Tatort Mapo: Inzwischen bin ich mir sicher, dass es hier in Korea gängig ist, sich mit mehreren Leuten nachts ein Zimmer zu mieten, um Spaß zu haben und weiß Gott was zu machen – in jedem Fall ist es mega laut! Das klassische sich-bemerkbar-Machen durch Wandklopfen war jedenfalls zwecklos, wodurch ich letzten Endes bis halb sechs morgens kein Auge zugemacht habe. 

Zwei Dinge habe ich in den bisherigen vier Tagen in Seoul wieder dazu gelernt:
1- Nicht mehr ohne Oropax verreisen!
2- Zimmer ohne Fenster nicht länger als 2 Nächte!

In einem Zimmer ohne natürliches Licht hat der Körper keine Orientierung, was gerade zu Beginn einer Reise mit großem Zeitunterschied mehr als ungünstig ist. Zum Abschied vom Hostel gab’s noch ein paar Erinnerungen an mein Blumen-Punkte-Zimmer im 5. Stock. Also auf zum 4-tägigen Homestay! MaMa Hanoks Haus befindet sich im Viertel Jongno-gu, das liegt in der Nähe des Palastes Changdeokgung und nördlich von Insa-dong. Lage und Infrastruktur sind nun besser als Mapo, da ich zum einen viele Dinge zu Fuß erreichen kann und die nächste Metrostation Jongno-3 (sam)-ga von gleich drei verschiedenen Metro-Linien angefahren wird anstatt von nur einer. Allerdings werde ich heute definitiv keine Metro fahren, sondern versuchen, mein großes Schlafdefizit in der neuen Unterkunft wieder aufzuholen. Da Taxifahrer hier tendenziell kein Englisch sprechen oder lesen, ist es übrigens ratsam, sich sein Ziel in koreanischer Schrift notieren zu lassen und dem Taxifahrer vorzulegen.

Der sehr nette Besitzer Jung ja Ji begrüßte mich herzlich. Er war trotz kleinerer Sprachprobleme sehr redselig und gab in kürzester Zeit eine Zusammenfassung seines Lebens zum besten, wobei es mir in meinem übernächtigten Zustand schwer fiel, zuzuhören. Aber Hauptsache, die Unterkunft war die richtige Wahl.

Hanok Viertel BukchonWie ich bereits kürzlich im Hanok Viertel Bukchon festgestellt habe, unterscheidet sich meine Auffassung von „tradionell“ deutlich von der der Koreaner! Auch MaMa Hanoks Haus wurde mit diesem Attribut angepriesen. Bei der Einweisung konnte ich mir dann das Schmunzeln nicht verkneifen, als ich im Haus den großen Kühlschrank, die Waschmaschine, die Fußbodenheizung und eine vollautomatische Toilette mit selbst absenkendem und beheiztem (!) Toilettendeckel in Augenschein nahm. WIFI und warmes Wasser sind selbstredend. Die Tradition scheint also lediglich in der Optik des Hauses und dem Schlaf auf einem Futonbett zu liegen. Mein Zimmerchen namens Daughter One ist sauber, gemütlich und für 60.000 WON (40 Euro) pro Nacht inklusive Frühstück auch im Preis akzeptabel.

Am Abend geht es wieder auf die Jagd nach gutem Straßenküchen-Essen. Diesmal gibt’s Tempura Seafood. Es ist hier übrigens gar kein Problem, abends rauszugehen.

 

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