Auszeit Kuba

Der süße Traum vom Nichtstun

Wie wäre es eigentlich, wenn man nur noch Zeit hätte? Wenn es keine Termine, Stress oder sonst etwas gäbe, das unsere gute Laune in irgendeiner Form negativ beeinflussen könnte? Einfach schwerelos den Tag erleben, bestenfalls an einem schönen Ort auf dieser Welt. Wo jeden Tag die Sonne scheint und man sich abends den Sand von den Füßen klopfen muss, bevor man sich vor dem Schlafengehen noch eben einen eiskalten Mojito in der kleinen Bar gegenüber gönnt. An diesem Punkt bin ich gerade angelangt…

Alles abgeworfen, ohne jegliche Last auf den Schultern und frei wie ein Vogel, der sich jeden Tag neu entscheiden kann, wohin er am nächsten Tag fliegen möchte. Aber ist das wirklich ein so erstrebenswerter Zustand, wie man es erwarten würde? Liegt darin das ultimative Glück, birgt es zu viele Unsicherheiten oder kehrt dabei vielleicht auf Dauer auch der Alltag oder sogar Langeweile ein?

Als meine Auszeit vor etwa acht Monaten begann, war bereits klar, dass ich nicht von heute auf morgen nur noch in einer Hängematte liegen könnte. Den über viele Jahre unentwegt auf Hochtouren laufenden Motor wollte ich behutsam runterfahren. In einem Camper konnte ich zunächst den Rhythmus Bleiben-Weiterfahren tagtäglich selbst vorgeben und Ersteres stellte sich als gar nicht so einfach heraus.

Nur noch Zeit und Raum genießen war schwieriger als ich dachte, denn das Gefühl – ständig etwas Sinnvolles tun oder erleben zu müssen – hatte sich über die Jahre offensichtlich zu fest eingebrannt. In den Folgemonaten in der Südsee und Südostasien merkte ich außerdem, dass die große Freiheit ebenso wie das Langzeitreisen auch Schattenseiten haben können und man auf Dauer darauf achten muss, dass man sich nicht selbst irgendwo im Tag verliert.

 

Plötzlich offline…

Warum meine Entscheidung auf Kuba fiel, kann ich gar nicht genau sagen. Havanna kannte ich bereits und seitdem hatte ich das Bedürfnis, mehr von diesem Land kennenzulernen. Womit ich nicht gerechnet hatte, war die Tatsache, dass es immer noch kein privates oder öffentliches Internet gibt und wenn, dann nur an vereinzelten Stellen und das entsprechend teuer. Für eine Reisebloggerin zugegebenermaßen suboptimal, zumal auch noch der Zugang zu meinem Blog-System gesperrt war, aber ich nahm diese „Offline-Challenge“ dennoch an.

Ohne Internet zu sein, bedeutet gleichzeitig Verzicht auf Fernsehen, Recherche, Nachrichten, Kontakt mit Freunden und Familie. Der einfache Zeitvertreib zwischendurch, den man mit seinem Laptop oder Smartphone online verbringt, fiel damit auch weg. Kurzum: Ich war von der Außenwelt abgeschnitten. Und nun galt es tagtäglich 24 Stunden Zeit totzuschlagen, von der zwar einiges für Schlafen, Essen und Reisen subtrahiert werden konnte, aber was passierte mit der restlichen Zeit?

Nach genau diesem Moment hatte ich mich eigentlich all die Jahre gesehnt, aber so richtig vorbereitet war ich darauf irgendwie nicht. Wie geht „Nichtstun“ eigentlich? Am Strand liegen, Lesen, Schreiben, Schlafen, Nachdenken, Spazieren oder was auch immer – alles würde mich auf Dauer wahrscheinlich langweilen. Oder in den Wahnsinn treiben. »Gar nichts tun, das ist die allerschwierigste Beschäftigung und zugleich diejenige, die am meisten Geist voraussetzt.« hat Oscar Wilde mal gesagt. Wer hätte das gedacht…

Auszeit Kuba

War der Traum von der Freiheit jetzt erreicht und damit abgehakt?

