Brasilien

Recife und Olinda

Mein Körper ist immer noch dabei, sich auf die 40° Temperatur-Unterschied einzustellen. Nach dem Frühstück begab ich mich in die Altstadt und Santo Antonio. Der Weg dorthin war ein Desaster! Der Kerl an der Rezeption nannte mir drei Buslinien, die an einer bestimmten, nahe gelegenen Bushaltestelle zum Marco Zero in der Altstadt fahren würden. 
Obwohl etwa 30 Busse an der Haltestelle vorbei fuhren, blieb ich etwa eine halbe Stunde sitzen, bis endlich einer der drei Busse erschien. Und dann das nächste Problem: Absolut niemand spricht hier Englisch! Mit Händen und Füßen konnte ich mein Ziel kundtun und die 2,50 BRL (1,10 €) bezahlen. Zweites Problem: Die Bushaltestellen haben keine Namen und es erfolgt auch keine Durchsage. Ich erspare euch weitere Details…  
Samstag Mittag und die Altstadt war menschenleer. Nur Straßenkehrer bemühten sich geringfügig um ein besseres Stadtbild und ältere Herren schlichen durch die Straßen, um sich zum Plausch zu treffen. Ehrlich gesagt eine etwas unheimliche Atmosphäre. Leider konnte ich aufgrund meiner mangelnden Portugiesisch-Kenntnisse nicht den Grund für diese gähnende Leere herausfinden, aber so viel war sicher: Alles steckt hier in den Karnevals-Vorbereitungen. Zu meinem zweiten Ziel wollte ich jetzt nicht mehr mit dem Bus fahren, sondern nahm mir ein Taxi nach Olinda. Die 20 BRL waren es mir wert.

Olinda ist eine der ältesten Städte Brasiliens und kündigt sich gleich bei der Ortseinfahrt mit fröhlichen bunten Häusern an. Der Strand ist trotz des guten Wetters erstaunlich leer, was an einer „Hai-Verseuchung“ liegen soll, wie ich später nachgelesen habe. Es kommt wohl immer wieder zu Angriffen, besonders in den Morgenstunden. So widmete ich mich dann doch lieber der Stadt. Straßensperren, laute Musik und Girlanden, wohin das Auge reicht. Auf dem ersten großen Platz trommelte eine Karnevalsgruppe.

Verschnaufpause oben auf dem Berg. Die steilen Gassen bergauf waren nicht ohne, lohnten aber für einen schönen Ausblick auf die Stadt und das Meer.
Das barocke Örtchen ist wirklich schön. Nach zwei Stunden Spaziergang durch die zum Teil steilen Gassen hatte ich dann auch den Eindruck, alles gesehen zu haben und machte mich auf den Rückweg. Eigentlich wollte ich zwei volle Tage hier verbringen und auch noch den Badeort Porto Galhinas einbinden, aber ich musste mich nach dem Angebot der Flüge auf die Insel Fernando de Noronha und deren Preisen richten und da war der morgige Tag der zeitlich und preislich günstigste. 

Hier ein kleines Video von einer Karnevals-Vor-Prozession:

Morgen früh stand also der Flug auf die Insel und zwei Tage ausspannen an. Ich muss übrigens noch sagen, dass ich weder gestern noch heute eine Situation erlebt habe, die ich gefährlich fand. Die Kriminalität war für mich im Vorhinein ein Punkt, der bei mir ein wenig Kopfzerbrechen verursacht hatte.

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