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Die Sehnsucht nach dem einfachen Leben

einfaches leben

Während die meisten von einem luxuriösen Leben träumen, in dem sie sich alles leisten können und sich um nichts mehr Sorgen machen müssen, geht dieses Bedürfnis bei mir immer weiter zurück. Vor 1 1/2 Jahren habe ich mich für eine andere Art zu leben entschieden: ohne Wohnung, ohne festen Job. Kein Wecker muss mich seitdem mehr zum Aufstehen überreden und auch sonst scheint die Uhr in meinem Leben irgendwie langsamer zu laufen als früher.

Mein heutiger Alltag wäre noch vor gar nicht allzu langer Zeit mein absoluter Albtraum gewesen: Kein regelmäßiges Einkommen, keine festen Arbeitszeiten, keine großen Ersparnisse, keine Pläne, kein karriere-orientiertes Zukunftsbild. Für viele der blanke Horror, denn das hört sich irgendwie schwer nach Ausweg- und Orientierungslosigkeit, sozialem Abstieg oder Lebenskrise an, aus der man nur schwer wieder herauskommt.

Aus meiner Perspektive sieht das Ganze inzwischen aber ganz anders aus: Ich kann mich glücklich schätzen, keinen Stress mehr zu haben. Kein Kalender lässt mich von einem zum nächsten Termin hetzen. Kein Zeitmangel drängt mir mehr ein schlechtes Gewissen auf, weil private oder berufliche Dinge unerledigt bleiben. Es herrscht kein Druck, Summe x verdienen zu müssen, um meine hohen monatlichen Fixkosten abdecken zu können. Kurzum: Das einfache Leben hat wider Erwarten viele unbezahlbare Vorteile!

Spruch Ruhe
»Aber so kann man natürlich keine großen Sprünge mehr machen…« wäre früher mein erster Gedanke gewesen, wenn ich den obigen Text gelesen hätte. Stimmt auch, aber man muss ja nicht ewig so leben. Dennoch ist es eine unglaublich bereichernde Erfahrung, mit ganz wenig auskommen und trotzdem rundum zufrieden sein zu können. Reduktion und Entschleunigung kann man nicht über Nacht erlernen und beides braucht seine Zeit. Die wesentlichen Erfahrungen sind unter anderem:

  • Je geringer die monatlichen Ausgaben und Fixkosten, umso geringer die Existenzängste.
  • Je weniger man sich für gesellschaftlichen Status interessiert, umso größer das Selbstbewusstsein.
  • Je geringer der eigene Besitz, umso geringer die Belastung, sich darum kümmern zu müssen.
  • Je weniger man ausgibt, umso bewusster der Umgang mit Geld.
  • Je weniger man zum Leben braucht, umso weniger muss man arbeiten.
  • Je weniger Stress und Druck, umso besser die Gesundheit.
  • Je mehr Zeit man hat, umso mehr kann man sich um die Bereinigung unnötiger Kosten kümmern.
  • Je weniger Verbindlichkeiten, umso mehr Freiheit.
  • Je weniger Geld zur Verfügung steht, umso achtsamer der Umgang damit.

Wie tief bestimmte Muster in uns verankert sind, fällt mir sogar nach 18 Monaten Freiheit noch auf, indem ich heute ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich einen Tag lang verstreichen lasse, an dem nichts Produktives oder Erwähnenswertes passiert. In unserer Leistungsgesellschaft möchte man schließlich nicht als faul oder untätig gelten. Auch ist es gar nicht so einfach mit dem Gefühl zu leben, nicht gebraucht zu werden. Das merkt man aber tatsächlich erst, wenn sich dieser Zustand einstellt.

 

Worauf kommt es im Leben an?

Für mich war früher immer klar: Viel leisten, viel verdienen und sich (fast) alle Träume erfüllen können. Aber der Preis, den es dafür zu zahlen gilt, ist in vielen Fällen sehr hoch. Heute beobachte ich beruflich erfolgreiche Menschen in meinem Umfeld, die regelmäßig gestresst, genervt und unzufrieden sind, obwohl sie eigentlich alles haben, was man sich nur wünschen kann. Das Bedürfnis nach Erfolg, Ansehen und Status baut Druck auf, dem man nur schwer entkommen kann, ohne etwas grundlegend zu ändern.

In einem der für mich besten und aufschlussreichsten Bücher zu diesem Thema beschreibt der Autor und Psychologe in Mythos Überforderung, dass wir tagtäglich 20.000 Entscheidungen treffen müssen! Etwa 90% davon werden unbewusst getroffen, aber da bleiben immer noch 2.000 übrig, über die man sich wirklich Gedanken machen muss. Kein Wunder also, dass wir gestresst sind. Ist das wirklich der richtige Weg? Und muss man sich dieser Entwicklung fügen oder kann man ihr entkommen?

Fakten zum Leben
Wie wenig man zum Leben braucht, hat mich die Erfahrung im Reisen mit einem VW-Bus über einen Zeitraum von 2 1/2 Monaten gelehrt, obwohl es anfangs ganz und gar nicht nach Vergnügen aussah. Allerdings lernt man schnell, dass man sehr gut auf 9 qm leben kann und erkennt seine natürlichen Bedürfnisse: Ein Dach über dem Kopf, etwas zum Anziehen im Schrank, eine Kochmöglichkeit und für Körperpflege Wasser und Shampoo. Dann noch Geld für Sprit und Nahrung – fertig! Und trotzdem kann man an den schönsten Plätzen der Erde sein.

Und ja, man kann ein anderes Leben führen – sofern man das möchte! Mein Konsum hat sich auf ein Minimum beschränkt, seitdem ich weiß, wie schnell Dinge ihren Wert verlieren. Im Umkehrschluss kann man vieles sehr günstig kaufen. Die Email-Flut ist überraschend einfach einzudämmen. Günstig wohnen und essen ist in einer Großstadt nicht einfach, aber es lässt sich einrichten. Je weniger Geld ich pro Tag ausgebe, umso weniger muss ich verdienen und umso mehr freie Zeit habe ich. Das ist für mich echter Luxus!

