Hawaii Inseln

Wie eine Nacht auf Hawaii mein Leben veränderte…

Hawaii Bravebird

Ich befand mich im Norden der Insel O’ahu, genauer gesagt in Hale’iwa, dem Hotspot für die besten Surfer der Welt. Nur dass die gerade nicht hier waren, denn die Saison beginnt erst im November. Meine USA-Reise bisher war aufregend und einfach atemberaubend. Jetzt stünden mir noch sechs Tage zur Verfügung, um diese kleine Insel kennenzulernen und runterzufahren. Entspannen, nichts tun, Sonne, Strand und Ruhe genießen.

Aber das war einfacher gesagt als getan, denn ich wusste ja, welche Erkenntnis dabei mal wieder aufkommen würde: Ich habe verlernt, Zeit zu genießen! Weil Zeit bei mir immer vollgepackt ist mit Aktivitäten und Terminen. Egal, wo ich bin. Und um mich herum immer Beschallung durch Fernsehen, Radio und Internet. Und mein Handy – natürlich als ständiger Begleiter – versorgt mich rund um die Uhr mit allem vermeintlich Wichtigem.Und so begannen meine Tage in Hale’iwa jeden Morgen genau wie zu Hause. Aufstehen, Internet, Duschen, noch mal Internet und danach Kaffee organisieren, der sich in meinem Fall etwa 50 m entfernt im Coffee Shop des Foodland Supermarktes auftreiben ließ. Dann saß ich mit einem Cafe Latte regular to go und einem Cinnamon Coffee Muffin draußen an einem Tisch. Neben mir ein Typ mit Cap, Sonnenbrille, langen Haaren, 2-Wochen-Bart und einem Rucksack mit einer Strand-Bastmatte.

Surfer Hawaii
Wir kamen ins Gespräch und dabei wurden auch schnell unsere Wohnverhältnisse auf den Tisch gelegt: Ich schlief in einem weichen, kuscheligen Bett in einer privaten Unterkunft, er schlief am Strand. Auf dieser dünnen Bast-Matte. Und das jeden Tag. Ein obdachloser Surfer aus Florida also, 34, Psychologie studiert und nach einem dreimonatigen Maui-Aufenthalt nun hier auf O’ahu. Auf die Surf-Saison im November wartend.

Es kam die Frage auf, ob wir uns noch mal treffen sollten. Ich fand ihn und seine Situation irgendwie spannend, brauchte aber Zeit, denn meine Sicherheits-Synapsen waren auf Alarm gestellt und mussten sich vorher mit den möglichen Risiken vertraut machen. Was könnte passieren? Wie könnte ich mich bei Bedarf entziehen? Worauf müsste ich achten? Seit Jahren trainiere ich meine Menschenkenntnis, aber könnte ich mich jetzt darauf verlassen?

Ich wollte es positiv sehen, denn er könnte mir jetzt wenigstens etwas von dem coolen Ort Hale’iwa mit den abgerockten VW-Bussen, Food-Trucks und Surf-Shops zeigen. Aber es kam ganz anders. Am späten Nachmittag trafen wir uns wieder bei Foodland. Er schlug vor, etwas einzukaufen. In den Korb wanderten Bio-Getränke und frisch zubereiteter Ahi Poke (roher, klein geschnittener Thunfisch) mit Reis. Und dann führte er mich über die Straße zu seinem „Heim“.

Hawaii O'ahu
Was für ein herrlicher Platz! Auf rauem Lava-Gestein zwischen hohen Bäumen, deren heruntergefallene Nadeln aus dem Boden einen weichen Teppich machten, nahmen wir auf der dünnen Matte Platz, aßen den Thunfisch und beobachteten die Sonne, die auch heute Abend mit fantastischen Farben untergehen würde.