Da saß ich nun zwar an einem Traumstrand in der Karibik, aber die Frage nach dem »Und jetzt?« ließ sich nicht abschütteln. Eigentlich war es gerade wieder ein wenig wie in der Jugend, wo man sich über nichts Gedanken macht und einfach nur lebt: Sich von einem Hund beim Buddeln mit Sand bewerfen und sich danach im Lauf ins Hosenbein beißen lassen, sich in ein All-Inclusive-Hotel schmuggeln und kostenlos Kaffee absahnen oder sich durch den Hintereingang eines 5-Sterne-Hotels mogeln, um das teure Wifi dort wenigstens für eine halbe Stunde nutzen zu können.

Seit Monaten arbeite ich mich durch die deutsche Literatur, die sich mit einem besseren Leben oder dem Sinn – der dahinter stecken soll – befasst. Wie es der Zufall wollte, war gerade ein Buch über das Erarbeiten und Erfüllen von Lebensträumen an der Reihe und dabei konnte ich erfreulicher Weise feststellen, dass ich genau in diesem Moment schon mittendrin bin. Okay, da gibt es natürlich noch so ein paar Dinge wie ein Mal mit Camper und Hund irgendwie von Köln nach Hawaii zu kommen oder in der Antarktis inmitten einer Pinguin-Kolonie zu stehen, aber diese Träume würde ich eher als Luftschlösser bezeichnen.

Zurück zum Strand. Mittlerweile liege ich täglich mehrere Stunden gedankenlos auf der weißen Plastik-Liege eines All-Inclusive-Hotels, deren Gäste seltsamer Weise keine Bändchen tragen. Denken wird auch eigentlich überbewertet, wenn man mal darüber nachdenkt, über was man sich alles unnötige Gedanken macht. Und dann klingt mir der Spruch eines Freundes mit »Stillstand ist Rückschritt« in den Ohren. Aus meiner Sicht ist das aber gerade Fortschritt, denn erst – wenn man still steht und hinsieht – kann meines Erachtens erst Entwicklung stattfinden.

 

Stillstand als Chance

Während ich zwischen all den Pauschaltouristen mit ihren skurrilen Eigenarten und Routinen liege, beobachte ich drei Security-Jungs, die sich ihre muskulösen Arme regelmäßig durch Klimmzüge an den Holzhütten-Streben stählen. Die einzige Frau, die oben ohne den Strand entlang läuft, ist mindestens 70 Jahre alt. Langsam fange ich an, mich intensiver mit Haaren auf dem Rücken, Schnäuzern, Falten und einigen anderen Themen zu beschäftigen, die sich vor meinen Augen abspielen.

Plötzlich entwickelt sich dann eine objektiv maximal langweilige Situation in Kombination mit einem herkömmlichen Schreibblock und Stift zu einem Projekt, das am Ende mal ein Buch mit Kurzgeschichten werden wird. Ein lang gehegter Traum, nur wusste ich nie wie und über was. Außerdem dachte ich immer, dass man sich zum Zeitpunkt X mit ernsthafter Miene, feierlich mit einem Glas Prosecco in der Hand und symbolischem Aufsetzen der Brille an den Schreibtisch setzen würde mit dem verheißungsvollen Satz »So, jetzt schreibe ich ein Buch!«.

Auszeit Kuba

Bei mir war es hingegen ein sehr entspannter Gesichtsausdruck, ein Plastikbecher mit Café con leche im Sand steckend, mit als Tarnung dienender Sonnenbrille auf einer Plastik-Liege sitzend (die zu dem All-Inclusive-Hotel gehörte, dessen Gäste keine Bändchen tragen) und einem Satz, der eher in Richtung ging wie »Schade, für einen Mojito ist es leider noch zu früh!«. Es kommt eben immer anders als man denkt.Aber dem noch nicht genug. Als sich herausstellte, dass man Kuba sehr angenehm mit dem Bus bereisen kann, entdeckte ich meine Leidenschaft im Schreiben während der Fahrt und legte gleich zwei weitere Blöcke an, die seitdem regelmäßig mit Informationen befüllt werden. Kann sein, dass alle drei mal irgendwann als Buch im Regal einer Buchhandlung stehen werden. Vielleicht aber auch nicht. Wie gesagt, es kommt eben immer anders…

 

Wie erstrebenswert ist nun Nichtstun?