 

Die ewige Suche nach dem Glück

Wer heute an einem Zeitschriften-Regal vorbeigeht, wird mit Themen zum großen Glück förmlich bombadiert. Früher dachte ich immer, dass man etwas ganz Besonderes tun oder erreichen muss, um das Glück zu finden. Möglichst viele Momente mit Highlights ausschmücken, besondere Orte aufsuchen und sich von schönen, luxuriösen Dingen umgeben. Allerdings ist mir irgendwann aufgefallen, dass ich mich bei der Suche ständig in der Zukunft befand und gar nicht mehr den aktuellen Moment wahrgenommen habe.

Reporter: »Was hat Sie am meisten über die Menschen überrascht?«
Dalai Lama: »Der Mensch selbst… Denn, erst opfert er seine Gesundheit, um Geld zu verdienen. Dann opfert er sein Geld, um seine Gesundheit wiederherzustellen, mit der Konseqenz, dass er dann derart über die Zukunft verängstigt ist, dass er die Gegenwart nicht genießen kann. Er lebt, als würde er nie sterben, und dann stirbt er, ohne je gelebt zu haben.«

Heute besteht mein Glück hauptsächlich aus Dingen, bei denen Geld eine untergeordnete Rolle spielt: Zeit, um zusammen mit meinem Hund stundenlang in der Natur spazieren zu gehen und zu fotografieren, morgens im Café zu sitzen und ein Magazin zu lesen oder zu schreiben, oder Freunde zu treffen. Genuss, mit einem heißen Kakao und Zimtschnecke einen guten Film zu gucken. Es sind am Ende die banalen, einfachen Dinge, die das Leben ausmachen können.

Für mich liegt Zufriedenheit inzwischen im puren Dasein und Genießen von Zeit und Raum, ohne Druck, Ärger und Belastung. Es mag für die meisten zu einfach klingen, aber in diesem Zustand – mit wenig Besitz – hat man nicht nichts, sondern ganz im Gegenteil: unbegrenzte Möglichkeiten! Morgen könnte ich einen Job anfangen, in die weite Welt aufbrechen, eine zusätzliche Ausbildung beginnen oder einfach im Bett liegen bleiben. Weniger ist mehr und das ist meines Erachtens ein sehr erstrebenswerter Zustand.

 

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59 Kommentare

  • Antworten
    Maria
    31. Januar 2016 um 14:48

    Danke.

    Gerade bin ich dabei meine Wohnung aufzulösen, der Job ist bereits gekündigt. Mit jedem verkauften Gegenstand fühle ich mich ein Stück leichter. Dennoch erwische ich mich manchmal dabei an meiner Entscheidung zu zweifeln. Gerade an Sonntagen wie heute bleibt viel Raum für skeptische Gedanken. Dieser Beitrag zeigt mir wieder, warum ich mich dafür entschieden habe. Dafür ein Danke.

    Liebe Grüße

    Maria

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    • Antworten
      BRAVEBIRD
      31. Januar 2016 um 14:58

      Hallo liebe Maria,
      die Auflösung meiner Wohnung ist mir unglaublich schwer gefallen und ich habe es immerhin auf ein restliches Hab und Gut von 6 qm Lagerraum geschafft. Heute verkaufe ich davon mindestens nochmal die Hälfte, weil ich es einfach nicht brauche. Die Erfahrung, dass man für all diese Dinge kaum noch etwas bekommt, ist zwar traurig, aber verändert das zukünftige Kaufverhalten wirklich sehr positiv. Grundsätzlich kann ich dir noch einen weiteren Tipp geben: Mach‘ dir nicht so viele Gedanken. Meine ganzen Zweifel und Bedenken haben sich alle nicht bewahrheitet. Liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg! Ute

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    • Antworten
      Andreas
      3. Februar 2016 um 18:27

      Hi Maria!
      Ich selbst habe bis Mai 2015 fast alles verkauft und bin seitdem auf Reisen. Mach dir wegen deiner zweifel keinen Kopf, die kennt jeder Systemaussteiger. Erstens hat man sich seine Sachen wie Wohnung,Auto etc. über die Jahre schwer erarbeitet und gibt nun relativ schnell alles auf, insb das Sicherheitsgefühl und die Mobilität, die mit den Dingen verbunden sind. Und zweitens folgt man beim Verkaufen den Grundsatz „weniger ist mehr“, während alle anderen in deinem Umfeld genau das Gegenteil zelebrieren: „immer mehr“ (Geld, Karriere, Statussymbole). Da kann man sich schon mal als Geisterfahrer fühlen, das ist nicht ungewöhnlich.

      Folge einfach auch weiterhin DEINER inneren Stimme und das so konsequent wie möglich!

      Viel Erfolg,
      Andreas

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  • Antworten
    Lydia
    31. Januar 2016 um 15:16

    Liebe Ute,
    starker Artikel und tolle Einblicke. Ich bewundere deine mutigen Schritte und auch deine Erlebnisse auf Reisen. Ich selbst habe mich Ende 2011 auch „reduzieren“ müssen. Ich wurde Student, von einem 40h in die Hochschule, abhängig vom Bafög und dem Einkommen der Eltern. Jedes Jahr wurde es weniger Geld.
    Ich hatte zwar einen Nebenjob, aber trotzdem war es immer unter 1000 EUR im Monat, wenn nicht sogar noch deutlich darunter.
    Es tut gut zu wissen mit wenig auszukommen und jeder der das schafft hat meinen Respekt.
    Einen schönen Sonntag noch.
    Herzliche Grüße Lydia

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    • Antworten
      BRAVEBIRD
      31. Januar 2016 um 16:17

      Hi Lydia,
      vielen Dank für deinen Einblick. Im Grunde ist es unvorstellbar, dass ich selbst nach so langer Zeit immer noch nicht alles reduziert habe – es ist einfach so viel… Versicherungen prüfen, Mobilfunkverträge checken usw. Macht alles keinen Spaß, aber spart wahnsinnig viel Geld. Wünsche dir weiterhin viel Erfolg, liebe Grüße, Ute

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  • Antworten
    Kim
    31. Januar 2016 um 15:56

    Oh wow. Ich bin dir gerade so immens dankbar. Es tut so unglaublich gut deine Worte zu lesen.
    Danke dir dafür.

