Kolumbien Rundreise - Die besten Tipps - BRAVEBIRD
[Ein Gastbeitrag von Christina und Liza] Zu Kolumbien sind wir in etwa so gekommen, wie man bei einer Matrjoschka die kleinste Puppe erreicht. Am Anfang stand einfach nur der Wunsch gemeinsam wegzufahren. Abwechslungsreich sollte es sein, touristisch eher unentschlossen, preislich erschwinglich. Wir landeten gedanklich irgendwann in Südamerika, der Wettergott zeigte auf den Norden des Kontinents und damit auf Kolumbien. Kolumbien? Wir wussten wenig über das Land und begannen mit unserer Recherche. Und mit jedem Tag wurde uns klarer: Wir hatten unser Traumziel gefunden!

Kolumbien Rundreise Backpacking - Reiseblog BravebirdDann kam der Tag, an dem wir mit gepackten Rucksäcken am Düsseldorfer Flughafen standen. Unsere Route hatten wir schon vorher durch mehrere Inlandsflüge grob festgelegt und das erste Hotel in Bogotá im Voraus gebucht. Aber es gab noch ausreichend Freiraum für spontane Ideen.

Unser Plan sah folgende Orte vor:

Bogotá – Zona Cafetera – Parque Nacional de Los Nevados – Medellín – Providencia (und San Andrés) – Cartagena – Santa Marta und Parque Nacional Natural Tayrona

Wir wollten möglichst viel von Kolumbien sehen und dabei ein bisschen von allem erleben, was dieses riesige Land zu bieten hat. Das ist uns – so viel sei an dieser Stelle gesagt – nur bedingt gelungen, denn Kolumbien ist 3x so groß wie Deutschland und manche Landesgebiete wie z. B. die Pazifikküste und der Amazonas haben einfach nicht mehr reingepasst. Dennoch: Wir haben viel von diesem wunderschönen und abwechslungsreichen Land gesehen: Großstädte und kleine Dörfer, Bergseen und das karibische Meer, die Anden und den Dschungel, Nationalparks und paradiesische Inseln.

Bogotá – die imposante Hauptstadt

Wir hatten viel von ihr gehört – und dabei wenig Gutes. Die Stadt sei ein riesiges, chaotisches Moloch, dreckig, arm und geplagt von Dauerregen und kalten Temperaturen. Die Erwartungen an die Hauptstadt Kolumbiens waren daher entsprechend gering, als wir nach 19 Stunden Flug endlich kolumbianischen Boden betraten. Und dann geschah etwas Unerwartetes: Die 8-Millionen Metropole begrüßte uns mit Sonnenschein und blauem Himmel. Beste Voraussetzungen also, um sich einfach treiben zu lassen.

Rundreise Kolumbien - Bogota Hauptstadt - Reiseblog BravebirdWir starten unsere Erkundungstour in der direkten Nachbarschaft unseres Hotels, in der Zona Rosa und dem Parque 93: Entspannte Stadtviertel mit Parks und Grünflächen, Restaurants, hippen Cafés, kleinen Boutiquen. Superschön! Wir tranken den weltbesten frischen Saft vom Straßenhändler und staunten über Downtown – weil es eben doch genauso aussieht wie jedes andere Geschäftsviertel der Welt: breite Straßen, moderne Wolkenkratzer, viel Stahl und Glas. Abends probierten wir das Centrico, eine Rooftop-Bar mit gutem Essen und tollem Blick über die Stadt.

Kolumbien-Rundreise - Bogota-Besichtigung - Reiseblog BravebirdEin weiterer Ausflug galt dem Süden der Stadt und damit ging es in die tendenziell ärmeren Gebiete. Denn es ist so: Die nördlichen Viertel oberhalb von La Candelaria sind eher gut situiert und sicher. Je weiter man nach Süden kommt, desto mehr nähert man sich den ärmeren Vierteln und Slums. Hier gibt es einige Straßenzüge, die man nicht nur als Tourist und nicht nur nachts meiden sollte.

Bogota Sightseeing - Reiseblog BravebirdAll das lässt sich vom Hausberg Monserrate, der über 3.100 Meter hoch ist und auf den uns die Seilbahn gebracht hat, allerdings nur erahnen. Bei diesem großartigen Ausblick beeindruckt vor allem die Größe der Stadt. Sie ist einfach unbeschreiblich riesig!

Kolumbien Rundreise - Bogota Citytour - Reiseblog BravebirdEin Kontrastprogramm dazu war eine Fahrradtour mit Bogotá Bike Tours, bei der wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu Gesicht bekamen wie den Plaza Bolivar, das Museo de Oro, die Stierkampfarena und den Parque Nacional.

Bogota Biketour - Graffitis - Reiseblog Bravebird Bogota Biketour - Graffiti Viertel - Reiseblog BravebirdAber noch viel wichtiger: Wir entdeckten auch Dinge, Menschen und Orte, die einem als Tourist eher verborgen bleiben. So durchquerten wir zum Beispiel das Rotlichtviertel der Stadt, sprachen über die vermeintliche Pressefreiheit und erfuhren, wieso überall in der Stadt Graffiti zu sehen sind. Unsere absolute Empfehlung!