Die mentale Einöde – also eine Zeit ohne oder zumindest mit extrem wenig Internet – war eine unglaublich wertvolle Erfahrung. Ähnlich wie man damals immer schlechter im Kopfrechnen wurde, weil man plötzlich den Taschenrechner nutzen konnte, verhält es sich mit dem Internet: Man überlässt das Denken einem Gerät. Offline lernt man wieder, sein Gehirn einzuschalten, Kontakte zu knüpfen (ich habe auf einer Reise noch nie so viele Menschen kennengelernt), Zeit draußen zu verbringen und einfach seine fünf Sinne für Genuss, Spaß und wie in meinem Fall neue Projekte zu nutzen.

Interessanter Weise haben viele Reisende, die ich auf Kuba getroffen habe, darüber berichtet, dass sie gerne etwas Neues lernen würden wie eine Sprache, Tanzen oder etwas anderes, das in erster Linie auf die persönliche Lebensqualität zielt und weniger auf Erfolg oder beruflichen Fortschritt ausgerichtet ist. Auch hatten die meisten den Eindruck, dass die Zeit dort nicht so schnell vergehen würde wie andernorts oder zu Hause. Selbst viele jüngere Kubaner haben noch keine Email-Adresse, weil sie sich lieber anrufen oder treffen als virtuell verknüpft zu sein. Irgendwie schön, aber für unsereins einfach undenkbar. Dennoch hoffe ich, etwas aus dieser analogen Welt für mich mitnehmen zu können.

Zum Nichtstun: Es ist ein fantastischer Zustand, wenn auch anfangs ehrlich gesagt fast unerträglich! Einfach mal an nichts zu denken (zumindest an nichts Unschönes), nur das Drumherum wahrzunehmen und von etwas Schönem zu träumen ist einfach sagenhaft. Gelassenheit, Achtsamkeit und all die anderen heute so populären Begriffe kommen dann ganz automatisch, ohne dass man eine Anleitung oder besondere Hilfsmittel dafür benötigt. Ich für meinen Teil habe in diesem einen Monat auf Kuba – so glaube ich zumindest – eine kleine Ahnung davon bekommen, was Leben bedeutet und dass es dafür gar nicht so viel braucht, wie wir immer glauben.

 

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35 Kommentare

  • Antworten
    Mischa
    8. März 2015 um 6:34

    Hi Ute,
    ich finde es unheimlich spannend, wie du letztlich durch das Nichtstun doch wieder ins Tun gekommen bist – und zwar in ein Tun, das aus deinem Inneren kam und nicht fremdgesteuert war. Das zeigt doch, was möglich ist, wenn wir alle mal loslassen könnten, eine Weile offline wären und all unsere mehr oder weniger sinnlosen Betätigungen einstellen würden.
    Ich freue mich schon auf deine Bücher :)
    Liebe Grüße
    Mischa

    • Antworten
      Ute
      8. März 2015 um 14:57

      Hallo Mischa,
      das mit dem permanenten Online-Sein stört mich eigentlich schon lange, finde es aber extrem schwer, sich dem zu entziehen – selbst nur temporär. Wir verbringen unglaublich viel unnötige Zeit vor dem Laptop oder Handy, die man anders wesentlich sinnvoller nutzen könnte. Ich bin jedenfalls froh, diese Erfahrung einmal gemacht zu haben ;)
      Viele liebe Grüße
      Ute

  • Antworten
    Ariane
    8. März 2015 um 7:43

    Wow, danke für diesen tollen Blogpost! Mit dem Nichtstun und dem Tun beschäftigt sich wohl jede und jeder, der für längere Zeit alleine auf Reisen ist. Ein sehr spannendes Thema, und du hast das ganz wunderbar in Worte gefasst.

