Oman

Oman: Sandige Hauptstadt Muscat

Der erste und einzige Tag im Oman ist gleich der extremste Tag überhaupt: Der letzte Freitag vor Ende des Ramadans = die Stadt ist tagsüber wie ausgestorben, alle Restaurants haben geschlossen und draußen darf nicht getrunken, gegessen oder geraucht werden. Gut, letzteres fällt mir als Nichtraucher nicht schwer, aber der Rest ist schon gewöhnungsbedürftig. Moschee-Besuch fällt natürlich auch flach.
Die Abwicklung am Flughafen bei der Einreise war simpel. Da ich eine der wenigen Ausländer war, gab es keine Schlange am Visa-Schalter, an dem ich 5 Omani Real (8,50 Euro) für bis zu 10 Tage Aufenthalt für mein Visum bezahlen musste. 

Die etwa 15-minütige Taxi-Fahrt zu meiner Unterkunft, der Lana-Villa in Al Gubrah, kostete 7 OMR. Im Verhältnis zu den Taxipreisen in Sri Lanka eine deutliche Preissteigerung… 

 
Ein schönes Haus mit nur wenigen Zimmern und in unmittelbarer Strandlage. 
Der nette Gastgeber Mic (ursprünglich aus München kommend) hatte Gott sei Dank einen Taxifahrer an der Hand, der mir heute ein wenig von der Stadt zeigen konnte. Die Tour verlief allerdings irgendwie anders als erwartet. Meine Vorstellung war zum Beispiel ein Spaziergang durch die Altstadt, aber daran fuhren wir vorbei. 

Der Palast (Foto oben) war durchaus beeindruckend und erfreulich farbenfroh gegenüber den tendenziell sandfarbenen Häusern hier in Muscat. Es gibt allerdings noch größere Paläste in der Gegend, die man aber zum Teil nicht besichtigen darf.

Unterwegs gewinnt man den Eindruck, als gäbe es nur Männer in diesem Land. Deren klassische Kleidung, die sogenannte Dishdasha in Kombination mit einem Hut oder Kaschmirtuch gefällt mir wirklich gut. Die Gewänder sind bei dieser Hitze nicht nur funktionell, sondern wirken auch elegant und gepflegt. Würde so manchem Mann in Deutschland auch besser stehen.
Laut meinem Taxifahrer ist jeder omanische Mann Moslem. Er selbst ist 34 Jahre alt, inzwischen seit 15 Jahren verheiratet und hat 4 Kinder. Mohammed erzählt mir viel über Religion, Tradition und Verhaltensweisen im Oman. Ihm reicht eine einzige Frau aus, sagt er. Er könnte aber bis zu vier Frauen haben. Dass das für die Frau natürlich nicht gilt, ist ja klar. Er erklärte mir, dass die Männer hier im Oman sexuell sehr aktiv wären und bis zu 2-3 Mal Sex am Tag keineswegs ungewöhnlich sei. Daher wären mehrere Frauen (die natürlich alle im selben Haus wohnen) für Omani-Männer von der Libido her kein Problem. Und je älter der Mann, umso aktiver wäre er. Nun konnte ich mir das Lachen nicht mehr verkneifen und behielt jegliche Zweifel an seinen Aussagen für mich.

Mohammed könne ohne Frau jedenfalls nicht leben- er wäre ein Nichts ohne Frau an seiner Seite. Ob es daran liegt, dass sie ihm alle Hausarbeiten und die Versorgung der Kinder abnimmt, lassen wir einfach mal dahingestellt. Und so konzentriere ich mich wieder auf die Straße.

Schon in den Reiseführern und Bildbänden fiel mir auf, dass es hier sowohl in der Natur als auch in der Stadt keinen großen Farbenreichtum gibt. Hier existieren eigentlich nur graue Straßen, sandige Berge und beigefarbene Häuser. Mir persönlich ist das hier alles in allem mit meinen lichtempfindlichen Augen eigentlich viel zu hell und absolut gewöhnungsbedürftig. Von der drückenden Hitze, dem ständigen Wechsel von der Schwüle draußen und dem klimatisierten Taxi ganz zu schweigen.
Kurz bevor wir vor meiner Strand-Destination, dem Oman Dive Centre ankamen, hielt mein Fahrer vor dem Shangri-La Barr Al Jissah Resort and Spa, dem wohl teuersten Hotel Muscats. Das Resort besteht aus drei Hotels und das teuerste, das hier auf dem Foto zu sehen ist, fängt bei 220 OMR (440 Euro) pro Nacht an. Leider konnte man das Hotel nicht besichtigen.
Auch, wenn die Bedingungen aufgrund des Ramadans heute alles andere als perfekt waren (kein Essen, Trinken, Rauchen oder Musikhören außerhalb des Restaurants hier im Dive-Center) und ich mich heute nicht an diese extreme Hitze gewöhnen wollte, konnte ich wenigstens nicht über einen schlechten Ausblick klagen. Eine Gruppe äußerst athletisch gebauter Italiener versperrte mir förmlich den Ausblick auf die Lagune, die von der Wassertemperatur her eher an eine Badewanne erinnerte.
Bei Dämmerung zurück an meiner Villa angekommen, entschied ich mich noch für einen Spaziergang am Strand. Eigentlich hätte ich auf der Rückfahrt vom Oman Dive Center dem alten Markt in Suttrah, dem sogenannten Suq einen Besuch abstatten wollen- aber ohne lange Hose und bedeckten Schultern keine Chance! So viel zum Thema Akzeptanz… 

Auch hier am Strand und auf der Promenade halten sich ausschließlich Männer auf. Irgendwie ungewöhnlich, aber nicht angsteinflößend. Dennoch treibt es mich alsbald zurück zu meiner Unterkunft, denn morgen heißt es um 5 Uhr Aufstehen und die Rückreise nach Deutschland antreten. Eine schöne Reise war das. Ich freue mich schon auf die nächste :)

 

1 Kommentar

  • Antworten
    Petra
    12. Februar 2016 um 12:57

    Der Souk (Suq) in Muttrah … ein Traum von einer Vielfalt an köstlichsten Datteln und Süßspeisen und meine unbedingte Empfehlung für Deine nächste Oman-Reise . Außerhalb des Ramadan schienen mir die Omanis sehr weltläufig zu sein – daher kann ich Deine Erfahrungen so nicht bestätigen. Fahre mal nächstes mal nach Nizwa. Der Souk (Suq ) dort ist wunderschön! Vielleicht machen Dich ja meine Ausführungen ein wenig neugierig : (darf ich den link einfügen? ) : http://bit.ly/1Kfqo3k

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