Zona Cafetera – die idyllische Kaffeeregion

Es kam uns so vor, als seien wir gerade erst gelandet und schon stiegen wir wieder ins Flugzeug. Innerhalb einer Stunde landeten wir in Pereira und damit mitten in der Zona Cafetera. Es regnete. Da, wo es so unfassbar grün ist wie hier, regnet es wohl immer oder zumindest sehr häufig. Unkompliziert nahmen wir unseren Mietwagen in Empfang und schon ging es los Richtung Salento. Wir hatten ein Zimmer in einer kleinen Finca gemietet, die irgendwo im Nirgendwo zu liegen schien. Menschen gab es hier nicht, ein Handynetz auch nicht. Dafür aber umso mehr Tiere: Pferde, Kühe, Schafe, Hunde, Vögel.

Kaffeeregion Kolumbien - Rundreise Backpacking - Reiseblog BravebirdDas Dorf Salento war genauso, wie wir es uns vorgestellt hatten: Viele bunte Häuser gruppieren sich um einen zentralen Platz, die kleinen Straßen sind holprig, die Geschäfte vollgestopft, die Restaurants gemütlich. All das ist sehr schön – und bereits relativ touristisch.  Die Einheimischen stören sich allerdings nicht an den vielen Backpackern und Reisenden. Im Gegenteil: Die Kolumbianer sind sehr freundlich und herzlich. Und hier treffen wir in einem der Geschäfte sogar eine Frau, die Englisch spricht. Wir freuten uns – und redeten und redeten.

Kaffeeregion in Kolumbien - Rundreise Backpacking - Reiseblog BravebirdDer nächste Tag begann mit richtig gutem Frühstück: Im Luciérnaga Saltno Food Drinks Music Hostel gab es genau das – alles nämlich. Und das auch noch mit einer tollen Terrasse und einem großartigen Blick auf die wunderschöne Landschaft. Nach Kaffee und Kakao, Toast und Müsli machen wir uns auf ins Valle de Cocora, wo wir auf Pferden durch das Palmental reiten. Schön!!! An dieser Stelle sei gesagt: Wir sind keine Reiterinnen und das Ganze geht sicherlich auch gut zu Fuß. Aber der Weg ist weit und steil – da ist das Pferd eine echte Alternative.

Backpacking in der Kaffeeregion in Kolumbien - Rundreise Backpacking - Reiseblog BravebirdVom Pferderücken ging es zurück in den Autositz und durch wunderschöne Landschaften von Salento nach Filandia. Wenn es so regnen muss, damit ein Landstrich so aussehen kann, dann hat der Regen seine Berechtigung. Filandia war ein unerwartetes Highlight auf unserer Reise. Es ist ein bisschen wie Salento – nur kleiner, ursprünglicher, schöner. Und weil es ja manchmal einfach gut läuft, war auch unser Hostel Casa Country Finca einfach nur großartig.

Unterkunft in der Kaffeeregion in Kolumbien - Rundreise Backpacking - Reiseblog BravebirdEs ist schön gelegen, liebevoll gestaltet, hat eine Terrasse und einen Pool. Und das Beste: Die Besitzer kochen jeden Abend für ihre Gäste, sind unheimlich freundlich und hilfsbereit.

Nationalpark Los Nevados

Wir brachen auf gen Norden und damit in Richtung Parque National Natural Los Nevados. Der Nationalpark liegt in den Anden auf 4.500 Metern Höhe, ist mit einer Größe von 380 km² riesig und umfasst einzigartige Landschaften: heiße Quellen, Wasserfälle und einen See, der sich aus Gletscherschmelzwasser speist. Aber das eigentliche Highlight des Parks – und der zentrale Grund für uns, den langen Weg durch die Serpentinen auf uns zu nehmen – ist der 5.300 Meter hohe Vulkan Nevado del Ruiz.

Kolumbien Rundreise - Parque los Nevados - Reiseblog BravebirdDoch der machte uns einen Strich durch die Rechnung: Der Vulkan war gerade aktiv und durfte daher nicht aus der Nähe besichtigt werden. Zusätzlich zog Nebel auf. Was nun? Die nette Dame am Eingang zeigte uns einen Weg außerhalb des Parks, der uns an verschiedenen Seen und einem Wasserfall vorbeiführte. Von dort aus konnte man zumindest die Spitze des Vulkans sehen. Er rauchte und qualmte und das war auch schon aus der Ferne beeindruckend. Wir legten uns auf einen Felsvorsprung, genossen die Sonne, den Wind und das Rauschen des Wasserfalls.

Rundreise durch Kolumbien - Parque los Nevados - Reiseblog BravebirdAbends fuhren wir nach Manizales. Doch wo wir auch hinfuhren, ob in die Innenstadt oder in die Nähe der Universität… es gibt nur wenig spannende Architektur und kaum schöne Restaurants, interessante Bars oder gemütliche Cafés.

Auf nach Medellín

Rund 200 Kilometer, genauer gesagt 5 Autostunden, trennten uns am Morgen von Medellín. Warum das Ganze so lange dauerte? Weil es nur eine Fahrbahn gibt mit unzähligen LKWs und viele Baustellen gibt. Und weil hier definitiv der Weg das Ziel ist.

Mietwagen Rundreise durch Kolumbien - Reiseblog BravebirdImmer wieder kreuzt der Fluss Rio Cauca unseren Weg. Zwischendurch machten wir Pausen, tranken Säfte oder aßen Eis. Mal in einem gemütlichen Lokal direkt an der Straße oder in St. Barbara, einem kleinen Bergdorf mit fantastischem Blick über die grünen Berge der Kaffeeregion. Hier werden Esel noch als Lasttiere genutzt und wir waren scheinbar die einzigen Europäer, ja wahrscheinlich die einzigen Menschen hier, die kein Spanisch sprachen.

