Inseln Mauritius Roadtrips

Ganz Mauritius an einem Tag

Da war er nun, der gefürchtete letzte Reisetag. Und das auf einer Insel, von der ich bisher noch nicht wusste, ob sie mögen sollte oder nicht. Die Tage im Norden waren ja ganz nett, boten aber nicht das Inselparadies, wie es in Reiseführern und Magazinen angepriesen wird.
Überraschend erfreulich wiederum konnte ich eine gewisse Ursprünglichkeit feststellen, mit der ich in diesem Ausmaß überhaupt nicht gerechnet hätte. Ich hatte schließlich durch Erzählungen und Berichte anderer ein Bild vor Augen, das eine extrem touristische und von Hotelbunkern übersäte Insel zeigte. Nun sollte ein anderer Teil der Insel Licht ins Dunkel bringen…
 
Von Pereybere im Norden, wo ich die letzten drei Tage verbracht hatte – und wo es sich übrigens absolut entspannt leben ließe -, würde ich heute gen Süden aufbrechen. Am Abend müsste ich in Mahébourg eintreffen, der zweitgrößten Stadt auf Mauritius in unmittelbarer Nähe des internationalen Flughafens. 

Auf dem Weg Richtung Louis, die im Westen der Insel liegt, ragte plötzlich eine kleine Retortenstadt aus dem Nichts hervor, die aus einer riesigen Shopping-Mall bestand.

Zwar waren draußen hunderte Parkplätze belegt, aber das Gelände wirkte mit den Glasfassaden dennoch steril und irgendwie verlassen. Hier sollen wohl kaufwütige Touristen zufrieden gestellt werden, die in den kleineren Orten nicht ausreichend auf ihre Kosten kommen. Viele Läden in der Mall standen allerdings leer und von einem Besucher-Ansturm konnte keine Rede sein. Bis auf ein paar Shops wie Lacoste & Co. waren die Klamotten völlig unspektakulär.

Wenigstens in Sachen Essen kam man hier voll und ganz auf seine Kosten. Monströse Food-Courts warteten mit Cafés, Restaurants und Supermärkten auf. 


Nach einigen Makis und Nigiris kam so langsam das Gefühl in mir hoch, dass mir die Zeit davon lief. Es war schon Mittag und ich war noch nicht einmal in Port Louis angelangt. Und selbst danach standen mir noch mehrere Stunden Fahrt bevor.

Dann kamen endlich die Strände und Straßen zum Vorschein, die ich mir erhofft hatte. Wenig touristische, saubere Strände mit Blick auf ein türkisfarbenes Meer, grüne Wälder im Hintergrund und ein Eismann, der auf den Parkplätzen wild hupend auf Kundschaft hoffte.

Zur Hauptstadt Port Louis wurde ich im Vorfeld von mehreren Seiten vor einem extrem schlimmen Verkehr und grausamen Staus gewarnt. Entweder war ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort oder es war schlichtweg Glück, dass ich relativ leere Straßen und keine Spur schlechter Verkehrsbedingungen vorfand.

Ich durchfuhr die gefühlte halbe Stadt, fand jedoch kein Plätzchen, das mich zum Aussteigen und Besichtigen bewegte und fuhr weiter Richtung Süden. Dem bekannten Ort Flic en Flac, der als populäre Ausgangsbasis für Tauchausflüge gilt, wollte ich unbedingt einen Besuch abstatten. 

Die lokalen Busse haben auf dieser Insel eine zentrale Bedeutung.
Irgendwann musste es dann auf dieser Reise auch mal passieren, dass ich mich restlos verfuhr und landete am Ende irgendwo im Wald im Off. 
Dank Handy-Navigation wieder zurück in der Zivilisation angelangt, erreichte ich alsbald mein nächstes Ziel Flic en Flac. Die dorthin führende Straße wirkte mit den Zuckerrohrfeldern am Straßenrand und Blick auf den weiten Ozean vielversprechend. 