    Liebe Grüße,
    Kim

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    • Antworten
      BRAVEBIRD
      31. Januar 2016 um 16:18

      … und das am erholsamen Sonntag. Sehr gerne und vielen Dank auch für das schöne Feedback.
      Liebe Grüße zurück, Ute

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  • Antworten
    Anne
    31. Januar 2016 um 16:07

    Ein sehr schöner Beitrag. Ich teile deine Meinung vom Glück. Vor 2 jahren habe ich auch meinen sicheren Job aufgegeben, weil ich sehr unglücklich war und keine Zeit mehr gefunden habe, bewusst zu leben und die einfachen Dinge des lebens zu genießen. Es kann schon befreiend sein, einfach keinen wecker mehr benutzen zu müssen. Mittlerweile kann ich auch die zeit genießen in der ich im Stau stehen ;)

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    • Antworten
      BRAVEBIRD
      31. Januar 2016 um 16:25

      Hi Anne,
      lustig, dass du das sagst und geht mir genauso. Auch sonst gibt es nur noch wenige Dinge, über die ich mich aufrege. Das Leben ist so viel entspannter geworden… Freut mich sehr, dass du die gleichen Erfahrungen gemacht hast. Viele Grüße und Danke für deinen Kommentar, Ute

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  • Antworten
    Nicole Mori
    31. Januar 2016 um 16:56

    Wunderschön geschrieben!! Danke und alles Gute LG Nicole

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  • Antworten
    Yasmin
    31. Januar 2016 um 17:14

    Liebe Ute,

    ich bin ein Fan des minimalistischen Lebens und miste schon seit einiger Zeit Dinge und Sachen aus, die ich nur abstaube oder sie gar nicht mehr wahrnehme.

    Man sagt, eine Wohnung ohne Bücher zum Beispiel sei schmucklos, enttarne den Bewohner als ungebildet, es sei ungemütlich usw.

    Mir hingegen ist mit jedem losgewordenen Ding und Buch ein bisschen leichter ums Herz geworden. Besitz verpflichtet eben auch – das bedenken Viele nicht, wenn sie ein Haus, ein Auto, diese und jene Versicherungen kaufen. Hast du viel – brauchst du viel. Und gegen das Risiko LEBEN kann man sich sowieso nicht versichern. Mein ureigener Optimismus hilft mir sehr dabei, dieses Wettrennen, diese Materialschlacht nicht mehr mitspielen zu müssen.

    Meine beiden Kinder (24+15) erkennen langsam auch die Freiheit, die in wenig Besitz liegen kann. Ganz radikal kann ich meinen „Lebensstil“ zwar nicht leben und ein wenig Geld beruhigt ja auch die Nerven. Mit Kindern und der dazu gehörenden Verantwortung gehören Kompromisse dazu. Wäre ich ganz alleine, wäre meine teils-getilgte Eigentumswohnung längst verkauft und ein mobiles Zuhause (Bauwagen, Wohnmobil,…) angeschafft. Aber das liegt noch alles vor mir. Mit fast 50 Jahren jedenfalls will ich die Zeit, die mir bleibt mit soviel lebens- und liebenswerten Beschäftigungen und Erlebnissen füllen, wie ich nur kann.

    Ach ja, seit 2 Jahren bin ich bereits autolos. Ist ja immer noch so ein Statussymbol unserer Gesellschaft. Ich bin seither mit Fahrrad, zu Fuß, mit Mietwagen oder mit dem Zug unterwegs, selten mit dem Flieger. Man teilt sich seine Zeit anders ein und Wartezeiten an Haltestellen und Bahnhöfen begegne ich mit Gelassenheit. Im Stau stand ich genug und hab mich über all die anderen aufgeregt. Das ist passé!

    Das einfache Leben, wie du es nennst, ist in Wahrheit voll und reichhaltig. So erlebe ich es jedenfalls.

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    • Antworten
      BRAVEBIRD
      31. Januar 2016 um 18:34

      Hi Yasmin,
      vielen Dank für deinen Einblick! Bücher bzw. Bildbände machen immer noch einen Großteil meiner verbliebenen Kartons aus und in dieser Hinsicht bin ich noch nicht weitergekommen. Die Gebühren beim Verkauf über Amazon sind inzwischen recht hoch und da lohnt es sich nicht mehr so wirklich… mal sehen, es gibt ja keine Eile. Schön jedenfalls, dass du auch mitten im Prozess bist. Viele Grüße!! Ute

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      • Antworten
        Ute
        1. Februar 2016 um 12:48

        Liebe Ute,
        mit dem Entsorgen von Büchern tue ich mich auch schwer. Neue Kaufe ich nicht, habe seit Jahren einen Ausweis der Stadtbücherei, dass klappt wunderbar. Die alten Bücher habe ich zum Teil bei booklocker eingestellt. Da muss man zwar länger warten, bis sie gekauft werden, aber dann ist der Trennungsschmerz auch nicht so groß :-)
        LG Ute

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  • Antworten
    Kathi
    31. Januar 2016 um 17:21

    Liebe Ute,
    du hast so Recht mit deinem Ausspruch über die Leistungsgesellschaft, in der man immer das Gefühl hat, was „produktives“ tun zu müssen – warum denn nicht einfach nur was „schönes“, wenn’s Spaß macht?
    Ich find den Weg, den du gegangen bist, total bewundernswert – diesen Mut zu finden und zu springen, daran scheitern glaube ich die meisten. Danke für deinen Artikel :)
    Einen schönen Restsonntag dir,
    Kathi