Rundreise durch Kolumbien mit dem Mietwagen - Reiseblog BravebirdHier fühlt sich Kolumbien so an, wie sich Kolumbien noch oft auf dieser Reise anfühlen wird: Anders und authentisch.

Medellín – die trendige Metropole

Bei jeder Reise gibt es Orte, auf die man sich besonders freut. Für uns war Medellín einer dieser Orte. Wir hatten vorher viel Gutes über die zweitgrößte Stadt des Landes gehört. Die einst gefährlichste Metropole der Welt und Heimat von Drogenbaron Pablo Escobar habe sich zu einer entspannten und spannenden Stadt entwickelt. Hier gaben wir unser Auto zurück und machten uns auf den Weg zu unserem Hotel Parc du Royal. Die Zimmer waren groß, das Bett bequem und das Personal super freundlich.

Medellin Kolumbien - Hotel Parc Royal - Reiseblog BRAVEBIRDDas Hotel liegt im Stadtviertel El Pablo und damit in einem der grünsten, modernsten und kreativsten Viertel der Stadt. Umgeben von zahlreichen Bäumen reihen sich Szene-Restaurants an gemütliche Cafés und kleine Boutiquen an spannende Designerläden. Wir entschieden uns für ein Frühstück im Buenavida Café. Von hier starteten wir unsere Sightseeing-Tour: Es ging zunächst zu dem kleinen, niedlichen Museumsdorf Pueblito Paisa hoch über der Stadt, dann in den schönen Parque de La Luz und anschließend mitten ins Zentrum zu den dicken Figuren des kolumbianischen Künstlers Botero auf der gleichnamigen Plaza.

Reisetipps für Medellin, Kolumbien - Reiseblog BRAVEBIRDSchließlich machen wir uns auf in den Park Arvi. Dieser ist zwar nahezu komplett gesperrt und wenig spannend – aber auch hier gilt einmal mehr: Der Weg ist das Ziel. Und dieser führt mit der modernsten Seilbahn der Welt über das Armenviertel Comuna 1 (auch Santa Domingo genannt) hinweg. Die Armut war bedrückend. Hütte reiht sich an Hütte und das Viertel breitet sich über den kompletten Berghang aus. Auch das ist Kolumbien. Und am Ende hat man doch noch einen weiten Blick über die ganze Stadt. Unbedingt machen! Abends fuhren wir mit dem Taxi zurück nach El Pablo.

Kolumbien Tour - Blick über Medellin - Reiseblog BravebirdBevor wir uns von der Stadt verabschiedeten, ließen wir uns am Nachmittag durch verschiedene, eher weniger touristische Viertel der Stadt treiben: das grüne, entspannte Laureles, das nette, aber unscheinbare Belén und das geordnete Wohnviertel Envigado. Zum Abendessen entschieden wir uns in El Pablo für das Restaurant Florez Food Garden, das sich als gute Wahl herausstellte.

Providencia – das kleine Paradies

Die kleine Karibikinsel wollten wir uns auf dieser Reise nicht entgehen lassen. Während des 20-minütigen Fluges staunten wir über die Blautöne des Meeres, die kleinen unbewohnten Inseln und überhaupt über die Schönheit der Welt. Providencia begrüßte uns mit einer Mini-Landebahn, den mit Abstand freundlichsten Flughafen-Mitarbeitern der Erde – und mit Regen. Denn wie in der Kaffeeregion gilt auch hier: So viel Grün kommt nicht von Sonne allein.

Kolumbien Providencia Karibik - Reiseblog BravebirdWir stiegen in das einzige Taxi, das vor dem Gebäude wartete und fuhren zur Fresh Water Bay. Das Häuschen von Miss Libby würde für die nächsten sechs Tage unser Zuhause sein. Und auch hier war es wieder wie bisher: einfach, echt, ursprünglich und liebenswert. Den ersten Abend verbrachten wir im Restaurant von Miss Elma direkt am Strand und ließen den Abend mit einem mit Sternen übersäten Nachthimmel ausklingen.

Kolumbien Traumstrand auf der Insel Providencia - Reiseblog BravebirdProvidencia liegt mitten im karibischen Meer: Rund 800 Kilometer trennen das zur Inselgruppe San Andrés gehörende Eiland von der kolumbianischen Küste. Näher ist es nach Nicaragua. Die meisten der 5.000 Einwohner sind Rastafaris, fast alle sprechen Englisch. So viel zu den wichtigsten Fakten. Und nun zum Rest: Providencia ist wunderschön!

Karibikseite Kolumbiens - Insel Providencia - Reiseblog BravebirdDie Insel lässt sich mit einem Roller innerhalb einer knappen Stunde komplett umrunden. Außerdem wird Providencia von Norden nach Süden von einer Bergkette durchzogen, ist felsig und sehr, sehr grün. Die Insel besteht aus Palmenwäldern, Mangroven, Kakteen, Agaven und Obstbäumen. Das Meer hat mehr Blautöne als es eigentlich geben kann, die Strände sind einsam und klein. Der Sand ist weiß, unter den Palmen liegen Kokosnüsse. Und im Meer tummeln sich Schildkröten, Seesterne und zahlreiche Fische.

