Was für ein wunderschöner Tag! Gott sei Dank bin ich an den richtigen Tourguide in der Nähe meines Hotels geraten, der mir über viele Stunden lang mit dem Tuktuk für nur 1.800 LKR (11 Euro) die schönen Dinge dieser Gegend gezeigt hat. Das ist hier echt ein toller Ort, also nicht nur Unawatuna– auch die umliegenden Dörfer in Strandnähe sind einfach klasse. 

Los ging es erstmal zum Galle Fort, das ich mir irgendwie viel kleiner vorgestellt hatte. Innerhalb des Forts gibt es eigentlich alles, was man sich vorstellen kann: eine Post, einen Leuchtturm, einen sagenhaften Strand, Hotels, Restaurants usw. Alles natürlich im kolonialen Stil und wirklich nett anzusehen.

Mein Fahrer ist mit seinem nagelneuen roten Tuktuk überall durchgefahren, wodurch ich nicht in der prallen Hitze durch alle Straßen laufen musste – klasse! Hier habe ich zum ersten Mal eine orangene Kokusnuss probiert (bisher immer nur die grünen und braunen) und die war super!

Da ich ehrlich gesagt kein Historik-Freak bin, ging es nach Besichtigung der essentiellen Spots im Fort auch zügig wieder Richtung Hotel, entlang des belebten Früchte- und Gemüsemarktes.

Schirme sind hier übrigens für Frauen ein alltägliches und unabdingbares Utensil – entweder müssen sie sich vor der Sonne oder vor dem Regen schützen.

Unterwegs fiel noch ein interessant bedrucktes Tuktuk auf – man achte auf die Heckscheibe! Wie der vermeintliche Besitzer (links im Bild) zu diesem Spruch gekommen sein mag, ist fraglich…

Nach einer kleinen Mittagspause mit Salat und Banana Lassi am schönen Unawatuna Beach (hatte ich schon erwähnt, dass es hier ganz nette Männer gibt?) ging es am Nachmittag diesmal in Richtung Osten zu einer Schildkröten-Zucht und den sogenannten Stick Fishermen, die auf einem Ast nach Sardinen fischen.

Bei der sogenannten Turtle Hatchery in Koggala angekommen, stolperte ich erstmal über die 400 LKR (2,50 Euro) Eintritt. Als ich dann drin war, fand ich diese Gebühr schlichtweg zu teuer. Zudem halte ich diese „Hatchery“ (Brutanlage) ehrlich gesagt leider für einen Touristen-Nepp.

Wir reden hier über ein kleines Gärtchen aus Sand, in dem sich Schildkröteneier befinden sollen. Des Weiteren gibt es ungefähr 8 kleinere und mittlere Becken mit Schildkröten in unterschiedlichen Wachstumsstadien. Die Becken haben allerdings maximal eine kleine Sandschicht auf dem Boden, sonst nichts. Die größeren Schildkröten schwammen apathisch immer wieder von der einen zur anderen Seite. Für mich ist das eher Tierquälerei und keine Tierrettung oder was man auch immer Positives damit in Verbindung bringen mag.

Sei es drum, über das Thema Umgang mit Tieren in den meisten Entwicklungsländern kann man lange diskutieren und muss es wohl einfach hinnehmen.

Wieder im Tuktuk sitzend, folgte eine 15-minütige Fahrt an der schönen Küste entlang bis Ahangama, wo die echten Stick Fishermen arbeiten.

Es gibt auch in Koggala einige Fischer, die allerdings nur für Touristen gegen Geld auf’s Stöckchen hüpfen und so tun als ob. So fuhren wir aber eine ganze Weile weiter nach Ahangama, wo mir allerdings auch eine freundliche Singhalesin permanent zur Seite stand, die mir ihren Bruder und Sohn als Fischer auf den Stöcken präsentierte und mich später um eine kleine Spende bat. So bekam sie 150 LKR und zwei Stifte für ihre Söhne.

Ein atemberaubendes Fleckchen Erde! Ich frage mich, ob man diesen Anblick eigentlich noch genießen kann, wenn man dort über viele Jahre lebt. Andererseits haben die Menschen hier durch den Tsnumani 2004 und die damit verbundene Verluste von Familienangehörigen und materiellen Dingen wohl eine völlig andere Einstellung zu diesem Ort als eine Reisende, die sich an Palmen, Strand und ungewöhnlichen Fischern erfreut.

In Sachen Angeln kann man es auch einfacher haben als die Fischer. Während des Fotografierens strandete eine Sardine vor meinen Füßen, die ich am liebsten gleich wieder ins Wasser geworfen hätte, aber die Singhalesin kam mir freudestrahlend zuvor und nahm mir das sterbende Tierchen ab.

Die Fischer sitzen morgens für einige Stunden und nochmals nachmittags bis etwa sechs Uhr auf ihren Stöcken. Laut Aussage eines Singhalesen fängt solch ein Fischer durchschnittlich 50 Sardinen pro Tag, was einen unglaublich geringen Tageslohn vermuten lässt. Der Anblick war daher ebenso beeindruckend wie ehrfürchtig. Im Vergleich zu unserer körperlich leicht zur Hand gehenden Arbeit und dem verhältnismäßig hohen Verdienst kommt wieder einmal der Gedanke auf, wie gut es uns geht und doch ist uns das Leben irgendwie doch nicht gut genug.

Die trostlosen Gedanken beiseite geschoben, ging es wieder zurück nach Unawatuna. Die weiteren Tage wollen noch geplant werden, Fahrt nach Ella, Zug nach Nuwara Eliya, Unterkünfte usw.

 

1 Kommentar

  1. Ich mochte das Bild von diesem Hotel. Ich denke, ich muss diesen Ort einmal zu besuchen. Vielen Dank für diese Informationen und die Hoffnung, werde ich an diesen Ort so schnell wie möglich gehen.

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