    • Antworten
      Ute
      9. März 2015 um 8:18

      Hallo liebe Ariane,
      das freut mich sehr, vielen Dank für dieses schöne Feedback! Ehrlich hätte ich nie gedacht, dass das Internet bzw. Online zu sein in unserem Leben eine so extreme Rolle spielt. Daher eine echt gute Erfahrung!
      Viele liebe Grüße
      Ute

  • Antworten
    Verena (UNDERWAYGS.com)
    8. März 2015 um 13:21

    Hi Ute,
    interessanter Post. Ich werde in ein paar Wochen auch für unbestimmte Zeit meinen Rucksack packen und verreisen… mal sehen ob ich ähnliche Erfahrungen machen wie du :) Viele grüße Verena

    • Antworten
      Ute
      9. März 2015 um 13:13

      Hallo liebe Verena,
      das mit dem Leben „im Off“ wird einem heute wahrscheinlich nur an wenigen Plätzen auf dieser Welt passieren, aber es ist eine spannende Herausforderung :) Wünsche dir eine tolle Reise und kannst ja dann zwischendurch mal berichten, ob du ähnliche Erfahrungen gemacht hast!
      Viele liebe Grüße
      Ute

  • Antworten
    Sabrina
    8. März 2015 um 14:20

    Liebe Ute,
    deine Worte lösen bei mir zwei Dinge aus:
    1. wie wichtig es ist, sich Zeit fernab des Internets zu gönnen, mal offline zu sein und das Leben in der Realität zu leben. und
    2. das unbändige Gefühl, dass ich das unbedingt mal machen müsste.
    Ich hätte aber irgendwie auch eine unterschwellige „Angst“ (?) die ich schon beim Lesen hab aufkeimen sehen, die besagt, wichtige Dinge nicht erledigen zu können oder irgendetwas wichtiges zu verpassen.
    Diese Gedanken sprechen noch mehr dafür, dass ich so eine Auszeit bitter nötig hätte.
    Denn die Erfahrungen von denen du berichtest scheinen viel wert zu sein.
    Ich hoffe, irgendwann ähnliche machen zu können.
    Alles Liebe für dich,
    Sabrina

    • Antworten
      Ute
      9. März 2015 um 13:17

      Hi Sabrina,
      diese Angst ist total berechtigt! Es gab bei mir hunderte Dinge, bei denen ich ständig gesagt habe „Ok, dass muss ich dann machen, wenn ich wieder Internet habe“. Wenn Internet plötzlich so viel Geld kostet und dann nur so wenig Zeit zur Verfügung steht, merkt man erstmal, wie schnell eine halbe Stunde im Netz vorbei ist… Das ist irgendwie alles sehr schwer vorstellbar, wenn man es nicht selbst erlebt. Versuch’s einfach mal, es lohnt sich wirklich!
      Liebe Grüße
      Ute

  • Antworten
    Julia
    9. März 2015 um 6:05

    Wunderbarer Artikel über ein Thema, dass mich auch gerade sehr beschäftigt. Das wirkliche Nichtstun ist sicher eine der anspruchsvollsten Tätigkeiten- mich würde es auch vor allem einmal reizen, frei vom Internet zu sein- so wie du es gemacht hast, zumindest einmal für ein paar Wochen. Gerade auf Reisen kann man sich glaube ich einfach besser fokussieren und aufs Wesentliche konzentrieren.
    Das ist übrigens das erste Mal, dass ich auf deinem Blog gelandet bin, und ich muss sagen, sicher nicht das Letzte! :)
    Liebe Grüße,
    Julia