Kolumbien Traumstrand auf der Insel Providencia - Reiseblog BravebirdDoch das allein ist es nicht. Es ist noch etwas anderes: Providencia ist sehr ursprünglich. Nichts auf dieser Insel ist für Touristen erbaut worden oder wurde auch nur für diese herausgeputzt. Es gibt kein warmes Wasser und keine schicken Restaurants, keine großen Hotels und teuren Boutiquen. Stattdessen gibt es hier kleine Bungalows und Plastikstühle, Meeresfrüchte und Mangos direkt vom Baum. Hier gibt’s Lagerfeuer am Strand und Reggae-Musik. Und Moskitos. Manchmal gibt es auch Internet – aber nur am Supermarkt und nur wenn es nicht regnet, nicht geregnet hat und nicht regnen wird. Also eigentlich nie. Und wenn doch, dann nur kurz und schwachem Empfang.

Providencia Kolumbien - Strände - Reiseblog BravebirdDas Erstaunliche daran: Es ist völlig egal. Weil man auf dieser Insel weit weg ist vom Rest der Welt und eben doch genau richtig. Es fühlt sich so an, als wäre man zu Gast bei Freunden – und dass Fremde eben auch nur Freunde sind, die man noch nicht kennt. Und auch wenn Providencia klein ist, gibt es einiges zu tun. Hier unsere Highlights:

Providencia Reisetipp 1 - Roller mieten - Reiseblog BravebirdAuf Providencia gibt es – bis auf besagtes Taxi und wenige Ausnahmen – keine Autos. Die Alternative: Golfcarts und Roller. Natürlich ohne Helm. Die gibt’s hier nämlich auch nicht. Da wir vergebens nach Fahrrädern Ausschau hielten und uns aufgrund der zahlreichen Hügel und der Hitze schnell gegen eine Inselumrundung zu Fuß entschieden, machten wir das, was hier alle machen: Wir mieteten einen Roller. Zum Glück. Wo sonst auf der Welt kann man ohne Helm und ohne viel Verkehr, ohne andere Autos und ohne Hektik an der Küste entlang fahren – die Sonne im Gesicht und den Wind im Haar? Klingt kitschig? Ist es auch. Schön ist es trotzdem.

Providencia Reisetipp 2 - Chillen - Reiseblog BravebirdProvidencia hat viele tolle Strände. Die schönsten liegen im Süden und im Südwesten der Insel. Sie sind völlig naturbelassen und von Palmen gesäumt. Und auch wenn die Wahl schwer fiel: Am liebsten mochten wir Manzanillo Beach. Er ist eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Hier lagen wir stundenlang im weißen Sand und ließen uns im kristallklaren Wasser treiben. Abends machten wir noch einen kurzen Stopp in Rolands Roots Bar – der einzigen (Strand-) Bar der Insel und dank des Besitzers und Namensgebers – eine echte Institution. Wir legten uns mit einem Coco Loco in der Hand in die Hängematte, guckten aufs Lagerfeuer und lauschten der Reggae-Musik.

Providencia Reisetipp 3 - Schnorcheln - Reiseblog BravebirdDirekt vor der Küste Providencias liegt das drittgrößte Korallenriff der Welt. Im Old Town waren kleine bunte Boote festgemacht und hier trafen wir Fabio, unseren Bootsführer. Zuerst machten wir einen kurzen Stopp im Nationalpark Crab Key. Der Park liegt auf einer winzigen Insel, bestehend aus einem kleinen grünen Berg voller Palmen, einem Holzunterstand und einem Steg. Wir sprangen ins türkisblaue Wasser, bestaunten Korallen, Fische und zwei Schildkröten. Unser Tipp: Früh kommen und früh gehen. Denn je später es wird, desto mehr Menschen tummeln sich dort. Zum ersten Mal und einzigen Mal wird es voll auf Providencia. Wir machten uns also schnell auf und fuhren aufs Meer hinaus. Fabio zeigte uns den besten Weg über das Riff und dann auch die schönsten und buntesten Fische. Am Ende sahen wir sogar einen Barrakuda und einen Hai. Absolut empfehlenswert!

Unsere Zeit auf Providencia verging rasend schnell. Den letzten Abend verbrachten wir nochmal im gemütlichen Restaurant Caribbean Place Donde Martin. Es gab Fisch, Pasta und ganz viel Wein, es schmeckte einfach fantastisch. Unser Tipp: Unbedingt reservieren, denn das Restaurant ist sehr beliebt. Wir blickten noch einmal auf die letzten Tage zurück. Hatten wir am Anfang noch befürchtet, sechs Tage seien zu lang, erkannten wir jetzt: Zu lang gibt es hier nicht… wir hatten uns verliebt!

San Andrés – die kleinere Insel-Alternative

Kolumbien Inselparadiese -Reiseblog BRAVEBIRDWir machen uns auf den Rückweg Richtung Festland und legen wieder einen Stopp in San Andrés ein. Dieses Mal bleiben wir länger – und zwar einen Tag. Aber es ist so, wie wenn man sich gerade von seiner großen Liebe getrennt hat: Jeder, der danach kommt, hat es schwer. So auch San Andrés. Wir mieten ein Golfcart und fahren an der Küste entlang. Wir machen Halt im Zentrum der Stadt und spazieren über die Uferpromenade. Wir setzen uns in eine Strandbar und schauen aufs Meer hinaus. Es regnet, es ist kalt und wir sind schwermütig. Wahrscheinlich ist San Andrés gar nicht so schlecht – und vielleicht sogar eine gute Alternative für alle, die den Weg nach Providencia nicht auf sich nehmen wollen, denen die Insel zu klein, zu einsam, zu teuer, zu weit weg ist. Für andere also. Nicht für uns.