Ich hatte mich bei der vorherigen Planung gegen einen längeren Aufenthalt in diesem Ort entschieden, da ich viele unzufriedene Bewertungen über dieses Strandörtchen gelesen hatte. Und Tauchen schied bei mir leider diesmal wegen nerviger Rückenschmerzen aus.

Obwohl ich mich nicht lange dort aufhielt, konnte ich die negative Einstellung mancher verstehen, da sich hier Hotelbunker auf engstem Raum befanden und ansonsten wenig Infrastruktur vorhanden zu sein schien.

Je mehr ich Richtung Süden fuhr, umso besser gefiel mir die Insel. Es reihten sich einige „scenic routes“ an der Küste mit einigen wunderschönen Plätzen und Stränden aneinander, bei denen eine Entscheidung schwer fiel, wo man sich nun niederlassen wollte.

Im südlichen Teil der Region Black River erschien irgendwann die Insel Ilot Fourneau am Horizont. Gerade geparkt, kamen mir auf der Straße auch schon einige fröhliche Einheimische neugierig entgegen. Familien saßen hier gemütlich vor ihren Häusern oder am Strand zum Picknick. 

Ich war unglaublich froh, dass sich der vermeintliche Massentourismus nicht über die ganze Insel erstreckte. Leider reichte die Zeit nicht mehr, um den Nationalpark zu besuchen. Die Sonne würde hier schon früh untergehen und ich wollte nicht gezwungen sein, in der Dunkelheit in der Stadt Mahébourg nach meinem Hostel suchen zu müssen.

Küstenstraßen mit Traumstränden.
Kurz vor Sonnenuntergang erreichte ich endlich Mahébourg. Mein Hostel 3D International Tourist Home war alles andere als hübsch eingerichtet, aber funktionell – und das war entscheidend für die letzte Nacht. Einer der Mitarbeiter zeigte mir sogar noch kurz ein paar der Sehenswürdigkeiten in der Umgebung.

Obwohl ich nicht mehr viel von dieser Stadt kennen lernen konnte, findet hier offensichtlich noch ein ganz normales Leben statt. Hunde, die ununterbrochen bellen, laute Gesänge von Muslimen, die aus den Häusern dringen, und ältere Männer, die sich abends auf der Straße zum Plausch versammeln, geben mir endlich wieder das Gefühl, mittendrin zu sein.

Nur leider heißt es bereits morgen früh Abschied nehmen. Etwa zwölf Flugstunden trennten mich noch von der deutschen Heimat und so würde ich die Insel mit einem weinenden Auge verlassen, die ich nach den heutigen Erlebnissen gerne noch besser kennen gelernt hätte. Aber vielleicht gibt es ja ein Wiedersehen… Bis bald!

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12 Kommentare

  • Antworten
    Britta
    27. April 2013 um 8:01

    Oh mein Gott, das sieht ja traumhaft aus! Also die Hauptstadt wäre jetzt vielleicht nicht so mein Ding, aber die Strände sind toll. Also, da kann man verstehen, dass man eine Hochzeitsreise dorthin wählt. Schade, dass du nicht tauchen warst, hätte mich interessiert, wie das auf Mauritius ist. Ach ja- tolle Fotos!! :)

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    • Antworten
      Ute
      1. Mai 2013 um 16:18

      Hallo Britta, vielen Dank und ich bin im Nachhinein auch wirklich traurig, dass das mit dem Tauchen nicht geklappt hat. Aber dadurch gibt es vielleicht ein nächstes Mal. Liebe Grüße, Ute

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  • Antworten
    Mauritius Expertin
    29. April 2013 um 6:48

    Kaum zu fassen was du alles an einem Tag unternommen hast :) tolle Bilder! Was ich dir aber auf jeden Fall für deinen nächsten Besuch auf Mauritius raten kann, sind hiking Touren zu Wasserfällen im Landesinneren. Dort kannst du von den Wasserfällen springen oder auch einfach nur schwimmen ;)
    Wirklich schade, dass es mit dem Tauchen nicht geklappt hat… Mauritius hat eine unglaubliche Unterwasserwelt anzubieten, ganz besonders empfehlenswert ist Blue Bay im Süden under schönste Strand der Insel ist Pointe d’Esny…
    Also Mauritius wartet auf ein Wiedersehen :)
    Sonnige Grüße aus Mauritius!

