Brasilien

Pousada-Jagd in Jericoacoara

Der Tag bestand heute in erster Linie aus der Suche nach einer freien und vor allen Dingen erschwinglichen Pousada für die nächsten Nächte. Bei den herkömmlichen Internet-Hotelsuchmaschinen war bereits alles ausgebucht, wodurch ich nach weiterer Recherche auf eine sehr gute Seite namens www.portaljericoacoara.com.br gestoßen bin. Dort gibt man lediglich seine Daten ein, die dann an die meisten Pousadas verschickt werden und schon kurze Zeit später bekommt man per Mail Nachrichten von diversen vakanten Unterkünften mit entsprechenden Angeboten, die – wie gestern schon erwähnt – teilweise astronomische Preise zum jetzigen Zeitpunkt aufweisen.  

Rua das Dunas

Übrigens spricht auch hier wieder kaum jemand Englisch, was die Kommunikation in mancher Hinsicht echt erschwert. 
 
Nichtsdestotrotz habe ich dann doch noch ein kleines Zimmer auf der Rua Sao Francisco gefunden für sage und schreibe günstige 70 BRL/30 Euro die Nacht. Irgendwie war mir nicht nach einer teureren oder luxuriöseren Unterkunft, zumal die Angebote rar waren und ihr Geld nicht wert. So habe ich dann unter anderem den Italiener Luca der Pousada Cabana kennengelernt, der mir seine „Emergency“-Unterkunft – vollgestellt mit allerlei Krempel – für unverschämte 160 BRL andrehen wollte, mit der Begründung, dass das Frühstück so gut sei und die Europäer mittlerweile einfach zu geizig seien?! Dann schaute ich mir auch noch die Pousada SurfingJeri an, deren Zimmer für 300 BRL leider deutlich über meinem Budget lagen. Aber immerhin konnte mir der sehr nette Besitzer Frank sogar auf Deutsch mit meiner Weiterreise nach Sao Luis behilflich sein, was sich bisher aufgrund des Karnevals als äußerst schwierig bis unmöglich herausgestellt hat. 

Für die heutige Nacht beziehe ich jetzt erst einmal meine neue Pousada, das Peixe D’Ouro.

 
 
Die italienischen Besitzer sprechen kein Wort Englisch, wodurch außer freundlichem Lächeln keine Kommunikation stattfindet. Aber das Zimmer ist okay und die Pousada hat einen schönen Garten mit kleinem Pool, vielen Katzen und zwei seltsam länglich geformten Schildkröten. 
An diesem Abend ging es auch auf die Düne für die Beobachtung des Sonnenuntergangs, den es letzten Endes nicht wirklich gab, weil sich die Sonne hinter dicken Wolken versteckte. Dennoch ist es lohnenswert, die Stimmung dort mitzunehmen, denn oben auf der Düne gibt’s Kokusnüsse und Caipirinhas zu kaufen und unten vom Strand hört man die Samba-Gruppe leidenschaftlich trommeln.
 
Caipis auf der Düne
 
Die Brasilianerinnen haben hier übrigens – entgegen der einschlägigen Meinung, dass es im ganzen Land nur Frauen mit Gazellen-Beinen und knackigen Pos gibt – bis auf wenige Ausnahmen eine ziemlich rundliche Figur. Eigentlich nicht verwunderlich, wenn allein das Frühstück hauptsächlich aus weißen Brötchen mit Schinken, Käse und dabei noch Kuchen besteht. Wenn man Brasilianer nach diesen Superfrauen fragt, erhalte ich stets ein Lachen mit der Antwort „Ich dachte immer, die schönsten Frauen gäbe es in Europa!“ Es scheint daher wohl immer das Exotische zu sein, was man im eigenen Land nicht hat.
 

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