Cartagena – die Perle der Karibik

Die Rückkehr führte uns aufs Festland zu Cartagena de Indias. Die Stadt begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein und hohen Temperaturen. Als wir im Maoka Boutique Hostel ankamen, war unsere Stimmung wieder bestens. Das Hostel liegt sehr zentral, das Bett ist riesig und das Beste: Eine warme Dusche.

Cartagena Hostel in Kolumbien - Reiseblog BRAVEBIRDWir machten uns auf Richtung Altstadt. Überall entdeckten wir bunte Paläste, imposante Herrenhäuser, eindrucksvolle Kirchen und kleine Klöster, romantische Innenhöfe, farbenfrohe Cafés und gemütliche Restaurants. Nahezu jedes Haus ist restauriert und verfügt über einen antiken Balkon, der mit bunten Blumen geschmückt ist. Aber: Cartagena ist touristisch. Touristischer als jede andere Stadt in Kolumbien. Aber die Stadt ist wunderschön, sicherlich eine der schönsten Kolonialstädte des Landes. Sie ist laut, fröhlich, bunt und voll.

Kolumbien - Altstadt in Cartagena - Reiseblog BravebirdAbends schlenderten wir nach Getsemani, das junge, unangepasste Viertel der Stadt, das mittlerweile fest in Hand internationaler Backpacker ist. Hier gibt es kleine Bars und günstige Restaurants, bunte Graffitis und laute Straßenmusik. An diesem Ort ist alles ein bisschen weniger ordentlich, ein bisschen weniger aufgeräumt. Wir kauften uns einen Snack vom Straßenverkäufer und setzten uns mit heißen Arepas auf die Stufen vor der Kirche auf dem Plaza de la Santísma Trinidad. In der Kirche singt ein Chor, die Menschen stehen mit Kerzen in der Hand bis draußen vor der Tür. Einfach schön.

Cartagena in Kolumbien - Rundreise - Reiseblog BravebirdNeben der Altstadt, dem Unesco-Weltkulturerbe, gab es noch mehr zu sehen. Wir schlenderten in die „äußere Stadt“. Hier leben die Einheimischen, die Straßen sind voll, es ist chaotisch. Wir blicken in Richtung Bocagrande und sehen moderne Wolkenkratzer in der Sonne glitzern. Einige Kilometer entfernt thront das Castillo de San Felipe de Barajas. Wir nehmen ein Taxi zum Mercado de Bazurto. Hier gibt’s alles und noch mehr: Fisch und Gemüse, Fleisch und Obst, Klamotten und Elektronik.

Cartagena Streetlife in Kolumbien - Reiseblog BRAVEBIRDDas Café y Libros liegt mitten in der Altstadt und hat eine große Auswahl an spanischen sowie eine kleine Auswahl an englischsprachigen Büchern. Im Hintergrund läuft leise Jazzmusik. Am Nachmittag schlossen wir uns einer Free Walking Tour an, die an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Herrenhäusern, Plätzen und Kirchen vorbeiführte. Der Guide war ambitioniert und liebte Kolumbien, Cartagena und seinen Beruf sichtbar. Eine zu empfehlende Tour!

Santa Marta – am höchsten Küstengebirge der Welt

Nach sieben langen Stunden (statt ursprünglich vier) checkten wir im Hostel Boutique La Bella Samaria ein. Das Hostel ist stylish und sehr sauber, zudem gibt es eine schöne Dachterrasse mit Küche. Wir machten uns auf ins historische Zentrum der Stadt und zum Parque de los Novios. Um den kleinen, historischen Platz sammeln sich zahlreiche Restaurants, Menschen und Musiker. Die Stimmung ist ausgelassen und fröhlich. Wir entschieden uns für Pizza und Fisch im Restaurant Ouzo, superlecker und riesige Portionen.

Santa Marta Kolumbien - Reiseblog Bravebird

Der Tayrona Nationalpark

Um den ersten Bus in den Parque Nacional Natural Tayrona zu bekommen, war frühes Aufstehen angesagt. Wir stiegen am Parkeingang Calabazo aus, mieden den Haupteingang und machten uns auf zur Playa Brava, einer abgelegenen Bucht im Norden des Parks. Wir zahlten den Eintritt (ca. 10 Euro/Person) und starteten mit unserer 3-stündigen Wanderung durch den Dschungel. Über einen Trampelpfad ging es bergauf und bergab, immer umgeben von endlosem Grün, Bäumen, Sträuchern, Pflanzen, gespickt mit bunten Echsen, riesigen Frösche und farbenfrohen Schmetterlingen.

Tayrona Nationalpark Strände - Reiseblog BravebirdIrgendwann, ganz plötzlich, lichtet sich der dichte Blätterwald und gibt den Blick auf das funkelnd blaue Meer in der Ferne frei. Wahnsinn! Irgendwann erreichten wir unser Ziel. Hinter uns lag der Dschungel, vor uns erstreckte sich eine große Wiese mit Strohhütten und Hängematten. Am Horizont sahen wir einen einsamen Strand und das schäumende Karibische Meer. Sonst nichts. Kein Mensch. Schöner geht’s nicht.