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    • Antworten
      Ute
      1. Mai 2013 um 16:20

      Hallo, was genau verstehst du unter dem Landesinneren? Ich habe von Wasserfällen im Reiseführer nichts gelesen… Vielen Dank auch für die guten Tauch-Infos, das spornt an für ein Wiedersehen ;)

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      • Antworten
        Mauritius Expertin
        10. Mai 2013 um 5:37

        Hi Ute :) Also die Tamarin Waterfalls gibt es im Südwesten der Insel, hier machst du eine Wanderung oder Kletterst teilweise und siehst 7 Wasserfälle. Dann gibt es im Süden des Landes die Rochester Falls, in dem kannst du ebenfalls schwimmen und auch runter springen.
        Das ist ein Abenteuer wert! ;)
        Also auf jeden Fall ruft hier ein Wiedersehen!
        Sonnige Grüße aus Mauritius

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  • Antworten
    Petra
    1. Mai 2013 um 10:31

    Wow, einfach traumhaft! Würde ich am liebsten sofort hin… Bin schon so gespannt, wo deine nächste Reise hingeht! Schon Pläne? :))

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    • Antworten
      Ute
      1. Mai 2013 um 16:22

      Hi Petra, ich würde auch gern gleich wieder los. Pläne habe ich so einige. In Kürze gibt es einen Camping-Roadtrip und in einigen Wochen Zentralasien, bald mehr in meinem Blog. Schonmal nach Schlangen-Gewöhnkursen geschaut? ;) Liebe Grüße

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  • Antworten
    Heiner Kämpken
    5. Mai 2013 um 1:40

    Hallo Ute,
    Glückwunsch zu Deinem tollen Artikel.
    Ich war vor Jahren auf Mauritius(allein) und war
    fasziniert von den Traumstränden und der natürlichen
    Gastfreundschaft der Bewohner.Ich hatte meinen Mauritius-
    Abstecher seinerzeit mit meiner weltweiten Freizeitpark-Tour
    verbunden.
    Herzliche Grüsse
    Heiner Kämpken
    http://primafreizeitparks24.com

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  • Antworten
    Jutta
    31. Dezember 2013 um 1:31

    Die Wasserfälle wurden ja oben schon genannt: Die haben uns – wir waren vor einigen Jahren als Familie auf Mauritius unterwegs – wirklich gut gefallen: Versteckt zwischen Zuckerrohrfeldern, irgendwo auf den Anhöhen, schön zum Wandern. Mir hat das Fleckchen „Terre de sept couleurs“ gut gefallen: Kleine kahle Hügel inmitten üppiger Vegetation, die durch Mineralablagerungen in unterschiedlichsten Farben leuchten. Sonnige Grüße,
    Jutta

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    • Antworten
      Ute
      31. Dezember 2013 um 6:03

      Danke für die ergänzenden Tipps, hört sich toll an! Ich seh‘ schon, ich muss da nochmals hin :)
      Liebe Grüße zurück!

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  • Antworten
    Ferienunterkünfte mauritius
    22. Februar 2014 um 1:19

    Stimme mit Ihnen überein, ist Mauritius ein schöner Ort für einen Aufenthalt im letzten Jahr ging ich für einen Urlaub mit Freunden, liebe das Essen und besonders die Stelle, die wir für unseren Urlaub gemietet. Es hatte einen perfekten Sonnenuntergang und Sonnenaufgang Fluss Blick und Nahrung der Insel war einfach nur geil, es war unsere Gruppe beste Reise bis heute.

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  • Antworten
    Bolle
    28. Mai 2016 um 12:52

    Haben vor ein paar Tagen super günstige Flüge von Kuala Lumpur nach Mauritius geschossen (nur 200 Euro pro Person). Freuen uns wahnsinnig auf 2 Wochen Mauritius <3

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