Am liebsten würde ich die ganze Welt in einer unkaputtbaren Glaskugel überfliegen und die schönsten Landschaften, die aufregendsten Plätze, die entlegensten Stämme und die atemberaubendsten Sonnenuntergänge sehen.

Aber bleiben wir realistisch. Ich kann mich glücklich schätzen, schon viele tolle Abenteuer erlebt zu haben, aber mit der Zeit wird die Suche nach besonderen Highlights immer schwieriger. Spezielle Reiseführer schaffen Inspiration, die ich gerne mit euch teilen möchte.

Wenn man die Reiseabteilung in großen Buchgeschäften oder Reise-Buchhandlungen betritt, wird man von Sammlungen der besten Traumreisen, Hotels und Paradiesen fast erschlagen. Viele davon sind wirklich hilfreich und inspirativ, andere wiederum sind für die Tonne. Bei den Abenteuer-Empfehlungen wird es noch etwas schwierigier, denn was ist überhaupt ein Abenteuer? Das sagt zum Beispiel Wikipedia:

Als Abenteuer (lat.: adventura: „Ereignis“; mittelhochdt.: aventiure) wird eine risikoreiche Unternehmung oder auch ein Erlebnis bezeichnet, das sich stark vom Alltag unterscheidet – ein Verlassen des gewohnten Umfeldes und des sozialen Netzwerkes, um etwas (Riskantes) zu unternehmen, was interessant, faszinierend zu sein verspricht und bei dem der Ausgang ungewiss ist.

Ich habe ein paar Bücher und Spezial-Magazine mit den besten Abenteuern unter die Lupe genommen:

365 ABENTEUERREISEN

Der ultimative Jahresplaner für Wagemutige
National Geographic

Ein Jahr voller Abenteuerreisen: Für jede Woche eines Jahres stellt das Buch Reiseziele vor, die Nervenkitzel versprechen. Das ist insofern perfekt, weil den meisten von uns nur bestimmte Wochen Urlaub im Jahr zur Verfügung stehen und man sich mit diesem Buch das ewige Suchen nach dem richtigen Reiseziel zur richtigen Reisezeit sparen kann.

Bei den Reisezielen aus 115 Ländern ist nicht wahnsinnig viel Beschreibung vorhanden, aber speziellere Infos kann man sich dann auch woanders einholen. Auch die Bilder sind klasse. Bei der vorgeschlagenen Reisezeit ist natürlich nicht nur die eine, speziell angegebene Woche entscheidend. Hierzu wird immer unter »Warum jetzt?« eine hilfreiche Information gegeben.

 Meine Favoriten: In Japan auf einem Nacktfest kämpfen, sich in Israel von Schlangen massieren lassen, Apnoetauchen in einem Blue Hole auf den Bahamas, Vulkanboarding in Nicaragua ausprobieren, in den USA in der Tornado-Saison Stürme jagen, nackt Eislaufen in der Antarktis, Höhlen in Slowenien erforschen oder mit dem Boot nach Timbuktuktu fahren.

Fazit:  Ein klasse Ratgeber für jene, die aus der 0815-Reisewelt ausbrechen und mal etwas Anderes ausprobieren möchten. Es gibt darin aber auch einfachere Reiseziele für die nicht so Wagemutigen.

Die großen Abenteuerreisen

Mut zum Außergewöhnlichen
GEO Special

»Abenteuer beginnen mit einer Entscheidung.
Gegen das Gewohnte, für das Unbekannte.
Gegen Routine, für die Neugier.
Gegen Sicherheit, für das Wagnis.«

Das Magazin ist zwar inzwischen fünf Jahre alt, birgt aber dennoch einige inspirierende Schätzchen mit 50 Abenteuern. Meine Favoriten: Im Höhenrausch auf dem Friendship Highway von Lhasa nach Kathmandu, Wandern am Nordpol bei -35° Celsius, Haitauchen in Französisch-Polynesien, Zelten am Amazonasbecken oder Koalas in Australien retten.

Zudem gibt’s spannende Stories, z. B. über den Photojournalisten Christoph Bangert, der mit dem Landrover 80.000 km durch Afrika gefahren ist, über den Tierfilmer Andreas Kieling oder – über mein persönliches Traumpaar – Tanja und Denis Katzer, die seit sage und schreibe 22 Jahren um den Globus reisen. Auch ein cooler Typ: Jason Lewis, ein Brite, dem als erster eine Weltreise aus eigener Kraft gelang, für die er 13 Jahre gebraucht hat.

Fazit:  Aufgrund der interessanten und zum Teil zeitlosen Artikel halte ich das Magazin für ein Must-Have für die Abenteurer unter uns. Auch die Infos über die Triebfedern und psychologische sowie soziologische Hintergründe finde ich sehr gelungen.

MIDDLE OF N°WHERE

The Lonely Planet Guide

»Wo ist eigentlich The Middle of Nowhere? Es kann in entlegenen Ecken der Welt sein, in der Wildnis des patagonischen Dschungels, die gefrorenen Wunder unserer Pole, oder aber auch in der menschenüberfüllten Stadt. Es ist genauso ein Geisteszustand wie ein Ziel: Es ist überall dort, wo dich ein Moment zur Isolation führt oder der Zustand einer neuen Entdeckung.«

Spektakuläre und außergewöhnliche Stories mit wunderschönen Bildern über die entlegensten Ecken der Welt: Von Mt. Marathon in Alaska bis zu kalten Zehen in Babushkina in Russland, von der Eisscholle in Grönland bis zu den düsteren Pfaden Neuseelands – dieses Buch berichtet über Plätze, von denen wir wahrscheinlich noch nie gehört haben!