Tayrona Nationalpark - Hotel - Reiseblog BRAVEBIRDIn dieser Bucht blieben wir für eine Nacht im Hotel Playa Brava Teyumakke. Wir schliefen in einer kleinen Holzhütte direkt am Strand, sogar mit eigenem Bad. Alles war spartanisch und einfach, gleichzeitig sehr sauber und einladend. Außerdem haben wir eine bunte Hängematte und das blaue Meer direkt vor der Tür. Francois und seine Mutter, die das Hotel gemeinsam betreiben, waren unheimlich gastfreundlich, herzlich und hilfsbereit. Wer braucht da schon Strom und Handynetz?

Tayrona Nationalpark Strandhuette - Reiseblog BRAVEBIRDSchwimmen ist hier zwar möglich, aber auf Grund der starken Strömungen und der hohen Wellen gefährlich und nicht zu empfehlen. Das Abendessen wurde frisch von den Gastgebern zubereitet und wir schlugen zu – ähnlich wie die wenigen anderen Gäste, die im Laufe des Tages angekommen waren. Es war ein schöner Abend und ein sehr ruhige, sehr dunkle Nacht. Wieder fühlten wir uns wie im Paradies.

Es ging wieder zurück nach Bogotá, um nochmals mit einem Auto loszuziehen. Diesmal in den Norden.

Die Bergdörfer Villa de Leyva und Barichara

Über diesen Teil der Reise hatten wir uns wenig informiert und entschieden spontan. Villa de Leyva ist ein kleines, wunderschönes Dorf und malerisch im Hochland gelegen. Es wurde schon früh zum Nationaldenkmal erklärt und ist zu Recht für seine koloniale Bauweise berühmt. Keine modernen Gebäude, dafür kleine, einstöckige Häuser mit weißen Fassaden, braun-roten Ziegeldächern und großen Holztüren.

Dorf Barichara in Kolumbien - Reiseblog BravebirdDie Straßen sind klein, mit Kopfsteinpflaster ausgelegt und menschenleer. In der Mitte des Dorfes liegt einer der größten freistehenden Hauptplätze der Welt (14.000 qm), der Plaza Mayor. Im Hintergrund thront eine Gebirgskette. Wir fühlen uns zurückversetzt in alte Zeiten. Die Straßen wirken verträumt und verschlafen. Doch das ist wohl nicht immer so: An Wochenenden und bei gutem Wetter muss es hier richtig voll sein.

Villa de Leyva in Kolumbien - Rundreise - Reiseblog BRAVEBIRDVilla de Leyva Dorf in Kolumbien - Reiseblog BRAVEBIRDNach vier weiteren Stunden kommen wir am Abend in San Gil an, bekannt als Mekka für Outdoor-Abenteurer. Hier ist alles möglich, von Bungee Jumping über Paragliding bis hin zu Rafting. Gleichzeitig ist San Gil ein guter Ausgangspunkt für Touren in die wunderschöne Umgebung. Für was wir uns entscheiden? Erstmal fürs Bett. Wir beziehen ein einfaches, aber großes und sauberes Zimmer im Móncora Hostel.

Villa de Leyva in Kolumbien - Rundreise - Reisblog BRAVEBIRDBarichara scheint einem Bilderbuch entsprungen zu sein. Auch hier sehr alte, sehr weiße Häuser, rote Dachziegel und aufwendig geschnitzte Türen das Bild. Der Unterschied: Barichara ist noch kleiner, verträumter und verschlafener. Außerdem liegt das Dorf noch malerischer, in der Ferne fließt der Rio Suarez dahin. Kein Wunder also, dass Barichara schon häufig als Schauplatz zahlreicher Hollywoodfilme gedient hat.

Barichara Dorf in Kolumbien - Reiseblog BRAVEBIRDWir  begaben uns auf eine Wanderung über den Camino Real, ein seit Jahrhunderten existierender, etwa sieben Kilometer langer Weg ins Dorf Guane. Dort angekommen, ging ess mit einem bunten Bus zurück nach Barichara und von da nach San Gil. Später aßen wir im Restaurant Gringo Mike’s zu Abend. Das Essen schmeckte super, die Portionen riesig. Und wir dachten mal wieder: Es ist so einfach, glücklich zu sein.

Lago de Tota – der höchste See Kolumbiens

270 km und sechs lange Stunden Autofahrt lagen vor uns. Außerdem fast 2.000 Höhenmeter. Der Lago de Tota ist nicht nur der größte, sondern auch der höchst gelegene See Kolumbiens. Er ist eingebettet in die Anden –  auf über 3.000 Metern Höhe. Es würde kalt werden. Im Hintergrund türmten sich die Anden auf, im Vordergrund umschließen Ackerland und Weideflächen, Wälder und Plantagen den Süßwassersee. Wir nahmen den Pfad zu Fuß direkt am Ufer. Die Gegend hier ist bekannt für ihren Ökotourismus, doch generell noch kaum erschlossen. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

Kolumbien Lago de Tota - Reiseblog Bravebird Wir passierten einen für diesen Ort ungewöhnlichen, weißen Sandstrand, der aufgrund der Kälte leider nicht zum Baden einlud. Unsere Wahl fiel auf das Rifugio Turistico & Restaurante Dylan. Auf dem Weg dorthin sehen wir viele Schafe, Lämmer und ein paar Pferde. Hier gibt es nichts außer viel Landschaft und ein paar Höfe. Es bietet großartige Ausblicke direkt auf den See. Richtig kalt ist es hier und eine Heizung gibt es hier oben nicht. Wir ziehen sämtliche Kleidungsstücke übereinander und sind zum ersten Mal froh, dass wir doch so viel eingepackt haben.