    • Antworten
      Ute
      9. März 2015 um 13:21

      Hallo Julia,
      freut mich und herzlich willkommen! Momentan lebe ich ja unterwegs durch das Reisen mit täglichem Internet, zwar nicht permanent, aber wenigstens teilweise. Das ist etwas völlig anderes, als wenn man plötzlich gar keins oder nur vielleicht 1/2 Stunde am Tag hat. Ich hatte mir vorgenommen, das Internet auch zukünftig zu reduzieren, aber Push-Nachrichten & Co. machen es einem da leider nicht so einfach :) Also selbst umstellen erfordert da wirklich eiserne Disziplin…
      Viele Grüße und bis bald
      Ute

  • Antworten
    Henry
    11. März 2015 um 9:42

    Der süße Traum vom Nichtstun? Auch ich träume ihn und kann dann doch gar nichts damit anfangen. Wahrscheinlich muss es tatsächlich solch ein extremer Cut wie bei dir sein. Jegliche Verbindung zur Außenwelt abgebrochen. Ich glaube, nur so kommt man tatsächlich dazu, mal gar nichts zu tun und daraus dann auch noch etwas Positives zu machen.

    • Antworten
      Ute
      11. März 2015 um 12:25

      Hi Henry,
      ohne Internet-Off wäre Nichtstun bei mir auch nie passiert. Inzwischen merke ich schon wieder, dass ich viel Zeit mit allem möglichem online verbringe, wobei ich wesentlich Schöneres anstattdessen tun könnte… Jedenfalls eine sehr lohnenswerte Erfahrung!
      Liebe Grüße
      Ute

  • Antworten
    Isabelle
    11. März 2015 um 14:41

    Toller Beitrag! Ich habe schon oft gelesen, dass sich Autoren während ihrer Schreibphase irgendwohin verkriechen, wo sie nichts hören und nichts sehen. Paulo Coelho zum Beispiel schreibt oft, dass er zum Schreiben in der Wüste war, was ich persönlich sehr interessant finde. Für dich scheint das ja auch der richtige Ansatz zu sein! Bin gespannt auf dein Buch :)

    • Antworten
      Ute
      13. März 2015 um 14:00

      Hallo Isabelle,
      stimmt, das ist mir auch schon aufgefallen. Schreiben ohne ständige Ablenkung macht auch mehr Sinn, sonst braucht man wahrscheinlich Jahre bis zur Fertigstellung. Mal sehen, ob ich so ein schönes Plätzchen in nächster Zeit finde!
      Vielen Dank und liebe Grüße
      Ute

  • Antworten
    Dirk Wiethüchter
    25. März 2015 um 19:34

    Hallo Ute,
    ich finde Deinen Artikel sehr interessant!
    Seit 2004 reise ich regelmässig nach China, seit Dezember 2014 lebe ich ständig in Nanjing, das liegt etwa 300 km südlich von Shanghai. Nach Mittlerweile mehr als 25 Jahren Vertriebstätigkeit und nahezu ständiger Erreichbarkeit, war es und ist immer noch schön, wenn mal das Handy nicht klingelt. Ich zögere deshalb meinen chinesischen Mobilfunkvertrag noch etwas hinaus, weil dann geht das Spiel wieder von vorne los. Die Ruhe ist wirklich angenehm.
    Ich kenne viele Geschäftleute in der Schweiz, die wenn sie mal ein Wochenende nicht gestört werden möchten, ohne Handy in die Berge auf eine Alm fahren. Da ist auch Ruhe angesagt.
    Wie in Cuba ist es auch in China eigentlich nicht möglich WordPress Blogs zu betreiben, geschweige denn Facebook, Twitter unc Co., die sind grundsätzlich alle von der chinesischen Behörde geblockt.
    Ich nutze eine Proxy Server Service der mich ein paar Euro im Monat (unter 10,- €) kostet und umgehe damit die Sperre und kann alle meine Accounts weiterhin nutzen. Einen Internetzugang benötigt man allerdings, den habe ich in meinem Homeoffice oder unterwegs. In nahezu allen Restaurants, Cafe´s und Teehäusern gibt es hier free Wifi. Einfach einloggen und über den Proxyserver online gehen.
    Das gute, alte Notizbuch und einen Kugelschreiber habe ich als manuelle Gedankenstütze übrigens auch immer dabei.
    Schöne Grüsse aus Nanjing
    Dirk