Meine Favoriten: Great Basin National Park (The Loneliest National Park in America), Atlas Mountains (Morocco), Wester Ross (Scottish Highlands), Mopti Region (Mali), Chalby Desert (Kenya) und Akbakai (Kazakhstan).

Fazit:  Top! Nach den ersten paar Seiten würde man das Buch am liebsten gleich weg legen, sich an den Rechner setzen und eine wilde Reise buchen. 100% Fernweh-Gefahr! Im hinteren Teil des Buches gibt’s noch eine Legende mit Getting there und weiteren Tipps.

GROSSE ABENTEUER

Herausforderungen zwischen Grand Canyon und Mount Everest
Lonely Planet

»Dieses Buch ist eine inspirierende Sammlung der größten Abenteuer der Welt – jedes davon erfüllt den Drang nach Herausforderungen und Entdeckungen. Ob man nun neue Aktivitäten erproben, unbekannte Orte erforschen oder wilden Tieren begegnen will, das in jedem Abenteuer enthaltene Kapitel “Das sind die Regeln” kann Ausgangspunkt für die eigene Planung sein.«

In diesem riesigen Bildband findet man 75 Abenteuer. Mit großformatigen Fotos gibt es je Reiseziel etwa vier Seiten mit den besten Tipps, Regeln, Alternativen und hilfreichen Literaturverweisen. Unterteilt in die Kategorien Wandern, Tauchen, Radfahren, Höhen & Tiefen, Klettern, Eis & Schnee, Tiere, Wasser und Fahren.

Meine Favoriten: Wandern auf Kaliforniens John Muir Trail, Tauchen im Bikini-Atoll und in den Höhlen Yucatans, eine Fahrt zum Athabaska-Gletscher in Kanada, das Volk der Burjaten am Baikalsee besuchen oder im Jeep über den Pamir-Highway in Tadschikistan fahren.

Fazit:  Ein sehr schöner Bildband mit eindrucksvollen Reisevorschlägen, die man am liebsten der Reihe nach in die Tat umsetzen würde. Die Ziele sind außergewöhnlich, aber dennoch weitestgehend umsetzbar. Von daher ein gelungenes Buch mit einer guten Mischung atemberaubender Abenteuer.

EINMAL IM LEBEN

100 Unvergessliche Abenteuer
Merian

»Jede Situation, die anders ist als unser Alltag, ist ein Abenteuer.« Und auf der nächsten Seite beginnt in Patagonien ein Abenteuer zu Pferd in eisiger Kälte über die Anden. Eine Reise in 14 Tagen. Das nächste Abenteuer findet dann – recht kontraststark – in der Manege eines Schweizer Zirkus statt. Kurze Zeit später geht es plötzlich von Berlin nach Nairobi, danach mit dem Space Ship ins Weltall.

Ziel 54: Tango. Wo? In Deutschland! Mmhh… Ziel 65: Transkontinental Afrika. Was genau man sich darunter vorstellen kann, verrät offensichtlich nur der Veranstalter, auf den verwiesen wird und dadurch leider einen starken Werbe-Charakter bekommt… Ziel 73: Voll Energie zu Hause. Wo? Wieder in Deutschland. Einfach mal zu Hause ohne Strom leben. Mag zwar auch ein Abenteuer sein, aber ist das wirklich das, was der Titel vermuten lässt?

Lesenswert ist immerhin ein Bericht über die Tätowierer auf Polynesien und das Tattoonesia-Festival auf Tahiti sowie über das Leben der Geisha in Japan. Zwischendurch findet man zudem eine ganz schöne Fotostrecke, die allerdings auch auf ein Unternehmen verweist, das Workshops durchführt.

Fazit:  Ich hätte von diesem Buch mehr erwartet. Die einzelnen Ziele zeugen zwar von einer großen Vielfalt, die aber irgendwie zu wenig Leidenschaft transportieren. Vieles davon ist nicht oder nur bedingt ohne Reise-Agentur durchführbar und das ist definitiv ein Minuspunkt. Die diversen Informationen über das All sind ebenfalls wenig realitätsnah und für die meisten von uns uninteressant.

Habt ihr ein Ziel, was euch den ultimativen Kick gegeben hat? Oder gibt es noch ein Buch, das der Abenteurer unbedingt im Regal stehen haben muss? Dann her damit!

 

4 Kommentare

  1. Ich glaube da wandert gleich das ein oder andere Buch auf meinen Wunschzettel. Aber du hast recht, wer setzt das schon so um wie im Buch beschrieben. Aber für einen Sonntag auf der Couch – perfekt.

    1. Stimmt! Und wenn das ein oder andere Buch schon im Schrank steht und man eine Reise geplant hat, lohnt sich der Blick ins Buch, ob man in diesem Land vielleicht ein Abenteuer-Ziel integrieren kann, das man vorher noch gar nicht auf dem Schirm hatte. LG :)

  2. Ja, wow! Voll die tollen Bücher sind dabei! In meinem Lieblings Abenteuerreisebüro gibt es auch so einige schöne Zeitschriften und Bücher, aber die sind längst nicht so geschmackvoll wie de oben vorgestellten. Es geht nichts über gute Reiseführer wie etwa Lonely Planet und DuMonts, aber ich greife gerne auf Magazine zurück die auf eine andere / alternative Weise Informationen liefern. Danke für die Tipps!

    1. Das geht mir genauso. Freue mich immer über Bücher, die nicht so “mainstreamig” und 0815 sind. Viele Grüße und Danke für deinen Kommentar!

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