Südkorea

Viertel-Schock Itaewon

Sonntag. Nach einer Woche in Seoul ging es nun darum, die letzten noch unbekannten Viertel zu erkunden. Itaewon war mir bisher noch nicht aufgefallen, obwohl es als das „kosmopolitische Korea“ gilt. Anders gesagt: Es ist das Viertel der „Foreigner“. Ich wusste noch nicht genau, was man sich genau darunter vorstellen konnte, aber ich würde in jedem Fall mehr nicht-asiatische Gesichter sehen. Die Spannung war groß, wie viele das denn sein würden. In den bisherigen Stadtteilen war ich zumindest meist völlig allein unter Koreanern. Glücklicher Weise sind die Koreaner so höflich, einen nicht permanent anzustarren. Vielleicht ist es auch nicht Höflichkeit, sondern einfach Gleichgültigkeit… das kann ich nicht beurteilen. 
Die Spannung war groß, wie viele das denn sein würden. In den bisherigen Stadtteilen war ich zumindest meist völlig allein unter Koreanern. Glücklicher Weise sind die Koreaner so höflich, einen nicht permanent anzustarren. Vielleicht ist es auch nicht Höflichkeit, sondern einfach Gleichgültigkeit… das kann ich nicht beurteilen. 
 
Sieben Metro-Stationen, eine 1/2 Stunde Fahrt, Station Itaewon, Ausgang 1 und schon stehe ich vor dem Hamilton Hotel auf der großen Itaewon-Road. Einmal um die eigene Achse gedreht, nehme ich gleich die multikulturelle Stimmung wahr. Allerdings steht nach bereits 100 m für mich fest: Das wird definitiv nicht mein Lieblings-Viertel! Vollgestopfte Bürgersteige, Ramsch, lieblose Fastfood-Schuppen, prollige Wagen, Lederwaren, Pelze und überwiegend billige, chinesische Artikel.

Also dachte ich, geh‘ ich doch mal in eine ruhigere Seitenstraße. Treppe hoch und schwupps- stand ich im Rotlichtviertel. 

Alle weiteren Wege machten die Sache nicht besser…. im Gegenteil. Komische Gestalten liefen hier herum, die sogar einen Hauch von Unwohlsein hervor riefen. Das Viertel würde sich nicht mehr verbessern, das stand fest. An diesem Tag brauchte ich keine Experimente mehr, ich wollte wieder in mein Lieblingsviertel Jongno-gu in der Nähe des Bukchon Hanok Villages: modern, stylish, gemütlich und ausgefallen.

Im Kyobo Bookstore noch kurz zwei weitere Bücher gekauft, saß ich kurze Zeit später in einem einladenden Café im Vintage-Style. Schon wieder Waffeln mit Eis – ich werde noch süchtig danach. Mit kleinen Mandel- und Pistazien-Raspeln, Obst und Schoko-Stückchen. Frisch gepresste Säfte und Frappés mit Bananen und Erdbeeren sind auch super. Essen ist hier einfach der Hammer!

Zum Schluss gab’s noch ein bisschen Kultur im ArtSonje Center in THE*BOOK*S, in dem es eine ausgefallene Auswahl an überwiegend künstlerischen Büchern gab. 

Die Kälte passt mir gar nicht. Auch heute ging der Tag früh zu Ende. Es ist so schade, dass der Frühling hier noch nicht eingekehrt ist, denn ich würde natürlich lieber – auch z. B. im Haus – im Wintergarten als in meinem Zimmerchen sitzen. Aber immerhin habe ich diesmal ein Fenster.

Dir könnte auch gefallen

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar