Aus den möglichen Tagesausflügen Nikko, Kamakura und Mt. Fuji wurde Kamakura. Der große Buddha hatte es mir angetan, zudem lag es in der Nähe des Strands und es war die am besten erreichbare Tagestour, etwa 50 km entfernt von Tokio. Irgendwie hatte ich keine Lust auf eine Gruppentour, die nicht nur knapp 100 Euro kosten sollte, sondern mir auch wenig individuelle Freiheit bieten und die Zielgruppe der Teilnehmer sicher nicht mein Fall sein würde.

Also fuhr ich mit der Bahn nach Kamakura. Subway, JR Line und zwei weitere private Lines und konnte dabei einiges von der Landschaft mitbekommen und auch die Eigenarten meiner japanischen Mitfahrer beobachten.

In Japan stellt man sehr schnell fest, dass Höflichkeit hier eine bedeutende Rolle spielt. Körper- und Augenkontakt werden zum Beispiel fast gänzlich vermieden und auch Liebkosungen in der Öffentlichkeit gehören sich nicht. Beides finde ich für die heutige Zeit echt unangebracht, zumal die Stadt dadurch insgesamt einen kalten und unpersönlichen Touch bekommt.

Endlich am Bahnhof Kamakura angekommen, erhielt ich an der Information eine Karte mit den wesentlichen Tempeln und Wegen. Die Option, wieder mit einer Bahn näher zu den wesentlichen Tempeln heranzukommen, behielt ich mir für die Rückfahrt vor und entschied mich, die Strecke zu laufen. Nach einigen hundert Metern hat man die Touristen-Mengen dann auch abgehängt und läuft durch nette kleine Straßen mit Restaurants, Cafés und kleineren Geschäften.

Der Hasadera Tempel und der Goryojinja Schrein waren als erstes dran. Schöner Garten und auf der oberen Plattform eine tolle Aussicht auf die Bucht von Kamakura.

Der Kotokuin Temple mit seinem beeindruckend großen Buddha lag etwa 10 Minuten entfernt und war den Besuch wert!

Eigentlich stand noch der Tsurugaoka Schrein auf dem Plan, aber ich entschied mich für den Strand. Zugegeben- ich habe schon bessere und gepflegtere Strände zu Gesicht bekommen und fand die Szenerie irgendwie untypisch für das, was ich bisher von dem sauberen Japan gesehen habe.

Jetzt wurde es aber auch langsam spät, daher noch schnell ein Eis auf die Hand und zur sogenannten Hase Station mit der Bahn zurück nach Kamakura, wo wieder eine endlos lange Fahrt zurück nach Ueno auf mich wartete. Aber der Ausflug hatte sich auf jeden Fall gelohnt und das war die Hauptsache!

Ein langer Tag ging zu Ende. Morgen bleibt mir nur noch ein halber Tag, den ich am liebsten irgendwo in der Natur verbringen würde…

 

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