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    • Antworten
      BRAVEBIRD
      31. Januar 2016 um 18:37

      Hallo Kathi,
      vielen Dank für die lieben Zeilen. Ich denke, dass es für viele gar nicht der richtige Weg wäre, denn jeder hat ganz individuelle Vorstellungen vom Leben und ich persönlich kann jeden verstehen, der eine andere Art zu leben bevorzugt – welche es auch immer sein mag. Mein Weg ist nur einer von vielen, aber immerhin ein für mich sehr erfüllender :) Liebe Grüße zurück, Ute

      View Comment
  • Antworten
    Mandy // Movin'n'Groovin
    31. Januar 2016 um 22:05

    Hach Ute, ich kann nur jedem einzelnen deiner Worte zustimmen – mir geht’s genauso. Je weniger ich besitze, umso befreiter fühle ich mich. Ich bin ja auch gerade (mal wieder) dabei, meine Wohnung hier in Berlin langsam aufzulösen, Sachen zu verkaufen und zu verschenken, um dann im April/Mai in den Van „umzuziehen“.
    Ich sehe immer mehr Leute um mich herum, die sich ihre „Komfortzone“ mit allerlei schickem Schnickschnack gemütlich einrichten, dann aber gar nicht die Zeit haben, diesen Luxus wirklich zu genießen. Das ist für mich überhaupt nicht erstrebenswert, und war es auch noch nie.
    Ich bin gespannt, wie es bei dir weiter geht! Und irgendwann hoffe ich, dass wir uns mal über den Weg laufen/fahren! ;-)

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    • Antworten
      BRAVEBIRD
      1. Februar 2016 um 11:13

      Hallo liebe Mandy,
      das mit dem schicken Schnickschnack hat ja auch seinen Reiz und ich liebe schöne Dinge :) Daher finde ich es schön, beide Seiten einmal kennengelernt zu haben, um für mich daraus die richtige Mitte zu finden. Wer weiß, vielleicht fahren wir ja mal irgendwann mit unseren Campern gemeinsam nach… :) Bin auch gespannt auf dein Abenteuer! Liebe Grüße, Ute

      View Comment
  • Antworten
    Carmen
    31. Januar 2016 um 23:25

    Hi Ute
    schon seit ich Kind war hab ich die Geschichten um Huckleberry Finn geliebt. Hucky ist mein grosses Vorbild. Er ist frei und gluecklich.
    Huckleberry Finn verkoerpert Minimalismus und Antimaterialismus pur. Ich bin mir nicht sicher ob das Mark Twain’s Absicht war, hahahaha
    toller post von dir, danke

    herzliche Gruesse Carmen

    View Comment
    • Antworten
      BRAVEBIRD
      1. Februar 2016 um 11:23

      Hey Carmen,
      das steht in den Sternen, aber trotzdem eine schöne Geschichte! Vielen Dank und liebe Grüße zurück!

      View Comment
  • Antworten
    Ulli
    1. Februar 2016 um 0:00

    Ja, das liest sich sehr schön. Durchaus beneidenswert. Aber sicher nicht für jedermann realisierbar.
    Weiss jemand nen Grund, warum in solchen und ähnlichen Blogs überwiegend (junge) Frauen auftauchen?

    Frag ich mich, m, 57.

    View Comment
    • Antworten
      holger
      1. Februar 2016 um 8:27

      Hallo Ulli, warum mehr Frauen darüber schreiben, weiss ich nicht. Vermutlich liegt es ihnen eher im Wesen zu schreiben?
      Allerdings gibt es auch viele Männer, die so denken und das minimalistische Leben mittlerweile vorziehen. Ich bin ein Beispiel dafür und kenne auch viele weitere.
      Fakt ist: Jeder ist SEINES Glückes Schmied. Manche brauchen dafür einen besonderen Anstoß, andere reizt in diesem Lebensabschnitt noch Karriere, Geld und Status.

      View Comment
    • Antworten
      BRAVEBIRD
      1. Februar 2016 um 11:27

      Sagen wir mal so: Es dürfte leichter sein sich zu reduzieren als plötzlich im totalen Luxus zu schwelgen…
      In Bezug auf deine Frage: Frauen teilen sich tendenziell lieber mit, sind meines Erachtens in vielen Bereichen begeisterungsfähiger und im Gegensatz zu vielen Männern weniger schreibfaul, das ist eigentlich schon alles.

      View Comment
      • Antworten
        Clem
        11. Februar 2016 um 0:40

        Ich denke es ist einfacher durch ein plötzlich hohes Einkommen sich Luxus zu gönnen und neue vermeintliche Bedürfnisse zu erfüllen als sich zu reduzieren.

        View Comment
  • Antworten
    Martin
    1. Februar 2016 um 3:18

    „Es mag für die meisten zu einfach klingen, aber in diesem Zustand – mit wenig Besitz – hat man nicht nichts, sondern ganz im Gegenteil: unbegrenzte Möglichkeiten! “

    Ist es nicht schön, so lange man alle Möglichkeiten offen hat, muss man sich für nichts entscheiden. ;)

    Je mehr wir uns festlegen mit Auto, Haus, Kindern, Kredit und co. Desto mehr verlassen wir
    uns selbst und machen uns zum Konsumprodukt und erhalten dafür einen vermeintlichen Sinn in unserem täglichen Tun, was uns beruhigt. Ein ewiger Kreislauf.

    Bravebird, du siehst das ganz richtig – wenn wir uns langsam aus diesem Kreislauf herauskämpfen. Das merkt
    man meist das Mitmenschen solche Sätze sagen wie „Du bist aber mutig …“ etc. dann beginnt erst die wirkliche
    Reise. Das eine ist oft die Reise an einen anderen Ort und die zweite, meiner Meinung nach viel wichtigere Reise, zu sich selbst. Und wenn man sich selbst näher kommt, dann spürt und weiß man erst wie wenig man braucht um zufrieden zu sein.

