Die Fahrt von Fortaleza nach Jericoacoara war das Grauen! Ich hatte mich extra für die Komfort-Variante (5 Std. im Minivan für 60 BRL/27 Euro) anstelle der mindestens 8-stündigen Fahrt im lokalen Bus für 41 BRL/18 Euro entschieden und dann kam einfach viel Pech hinzu. 
Neben diversen Stopps durch die Verkehrspolizei, die stets mit großer Hartnäckigkeit versuchte, den Fahrer mit irgendeiner Strafe zu belasten, unterhielten sich die vierzehn überwiegend brasilianischen Fahrgäste zu der ohnehin schon lautstarken Forró-Musik derart angeregt, dass mir nach zwei Stunden der Kopf glühte und ich mich fragte, warum man eigentlich sein Gehör nicht abschalten kann, so wie man ja auch die Augen schließt oder sich die Nase zuhält.
 
Die Fahrt zum Strandort und Nationalpark Jericoacoara führte durch Sanddünen, die an verschiedenen Stellen unerklärlicher Weise mit Eseln bestückt waren. In meinem Reiseführer stand nur etwas von einem ehemliagen Hippie-Ort, in dem bis heute noch Kühe frei herumlaufen… Von Eseln war da keine Rede. Jedenfalls ein etwas seltsamer Anblick, an den man sich aber schnell gewöhnt. 

Die Fahrt dauerte dann anstatt der prophezeiten 5 1/2 Stunden letzten Endes mehr als 7 Stunden und Kopf- und Gliederschmerzen sowie eine unruhige Nacht trugen diesem unschönen Erlebnis Rechnung.   

 

 
Dafür wurde ich aber durch die Wahl der Unterkunft entschädigt. Die hübsche Pousada Atlantis wird von zwei sehr netten Russinen geführt und liegt auf der Rua das Dunas in Strand- und Dünennähe. Der Preis ist mit 80 BRL/35 Euro pro Nacht und Zimmer fast unschlagbar, da auch gerade die beliebte Karnevalszeit mit entsprechend hohen Übernachtungs-Preisen beginnt (Preise liegen hier z. Zt. zwischen 55-1.300 Euro pro Nacht) und die 200 Pousadas im Ort fast gänzlich ausgebucht sind. 
 

Pousada Atlantis

 
Internet ist zwar auch bis in diesen kleinen Ort vorgedrungen, allerdings ist das ziemlich langsam. Und das gerade jetzt, wo ich weitere Planungen und Recherchen betreiben muss. Das Atlantis konnte mich leider nur eine Nacht unterbringen und die nächste Nacht verbringe ich in einer anderen Pousada. Mein Aufenthalt für die weiteren beiden Nächte in Jeri steht noch in den Sternen.

Jetzt geht es aber erstmal an den Strand zur sagenumwobenen Düne.

 
 
Ab etwa 5 Uhr nachmittags pilgern hier täglich hunderte von Menschen hoch, um den Sonnenuntergang zu bewundern. Den Aufstieg habe ich mir allerdings für morgen aufgehoben und bin nur kurz den Strand entlang gelaufen, der erstaunlich ruhig war für die – wenn auch nur kurzfristige – Hochsaison. Der Strand gehört übrigens zu den Top 10-Stränden Brasiliens, was ich mir aufgrund der ungewöhnlichen Lage inmitten der Sanddünen gut vorstellen kann. 

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