Unser Fazit zu Kolumbien:

Kolumbien Strandfeeling - Reiseblog BravebirdDie vier Wochen Kolumbien waren zu schnell vergangen. Es war eine großartige Zeit in einem großartigen Land. Kolumbien ist riesig, vielfältig, abwechslungsreich. Wir haben uns nie unsicher gefühlt. Im Gegenteil: Die Menschen sind unheimlich nett und aufgeschlossen. Kolumbien ist wunderschön, spannend und touristisch noch wenig erschlossen. Es ist ein Land, das sich nicht nur bereisen lässt – es lässt sich entdecken.

 

Reisetipps zu Kolumbien:

  • Flüge: Wir sind mit Turkish Airlines geflogen, allerdings unter „erschwerten Bedingungen“ (19 Std. Hinflug und 21 Std. Rückflug) für 750 Euro. Ein Direktflug dauert ca. 11 Stunden, z. B. ab für 800€. In unserem Fall hätten wir bei einer Buchung im Januar für einen Flug im August rund 1.100€ zahlen müssen.
  • Unterwegs im Reiseland: Wir haben so ziemlich jedes Fortbewegungsmittel genutzt: Flugzeug, Boot, Bus, Taxi, Mietwagen, Roller, Fahrrad, Pferd. Fortbewegungsmittel Nr. 1 für Backpacker ist der lokale Bus. Er ist recht komfortabel, aber selten pünktlich wie eigentlich fast alles in Kolumbien. Manchmal fallen Fahrten dann auch einfach ganz aus. Busfahrten sind ein spannendes Erlebnis: Sie dauern lange, u. a. wegen des zum Teil chaotischen Verkehrs und den schlechten Straßen. Unsere Inlandsflüge haben wir mit Viva Colombia absolviert. Kolumbien Traumstrände - Rundreise Backpacking - Reiseblog BravebirdDie Airline ist für die Kolumbianer, was Ryanair für uns ist: ein günstiger Weg zum Ziel – wenn man sich an die Regeln hält. Also immer online einchecken, den Boarding-Pass vorab ausdrucken und  Gepäck dazu buchen, denn das ist im normalen Preis nicht enthalten.
  • Inlandsflüge und Mietwagen: Wir haben alle Inlandsflüge schon vor Start unserer Reise gebucht: von Bogotá nach Pereira – von Medellin nach San Andrés und weiter nach Providencia – von Providencia nach San Andrés und weiter nach Cartagena – von Santa Marta nach Bogotá. Auf diesem Wege hatten wir zwar schon vorab eine grobe Route festgelegt, konnten aber in den einzelnen Regionen spontan entscheiden, was wir unternehmen möchten. In Pereira haben wir außerdem für sechs Tage ein Auto geliehen, mit dem wir durch die Kaffeeregion gefahren sind. Absolute Empfehlung! Am Ende der Reise haben wir uns noch einmal für einen Mietwagen entschieden und sind von Bogotá in Richtung Norden und damit  in die vielen kolumbianischen Bergdörfer gefahren. Insgesamt hatten wir 10 Tage lang einen Mietwagen. Kosten: Rund 500 Euro. Das ist – gerade auch in Kolumbien – viel Geld, allerdings waren wir dank der Autos völlig frei, genau das zu tun und zu sehen, worauf wir Lust hatten. Fahren in Kolumbien haben wir übrigens als unspektakulär empfunden. Die Einheimischen überholen zwar gerne –  auf gerader Strecke, vor, nach und in Kurven – aber wir sind trotzdem immer gut und sicher angekommen.
  • Taxi: Besonders in den Großstädten sind wir häufig mit dem Taxi gefahren. Das Bezahlsystem ist leicht verständlich und wir wurden – trotz Warnung – nicht einmal übers Ohr gehauen. Das Taximeter läuft wie in Deutschland während der Fahrt mit. Hier wird allerdings nicht der Preis, sondern eine Zahl angezeigt. Hinter dieser  verbirgt sich dann ein Betrag, den es am Ende zu bezahlen gilt. Die Tabelle hängt einsehbar hinter dem Beifahrersitz. Die Preise sind dabei sehr, sehr erschwinglich. Wir sind in der Rushhour einmal in Bogotá mit dem Taxi gefahren – und waren fast eine Stunde unterwegs. Am Ende haben wir umgerechnet ca. 6€ bezahlt.
  • Impfungen: Wir haben uns bei unserem Hausarzt beraten lassen. Wichtig war die Gelbfieberimpfung. Denn diese ist momentan Vorschrift für die Einreise nach Kolumbien. Wir wurden zwar nicht kontrolliert, das kann aber durchaus vorkommen. Lasst euch am besten einfach von eurem Arzt beraten.
  • Gepäck: Ein typischer Fehler ist, zu viel einpacken. Denn es gibt nichts Anstrengenderes als einen schweren Rucksack, der sich kaum schließen lässt. In Kolumbien ist das mit dem Brauchen so eine Sache, denn je nach Reiseroute sind von 5 bis 35 Grad alle Temperaturen möglich. Auch mit der Zwiebeltaktik seid ihr in Kolumbien immer richtig gekleidet. Und nicht vergessen: eine Regenjacke einstecken!Verkehrsmittel in Kolumbien - Reiseblog Bravebird
  • Reiseapotheke: Noch nie haben wir uns so viele Gedanken über Medikamente gemacht wie vor der Kolumbienreise. Denn die medizinische Versorgung ist in vielen Teilen des Landes eher schlecht. Von Wund- und Heilsalbe über Magentabletten zu Antibiotika und Malarone hatten wir alles dabei. Gebraucht haben wir am Ende nichts. Und dabei haben wir uns mit Kranwasser die Zähne geputzt und gegessen, was es an den vielen Straßenständen und in den kleinen lokalen Restaurants eben zu essen gab.
  • Sicherheit: Wir haben uns zu keiner Zeit unsicher gefühlt. Das mag daran liegen, dass wir nicht mit großen Kameras um den Hals hängend und mit Geldscheinen wedelnd durch dunkle Straßen gelaufen sind. Oder anders ausgedrückt: Wenn ihr euch vorab informiert, bestimmte Viertel (während der Dunkelheit) meidet und ein bisschen auf euch aufpasst, gibt es wirklich keinen Grund, Angst zu haben. Grundsätzlich waren die Kolumbianer sehr aufgeschlossen, freundlich und hilfsbereit – trotz Sprachbarriere.
  • Die Sprache: … hat zwei Seiten. Auf unserer Reise haben wir jedes Ziel erreicht – trotz Sprachbarriere. Aber: Die Kolumbianer sind sehr freundliche Menschen, die unheimlich gerne miteinander und mit Reisenden sprechen. Fehlendes Spanisch auf unserer Seite und fehlendes Englisch bei den Kolumbianern machte das aber leider unmöglich, was sehr schade war. Darum: Ohne Spanisch durch Kolumbien reisen ist möglich – aber schöner ist es, wenn man zumindest die Basics beherrscht. So lernt man Kolumbien und seine Menschen noch einmal viel besser kennen.  Also ab in den Spanisch-Crashkurs.
  • Budget: Wir sind zwar mit Rucksack gereist, haben uns aber selten für die günstigste Möglichkeit entschieden. Teilweise haben wir in sehr einfachen Unterkünften geschlafen, uns aber auch Hotels mit mehr Komfort als nötig geleistet. Wir haben ein Auto gemietet, einen teuren Flug auf die Insel Providencia gebucht und wir waren jeden Abend im Restaurant essen. Neben Mitbringseln haben wir außerdem die eine oder andere Shopping-Tour gemacht und tauchen waren wir auch. Kurzum: Wir haben selten auf etwas verzichtet. Insgesamt haben wir für vier Wochen mit allen Flügen, Unterkünften, Verpflegung, Ausflügen und Co. rund 3.000 Euro pro Person ausgegeben. Möchtet ihr eure Reise eher Low Budget gestalten, kommt ihr sicherlich auch mit etwa 2.000€ aus. Dann sind aber an der einen oder anderen Stelle Abstriche notwendig.Kolumbien Rundreise als Frau - Reiseblog BRAVEBIRD
  • Apps: Währungsrechner, Google Translator (Nicht selten haben wir uns über den Google Translator verständigt. Es ist möglich, auf Deutsch ins Mikrofon des  Smartphones zu sprechen, das dann wiederum auf Spanisch übersetzt. Die meisten Kolumbianer kannten diese Art der Kommunikation schon), Offline-Maps (Die Nutzung der Google Offline-Maps war wohl die beste Entscheidung, die wir treffen konnten. Denn dank derer konnten wir ständig sehen, wo wir sind, uns auf Autofahrten in die richtige Richtung navigieren oder unser nächstes Ziel zu Fuß ausfindig machen.)
  • Strom/WLAN: Ein Adapter ist unumgänglich (Steckdosentyp A). WLAN hatten wir in (fast) allen Hotels, außerdem auf großen, öffentlichen Plätzen. Alternativ kann man sich bei claro oder movistar 1GB wieder aufladbares Datenvolumen kaufen (Kosten ca. 20 Euro).