    View Comment
    • Antworten
      BRAVEBIRD
      1. Februar 2016 um 11:33

      Hi Martin,
      schöne Worte, vielen Dank dafür! Zugegeben, die Reise an andere Orte ist tendenziell wesentlich angenehmer als die Reise nach innen – aber letztere ist die eigentlich wichtigere. Es bringt viel Sicherheit zu wissen, dass ganz wenig zu besitzen nicht schlimm ist, sondern sogar das Gegenteil: befreiend. Eine schöne Einsicht! Viele Grüße!

      View Comment
  • Antworten
    Stefan
    1. Februar 2016 um 4:59

    Ute,
    das ist ein fantastisches Stück. Danke fürs Teilen <3

    Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen meine Tage nicht mehr in Produktivität zu messen, sondern in "Da-sein". Jetzt versuche ich jeden Tag so viele Momente aufzusaugen, wie es nur geht.

    Wie gut fühlt es sich an zu duschen? Oder sich die Zähne zu putzen? oder Zeit zu haben zu kochen? Oder ein Gespräch führen, dass so bereichernd ist, dass es kein Verlangen gibt das Handy zu checken? Oder sich abends ins Bett zu liegen?
    Das generiert so viel Dankbarkeit und ist umsonst.

    Danke nochmal für deinen Artikel
    Grüße
    Stefan

    View Comment
    • Antworten
      BRAVEBIRD
      1. Februar 2016 um 11:38

      Hallo Stefan,
      da hast du dir etwas sehr Schönes, aber auch Schwieriges vorgenommen, denn die banalen Dinge am Tag als etwas Besonderes zu empfinden ist alles andere als einfach. Wünsche dir weiterhin gutes Gelingen, hört sich jedenfalls sehr gut an! Viele Grüße zurück, Ute

      View Comment
  • Antworten
    Hauke
    1. Februar 2016 um 12:08

    Hallo Ute,
    meine Auszeit von einem Jahr geht genau heute zu Ende. :-( Ich habe in den letzten Monaten jeden deiner Zeilen hier gelesen und hatte immer das Gefühl, du würdest genau meine Erfahrungen, Veränderungen und Gefühle aufschreiben.
    Auch in anderen Blogs ließt man immer wieder, dass alle die sich so eine Auszeit gönnen anscheinend die gleichen, oder zumindest ähnliche Erfahrungen machen.
    Nach einem Jahr Auszeit kann ich nur jedem, der es irgendwie einrichten kann empfehlen, dass gleiche zu tun.
    Die Auszeit war für mich die größte Bereicherung in meinem Leben und ich würde/werde es wieder tun.
    Ich wünsche dir für deine Zukunft alles Gute.
    Liebe Grüße, Hauke

    View Comment
    • Antworten
      BRAVEBIRD
      1. Februar 2016 um 12:36

      Hallo Hauke,
      ein sehr schönes Feedback, danke dir! Wenn dich also jemand fragt, wie es dir geht, kannst du dann immer gerne auf meinen Blog verweisen :) Für mich ist diese Auszeit auch eine wahnsinnige Bereicherung, obwohl nicht jeder Tag einfach ist. Wünsche dir auch weiterhin alles Gute und bleib‘ dabei! Viele Grüße zurück, Ute

      View Comment
  • Antworten
    Dori
    2. Februar 2016 um 11:06

    Hallo Ute,
    ein sehr gelungener Beitrag und irgendwann hoffe ich, dass ich ebenso diesen Status erreichen kann – auch wenn noch ein sehr weiter und steiniger Weg vor mir liegt. Mach weiter so – ich verfolge deinen Blog sehr gerne :)
    Liebe Grüße
    Dori

    View Comment
    • Antworten
      BRAVEBIRD
      2. Februar 2016 um 12:23

      Hallo liebe Dori,
      man wächst mit seinen Aufgaben :) Hätte ich damals schon mit den kleinen Schritten angefangen, wäre alles viel schneller gegangen. Viel besser noch wäre gewesen, ich hätte mir all den Krempel gar nicht angeschafft, aber war andererseits auch eine schöne Zeit. Liebe Grüße zurück und viel Erfolg weiterhin! Ute

      View Comment
  • Antworten
    Dani
    2. Februar 2016 um 14:42

    Ein wundervoller, starker Beitrag. Ich finde, auch wenn man sich nur zum Teil wieder erkennt, findet man sich darin wieder. Die Einstellung zum glücklich sein, finde ich einfach wundervoll. Man muss nicht viel haben, sollte sich nicht immer unter Druck setzen, mehr leisten zu müssen – sondern einfach mal leben und glücklich sein. Vielen Dank, ich werde mich dieses Jahr daran versuchen.

    LG, Dani

    View Comment
    • Antworten
      BRAVEBIRD
      2. Februar 2016 um 23:21

      Liebe Dani,
      zumindest mal für eine Zeitlang so zu leben, finde ich persönlich sehr bereichernd. Trotzdem liebe ich luxuriöse, schöne Dinge, aber die kann ich zum gegebenen Zeitpunkt dann mehr genießen, weil sie nicht selbstverständlich sind. Vielen Dank auch für das schöne Kompliment, liebe Grüße! Ute

      View Comment
  • Antworten
    Sabine
    3. Februar 2016 um 10:25

    Liebe Ute,
    du sprichst mir komplett aus der Seele. Und es tut gut, zu lesen, wie viele Menschen sich über das Thema Gedanken machen.
    Ich dachte lange Zeit, dass irgendetwas nicht stimmt mit mir. Bis mir klar wurde, dass so eine Lebenseinstellung doch ganz schön clever ist ;)
    Sei fest umarmt, Sabine

    View Comment
    • Antworten
      BRAVEBIRD
      3. Februar 2016 um 13:50

      Hallo liebe Sabine,
      vielen Dank für diesen schönen Kommentar! Wenn man merkt, dass einen der eine Weg auf Dauer nicht erfüllt, muss es zwangsläufig ein anderer sein :) Nur denke ich, dass alle Extreme irgendwie am Ende nicht gut sind, von daher wird es am Ende auf eine gesunde Mitte hinauslaufen, denke und hoffe ich. Dir auch alles Liebe und Gute weiterhin! Ute

      View Comment
  • Antworten
    Stephanie Baecker
    3. Februar 2016 um 13:16

    Ein Artikel, der völlig anders von den übrigen ist. Wer hätte gedacht, dass das einfache Leben schöner ist als dauernd durch selbstauferlegten Druck auf der Überholspur leben zu müssen.

