Mit Sonnenstrahlen und lautem Vogelgezwitscher begann der Morgen in meinem schönen Bungalow in Palm Beach. Da ich mich bereits bei der Reiseplanung gegen eine Tauch-Exkursion am Great Barrier Reef entschieden hatte und weder Sonnenanbeter noch Strand-Lieger bin, gibt es für mich in dieser Region ein angenehm überschaubares Angebot an Ausflugsmöglichkeiten.

Nachdem ich erst nicht aufstehen wollte, setzte mich meine Gastgeberin Nancy mittags mit dem Auto im Ort Kirra an der Grenze zu New South Wales ab. Von dort aus bin ich den Strand entlang zurückgelaufen, dessen Promenade mit Surf-Shops, netten Restaurants und Cafés bestückt ist.

Auf dem Rückweg lag auch das Currumbin Wildlife Centre, das für mich eine ganz besondere Attraktion zu bieten hat: Kängurus zum Anfassen und Füttern! Der Eintrittspreis 49 AUD (40 €) ist stattlich, ab 15 Uhr kommt man Gott sei Dank für eine geringere Gebühr von 24,50 AUD (20 €) rein und hat zudem den Vorteil, dass es nicht mehr so überfüllt ist. Alle Gehege haben eine akzeptable Größe und verursachen kein schlechtes Gefühl, wie man es von so manchem Zoo kennt.

Die Kängurus scheinen hier ein entspanntes Leben zu führen. Sie beachten einen grundsätzlich nicht, nehmen aber trotzdem Futter oder Blätter an. Sie sind nicht ängstlich und wahrscheinlich mehr als gut genährt durch all die Besucher, die mit den Tieren auf Tuchfühlung gehen möchten. Schlafen können Kängurus offenbar in jeder Lage, viele räkeln sich auf dem Rücken und strecken dabei ihre Beine gelassen von sich.

Dadurch, dass mit einem Känguru kein Blickkontakt entsteht, gerät man auch nicht in Versuchung, in eine Knuddel-Aktion zu verfallen, wovon man allerdings auch von den zahlreichen aufmerksamen Volunteers abgehalten werden würde. Besonders die Baby-Kangurus im Beutel ihrer Mutter sind unglaublich, wenn sie Kopf und Füße gleichzeitig aus der nicht gerade großen Öffnung herausstrecken.

Insgesamt ein tolles Erlebnis, was durch weitere außergewöhnliche Pflanzen und Tiere wie Dingos, Stachelschweine, Krokodile, Baum-Kängurus, laute Papageien und andere farbenfrohe Vögel abgerundet wurde. Koalas hingen ebenfalls entspannt in den Baumkronen, die Füße von sich gestreckt und zwischendurch mal am Po gekratzt oder ein Blatt in das kleine Maul gestopft.

Nach dem Vogelgehege machte ich mich auf den Weg Richtung Ausgang. Dort warteten Horden von Sittichen und Papageien, die sich von den Besuchern füttern ließen und dafür sogar auf die Hand flogen. Die Australier scheinen sehr serviceorientiert, familienfreundlich, hilfsbereit und tiefenentspannt zu sein. Kein Wunder bei diesem fantastischen Wetter und der tollen Lage hier in unmittelbarer Strandnähe. Ich fühle mich jedenfalls schon nach einem Tag hier pudelwohl.

Mit dem Bus fuhr ich von Currumbil vorbei an Palm Beach nach Burleigh Heads, dem vermeintlichen In-Viertel der Gold Coast. Vielleicht bin ich in den Ort nicht tief genug eingedrungen, aber ich konnte dort nichts besonders Aufregendes entdecken. Ganz im Gegenteil: Die Geschäfte schließen hier bereits um 17 Uhr, wodurch ich mir für Klamotten & Co. die Nase an den Schaufenstern plattdrücken musste.

Das für Partys berüchtigte Surfers Paradise im Norden habe ich mir nach dieser ernüchternden Erfahrung erspart und nahm den Bus zurück zu meinem Heim. Eine Busfahrt kostet übrigens 4,60 AUD (3,70 €), was ich – wie viele andere Dinge auch – ziemlich teuer finde. Wie immer steht mir auch bei dieser Reise nicht so viel Zeit zur Verfügung und ich muss den Ort schon morgen wieder verlassen.

Ein letzter Besuch des Strands bei Sonnenuntergang lässt Vorfreude auf die weiteren Destinationen in Australien aufkommen. Da ich mich überwiegend an Küsten und auf der Insel Kangaroo Island aufhalten werde, hoffe ich auf viele schöne Sonnenuntergänge dieser Art.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*