Schon wieder Sonne! Diese für mich erfreuliche Feststellung ist für viele Einheimische hier in Sri Lanka – besonders für die Farmer und Bauern – überhaupt nicht lustig. Sie warten sehnlichst auf Regen, denn der Monsun hätte längst beginnen müssen. Um 9 Uhr ging es los. Mein Tuktuk-Fahrer Sarath ist mir am Vortag mit seiner angenehm unaufdringlichen Art derart ans Herz gewachsen, dass ich die Reise nach Ella mit ihm antreten wollte, allerdings natürlich nicht mit dem Tuktuk.  

Diese alles in allem etwa 8-stündige Tour ist zwar alles andere als günstig für eine Einzelperson, aber in Anbetracht der Tatsache, dass ich mit diesem Betrag einen zweifachen Familienvater ein wenig unterstützen kann, habe ich mich zu dieser Transportart durchgerungen.

(c) Google Maps

Die Fahrt entlang der Küste ging zunächst Richtung Südosten an vielen großen Villen und luxuriösen Hotels vorbei. Während der Lonely Planet den Ort und Strand Tangalla empfiehlt, fand ich Mirissa wesentlich eindrucksvoller und schöner. Vorher hielten wir aber noch an einem Leuchtturm (ich glaube in Weligama) an, den ich weniger spektakulär fand als die Umgebung!

Der nächste Stopp galt einem Tempel mit einer riesigen Buddha-Statue, die ca. 15 m hoch ragt. Wieder wurde ich mit 200 LKR zur Kasse gebeten und innerhalb des Tempels wollte mir jeder noch ein Glücksbändchen oder andere Dinge andrehen, die mich zu einer weiteren Spende veranlassen sollten. Selbst bei der größten Gelassenheit fängt man ab einem gewissen Moment an, auf derartige Angebote grantig zu reagieren – auch, wenn die Damen und Herren immer mit einem warmen und herzlichen Lächeln auf einen zukommen.

Auf der Weiterreise kamen interessante Tiere ins Spiel. Sarath hielt plötzlich an einem See an und machte mich auf zwei riesige Warane aufmerksam. Diese beiden Echsen hatten eine beeindruckende Größe bzw. Länge von mehreren Metern und sind wohl auch nicht ganz ungefährlich, wenn sie einen mit ihrem Hinterteil erwischen. So war zumindest Saraths Aussage… im Nachhinein habe ich nachgelesen, dass sie Gift ausschließlich über einen einzigen Biss übertragen können.

Weiter im Inland kamen wir an Bäumen vorbei, in denen hunderte von Flughunden hingen. Ein ungewöhnlicher Anblick, da man die herkömmliche Fledermaus schließlich nur in dunklen Höhlen oder Gemäuern kennt. Mehr konnte mir Sarath dazu auch nicht erklären und weitere Informationen bleiben nachträglich zu recherchieren. In jedem Fall aber ein beeindruckendes Erlebnis.

Ursprünglich wollte ich eine Tour durch den Uda Walawe Nationalpark gemacht haben. Da mich dies aber zu viel Zeit und Geld gekostet hätte, habe ich mich auf den Kompromiss eingelassen, Elefanten auf dem Weg entlang der Straße – die durch den Nationalpark führt – zu beobachten.

Die Landschaft des Nationalparks sah toll aus. Aber auch hier wird in den Seen das Wasser knapp, der Monsun lässt auf sich warten.

Nach einem kurzen Lunch-Zwischenstopp kamen dann auch Elefanten ins Blickfeld. Ich hatte mich vorher schon gefragt, warum sie sich wohl am Straßenrand aufhalten würden und die Antwort bekam ich jetzt. Einheimische füttern sie regelmäßig und verkaufen dann Obst an Touristen, obwohl das Füttern der Tiere verboten ist. Dass die Dickhäuter sich natürlich lieber ihr Futter vor die Füße werfen lassen als sich selbst im Park etwas zu suchen, ist wohl klar – aber nicht Sinn der Sache!

Gegen fünf Uhr kam ich dann endlich in Ella in meinem Hostel an. Der Sunnyside Holiday Bungalow erwies sich als tolles und sehr gepflegtes Haus mit einigen wenigen Gästezimmern, die schlicht, aber doch geschmackvoll eingerichtet waren. Meine Gastgeber, ein singhalesisches Ehepaar, waren unglaublich nett!

Jetzt hieß es aber erstmal noch schnell das Zugticket für morgen besorgen, der Bahnhof ist glücklicher Weise nur wenige Gehminuten entfernt.

Die Railway Station Ella wirkte verlassen, es fahren nur wenige Züge hier entlang. Der eine fährt Richtung Colombo über Kandy und der andere Richtung Badulla, beide nur wenige Male am Tag.

Mein Zug nach Nuna Oya (Richtung Colombo) – die nächstgelegene Station zu meinem Zielort Nuwara Eliya – hat drei Klassen und zudem einen sogenannten Observatory Wagon, der eine besonders große und gute Aussicht am Zugende bietet. Letzterer war leider schon für den morgigen Tag ausgebucht, so dass ich ein 1. Klasse Ticket buchen musste für 1.000 LKR (6,50 Euro).

Morgen früh um 9.45 Uhr geht es los und dann wird hier sicher wesentlich mehr los sein. Ich bin schon sehr gespannt, diese Zugfahrt soll sagenhaft sein!

Leider blieb mir nun nicht mehr viel Zeit, um Ella zu erkunden. Der Ort an sich ist relativ klein und die Main Street ist vollgestopft mit Touristen, Restaurants und kleinen Kiosks für Snacks, Getränke und sonstigen Kleinkram.

Eigentlich wollte ich zwei Nächte hier bleiben und einen Ausflug unternehmen. Da mein Guesthouse nur die eine Nacht frei hatte, entschied ich mich für die direkte Weiterreise nach Nuna Oya.

Die Main Street hat man ziemlich schnell abgeklappert. In meinem gemütlichen Heim für diese Nacht werde ich mich daher noch mit der Planung für die kommenden Tage beschäftigen. Die schönen Lichteffekte in meinem Zimmer kommen übrigens durch eine Lampe aus einer speziell geschnitzten Kokusnuss – sehr zu empfehlen.

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