Costa Rica Südamerika

San José, Costa Rica

Was für eine anstrengende Fahrt! Mit dem Bus vom sonnigen San Juan del Sur über die Grenze bis in die Hauptstadt San José habe ich über 12 Stunden gebraucht, davon allein mindestens 4 Stunden Wartezeit an den beiden Grenzübergängen für die Aus- und Einreise – der Wahnsinn! Mit meiner Hotelwahl (La Boruca) hatte ich wieder Pech: Weit vom Zentrum entfernt und zudem nicht wirklich günstig. Das sind einfach die Nachteile einer kurzfristigen Reiseplanung, wenn einem nur wenig Zeit zur Verfügung steht. Viele gute Hostels schon ausgebucht sind. Wenigstens habe ich einen netten Hotelbesitzer, der mich von A nach B kutschiert.

Da ich vor ein paar Jahren schon einmal in Costa Rica war (übrigens meine erste Alleinreise), dient dieses Land diesmal der Durchreise auf dem Weg nach Panama. Aus diesem Grund wollte ich nun nachholen, was ich letztes Mal versäumt hatte: den Vulkan Irazú. Costa Rica hat in Sachen Flora und Fauna viel zu bieten, wodurch die Auswahl an Unternehmungen dank einer großen Anzahl Tour-Anbieter sehr umfangreich ist.

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Und so entschied ich mich für eine Ganztages-Gruppentour namens „Irazu Volcano, Lankester Gardens and Orosi Valley“ bei dem Tour-Operator Expediciones Tropicales. Der Irazu ist mit 3.400m einer der höchsten Vulkane des Landes und für sein türkises Wasser bekannt, dass ich unbedingt einmal mit eigenen Augen sehen wollte. Die Vegatation drumherum ist allerdings eher karg, was wahrscheinlich an der Jahreszeit liegt. Von hier aus soll man bei gutem Wetter beide Ozeane – den Atlantik und den Pazifik – sehen können; heute jedoch leider nicht.

Auf dem Weiterreise machten wir an einer Raststätte Halt, wo ich eine sehr süße Waschbär-Art namens Coati kennenlernte. Er hatte eine sehr spitze Nase (von vorne wie eine Steckdose aussehend) und ließ natürlich sofort aller Frauen-Herzen höher schlagen. Im Shop habe ich irgendwo meine Rayban liegen lassen, die auf meine Nachfrage hin nur wenige Minuten später wie durch ein Wunder verschwunden war… schon wieder ein kostspieliger Verlust.

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Bergab ging es nun in die Stadt Cartago, etwa 25 km entfernt von der Hauptstadt, zur Besichtigung der Basilica de Los Angeles. Hier fand gerade ein Gottesdienst statt, der jeden deutschen Pfarrer vor Neid erblassen lassen würde: voll bis unters Dach und wirklich jeder gibt in Sachen Gesang sein Bestes!

Das nächste Highlight sollte das Orosi Tal sein. Von oben weniger spektakulär als später beim Mittagessen in einer Kaffeeplantage, die an einem wunderschönen See mit Farn verhangenen Bäumen und einem Meer aus Seerosen lag.

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Während des Lunchs lernte ich Miriam aus der Schweiz, Katrin aus Deutschland und Pieter aus Belgien kennen, die gerade an einem sozialen Projekt in San José teilnahmen, wozu sowohl Spanisch lernen in einer Schule als auch das Mitwirken bei Hilfsprojekten verschiedener Art zählten; Übernachtung bei Einheimischen. Übrigens eine ganz gute Möglichkeit, günstig zu reisen, eine neue Sprache zu lernen und auch noch etwas Gutes zu tun.

Die letzte Station unserer Tour war der Lankester Garden, der mehr als 800 Orchideen- und Bromelien-Arten beherbergt. Ich muss zugeben, dass mir nicht bekannt war, dass es derart viele unterschiedliche Orchideen gibt… und war total begeistert!

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Inmitten der riesigen Gartenanlage befand sich eine japanische Anlage mit Holzhäusern, einem Teich und meterhohem Bambus.

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Auch, wenn ich die 70 US$ für diese Gruppentour etwas zu teuer empfand, hat es sich dennoch gelohnt. Zurück in meinem Guesthouse angekommen, gibt es dort für meinen hungrigen Magen ein umfangreiches Barbeque. Und wieder heißt es heute Abend vor dem Rechner sitzen und die Weiterreise nach Panama planen.

 

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