Australien Roadtrips

Tag 5: Mietwagentour Adelaide – Melbourne

Tag 17: Barwon Heads. Nach dem wunderschönen Strandspaziergang bei Sonnenuntergang gestern Abend folgte eine schreckliche Nacht, da mein Zimmer genau über der hoteleigenen Spielhölle lag! Dafür entschädigte der Morgen in Annie’s Café, in dem sich weniger Urlauber als Einheimische aufhielten. Jogger, Rennradfahrer, Hundebesitzer, nette Paare und ältere Herrschaften, die ausgiebig ihre Zeitung lasen und dabei ihren schlürften. 
Die Leute schienen hier mehr Wert auf ein gutes Erscheinungsbild zu legen als an den Tagen zuvor. Und was hier einfach grundlegend anders ist als in Deutschland: Die extreme Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Australier. 
So lernte ich zum Beispiel in besagtem Café den 70-jährigen Walther kennen, der mich mit meinem Netbook am Tisch sitzen sah und mir eindringlich erklärte, warum ich unbedingt auf ein iPad umsteigen müsse. Meins wäre schließlich viel zu groß und umständlich. Und wenn ich mal nach Noosa im Osten reisen würde, solle ich ihn und seine Frau doch gerne einmal besuchen… Das würde einem in Deutschland nie und nimmer passieren!

Morgen Mittag müsste ich den Mietwagen in Melbourne abgeben. Ich war etwas planlos. Sollte ich nun direkt nach Melbourne fahren und dort nach einer Unterkunft suchen? Oder lieber noch eine Nacht in einem ruhigen Vorort verbringen, vielleicht irgendwo am Strand? Ich würde mich unterwegs entscheiden, denn losfahren musste ich auf jeden Fall. 

Letzten Endes führte der etwa 100 km lange Weg direkt nach Melbourne über den Highway durch viel Industrie und optisch nicht allzu reizvolle Gegenden. Als ich die Brücke über den riesigen Hafen passierte, hatte ich die Hauptstadt Victorias erreicht. Ich fuhr ziellos durch die Stadt und ließ mich einfach bis zum ersten Motel treiben. 

Obwohl ich mich nicht mitten im Zentrum befand, bekam ich einen Übernachtungspreis von 125 AUD (93 €) um die Ohren gehauen. Beim nächsten Motel hatte ich kurze Zeit später Glück. Der nette Herr an der Rezeption gab mir einen Rabatt, mit dem ich auf „nur“ 95 AUD (76 €) kam. Das dringend benötigte Internet war allerdings nochmals kostenpflichtig.

Mein erster Eindruck von Melbourne hielt sich in Grenzen, was vielleicht auch an dem suboptimalen Wetter gelegen haben konnte. Im Zentrum lief ich von der Victoria Street entlang Richtung Osten, die Spring Street runter bis zu den Treasury Gardens, dann auf die Flinders Street bis zur Flinders Train Station und wieder entlang der von Fast Food-Ketten gesäumten Swanston Street. Auch hier fällt wie in Sydney wieder eine ungewöhnlich hohe asiatische Population auf.

Als ich zu meinem Wagen zurück kam, klebte ein kleiner Liebesbrief hinter dem Scheibenwischer: ein Strafzettel mit saftigen 61 AUD (49 €) für eine überzogene Stunde Parken. Jetzt nur nicht den Tag verderben lassen… Kurze Zeit später bekam ich dafür eine super Nachricht: Nick, den ich schon viele Monate über die Lomography-Seite kenne, bot mir an, die nächsten beiden Tage bei ihm zu übernachten! Yeah! 

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