Inseln Madagaskar

Der smaragdgrüne Ozean: Emerald Sea

Inzwischen ist auch mir nicht entgangen, dass die Madagassen gerne feiern. Die vier Ostertage werden hier am nahe gelegenen Strand von Ramena zum Anlass genommen, ausgelassen und bis tief in die Nacht Party zu machen.

Heute war bei mir aber nur Abhängen angesagt. Der französische Besitzer meines Hotels klärte mich allerdings auf, dass man Diego nicht verlassen dürfe, wenn man nicht vorher im Mer d’Emeraude gewesen sei. Es war die günstigste aller im Angebot stehenden Touren und so sagte ich kurzerhand zu. Ohne genau zu wissen, worum es sich bei dieser Tagestour mit einem erfreulich geringen Einsatz von 24 € handelte, holte mich ein Fahrer früh morgens ab.

Am Strand von Ramena war bereits die Hölle los. Laute Musik drang aus allen Ritzen der Holzbuden, Kinder sprangen von den ankernden Booten ins Wasser und kleinere Gruppen von Mädels und Jungs saßen im Schatten am Ufer.

Mit einem madagassisch-italienischen Pärchen und zwei sehr netten Südafrikanern wurden wir in ein Boot verfrachtet und schon ging die Reise mit weiteren fünf Madagassen los. Das Segel wurde nach einiger Zeit gehisst und einer der Bootsleute fing im Bug an, Kartoffeln zu schälen.

Nach etwa 1 ½ Stunden strandeten wir mit zerzaustem Haar auf der kleinen, unbewohnten Insel Suarez. Die uns begleitenden Madagassen luden Getränke und Nahrungsmittel aus und die Frage wurde in den Raum gestellt, wer mitkommen wolle zum Fischen. Ich lehnte erst ab, da ich in der glühenden Hitze keine Lust hatte, mit einer Angelschnur stundenlang auf Fischlein zu warten.

Als ich aber erfuhr, dass wir mit einer Harpune Fische fangen werden – was ich noch nie zuvor gesehen hatte -, sprang ich gefolgt von den beiden Südafrikaner auf’s Boot. Zugegeben, ich war ein wenig aufgeregt, denn ich hatte keine Ahnung, wie das nun funktionieren würde. Bei diesem extremen Wellengang konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, wie jemand das schaffen kann.

Und jetzt ging alles ganz schnell. Einer der Jungs bewaffnete sich mit Flossen, Taucherbrille und Harpune und sprang ins Wasser. Uns wurde vorgeschlagen, ihm zu folgen. Peter-Paul und ich blieben lieber im Trockenen, aber der andere Südafrikaner ließ sich kurze Zeit später rücklings ins Wasser fallen.

Obwohl er dem Körperbau nach gut trainiert zu sein schien, hatte er noch nicht einmal ansatzweise eine Chance, dem geübten madagassischen Fischer zu folgen. Er verbrachte daher mehr Zeit damit, am Boot zu hängen als bei den heftigen Wellen nach Fischen zu schnorcheln. Ich hätte mir das ohnehin nicht zugetraut.

Wie auch immer der Fischer seine zukünftigen Opfer in dem türkisen Wasser ausfindig machen konnte, er brachte im Laufe einer Stunde vier relativ große Fische an Bord. Was für ein cooler Typ, ich war total beeindruckt! Angeblich braucht man wohl nicht viel Zeit, um das Harpunenfischen zu erlernen, aber so richtig konnte ich mir das ehrlich gesagt nicht vorstellen.

Erstmal braucht man ja eine wahnsinnige Fitness, um mindestens eine Stunde lang bei hohem Wellengang und Strömungen schnellen Fischen hinterher zu jagen. Aber mir war diese Art zu fischen definitiv die liebste, denn dabei mussten die Fische nicht lange leiden. Das Ausnehmen schien der Harpunen-Mann auch ziemlich gut zu können, wie man dem Video entnehmen kann…

Zudem sind viele Fische offensichtlich in der Bearbeitung gar nicht so ungefährlich. Der eine hatte spitze Dornen an der Hinterflosse und ein anderer, orange-rötlicher Fisch war auch irgendwie nicht so easy und musste mit einer harten Bürste vorbehandelt werden.

Nach einem üppigen Lunch auf der Insel ging es auch schon wieder bei hohem Wellengang mit dem blauen Segelboot zurück. Aus der Ferne konnte man Teile des riesigen Strandabschnitts vor lauter Menschen kaum erkennen. Heute war der letzte Feiertag und der wurde von den Madagassen noch ausgiebig bis tief in die Nacht gefeiert werden.

Schon wieder ein wunderschöner Tag in Madagaskar. Nach der ziemlich ernüchternden Erfahrung in der Hauptstadt vor zwei Tagen hätte ich ehrlich gesagt gar nicht mehr damit gerechnet, dass mich an anderer Stelle Land und Leute doch so begeistern können.

Jetzt wollte ich es gar nicht mehr erwarten, morgen in die Nationalparks aufzubrechen. Was würde mich da wohl an Tieren erwarten? Wer übrigens in diesem Gebiet hier mit wilden afrikanischen Tieren rechnet, wird jedenfalls enttäuscht sein- hier springen lediglich Rinder, Ziegen, Enten und Hühner aus dem Gebüsch.

 

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2 Kommentare

  • Antworten
    Jenny Casper
    6. April 2013 um 0:52

    Whoaaaa, was für ein tolles Wasser!! Bin schon so gespannt, wie es weitergeht :)

  • Antworten
    Jens
    7. April 2013 um 2:28

    Schreckliches Blau… Und überhaupt, Türkis ist doch eine schreckliche Farbe :P

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