    • Antworten
      Ute
      25. März 2015 um 19:39

      Hallo Dirk,
      vielen Dank für deinen Kommentar und die Informationen zu China! Ich merke auch immer mehr, dass ich eigentlich am liebsten in der Natur bin und das so viel und lange wie nur möglich. Jetzt muss man nur noch die Kurve bekommen und einen Weg finden, wie man dabei auch noch das Geld zum Leben verdient :)
      Viele Grüße nach Nanjing
      Ute

  • Antworten
    Simone Commeamus
    26. März 2015 um 15:20

    Yeah! Ein geiler Beitrag :-) Nichtstun heißt ja nicht zwangsläufig Nichtstun, es kann auch heißen, Zeit zu haben, das zu tun, was tief in einem schlummert, so wie bei dir. Schön, dass du dir diesen Traum erfüllt hast. Ich kann dein erstes Buch kaum erwarten ;-)

    • Antworten
      Ute
      27. März 2015 um 6:15

      Hi Simone,
      vielen Dank für die lieben Worte :) Bin schon gespannt, wie sich alles entwickelt, ist wirklich wie ein großes Abenteuer!
      Ganz liebe Grüße
      Ute

  • Antworten
    Markus
    29. März 2015 um 10:52

    Hi Ute,
    Wow, ich hab immer so viel um die Ohren, dass ich’s nur selten schaffe online alles zu erledigen. Aber dass das auch anders herum geht und man ohne Internet nicht viel zu tun hat verblüfft mich. Bin auf jeden Fall aufs Buch gespannt!!
    *Gibt es nicht schon ein Buch von dir? Ich erinnere mich dunkel dass du mal eins angekündigt hast?
    Gruß Markus

    • Antworten
      Ute
      30. März 2015 um 5:15

      Hi Markus,
      das mit dem Buchprojekt ist so eine Sache… es fehlt irgendwie immer noch an Zeit, Muße, Kreativität & Co., aber das wird sich hoffentlich in den nächsten Monaten regulieren.
      Viele liebe Grüße
      Ute

  • Antworten
    Yann Müller
    17. Mai 2015 um 13:55

    Nichtstun – Traum oder Albtraum?
    Frage ich mich öfters…auch der artikel behandelt das Theme sehr differenziert (y)
    Für mich jedenfalls wäre es nichts, ein bisschen Arbeit tut halt immer gut!

    • Antworten
      Ute
      18. Mai 2015 um 13:50

      Hi Yann,
      sehe ich auch so, aber trotzdem ist es eine sehr wertvolle Erfahrung, wie ich finde!
      Viele Grüße
      Ute

  • Antworten
    Eva
    2. Juni 2015 um 1:12

    Hi Ute,
    Jetzt will ich erst Recht nach Cuba !
    Es gibt nichts Schöneres, als sich treiben lassen (zu können)….ich könnte z.B.auch stundenlang Menschen beobachten.
    Hab Deinen Blog frisch entdeckt. Im Moment habe ich noch Verantwortung für 3 Kinder, haue aber trotzdem immer wenn es geht für eine kurze Zeit alleine ab. Daraus schöpfe ich sehr viel Kraft.
    LG Eva

    • Antworten
      Ute
      2. Juni 2015 um 20:57

      Hi Eva,
      oh Kuba ist so ein tolles Land, ich könnte auch sofort wieder dorthin! Ich kann mir vorstellen, dass drei Kinder einen ganz schön in Anspruch nehmen können und da sind so kleine Auszeiten sicher hilfreich, um wieder mal zu sich selbst zu kommen. Drücke dir die Däumchen für eine baldige Kuba-Reise :)
      Liebe Grüße
      Ute

