Laos

Luang Prabang: Lao Kaffee mit Salz

Eine Tagestour stand heute auf dem Programm. Die Pak Ou Höhlen und ein traditionelles Dorf sollten per Slow Boot über den Mekong angefahren werden, am Nachmittag würde sich eine Fahrt mit dem Minivan zum Kuang Si Wasserfall anschließen. 
Ein Tuktuk holte mich morgens ab und brachte mich zu dem Pier, an dem sich alle Teilnehmer der Tour versammelten. Die Sonne wollte nicht so richtig durchbrechen und sorgte für einen kalten Morgen…
 
Die „Slow Boat“ Variante ist wohl die sicherste Fortbewegungsmöglichkeit auf dem Mekong. Zwar hätte ich ein Speedboat besser gefunden, aber das wurde für die vorgesehene Tour leider nicht angeboten. 
Und so wurden es 1 ½ relativ unspektakuläre Stunden auf dem Mekong Richtung Norden. Entgegen all meiner bisherigen Flussfahren habe ich auf der ganzen langen Tour keinen einzigen größeren Vogel gesehen. Angeblich sollen die Laoten Vögel in der Vergangenheit wegen ihrer Proteine gejagt haben und das wohl bis zum heutigen Tag… Nichtsdestotrotz war die Landschaft durch die Karstberge beeindruckend. Dann kam das Dorf Ban Xang Hai, das man wohl auch „Whisky Village“ nennt.
 
Meine Begeisterung für das ursprüngliche Töpferdorf hielt sich in Grenzen. Hier geht es ausschließlich um’s Geldverdienen, was auch offensichtlich ganz gut funktioniert, denn die Häuser und das Drumherum sind recht schick. Große Satellitenschüsseln zieren die Vorgärten und die Ziegeldächer wirken in der Gegend irgendwie unnatürlich. Es ist daher kein authentisches Dorf und ich bin zudem kein Freund von Schlangen, Skorpionen oder anderen Tieren in Souvenir-Flaschen.
 
Eine halbe Stunde später erschien das Ziel endlich am Horizont. In diesem Felsen sollten sich die sagenhaften Kalksteinhöhlen mit dem schönen Namen Pak Ou befinden. Hier wird man nochmals mit 2 € zur Kasse gebeten. Der Ausblick war schon mal vielversprechend und es gab wieder ordentlich Treppen zu bewältigen. Der Touristen-Andrang hielt sich in Grenzen, was sich wahrscheinlich durch die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der einzelnen Boote erklären ließ.
 
 
Der Blick in die obere Höhle ließ Neugier und Beklemmung zugleich aufkommen, denn man konnte nichts sehen. Leider lag ich mit meiner Befürchtung richtig, denn nur wenige Meter hinter dem schwarzen Loch stand lediglich eine kleine brennende Kerze mit ein paar Buddhas und Opfer-Gaben und das war’s. Sollte das wirklich alles sein?

Da war der kurze Weg zum Ausgang schon interessanter mit den Silhouetten, die sich durch das eindringende Tageslicht abbildeten. Neben mir platschte ein Kind auf den Boden. Bei der Finsternis kein Wunder. Bei den nicht unerheblichen Einnahmen durch die vielen Eintrittsgelder hätte ich ehrlich gesagt wenigstens mit einer attraktiveren Beleuchtung gerechnet. 

 
 
Vielleicht war ich aber auch von den Höhlenbesichtigungen im Nachbarland Vietnam in den Marble Mountains bei Da Nang und der Halongbucht bei Hanoi zu verwöhnt. 

Die weitere Höhle war heller und beherbergte hunderte kleiner Buddhas, die von Pilgern als Opfergaben hierher gebracht wurden. Die Ausfuhr von Buddhas aus Laos ist übrigens strengstens untersagt. Wer sich also unwissend solch eine kleine Statue als Erinnerung im Laden kauft, wird sie wohl oder übel an der Grenze bzw. am Flughafen wieder abgeben müssen.

 
 
Frustration keimte in mir auf. Der ganze Aufwand mit insgesamt mehr als drei langen Boots-Stunden für ein touristisches Einheimischen-Dorf und zwei finstere Höhlen. Aber was hatte ich bei einer der wenigen verfügbaren Tagestouren in Luang Prabang auch erwartet? Vielleicht bin ich da mangels Alternativen etwas zu naiv rangegangen. 