Wir redeten offen über unser Leben, unsere Stärken und Schwächen, unsere guten und schlechten Erfahrungen und wie es dazu kam, dass wir beide nun hier waren. Dabei stellte sich heraus, dass jeder von uns etwas hatte, das dem anderen fehlte und unsere Lebensweise maximal unterschiedlich ist:

  • Er hat die ultimative Freiheit, nach der ich mich sehne.
  • Ich habe das Geld, das er zum Überleben braucht.
  • In seinem Rucksack befindet sich sein ganzes Leben: Zwei T-Shirts, ein Kapuzen-Sweater, eine Fleece-Decke, ein Handtuch, ein paar Kosmetik-Artikel und ein Buch.
  • Ich brauche für meinen ganzen Krempel eine riesige Wohnung.
  • Er genießt Raum und Zeit. Sein Handy und seine Kamera gingen für den Flug nach O’ahu drauf.
  • Meine Zeit ist immer zu kurz. Ich bin auf permanente Erreichbarkeit konditioniert.

Warum auch immer, ich nahm das Angebot an, unter freiem Himmel zu schlafen. Das würde nicht das erste Mal sein, aber diesmal war es anders. Jetzt war es nicht Bestandteil eines gebuchten Abenteuers, sondern eine freie Entscheidung. Ich bekam die kleine Fleece-Decke, er begnügte sich mit seinem Kapuzen-Sweatshirt. Eigentlich ziemlich dekadent, dass dabei mein bezahltes 85 $-Zimmer für eine kostenlose Nacht auf steinigem Lavaboden draufging…

Strand O'ahu
Während er seelenruhig schlief, drehte und wendete ich mich wie ein Aal im Netz. Mein Körper wollte sich nicht an diesen unebenen, harten Boden gewöhnen und mein Kopf stieß ständig an einen Stein, der ungewöhnlicher Weise nicht kalt war. Abbrechen konnte ich das Unternehmen auch nicht, denn nachts alleine zu meiner Wohnung zu laufen traute ich mich nicht. Also verbrachte ich einige Stunden auf dem Rücken liegend und beobachtete den sternenklaren Himmel. Selten habe ich so viele Sterne gesehen. Mir gingen seine Antworten auf meine mindestens hundert Fragen nicht aus dem Kopf. Wie viel Geld braucht man eigentlich zum Leben? Und wäre ich mit weniger Geld und mehr Freiheit nicht glücklicher?

Ich fragte mich, ob man mich eigentlich zu Hause nicht auch manchmal für eine Obdachlose  halten würde. Z. B. wenn ich mir morgens beim Spaziergang mit meinem sizilianischen Straßenhund bei Temma einen Coffee to go hole und einen mitleidigen Blick des geschniegelten Typen neben mir zugeworfen bekomme. Mit meinen noch ungekämmten Haaren, ungeschminkt, in meiner viel zu großen Boyfriend-Jeans, in einem alten Parka und abgelaufenen, billigen Ugg Boots-Imitaten. Mein Blick erwidert zwar ein „In einer Stunde sehe ich genauso scheiß-geschniegelt aus wie du, Spacko!“, aber er wird es vermutlich nicht deuten können. Ist mir aber auch egal.

Schon lange nervt es mich, dass ein Großteil meines Gehalts für Status drauf geht: Klamotten, Auto, Wohnen, Design und sonstige Gadgets, die man eigentlich zum Leben nicht braucht. Das alles nur, um der Gesellschaft um mich herum zu zeigen, dass ich keine kleine Wurst bin. Und nun lag ich neben einem Mann, der froh war, sich etwas zu essen kaufen zu können. Ansonsten schien er irgendwie zufrieden. Okay, es gibt natürlich auch schlechtere Plätze als Hawaii, an denen man mit wenig oder ohne Geld auskommen muss. Aber irgendwie beneidete ich ihn. Ich würde auch gerne einmal aufstehen und noch nicht wissen, was der Tag bringt. Wenn mir da nur nicht dieser bodenständige Sicherheits-Gedanke penetrant im Nacken säße.