    View Comment
    • Antworten
      BRAVEBIRD
      3. Februar 2016 um 14:42

      Liebe Stephanie,
      Druck ist tatsächlich eines der Dinge, die mich am meisten stören, da das Entspannen damit unglaublich schwierig ist. Danke für deinen Kommentar und viele Grüße! Ute

      View Comment
  • Antworten
    Jules
    4. Februar 2016 um 11:13

    Dieser Artikel ist so schön geschrieben und spricht mir aus der Seele. Ich dachte auch immer, dass es die materiellen Dinge sind die glücklich machen. Wollte einen tollen Job, viel Geld verdienen, ein schönes Haus, eine neue Markentasche….. Mittlerweile habe ich meinen guten Job gekündigt und gehe Ende Februar für 3 Monate alleine mit dem Rucksack durch Südostasien. Ich war das letzte halbe Jahr kein einziges Mal shoppen, weil ich gespart hab und ich bin glücklicher als zu der Zeit, wo ich jeden Tag zu Zara und Co gegangen bin, um mir etwas zu kaufen. Materielle Dinge sind im Endeffekt oft nur Ballast und sehr kurzweiliges Glück.
    Back to Basis lautet mittlerweile mein Motto.
    Alles Liebe
    Jules
    http://www.mabelicious.com

    View Comment
    • Antworten
      BRAVEBIRD
      4. Februar 2016 um 12:08

      Hi Jules,
      mein Konsumverhalten hat sich auch gänzlich verändert. Ich nutze die freie Zeit, mich intensiver damit zu beschäftigen, Preise zu vergleichen, nach Angeboten zu suchen und den Ausverkauf zu genießen :) Zudem versuche ich qualitativ gute und langlebige Produkte und Kleidung zu kaufen. Es macht mich manchmal ein wenig traurig, dass Dinge ihren Wert so schnell verlieren, aber das hat diese Schnelllebigkeit heute wohl so an sich. Viele Grüße zurück und eine schöne Reise, Ute

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  • Antworten
    Bernd
    4. Februar 2016 um 23:08

    „Freedom is just another word for nothing left to loose“

    Janis konnte es so treffend mit 10 Wörtern singen.

    View Comment
  • Antworten
    Ralf
    8. Februar 2016 um 18:10

    Moin Ute,

    deine Haltung ist wirklich klasse, gefällt mir. Das ist erfrischend anders. Mach weiter so und viel Erfolg!

    Beste Grüße nach Köln,

    Ralf

    View Comment
  • Antworten
    alex
    12. Februar 2016 um 9:37

    Mit leichtem Gepäck ;-)

    LG
    Alex & Birgitta

    View Comment
  • Antworten
    love4adventure
    15. Februar 2016 um 9:32

    Liebe Ute,
    für mich war früher das komfortable Leben auch sehr wichtig. Das habe ich sogar erreicht, hatte ein schönes Haus, ein neues Auto, konnte viel reisen, meine Firma hat gut verdient… Trotzdem war ich sehr unglücklich.
    Erst nach der Trennung von meinem Ex-Mann fühlte ich mich wieder etwas glücklicher, aber dachte nach wie vor, dass Geld sehr wichtig zum Glück ist. Die fixen Kosten für meine eigene, schicke Wohnung mit Dachterrasse, zwei Leasingautos, Büro waren sehr hoch und die Umsätze meiner Firma sind plötzlich zurückgegangen. Ich konnte nicht schlafen und ziemlich schnell habe ich verstanden, wovon du schreibst: „Je geringer die monatlichen Ausgaben und Fixkosten, umso geringer die Existenzängste.“ Zum Glück ist es mir gelungen, mein altes Wertesystem schnell umzustellen. Die teure Wohnung habe ich gekündigt, bin zu meinem Freund in sein altes Haus eingezogen, alle anderen Kosten wurden auf das Minimum reduziert und ich habe endlich gelernt, sparsam zu leben.
    Danach habe ich mich frei und glücklich wie nie gefühlt. Ich habe endlich gelernt, dass Geld weder glücklich noch besser macht, ganz im Gegenteil. Mir steht jetzt weniger Geld zur Verfügung, aber dafür habe ich viel Freizeit. Ich gebe jetzt wenig Geld für neue Kleidung aus, aber verliere auch keine Zeit beim Shoppen. Flugreisen sind jetzt selten geworden, aber stattdessen mache viele günstige Kurzurlaube und Touren in den Alpen, Südtirol oder am Gardasee. Das schöne Zuhause spielt für mich keine große Bedeutung mehr, weil ich mich so wieso am liebsten an der frischen Luft bewege. Ich habe mittlerweile kein Auto mehr , stattdessen gehe viel zu Fuß, fahre mit dem Rad und kann das Auto meines Freundes nutzen.
    Heutzutage führe ich ein ganz stressfreies Leben und habe viel Freizeit für die Sachen, die ich liebe, kann selbst entscheiden, wann ich arbeite und wann nicht. Es ist mir viel wichtiger ein sicherer, gut bezahlter Job…
    LG
    Iwona

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      BRAVEBIRD
      19. Februar 2016 um 11:23

