Um halb fünf morgens am Busbahnhof Sao Luis angekommen, blieb nun nur zu hoffen, dass meine Pousada schon geöffnet und ein Zimmer frei hatte. Die Taxifahrt vom Busbahnhof bis zur historischen Altstadt kostete 22 R$ (8,50 €) und ich hatte Glück – der Nachtportier ließ mich rein und gab mir ein Zimmerchen, in dem ich mein Schlafdefizit aufholen konnte. 

Duftender Kaffee stieg mir am späten Morgen in die Nase, wonach ich mich schlaftrunken in den Frühstücksraum begab. Als meine Augen langsam ihre Standardgröße erreichten, konnte ich mich an der schönen Einrichtung meiner Unterkunft erfreuen!

Die Pousada Portas da Amazonia, deren Mauerwerk aus dem 19. Jahrhundert noch vollständig erhalten ist, liegt in einer schmalen Gasse zwischen kleinen bunten Häusern im Herzen der historischen Altstadt. Ich wusste bereits, dass die Fahrt nach Sao Luis strapaziös werden würde und hatte daher eine etwas bessere Unterkunft gebucht (ca. 50 Euro/Nacht). Der Preis ist auch absolut gerechtfertigt, denn das im Kolonialstil eingerichtete Haus ist wunderschön und verfügt im Innenhof über riesige Palmen und schattige Plätzchen zum Entspannen. Und das bombastische Frühstück bietet alles, was das Herz begehrt… zum ersten Mal seit zwei Wochen Rührei! Von Kuchen und Teilchen versuche ich mich bereits seit geraumer Zeit fernzuhalten, um nicht eine ähnlich rundliche Körperform zu bekommen wie die der hier lebenden Brasilianerinnen.

Sao Luis KolonialstilDie historische Altstadt von Sao Luis, die als die portugiesischste Stadt des Landes gilt, ist bekannt für ihre Kolonialarchitektur aus dem 18. und 19. Jahrhundert und gehört mit ihren über 1.000 Häusern zum Unesco-Weltkulturerbe. Auffällig sind besonders die bunten sogenannten Azulejo-Kacheln an vielen Häusern. Viele der schönen Bauten sind allerdings zerfallen und unbewohnt.

Nach zwei Stunden Rundgang durch gefühlt alle Gassen dieser Stadt bin ich der festen Überzeugung, dass ich alles gesehen habe und verbringe den Rest der Zeit in meiner Pousada mit Schreiben, Organisieren usw. Einen guten Strand findet man in Sao Luis lt. Reiseführer übrigens nicht. Abends habe ich mich nochmal aufgerafft, um auch hier einmal das Nachtleben in live und Farbe zu sehen. Man hört zwar Musik aus allen Gassen klingen, jedoch habe ich den Eindruck, dass die jungen Menschen nicht hier leben und ausgehen.

Sao Luis HotelMorgen Mittag geht es bereits mit dem Flieger nach Salvador- meiner letzten Destination für diese Reise.

 

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