Beach O'ahu Hawaii
Wie kann es eigentlich so weit kommen, dass man homeless wird? Für mich war diese Fragestellung immer schon ein Rätsel. Aus meiner Sicht müsste es doch für jeden irgend etwas geben, womit er Geld verdienen könnte. Nur bin ich in einem sicheren, wohl behüteten Umfeld aufgewachsen und habe gelernt, wie man sich über Wasser halten kann. Menschen aber, die durch eine schwierige Kindheit oder andere Umstände auf die schiefe Bahn geraten sind, haben es deutlich schwerer. Und manchmal wissen sie einfach nicht, wie sie es anstellen sollen, ein „normales“ Leben zu führen. Und wer einmal in die Alkohol- oder Drogenfalle getappt ist, kommt da ohne Freunde und Familie ohnehin nicht mehr raus. Dann geht es weiter. Man beginnt zu klauen, damit man seine Drogen finanzieren kann. Man kommt ins Gefängnis, weil man geschnappt wird. Und dann wird man abgestempelt als hoffnungslos verloren.

Ein sehr bewegendes Erlebnis! Trotz dieser traurigen Einsichten zeigte es mir, dass man auch mit ganz wenig leben kann und das trotzdem nicht mit Unglück gleichzusetzen ist. Selbst, wenn alle Stricke reißen, gäbe es immer noch eine Notunterkunft. Geld ist irgendwo wichtig, aber es ist nicht alles. Geld bindet, verpflichtet, macht abhängig und steif. Wir haben Versicherungen, Steuern, Verträge und Altersvorsorge-Pläne, die permanent bedient werden wollen. Das Hamsterrad dreht sich immer schneller, je mehr man verdient und investiert. Und ganz ehrlich: Mir geht’s auf den Sack! Ich möchte weder weiter für ein völlig uninteressantes Prestige leben noch mein Geld für unnütze Sachen ausgeben, die lediglich eine Ersatzbefriedigung für unerfüllte Wünsche und Träume darstellen.

Hawaii Sonnenuntergang
Wer hätte gedacht, dass eine Nacht unter freiem Himmel auf Hawaii derartige Gefühle in mir auslösen würde. Neben einem völlig fremden Mann, der davon überhaupt nichts mitbekommen hatte. Mit einem einzigen Satz hatte er eigentlich am Abend zuvor schon das Wesentlichste überhaupt gesagt:

You have to follow your heart!

In zwei Tagen würde ich nach Hause fliegen und hatte bereits einen entscheidenden Entschluss gefasst:

Ich würde meinen Job kündigen!

 

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32 Kommentare

  • Antworten
    Patrick
    16. September 2013 um 16:27

    Sehr schön geschrieben!
    Das wird ja spannend bei Dir. Ich finde es ganz besonders interessant, weil ich morgen auch einen Artikel über die Freiheit veröffentlichen werde, nur wird der Tenor ein ganz anderer sein.
    Ich bin gespannt wie Du mit Deiner neuen Freiheit umgehen wirst.

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    • Antworten
      Ute
      18. September 2013 um 13:10

      Hi Patrick, schön, dass ich dadurch jetzt schon mal eine Perspektive habe, wie es sich zum Zeitpunkt x dann anfühlen könnte :)

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  • Antworten
    Carina
    17. September 2013 um 1:44

    „In einer Stunde sehe ich genauso scheiß-geschniegelt aus wie du, Spacko!“
    Du strapazierst meine Lachmuskeln schon wieder- und das so früh am Morgen! fantastisch !
    es bleibt also spannend bei Dir- freu mich drauf, wie die geschichte weitergeht…

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  • Antworten
    Petra
    17. September 2013 um 6:21

    Oh mann, wie aufregend!!! Du kannst echt geil schreiben! also, wenn du mal vorhaben solltest, ein Buch zu schreiben- ich würd’s kaufen :D

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    • Antworten
      Ute
      18. September 2013 um 13:12

