Brasilien

Jeri Tour: Passeos Park Nacional – Lagoas – Preá

Meine Tour begann um 9 Uhr vom Hostel Tirol mit drei weiteren Brasilianern. Gott sei Dank konnte einer von ihnen Englisch und mir dadurch die Informationen des Guides übersetzen. Tagestouren werden in Jeri an jeder Ecke angeboten und unterscheiden sich weder preislich noch inhaltlich (Kosten ca. 40-50 R$). 

Und so starteten wir mit der für meine Begriffe zumindest optisch unspektakulären Felsformation Pedra Furada, die zudem aufgrund der Feiertage völlig überlaufen war. Weiter ging es am Strand entlang durch den bei Kite-Surfern beliebten Ort Preá zur blauen Lagune „Lagoa Azul“. Aus der Ferne sah diese Lagune sehr idyllisch aus und das klare Wasser lud dazu ein, bis zum anderen Ufer zu schwimmen anstatt sich auf das Boot zu quetschen. Die große Anzahl der Buggys und Geländewagen auf dem Parkplatz ließ allerdings schon vermuten, dass es dort nicht so leer sein würde wie es aus der Ferne den Anschein machte. Und ich sollte Recht behalten…

Dort tummelten sich hunderte von Menschen. Witzig waren die Tische, Stühle und Sonnenschirme im Wasser, die aber leider schon alle belegt waren. Einer aus unserer Gruppe begann nun mit der ersten Bier-Bestellung, es war schließlich „schon“ 11 Uhr morgens. Der Preis pro Flasche schlug mit 9 R$, ca. 4 Euro zu Buche, was ihn allerdings nicht davon abhielt, im Laufe von 1 1/2 Stunden drei Flaschen zu bestellen.

Jericoacoara TourWeiter ging die Fahrt zur nächsten Lagune namens „Paraiso“ (Paradies). Das klang vielversprechend! Und tatsächlich bot sich auch hier wieder ein karibischer Anblick: türkises Wasser, Hängematten und Sonnenschirme aus Stroh. Leider versprachen die dunklen Wolken nichts Gutes, was meine drei brasilianischen Mitreisenden allerdings nicht aus der Ruhe brachte. Sie bestellten wieder Bier und frittierten Fisch, der – so wurde es uns gleich angekündigt – mindestens eine Stunde brauchen würde, bis er bei uns auf dem Teller landet.

Nachdem wir hier drei mir unendlich erscheinende Stunden verbrachten, folgten auf dem Rückweg nun weniger eindrucksvolle Plätze: Lagoa do Coracao (ein See mit Sandboarding-Option), the Lazy Tree (ein verrückt gewachsener Baum) und der Jericoacoara Nationalpark, der weitestgehend aus Sand und Dünen besteht. Glücklicher Weise begann es erst gegen Ende der Tour zu regnen. Der biertrinkende Brasilianer war inzwischen so betrunken, dass er nur noch lachte – egal was man sagte. Als der Regen stärker wurde, ging es nach dem Lazy Tree schnell zurück in Richtung Heimat. Ich hatte auch ehrlich gesagt genug gesehen, die Hitze und der starke Wind während der Fahrt über viele Stunden hinweg waren nicht ohne. Außerdem musste ich mich nun endlich um meine Weiterreise kümmern.

Bildschirmfoto 2016-03-27 um 17.13.51

Für die Reise nach Sao Luis hatte ich mir überlegt, in einer 3-Tages-Tour das Parnaiba Delta und die Lençóis Maranhenses „Ruta Emociona“ zu bereisen, zwei sehr schöne Naturschutzgebiete. Allerdings erhielt ich von Touranbietern bisher entweder Absagen (ausgebucht wegen Karneval) oder gar keine Antwort, wodurch ich die Route jetzt selbst organisieren muss. Somit sollte meine erste Fahrt morgen früh von Jericoacoara nach Parnaiba gehen. Von der Busticket-Agentur erhielt ich dann aber die Nachricht, dass morgen wegen Karneval kein Transfer dorthin stattfinden wird. Das bedeutete, dass ich erst einen Tag später fahren konnte und mein Vorhaben ändern musste, denn am Freitag geht definitiv mein Flieger nach Salvador. Ich suchte Hilfe bei Frank, dem Besitzer der Pousada SurfingJeri. Er organisierte mir gleich das entsprechende Busticket und erklärte mir, dass es momentan nicht die richtige Zeit ist, um die Lençóis Maranhenses zu besuchen. Er schrieb mir noch die weiteren Details zu meiner Weiterreise nach Sao Luis auf und ich konnte mich jetzt wieder entspannt auf einen weiteren Tag in Jeri freuen.

Natürlich ging es abends wieder rauf auf die Düne in der Hoffnung, dass der Sonnenuntergang diesmal besser werden würde. Die drei Brasilianer aus dem Hostel Tirol hatten mich netter Weise zum BBQ-Abend eingeladen, freue mich schon!

 

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