Südkorea

Missglückte Tagespläne in Seoul

Was für ein beknackter Tag!
Alles begann mit einem gruseligen Frühstück: Instant-Kaffee, Milchpulver, Toast und Schleim-Marmelade im Beisein genüsslich schmatzender Koreaner. Eigentlich hatte ich für heute unter anderem den Besuch des Palastes und eines traditionellen Hanok-Dorfes geplant, stellte aber Gott sei Dank noch rechtzeitig fest, dass dort dienstags offensichtlich Ruhetag ist.
Also zog ich den Besuch des Aquariums im Coex Building in Samseong vor, das etwa eine 3/4-stündige Fahrt mit der Metro entfernt lag. Und jetzt ereilte mich das Pech… Die Samseong Station war gesperrt, wodurch ich eine Station später aussteigen musste…
Dann nahm ich mir ein Taxi, um endlich zu meinem Ziel zu kommen. Und genau heute und jetzt durchkreuzten unzählige Straßensperren mit hunderten von Polizei-Wagen und Sicherheitskräften meinen Plan: Stau ohne Ende! Aber nachdem ich nun schon so viel Zeit verloren hatte, wollte ich natürlich nicht aufgeben. Der Taxifahrer setzte mich auf der gegenüber liegenden Straßenseite des Coex-Buildings ab und eine große Filmkamera richtete sich auf mich. Was sollte das?! Als ich mich umdrehte und das riesige Plakat an dem Gebäude sah, war alles klar: „2012 Seoul Nuclear Security Summit“, an dem u. a. auch Barack Obama und Guido Westerwelle teilnahmen. Mein Aquarium hatte folglich nicht geöffnet.
Zu geizig für eine nochmalige Taxifahrt im Schritt-Tempo lief ich entnervt zu Fuß bis zur nächsten Metro-Station und entschloss mich auf einen nochmaligen Besuch des Viertels Insa-dong. Obwohl zwei neue kleine Armbändchen und ein Buch meine Laune hätten aufbessern müssen, war da nicht mehr viel drin.

Auf dem Weg zu einem der größeren Buchläden in Seoul fuhr ich im Jongno Tower nicht runter zu Bandi & Luni’s Book Store, sondern erst einmal in die höchstmögliche Etage (33). Ich war mir nicht sicher, ob diese Etage für Besucher überhaupt zugänglich war, musste ich eines feststellen: Der Ausblick war trotz des diesigen Wetters beeindruckend.

Zur späten Stunde zurück im Hostel angekommen, bin ich schon nach einem Tag genervt von der Metro-Fahrerei. Ich hatte heute mehrere Stunden in vielen Bahnen verbracht und das hauptsächlich unterirdisch. Morgen wird sie mir auch nicht erspart bleiben.

Diese extreme Fixierung der Koreaner auf ihr Handy ist übrigens erschreckend. Mir war das bereits gestern aufgefallen, aber selbst Paare beschäftigen sich wortlos mit ihrem mobilen Gerät, hören zudem Musik oder schreiben bzw. chatten – null Konversation! Ich kann mich zwar von einer gewissen Abhängigkeit von diesem Ding auch nicht frei machen, aber das geht eindeutig zu weit.

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