheidung war, komme ich zurück. Aber ich hab es dann wenigstens probiert. Und so kannst du es mit dem Reisen genauso machen. Selbst wenn wir hinterher doch wieder auf der Ausgangsposition landen, denke ich, dass wir viel dabei lernen. Meiner Erfahrung nach sind die schwersten Zeiten auch die lehrreichsten. Du machst das schon!
    Ich bin gespannt, wie es bei dir weitergeht, werde deinen Blog verfolgen.
    Alles Gute!
    Leonie

    • Antworten
      Ute
      22. Juni 2014 um 14:32

      Hallo Leonie,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Den Kleinstadt-Fluchtgedanken kann ich sehr gut nachvollziehen. Und ich glaube wie du auch, dass das mit den „Weh“s nicht aufhören wird. Aber wir werden – wenn wir zurück kommen – nicht an der Ausgangsposition landen, sondern ein ganz großes Stück weiter gekommen zu sein.
      Wünsche dir viel Glück! Kannst dich ja nochmals melden und berichten.
      Dir auch alles Gute,
      liebe Grüße, Ute

  • Antworten
    Claudia
    3. Juli 2014 um 4:15

    Hallo Ute,
    das ist ein wirklich schöner Beitrag und lässt wirklich viele an diesen Gedanken teil haben. Auch ich hatte immer den Wunsch weg aus Deutschland, alles schien mir zu steif, zu klein und zu engstirnig. Allerdings sollte es für mich irgendwie immer endgültig sein und so begab ich mich auf die Suche nach dem perfekten Auswanderungsland für mich. Je mehr man sich umschaute und bewusst machte was einem erwarten würde oder könnte, wurde einem gleichzeitig auch klar, auf was man verzichten würde. Für mich stellte sich mit der Zeit raus, dass ich nicht weglaufen muss um zu leben oder mich frei zu fühlen neue Wege zu gehen. Es war nur wichtig unnötigen Ballast los zu werden, nämlich den den die Gesellschaft einem aufzwingt. Je mehr ich das für mich erkannte um so schöner wurde die Heimat. Fernweh, Heimweh, das alles hat auch mit dem eigenen ich zu tun, denn irgendwie geht es doch nur um Ankommen – wo und wie auch immer. Ich wünsche dir von Herzen anzukommen.
    Liebe Grüße
    Claudia

    • Antworten
      Ute
      3. Juli 2014 um 9:27

      Hi Claudia,
      wunderschön beschrieben! Ich merke inzwischen auch, dass es nicht die Heimatstadt ist/war, die mir scheinbar auf den Nerv ging, sondern die nur schwerlich veränderbaren Umstände (feste Arbeitszeiten, immer gleiche Tagesabläufe usw.). Daher Danke für deine Einsichten, die mich darin nochmals bestätigen.
      Liebe Grüße
      Ute

  • Antworten
    Petra Kleisa
    29. Dezember 2015 um 13:33

    Hallo Ute,

    bin vor einiger Zeit durch Zufall in deinem Blog gelandet und bin sehr begeistert, nicht nur darüber wie du schreibst, sondern insbesondere über deinen Fokus auf Reisemöglichkeiten für (alleinreisende) Frauen! Ab dem nächsten Sommer habe ich ein Sabbatical und bin derzeit in der Planung, wo es hingehen soll, wann usw. Aber diese Planung stagniert immer mal wieder, weil mich – ich komme auf den Begriff, weil hier mehrere über das „Heimat-Monster“ schrieben – eine Art „Angst-Monster“ erwischt, vor der Ferne, vor dem Alleinsein, vor… ja, ich weiß eigentlich gar nicht so konkret vor was. Du bist ja nun reichlich reiseerfahren, aber ich bin doch vielleicht nicht die einzige, die sich ab und an gegen Angst-Monster wehren muss? Ich habe noch kaum Erfahrungen im Alleinereisen, viele Jahre Familienurlaub, dann ein paar Gruppenreisen, vier Wochen Thailand mit meiner Tochter und lediglich 10 Tage wirklich mal alleine in Chiang Mai letztes Jahr. Das war toll! Aber im nächsten Herbst will ich schon länger weg, 2 Monate, vielleicht länger, über Nepal Richtung Bali bzw. die östlichen Inseln – oder regenzeitbedingt andersherum. Hat jemand einen Tipp für mich zur Selbstbehauptung gegen Angst-Monster? Stress-Attacken? Wie wird man diese fiesen Viehcherchen los??

    LG
    Petra, Alleinreiseneuling

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