 

Total
319
Shares

7 Kommentare

  1. Schöner Bericht! Haben viele Dinge ähnlich gemacht und erlebt! Allerdings waren wir noch in den Llanos und Nuquí am Pazifik. Kann das Land als Reiseziel 100% empfehlen! Vor allem die Llanos werden oft übersehen. Aber wer Natur und Tiere liebt ist da genau richtig! Mein Tipp: Aventurecotours mit Julia und Andrés! Und wer sich nicht „traut“ es allein zu organisieren.. ich hab sehr gute Erfahrungen mit Chaska Tours gemacht!

  2. Naja sonst kennt man Kolumbien ja nur aus den Filmen und wegen des ….. . Aber anhand deiner Aufnahmen ist deutlich erkennbar, dass es auch wunderschöne Seiten hat :). Beste Grüße aus dem Winterurlaub sölden

    1. Hallo Flo,
      stimmt – ich hätte auch nicht damit gerechnet, dass dieses Land so wunderschön ist :) Daher freue ich mich sehr, dass Christina und Liza ihre Erfahrungen hier geteilt haben.
      Viele Grüße nach Österreich
      Ute

      1. Hi Flo,

        tatsächlich ist den Kolumbianern bewusst, dass das Land im Ausland zum Teil noch immer als gefährlich und Oase für Drogenhändler gilt. Darum ist es vielen von ihnen umso wichtiger, dass Besucher des Landes die andere, wundervolle Seite sehen und davon erzählen. Wenn Du mal hinreisen möchtest, würde ich empfehlen, das zeitnah zu machen. Denn wie wir auch im Artikel geschrieben haben, sind einige Städte wie Cartagena schon jetzt keine geheimen Orte mehr. :)

        Viele Grüße, Liza

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*