      Liebe Iwona,
      das klingt einfach traumhaft, vielen Dank für diesen schönen Bericht! Ich selbst bin mittlerweile auch dankbar für jeden Tag, an dem ich keinen Stress und Druck habe und einfach nur die Natur genießen, mit Freunden zusammen sein und meine Umwelt wahrnehmen kann. Vielleicht ändert sich das auch wieder, aber momentan fühlt es sich absolut stimmig an und das ist die Hauptsache :) Wünsche dir weiterhin viele schöne Momente, lG Ute

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    Nicki
    19. Februar 2016 um 5:39

    Liebe Ute,
    auch wir haben vor mehr als zwei Jahren unsere Wohnung aufgegeben, das Auto verkauft und die meisten Dinge verschenkt. Was mehr oder weniger spontan aus Unzufriedenheit entstand, hat unser Leben verändert. Wer hätte gedacht, dass ein Leben auf 5m² mit nur dem Nötigsten so erfüllend sein kann? Ich kann dir in vielen Punkten, wie so oft, einfach nur zustimmen. Auch uns macht ein einfaches Leben überaus glücklich.
    Liebe Grüße, Nicki

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      BRAVEBIRD
      19. Februar 2016 um 11:30

      Hallo liebe Nicki,
      toll! Ich fand besonders meine Zeit im Camper wahnsinnig intensiv und es gibt wenige Reisen, die ich gerne nochmals 1:1 so wiederholen würde wie die zehn Wochen durch Nordeuropa. Wünsche euch weiterhin schönes, minimalistisches Reisen, viele Grüße, Ute

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  • Antworten
    Christoph
    19. Februar 2016 um 10:17

    Ich habe eigentlich mein ganzes Leben nie viel besessen, letztes Jahr im Sommer habe ich meinen Besitz auf eine 60l Tasche beschränkt und bin in die Welt gezogen. Seitdem, durch Trennung zur Familie und echten Freunden, wird mir von Tag zu Tag mehr klar, nicht was du hast ist für dein Glück verantwortlich, es sind die Menschen mit denen du dich umgibst und die Dinge die du tust.

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    • Antworten
      BRAVEBIRD
      19. Februar 2016 um 12:36

      Hi Christoph,
      klasse! Die meisten Männer können sich auch leichter beschränken als Frauen, wie ich festgestellt habe. Sie brauchen z. B. nicht zwingend mehr als 20 Paar Schuhe :) Viel Erfolg noch!

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  • Antworten
    Petra
    20. Februar 2016 um 12:00

    Hallo Ute,

    bin ja schon länger ein Fan von dir und habe dir mal ein Post geschrieben, kurz nachdem du deinen Blog gestartet hast. Ich lebe schon seit einigen Jahren so, dass ich keinen Druck mehr habe und meistens gelingt mir dies auch sehr gut. Am Anfang dachte ich auch, als ich gekündigt habe, ich muß was tun…sei es reisen, Schriftstellerin werden oder sonstwas. Ach, einen Quatsch muss ich. Meine inneren Antreiber (sei perfekt, sei schnell, mach es den anderen Recht usw) sitzen geknebelt und gefesselt irgendwo in mir herum und haben nix mehr zu melden. Wir sind ja zur Leistung konditioniert. Und ja, ich war früher auch so und habe wie ein Hamster mein Geld zusammengehortet. Davon lebe ich jetzt. Nach Abzug von Steuern und Krankenversicherung habe ich etwa so 1500 Euro zum Leben (ich habe ein Haus geerbt). Erst dachte ich, ich muss unbedingt auch dieses verkaufen. Momentan ist es aber so, dass ich es gerne noch eine Weile behalten will und biete Couchsurfing an bzw. Freunde von mir wohnen hier auch, wenn ich auf reisen bin. So kann ich auch teilen.

    Zudem helfe ich immer mal auf dem Gnadenhof meiner Freundin aus, bürstel Pferde und schmuse mit den Eseln und helfe ihr auch finanziell bei mancher Tierarztrechnung aus.

    Ja und dann halt das Reisen. Bald geht es nach Sri Lanka und im Sommer dann nach Kanada, Vancouver und die Rocky Mountains.

    Bin ein großer Fan von Gemeinschaft geworden.

    Vielleicht werde ich auf meine alten Tage (bin bald 50) noch Hippie, wer weiß.

    Meinem studierenden Sohn zahle ich keinen Unterhalt, ich habe ihm eine kleine Eigentumswohnung gekauft, wo er nur wenig Hausgeld zahlen muss (er studiert im teuren aber wunderschönen München).

    Ich kann nur jedem raten, sich zu überlegen, in der Stadt eine kleine ETW zu kaufen, weil günstiger kann man nicht wohnen.

    liebe Grüße
    und ich freu mich so, dass du dein Leben so genießen kannst

    petra

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    • Antworten
      BRAVEBIRD
      28. Februar 2016 um 22:16

      Hallo liebe Petra,
      wow, was für ein toller Einblick! Hört sich alles in allem fantastisch an, vor allem das mit dem Hippie-Dasein :) Wenn es soweit sein sollte, lass‘ es mich bitte wissen! Deinen Reiseplänen könnte ich mich auch anschließen, echt super. Wünsche dir weiterhin so gutes Gelingen und wunderschöne Reisen, melde dich doch gerne bei Gelegenheit nochmals. Alles Liebe, Ute

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    Sandra
    1. März 2016 um 17:13

    Wir stehen so lange im Stau und lachen nur 11 Tage? Ist das wirklich so? Das gibt mir gerade zu denken, super erschreckend, finde ich. Aber es stimmt zumindest, dass man oft ganz falsche Prioritäten setzt und Freunde, Glück und Familie lange Zeit hinter dem beruflichen Erfolg zurückstecken sollen. Dabei sind das doch die Stützpfeiler, die uns fangen, wenn es wirklich drauf ankommt. :)

