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Delfin-Invasion und Aquaplaning

Früh morgens wurden wir von dem Tourveranstalter abgeholt und zum Hafen gebracht. Der Zubehörverleih versorgte uns mit Maske, Schnorchel und Flossen für erstaunlich günstige 15 BRL/7 Euro und dann ging es auch schon mit etwa 20 weiteren Leuten auf den Katamaran.
Nur kurze Zeit nach der Abfahrt und Ausfahrt aus dem Hafen sah und hörte man sie schon- hunderte Delfine, die mit dem Boot schwammen und in der Luft Pirouetten drehten. Obwohl ich schon häufig Delfine in freier Natur gesehen habe, war dieses Erlebnis aufgrund der Vielzahl und der geringen Distanz zu den Flippern einfach überwältigend.

Die Tagestour bestand aus mehreren Teilen und es blieb zu hoffen, dass die nicht ganz günstigen 150 BRL/67 Euro auch entsprechend viel bieten würden. Ich hätte dafür ehrlich gesagt einen Englisch sprechenden Guide erwartet, denn ich war nicht die einzige auf dem Boot, die kein Portugiesisch gesprochen hat.

Der Katamaran hielt zum Schnorcheln an der uns bereits bekannten Bucht des schönen Strands Praia do Sancho. Die etwa 30 Teilnehmer der Reisegruppe tummelten sich alle an der selben Stelle im Wasser, weshalb ich an die andere Seite der Bucht schwamm. Das stellte sich allerdings als keine so gute Idee heraus.

Ohne irgendetwas Bedeutsames unter Wasser zu sehen, machte ich plötzlich eine unliebsame Begegnung mit einem Hai. Obwohl ich als Taucherin weiß, dass die Gefahr äußerst gering ist, blieb mir hier doch das Herz stehen, weil ich zum einen komplett alleine war und zum anderen von einigen Hai-Unfällen mit Badenden an der Küste in Nordost-Brasiliens gehört hatte. Nun ja, aber letzten Endes konnte es mir dennoch nicht verkneifen, den Auslöser der Kamera zu drücken. Wenn er mich angegriffen hätte, wäre es ohnehin vorbei gewesen… auch, wenn ich nur vielleicht 20 m vom Strand entfernt war.
Nach dem Schreck, einem guten Buffet mit viel frischem Fisch und kühlem Bier fuhren wir zurück zum Hafen. Jetzt stiegen 12 Leute in ein neues Boot um und nun lernte ich eine neue Wassersport-Disziplin kennen: Aquaplaning! Man wird an einer etwa 9m langen Leine mit einem Plastik-Brett hinten am Boot angebunden und kann dann sozusagen Turbo-Schnorcheln und Apnoe-Tauchen. Zugegebenermaßen eine ungewöhnliche Art der Unterwasser-Beobachtung und auch eine ganz nette Erfahrung, aber für mich persönlich nicht zwingend wiederholungsbedürftig.

Nach einer längeren Erholungspause in meiner Dachkammer in George’s Haus begaben wir uns abends per Anhalter wieder Richtung Hafen zum besten und coolsten Restaurant der Insel. Wir hatten uns schon am Vortag den besten Platz auf der Terrasse in chilligen Lounge-Sitzen an kleinen Tischen reserviert. George tat mir ein wenig leid, weil er uns kaum zu Gesicht bekam und eigentlich, so hatte ich das Gefühl, die Gesellschaft seiner Gäste genießt.

Das Fahren per Anhalter ist auf dieser Insel übrigens vollkommen normal – man bleibt einfach am Straßenrand stehen und hält den Daumen hoch. Fernando ist wohl einer der sichersten Orte auf der Welt und daher ist das „Trampen“ hier absolut unbedenklich. Die einzige Barriere wäre höchstens das Verständigungs-Problem, wenn man kein Portugiesisch spricht, aber das Ziel kann man schließlich nennen und ein „Sim“ oder „Nao“ für Ja oder Nein schafft man auch noch.

Das Restaurant Mergulhao! Nicht nur, dass es einen unglaublichen Ausblick auf den Hafen und den Felsen Morro do Pico hat, sondern auch das Essen, die Drinks und die Musik sind klasse und selbstverständlich – wie sollte es anders sein – es war mal wieder teuer! Zum Beispiel Appetizer ab 39 BRL/17 Euro. Aber für den letzten gemeinsamen Abend auf der Insel hat es sich definitiv gelohnt, zumal die anderen Restaurants im Ort nicht unbedingt günstiger sind.
Der Abend neigt sich dem Ende zu und morgen bleiben nur noch ein paar Stunden bis zum Flug nach Fortaleza. Ein wenig traurig bin ich schon, die beiden zu verlassen. Wir haben aber schon einiges in Planung, wo wir uns in Zukunft einmal wiedersehen können. Ich hoffe es zumindest.

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