Auch die anderen Mitreisenden schienen nicht wirklich begeistert von den „Attraktionen“ gewesen zu sein. Auf dem Rückweg war die Stimmung jedenfalls deutlich gedämpfter als auf der Hinfahrt. 

 
Zurück im Ort nahm in einem kleinen laotischen Restaurant am oberen Flussufer Platz und erholte mich von meinem dunklen Höhlenerlebnis mit frischer Kokosnuss und Shrimps-Soup. Vielleicht war es ein Fehler, den Wasserfall sausen zu lassen. Wenn das andererseits aber auch eine Pleite gewesen wäre, hätte ich mich geärgert, den Rest des Ortes hier nicht gesehen zu haben.
 
 
Den Royal Palace oder in der Landessprache Haw Kham hatte ich bisher ausgelassen. Im Park des Palastes fand ich einen Baum mit grünen, runden Früchten in der Größe von Handbällen. Sie sind laut Aussage von Einheimischen nicht essbar. Kleine Liebessprüche verzieren die Früchte, was dem Baum ein witziges Aussehen verleiht. 
 
 
Gegenüber des Palastes liegt der Wat Chom Si Tempel. Unzählige Treppen führen hier zum Ziel, also auf die Spitze des Berges Mount Phou si. Ein Eintrittsgeld von 20.000 Kip wird ebenfalls fällig. Dafür wartete eine fabelhafte Aussicht auf mich. 
 
 
Dieser Ort gefällt mir wirklich. Er ist ruhig, bietet eine relaxte Atmosphäre zum Entspannen und Erholen, es gibt viele tolle Cafés und Restaurants, klasse Essen, dank des französischen Einflusses auch gutes Brot, Baguette & Co. und eine Menge Kultur sowie relativ authentische Menschen, die ihr Leben um den Tourismus herum ganz gut zu bewältigen scheinen.

Das L’Etranger Books and Tea liegt zum Beispiel nicht direkt im Zentrum des Old Town, bietet aber eine ganz nette Atmosphäre. Hier kann man bei Bedarf ein eigenes Buch gegen ein anderes austauschen, was ich für eine interessante Idee halte. Ob das auch genutzt wird, ist eine andere Frage. Direkt neben der Hive Bar gibt es abends Shows, gute Drinks und ein Zusammentreffen mit vielen anderen Reisenden.

 
 
Etwas turbulenter geht es hingegen auf der Hauptstraße der Altstadt zu. Auf der Sisavangvong Road, die auch zum Royal Palace führt, befinden sich ein Nachtmarkt, Restaurants und Bars, Touranbieter und Souvenirshops. Einen richtigen Supermarkt habe ich im ganzen Ort nicht gefunden, aber es gibt kleine Läden in Form von Kiosks mit den gängigsten Utensilien.
 
 
Auf der Straße meines Guesthouses, der Kingkitsarath Road, gibt es neben vielen normalen Unterkünften und zahlreichen Restaurants mit Flussblick auch einige Luxus-Hotels. Das Burasari Heritage Hotel gibt es zum Beispiel für 300-600 US$ pro Nacht.
 
 
In dem bereits gestern getesteten und für gut befundenen L’Hibiscus Spa auf der Sakkaline Road wollte ich meinen letzten Tag in Luang Prabang nun feierlich mit einem Bodyscrub ausklingen lassen. Die experimentell klingende Peeling-Kombination aus Lao Kaffee, Honig und Meersalz klang spannend und ich freute mich jetzt auf die zu erwartende Entspannung.
 
 
Das Peeling begann an den Füßen. Nach wenigen Minuten bekam die Redewendung „Salz in die Wunden streuen“ für mich eine ganz neue Bedeutung. Je mehr das Meersalz auf meinen Unterschenkeln verteilt wurde, umso stärker machte sich ein Brennen auf der Haut bemerkbar. Dass sich frisch rasierte Beine nicht mit einer großen Menge Salz vertrugen, wurde mir leider zu spät klar und nun musste ich das extreme Brennen über mich ergehen lassen… 
 
Da war er nun, der letzte Abend vor meiner Weiterreise nach Vang Vieng. Morgen früh würde ich um 9 Uhr zu einer 6-stündigen Fahrt abgeholt werden.
 
 

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