    LG aus Brixen Südtirol

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    Ulrike
    12. März 2016 um 8:32

    Liebe Ute
    toller Post. Vielen Dank
    Ich bin 34 Jahre alt und war im Dezember für 4 Wochen mit Rucksack in Thailand. Seitdem ist nichts mehr wie es war. Ich habe meinen Job gekündigt, für einem, bei dem ich etwas weniger verdiene. Habe meine Überstunden sofort auf maximal 2 pro Woche reduziert und bin gerade am Herausfinden, was mich glücklich macht im Leben.
    Mir begegnen viele Ideen. Meine erste setze ich an Ostern um und fahre mit dem Auto nach Venedig und niste mich mit 4 anderen, fremden Menschen in einem Schlafsaal eines Hostels ein, spare also unheimlich viel Geld im Vergleich zu einer Pension und freue mich darauf die Leute kennen zu lernen. Ein Hostel wäre früher für mich nie in Frage gekommen. Jetzt aber denke ich, wenn ich solche Varianten wähle, habe ich mehr Geld für mehr Reisen und kann öfters mal ausbrechen
    Tatsächlich gibt es im Freundeskreis einige, die mir einen Vogel zeigen, aber ich habe beschlossen, mich nicht mehr aufhalten zu lassen
    Auch ich musste feststellen, dass ich trotzt Eigentumswohnung und Traumauto nicht glücklich bin, ich seit meiner Reise versuche meinen Weg zu finden und mich vom stressigen Strom der Gesellschaft versuche abzuwenden. Lasse das Handy bewusst mal eine Weile links liegen und lege meine Uhren am Wochenende an einen unsichtbaren Platz.
    Mein treuester Begleiter ist hierbei mein Hund, er ist wohl der einzige Grund, warum ich noch nicht im nächstem Flieger sitze … one way …
    Petras Ideen mit dem Couchsurfing finde ich klasse. Und wenn man nicht mehr so viele, einst wertvolle, Sachen hat, muss man auch keine Angst haben, dass etwas geklaut wird :)
    Ich bin gespannt, wohin mich die Reise führt, freue mich darauf und lebe seither etwas entspannter.
    Liebe Grüße aus Vorarlberg
    Ulli und Thimmy (mein Hund).

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    Daniel
    12. März 2016 um 15:04

    Der Text hat mich wirklich mitgenommen und du sprichst mir 1:1 aus der Seele… Ich bin 21 Jahre jung doch verfolge bereits das selbe Ziel – einfach Reisen ohne Gedanken an Geld verschwenden zu müssen. Ist das so falsch? Dass man einfach nur frei sein will und das Leben leben will? Ist das so verkehrt? Wie soll ich die Sache angehen? Ich bin jung und habe zeit, doch ich kann nicht mehr.. der Drang, der Wunsch ist viel zu groß..

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    Sonja
    18. März 2016 um 17:35

    Das hast du sehr schön geschrieben! Ich bin total auf deiner Seite! Was braucht man schon! Ich ziehe jedenfalls unsichere Zeiten einem 0815 Job vor. Da hat man mehr Freiheiten, manchmal auch mehr Arbeit, aber selbstständig zu arbeiten ist schon toll! Ich habe mir jetzt eine Mexikanische Netzängematte vom http://haengemattenshop.com/haengematten/ gekauft und habe vor, diesen Sommer die Hängematte gegen meine Wohnung auszutauschen. Jetzt stehen noch ein paar Projekte an, aber ab Juni vermiete ich meine Wohnung und ziehe 2-3 Monate durch Europa herum, dort wo es mich hintreibt. Auf früheren Reisen habe ich auch in ganz Europa Freunde gefunden, die ich auf jeden Fall besuchen möchte :) Ich freu mich schon!
    Sonja

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    Birgit
    20. März 2016 um 22:58

    Ich bin Immobilienmaklerin, und habe dadurch viel Einblick in fremde Wohnungen oder Häusern. Es ist manchmal ein Grauen, was ich da zu sehen bekomme! Keller und Zimmer voll bis oben mit Sachen, meist wertloses Gerümpel. Die schlimmste Sorge meiner Kunden (in dem Fall die Verkäufer) ist, wohin sie mit Ihren „wertvollen“ Sachen sollen, wenn das Haus erst einmal verkauft ist! Oftmals stehen da aber noch die Kartons vom letzten Umzug ungeöffnet rum! Wenn ich vorsichtig andeute, dass ein Umzug eine gute Möglichkeit ist, mal auszumisten, werde ich nur entsetzt und erstaunt angesehen. Es kommt auch oft vor, dass Kunden wirklich perfekte, tolle Wohnungen nicht kaufen oder mieten, weil der Keller zu klein ist (für das Gerümpel?!). Am schlimmsten ist es, wenn Leute verstorben sind, und deren Häuser verkauft werden sollen. Dann fliegt das ganze Zeug, was die Leute in all den Jahren für viel Geld zusammen gehortet haben, auf den Sperrmüll… Das ist letztendlich nämlich das Schicksal all der Dinge, mit denen wir uns umgeben. Ich habe daraus gelernt, und hebe wirklich nur die Dinge auf, die ich unbedingt zum Leben benötige. Ich habe keinen Keller und auch keine Abstellkammer, das brauche ich nicht. Und ich bin total glücklich und zufrieden damit! Sollte ich mein Haus jedoch später einmal verkaufen wollen, wird das nicht einfach werden. Schließlich fehlt ja der Keller …. Traurig, aber wahr!

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    the travelogue (by Anna & Vanessa)
    23. Mai 2016 um 10:23

    Ganz toller Artikel! Die Sache mit dem Glück ist gar nicht so einfach… aber Geld ist nicht der Schlüssel zum Glück. Schade, dass viele immer noch so denken, nach dem Motto: „wenn ich erst mal Geld habe und mir alles leisten kann, MUSS ich doch glücklich sein“.
    Lieben Gruß,
    Anna & Vanessa

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