      Hey ho, na dann fang doch sicherheitshalber schon mal an zu sparen :)

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  • Antworten
    Barbara
    17. September 2013 um 13:45

    Liebe Ute,
    DANKE für deinen Artikel, du schilderst diese besondere Begegnung so anschaulich, als ob ich selbst dabei gewesen wäre … und du sprichst aus, was schon seit Wochen/Monaten in meinem Kopf herumschwirrt … „You have to follow your heart“ … oh ja.. doch müssen wir dafür unsere Jobs kündigen *grübel* , unserem Herzen folgen können wir immer und überall, die Kunst ist es wohl, das im „Alltag“ zu leben … authentisch sein, jeden Tag mit neuen Augen sehen, bewusst den Konsum reduzieren, bei jeder Gelegenheit Neues ausprobieren und und und … ich bin fasziniert & beeindruckt von Menschen wie dir, die die ReiseLust aus-leben und sich immer neuen Erfahrungen stellen … du hast mich inspiriert und bevor ich aufbreche und die Welt erkunde, versuche ich meine Heimat mit den Augen eines Urlaubers zu sehen … und da durfte ich in den letzten Wochen schon so viele tolle Momente erleben, die ich „vorher“ nicht wahrgenommen habe … ich integriere das „Urlaubs-Feeling“ in meinen Alltag … und irgendwann ist es auch Zeit für mich in die Welt rauszugehen … und dann werde ich vielleicht auch unter freiem Himmel schlafen und hoffe auf eine Begegnung wie du sie haben durftest … ich bin dann schon vorgewarnt & nehme eine Isomatte mit, die ich ihm/ihr dann als Geschenk dalasse, mein Rücken wird es mir danken … *ups* jetzt hab ich mehr geschrieben als beabsichtigt … ich wünsche dir „follow your heart“ … und danke nochmal für deine Worte

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    • Antworten
      Ute
      18. September 2013 um 13:21

      Hej Barbara! Vielen Dank für das Kompliment :) Ich habe jahrelang versucht, meinen Alltag irgendwie besonders zu gestalten, den Konsum zu reduzieren und Akzente zu setzen – aber ich bin kläglich gescheitert. Vielleicht muss man erst einmal länger weg von zu Hause sein, um seine Heimat und dieses Leben (wieder) mehr genießen zu können und so zu leben, wie es einen wirklich glücklich macht.
      PS. Isomatte ist ne super Idee!!!!! :) Was hätte ich dafür gegeben…..

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  • Antworten
    Jen
    17. September 2013 um 15:30

    Gänsehaut! Was für eine wunderschöne und doch irgendwie auch traurige Geschichte. Es ist auch eine sehr wertvolle Lehre, dass man von Menschen etwas lernen kann, denen man normalerweise den Rücken kehrt, weil man vollgestopft ist mit Vorurteilen. Ich bin sehr gespannt, wie es bei dir jetzt weitergeht. Hast du etwas bestimmtes vor oder was ziehst du einfach in die Welt hinaus? Freu mich ^ ^

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    • Antworten
      Ute
      18. September 2013 um 13:24

      Goose bumps hatte ich dort auch ;) Ich habe schon relativ genaue Vorstellungen, was passieren wird, wenn es denn dann losgeht. Darüber berichte ich natürlich bald im Blog. Aber eins steht fest: Es geht raus in die weite Welt, für (mindestens) ein Jahr ohne Unterbrechung!!

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  • Antworten
    Carsten
    17. September 2013 um 20:49

    Liebe Ute, ein klasse Artikel und alle Bewunderung für Deine Konsequenz! Die Reduzierung auf das Wesentliche bedeutet eine gewaltige Zunahme von Zeit, um sich auf das zu konzentrieren was einem wichtig ist. Herauszufinden was das dauerhaft und nicht nur situationsbezogen ist, ist die Kunst. Oder wie ich es vor einer Woche in einer Bar an der Westküste der USA gelesen habe: „The best things in life aren’t things“. So true.