  • Antworten
    Rene Schmidt
    6. Juni 2015 um 3:43

    Hallo Ute,
    Du hast genau das hinter mir, was ich für mich geplant hatte. Auch ich habe vor 180 Tage durch die Welt zu ziehen und mit Kuba zu beginnen. Ich war bereits 2004 und 2006 dort. Zu dieser Zeit hatte/hat es noch das kubanische Flair. Ich denke, dass das in 10 Jahren dort völlig anders aussieht – Thema USA/Kuba Öffnung…
    Bewusst plane ich ebenfalls die Reise in Kuba ohne Internet zu beginnen, genau aus den Gründen, die Du hier bereits geschrieben hast. Nach dem Motto erst einmal runter kommen, stehen bleiben und wirklich aus der Ruhe neue Ideen und Kraft zu schöpfen.
    Toller Artikel, viele Grüße nach Mexiko oder wo auch immer Du gerade bist ;o) – René

    • Antworten
      Ute
      6. Juni 2015 um 10:20

      Hallo René,
      bis auf Havanna habe ich Kuba eigentlich noch sehr authentisch empfunden. In Bezug auf das Internet denke ich manchmal sehnsüchtig an die Zeit dort zurück… man hat so viel mehr Ruhe und konzentriert sich wirklich viel mehr auf das Drumherum. Zu der Entscheidung kann ich dich nur beglückwünschen :) Vielen Dank auch für das Kompliment!
      Viele Grüße
      Ute

  • Antworten
    Amelie
    8. September 2015 um 22:17

    Nichts tun ist auch nichts für mich. Da gehe ich lieber den ganzen Tag arbeiten :D. VG aus Matrei Brenner

  • Antworten
    Harald
    8. März 2015 um 7:24

    Hi Ute,
    das nichts tun gar nicht so einfach ist habe ich auch erfahren müsse. Seit 13. Januar bin ich nun unterwegs. In den erste Wochen übwemannte mich das Gefühl den Tag irgenwie ausfüllen zu müssen. In den erten 3 Wochen hastete ich von Tempel zu Tempel, von Inswl zu Insel, Dschungeltrekking, Scubasiver und noch mehr.
    Dann kam ich nach Myanmar und plötzlich war alles ganz anders. Es gibt zwar Internet aber so langsam, das ich es irgendwann aufgeben habe sinnlos im Netz zu surfen. In den 4 Wochen merkte ich wie wenig es braucht um zufrieden zu sein
    Mittlerweilen macht es mir nichts mehr aus wenn ich mal keine sogenannten Sehenswürdigkeiten abklappere. Jetzt wache ich auf und schaue mal was der Tag so bringt.
    Liebe Grüße aus Chiang Mai
    Harald

    • Antworten
      Ute
      9. März 2015 um 8:16

      Hallo lieber Harald,
      schön, dass du diese Erfahrung auch gemacht hast. Jetzt im Nachhinein merke ich auch, wie viel ruhiger man wird, wenn man nicht ständig auf sein Handy sehen „muss“ und Internet nur für einen bestimmten, kurzen Zeitraum zugängig ist. Und das mit den Sehenswürdigkeiten habe ich auch schon vor längerer Zeit abgelegt und genieße den Tag, so wie du auch sagt, wie es sich eben ergibt.
      Viele Grüße nach Thailand aus Mexiko
      Ute

  • Antworten
    Steffi
    8. März 2015 um 8:49

    Hallo Ute,
    ich lese Deine Worte immer wieder gerne. Insbesondere, weil sie oftmals ausdrücken, was ich denke und fühle, aber nicht in die richtigen Worte fassen kann :-)
    Ich glaube tatsächlich auch wie Mischa, dass die Welt ein besserer Ort wäre, wenn wir alle einmal inne halten und Nichts tun würden, um uns wieder bewusst zu werden, was wirklich wichtig ist und was wir tatsächlich wollen. Das können aber die allermeisten Menschen nicht mehr. Oder sie wollen es nicht tun, weil sie Angst davor haben, was dann passiert.
    Es ging uns jetzt in Amerika auch so, dass wir uns fast rechtfertigen mussten, dass wir nicht sämtliche Sehenswürdigkeiten New Yorks in 6 Tagen besichtigt haben, sondern uns zwischendrin haben treiben lassen. Und den Abend in einer Hütte im Wald ohne Internet verbringen – undenkbar! Man muss doch erreichbar sein!
    Dass wir so viel Freiheit und zahlreiche Möglichkeiten haben, führt glaube ich dazu, dass es uns immer schwerer fällt, uns für eine davon zu entscheiden. Einsame Hütte im Wald? Ja, aber nur mit Internet und damit der Möglichkeit sich Zeit zu vertreiben. Irgendwie macht uns diese neue Freiheit dann doch wieder unfrei…
    Ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen meinem schlechten Gewissen über Nichtstun und Entspannung zu entgegnen, dass es ruhig sein soll, weil ich mich bewusst dafür entschieden habe und es mich glücklich macht :-D
    In diesem Sinne „produktives Nichtstun“
    Steffi

