Brasilien

Jericoacoara and Capoeira

Ein Tag der Umzüge. Das ständige Sachen packen nervt, zumal ich heute Mittag meine neue Unterkunft auf der Rua Sao Francisco bezogen habe und schnell feststellen musste, dass sie nach Schimmel und üblem Muff roch. Das war echt nicht auszuhalten, zumal der Raum auch sehr klein mit Ausblick auf eine Mauer war. 

Glücklicher Weise fand ich gleich zwei Häuser weiter ein Zimmer für ebenso günstige 80 BRL und jetzt musste ich nur noch mein Geld für die Muff-Bude zurück bekommen. Der Besitzer meinte, der komische Geruch käme vom neuen Bett, aber das machte die Situation für mich nicht besser. So einigten wir uns einvernehmlich auf 20 BRL Gebühr und den Rest meines Vorschusses gab er mir zurück.

Meine neue Pousada namens Dos Corais ist richtig nett, mit einer schönen Terrasse im Obergeschoss mit Hängematten und anderen chilligen Liegemöglichkeiten. Als ich mein neues Zuhause betrat, kam Fernando gerade aus seinem Zimmer und begrüßte mich mit den Worten, dass dies wohl Coincidence (Zufall, Fügung) sei – für mich aber war es großes Pech! Er war einer der nervigen und lauten Mitreisenden auf der Busfahrt von Fortaleza nach Jeri und hatte mir einen Großteil der 7-stündigen Fahrt die Ohren vollgelabert. Bevor ich mir Ausreden überlegen konnte, fragte er mich auch schon, ob ich Lust auf ein gemeinsames Abendessen hätte… Mit der Begründung, dass ich erstmal auspacken müsse, entschwand ich schnell und verbrachte den Rest des Tages im Ort, am Strand und auf der Düne.

Jericoacoara Reiseblog
Ich hatte noch nicht erwähnt, dass der Ort hier sicher und ungefährlich ist, also auch seine Sachen könnte man z. B. am Strand liegen lassen, wenn man im Meer baden geht. Das Wasser hat teilweise Badewannen-Temperatur und ist dadurch etwas gewöhnungsbedürftig.

Am späteren Nachmittag zeichnete sich bereits durch dunkle Wolken wieder ab, dass dies kein fantastischer Sonnenuntergang werden wird. Dafür gab es aber wieder eine schöne Darbietung am Strand, heute Capoeira! Das ist eine brasilianische Kampfkunst, die aus einer Kombination aus Tanz und Musik besteht, seht hier das Video.

Da schaut Frau schon gerne hin, das kann selbst ich nicht leugnen. Die Atmosphäre am Strand ist hier besonders abends klasse – aus allen Ritzen ertönt brasilianische Musik und kleine Fressbuden bieten Cocktails und Snacks für auf die Hand an. Immer noch auf der Flucht vor dem klettenden Fernando setzte ich mich also in ein kleines Restaurant in der Nähe meiner Pousada und probierte auch hier einen Caipirinha und Ceviche (roher Fisch in Limettensaft). So kann ich nun sagen, dass es in Brasilien bisher regional keine Unterschiede bei den Caipis gibt, sie schmecken alle vorzüglich – aber sie sind wesentlich stärker als unsere deutschen!

Jericoacoara DüneSpät am Abend zurück in der Pousada, hörte ich Fernando auch schon oben auf der Terrasse und verschwand schnell in meinem Zimmer. Er klopfte später an meine Zimmertür, aber ich hatte schon das Licht ausgeschaltet und tat so, als ob ich schlafen würde. Das Ausgehen ist hier übrigens gänzlich anders als bei uns in Deutschland: Man schläft abends bis etwa Mitternacht und geht erst dann aus zum Feiern bis in die Morgenstunden. Mittags steht man auf und alles beginnt von vorne.

 

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2 Kommentare

  • Antworten
    lara
    8. April 2015 um 6:49

    auch wieder so ein unglaublich toller Reisebericht von dir! es macht mir echt großen Spaß, in deinem Blog zu stöbern. Was du da machst ist eine echt tolle Leistung und einfach nur bewundernswert, weiter so! dein Fan Lara aus Hintertux

    • Antworten
      Ute
      9. April 2015 um 7:59

      Hallo liebe Lara,
      freut mich sehr, vielen lieben Dank für das tolle Kompliment!
      Viele Grüße!!
      Ute

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