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    • Antworten
      Ute
      18. September 2013 um 13:30

      Hey Carsten, vielleicht hat zu meiner Entscheidung ja auch ein klitzekleines bisschen dein Schritt für deine gerade laufende Weltreise beigetragen, die ich begeistert verfolge. Ich freue mich sehr auf das, was kommt. Bis bald!

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  • Antworten
    Evelin Chudak
    15. November 2013 um 13:58

    Super Artikel!!!!…und deine Entscheidung sowieso ;) Durch’s Reisen wird man viel offener und merkt, dass man von (fast) jedem Menschen etwas lernen kann.
    Von unserem krankhaften Sicherheitswahn fang ich hier besser erst gar nicht an :-D
    Bin auf jeden Fall gespannt, wie es bei Dir weitergeht..
    xx

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    • Antworten
      Ute
      7. Juli 2014 um 12:45

      Hi Evelin,
      sorry, scheine deinen Kommentar irgendwie nicht mitbekommen zu haben… Dank dir jedenfalls für deinen Kommentar! ;)
      Liebe Grüße
      Ute

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  • Antworten
    Fabian
    14. Januar 2014 um 6:39

    Hey Ute :)
    Ich bin im Sommer diesen Jahres erst fertig mit meiner Ausbildung zum Kaufmann, und hoffe gleich (oder zumindest sehr bald) danach meinem Herzen folgen zu können!
    Ich spühre diese Kraft schon seit Jahren und seit den letzten zwei besonders stark! ich habe, genau wie du, keine Lust mehr auf den ganzen Schwachsinn, Luxus, den man definitiv nicht braucht. Ich lebe in der Schweiz, wo alles kostet und teuer ist, voller Prestige und was weiss ich was! Alle, ausser ich, finden es toll, hier zu wohnen! Es ist für mich einfach zu viel…..Ich war froh, hier deinen Bericht zu lesen, denn er gab mir wieder mehr Hoffnung auf das Leben, das ich führen will!
    Eine Freundin und Ihr Sohn, sie sind auch in der Schweiz aufgewachsen, sind bereits in Maui. Bald werde ich gehen und freue mich auf ein Leben, ohne das ganze Unnötige. Stattdessen erhoffe ich mir ein Leben voller Glück gemischt mit Einfachheit! Mehr braucht man nicht, denn sonst erstickt man, nicht wahr??
    Ich wünsch dir in jedem Fall auf all deinen Reisen nur das Beste und viiiiieeeel Glück ;)
    LG, Fabian

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    • Antworten
      Ute
      7. Juli 2014 um 12:48

      Hallo Fabian,
      tut mir leid, dein Kommentar ist mir irgendwie durchgerutscht… Vielen Dank für deine Eindrücke, bist du denn jetzt tatsächlich auf Maui? Wenn ja, beneide ich dich sehr! Irgendwie zieht es mich dorthin und ich kann es eigentlich kaum erwarten, die Inseln im Südpazifik besser kennenzulernen.
      Wünsche dir alles Gute, wo auch immer du gerade bist!
      Viele Grüße
      Ute

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  • Antworten
    Stefan
    6. Juli 2014 um 5:14