    • Antworten
      Ute
      9. März 2015 um 13:10

      Hi Steffi,
      ich finde, das mit dem „in die richtigen Worte fassen“ gelingt dir aber ziemlich gut :) Und das mit dem Besichtigen aller Sehenswürdigkeiten an einem Ort mache ich inzwischen auch nicht mehr. Ich bin meist ca. vier Stunden pro Tag irgendwo zu Fuß unterwegs und lasse dabei alles auf mich einprasseln – das macht mir am meisten Spaß und das ist das, worauf es dabei ankommt. Da lasse ich mich selbst als Reisebloggerin nicht unter Druck setzen :)
      Dir auch weiterhin viel Freude beim sinnvollen Faulenzen und liebe Grüße!
      Ute

  • Antworten
    Irene
    13. März 2015 um 10:29

    Hallo Ute,
    ich bin ein kleiner Fan von dir geworden! Ich selbst bin auch dabei „mein Ding“ durchzuziehen und verlasse Deutschland ein weiteres Mal für eine Campertour durch Kanada :) und finde es einfach herrlich zu sehen, dass es noch mehr Menschen gibt, die sich vom Materialismus und der Prestige abwenden und sich etwas anderem vielleicht sogar etwas höherem zuwenden! Mach auf jeden Fall weiter so! Ich find dich toll :)

    • Antworten
      Ute
      13. März 2015 um 14:07

      Hallo liebe Irene,
      freut mich sehr, vielen Dank für das schöne Kompliment! <3 Eine Campertour in Kanada würde ich auch sehr gerne mal machen, hört sich klasse an. Vom Materialismus werde ich nie so ganz wegkommen, aber ich kann für eine gewisse Zeit ohne leben und das ist auch eine wichtige Erfahrung. Und ich mache auf jeden Fall weiter so und das so lange es geht :)
      Wünsche dir eine tolle Reise und viele Grüße!!
      Ute

  • Antworten
    Jürgen & Ellen
    28. Dezember 2016 um 18:06

    Hi Ute!
    Nichtstun gibts ja eigendlich nicht!…selbst am Strand in der Sonne kümmerst Du Dich um Schatten und Getränke. Mit unserem Hund gehen wir spazieren, was ja auch eine Tätigkeit ist.
    Der Knackpunkt ist das man es alles freiwillig für SICH SELBST macht und SPASS daran hat!
    Ich segle gerne, was manchmal echte Arbeit ist. Ich halte das Boot fit und seeklar, sehe es aber nicht als Arbeit an. Es hält mich fit und wenn ich keinen Bock habe, mache ich wirklich nix!
    Wiedermal alles richtig von Dir geschrieben!
    Jürgen

  • Antworten
    Patricia
    12. Januar 2017 um 16:46

    Hallo Ute,

    Das Phänomen, das du hier beschreibst, nennt man auch Rentnerschock. Eben noch voll aktiv im Arbeitsleben, hat man plötzlich nichts mehr zu tun. Um diesen Schock zu vermeiden, sollte man sich schon vor der Auszeit überlegen, was man mit der plötzlich vorhandenen Zeit machen könnte. Einen Urlaub in Kuba würde ich eventuell für einen Spanisch-Sprachkurs nutzen.

    Liebe Grüße
    Patricia

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