    Hallo Ute,
    fantastischer und toll geschriebener Artikel, Gänsehaut pur !
    Ich bin letzte Woche per Zufall auf deine Website gestoßen und habe mir schon einige deiner Blogs durchgelesen. Du schreibst wirklich fantastisch, die Artikel sind super inspirierend. Ich hatte mich auch gefragt, was dich dazu bewegt auszusteigen und bin erst heute auf diesen Artikel gekommen. Jetzt weiss ichs :-)
    So wie du, bin ich zur Zeit auch dabei viele Dinge zu hinterfragen – auch weil es Jobmäßig ab Oktober nicht mehr so toll aussieht… Seit Wochen spuken Fragen in meinem Kopf herum…. „Für was schuften wir eigentlich 40 h die Woche ?“ Um Geld zu verdienen um Dinge zu kaufen die wir eigentlich nicht brauchen bzw. unseren Status untermauern ? Um ein Mal im Jahr in Urlaub fahren zu können ? Um in 30 Jahren eine Minirente zu haben mit der wir uns grade so über Wasser halten können ?
    Ich muss zugeben dass ich leider nicht so mutig bin wie du und völlig aus unserem sozialen Netz aussteigen möchte. Vielmehr überlege ich zur Zeit, meine „arbeitsfreie zu nutzen“ und eine dreimonatige Rundreise durch Australien zu machen, wofür ich mir allerdings auch nur Mut zusprechen muss. Ich hoffe dass ich ihn bis Oktober gefunden habe ;-)
    Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und freue mich auf viele weitere spannende Artikel von dir
    VG
    Stefan

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    • Antworten
      Ute
      7. Juli 2014 um 12:43

      Hi Stefan,
      vielen lieben Dank für diesen tollen Kommentar! Deine Fragen kenne ich nur zu gut und haben mich auch jahrelang geplagt. Zum Thema Mut werde ich in ein paar Tagen auch etwas schreiben, weil das viele beschäftigt und dieses ständige Unsicherheitsgefühl uns auch sehr steif und unbeweglich macht.
      Zu deinem Reise-Vorhaben kann ich nur sagen, dass man diese Wünsche und Träume nicht hätte, wenn sie nicht tief innen drin auch umgesetzt werden wollten. Ich habe festgestellt, dass sich alle vorherigen Bedenken immer in Luft aufgelöst haben und ich nachher immer sehr dankbar war, dass ich mich über meine Zweifel hinweg gesetzt habe. Also ab nach Australien, dort ist es einfach nur wunderwunderschön! Ich drücke dir jedenfalls beide Daumen für dein Vorhaben!
      Viele Grüße
      Ute

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      • Antworten
        Stefan
        10. Juli 2014 um 10:00

        Hallo Ute,
        könntest du mit ein paar Infos zu deinem Australien Trip weiterhelfen ? Mich würde beispielsweise interessen wie lange du dich vorbereitet hast, wie du dort gereist bist (Mietwagen / Bus / Zug), welche Route du genommen hast bzw. welche Städte du dir angesehen hast (und sich auch lohnen anzusehen), ob du überwiegend in Hostels oder Motels übernachtest hast (ist campen auch möglich?), mit welchen Kosten ungefähr pro Monat in etwa zu rechnen ist… etc.
        Je mehr ich drüber nachdenke desto mehr Fragen fallen mir noch ein :-)
        Lohnt es sich ein paar Tage Sightseeing in Singapur und auch Neuseeland einzuplanen- wenn man schonmal da unten ist :-) ?
        Bin dir für jeden Tipp sehr sehr dankbar !
        Viele Grüße
        Stefan

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      • Antworten
        Ute
        10. Juli 2014 um 12:37

        Hi Stefan,
        ui, das sind in der Tat ganz schön viele Fragen ;)
        Ich war dort insgesamt 3 Wochen unterwegs, überwiegend mit dem Mietwagen und größere Strecken per Flugzeug. Mit der Vorbereitung habe ich erst recht spät angefangen, also ein paar Wochen vorher. Unterkünfte waren Hostels oder private über Airbnb. Campen kannst du je nach Lage auch. Kannst ja auf meinem Blog auch mal unter „Australien“ nachsehen. Wie viel du pro Monat brauchst, kann man pauschal wahrscheinlich nicht sagen, da müsstest du dich vielleicht mal in Foren umhören. Ein paar Tage Singapur sind klasse, über Kuala Lumpur könntest du auch fliegen. Air Asia bietet da relativ günstige Weiterflüge an. In Neuseeland war ich leider noch nicht, aber lohnt sich wahrscheinlich, wenn man genug Zeit und Geld zur Verfügung hat.
        Wünsche dir eine tolle Reise!
        Ute

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  • Antworten
    Joe
    10. Juli 2014 um 9:01

    Hallo Ute,
    ich finde deinen Bericht einfach nur Traumhaft. Diese Lebenseinstellung ist eine nach der ich mir schon seit 4 Jahren und ich bin 22 Jahre alt. Ich habe vielen schon davon erzählt, dass diese Kapitalgesellschaft für mich nichts ist und ich aussteigen möchte. Bis jetzt wurde ich immer nur belächelt was mir aber egal ist. In den letzten Jahren war ich oft an Orten, wo ich nicht sein wollte, z.B. bei einer Ausbildung die ich eigentlich nicht machen wollte. Aber Kündigen sollte ja auch kompliziert sein weil man ja nichts anderes in so kurzer Zeit findet war schon später Frühling. Trotzdem habe ich mich entschieden einfach zu kündigen und habe mich einfach treiben lassen. Kurzer Hand habe ich dann eine neue Ausbildung gefunden und bin jetzt für ein Praktikum auf Teneriffa.
    Durch meinen Zivi ein Jahr in England habe ich herausgefunden, dass ich auch gerne Reisen möchte. Nächstes Jahr ist meine Ausbildung zu Ende und dann werde ich sehen wohin es geht. Entweder nach Hawaii, Costa Rica oder einfach ein Jahr reisen. Follow your Heart ist das aller wichtigste. Geld natürlich auch. Mir sagen alle immer Geld ist das wichtigste und sowas wie „ich mag Geld weil ich mir dann Sachen kaufen kann.“ was, wenn man mit seiner Arbeit unglücklich ist. Man verbringt ja schließlich die meiste Zeit auf der Arbeit. Ein Job der einen gefällt, dass ist das was ich gerade suche.
    Vielen Dank für deine tollen Bericht. Er hat mich echt bewegt. War wie ein Buch geschrieben von dir Ich habe mir vorgestellt wie die Situation gewesen sein muss. Wunderschön.
    Ich wünsche dir alles gute auf deiner Reise, wohin sie auch geht. Irgendwas wird sich schon ergeben :)
    Liebe Grüße
    Joe

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    • Antworten
      Ute
      10. Juli 2014 um 12:40

      Hallo Joe,
      wow, vielen Dank für deinen tollen Kommentar! In ein paar Tagen gibt es auf meinem Blog auch nochmals einen Artikel über diese ganze Thematik Aussteigen, kannst ja mal reinschauen und sagen, was du dazu meinst.
      Bald geht’s bei mir los und ich bin sehr gespannt, wie sich das alles entwickeln wird. Aber es ist der richtige Weg, das ist ganz sicher. Wünsche dir alles Gute, dass du auch das erreichst, was du möchtest!
      Liebe Grüße und Danke für das tolle Kompliment!
      Ute

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  • Antworten
    Thobias
    23. August 2015 um 1:33

    Liebe Ute, bin ganz faszniert und weich in den Knien Deinem schönen Text gefolgt. So authentisch von innen und außen, wunderschön. Nun ist Sommer 2015. Wo bist Du? Hast Du es wirklich getan? Kannst Du mir berichten, wie es wäre, so auf Hawaii zu leben? Gibt es Überfälle auf Passanten wie es hier in Deutschland immer mehr geschieht seit Jahren? Oder ist Hawaii wirlich das menschenliebliche Paradies, wo das einfach undenkbar ist? Was ist das für eine Aktion, dass das Gouvernment nun Obdachlosen den Rückflug bezahlt? Liegen zuviele in Städten und an Stränden herum? Was wirst Du sonst in Hawaii tun? Wie erhältst Du Deine Permanent-Permission (mit einem obdachlosen Mann?) Du wärest eine bewundernswerte Frau, wenn Du Dich dem Mainstream entziehen würdest, dass Männer meist den Frauen den wirtschaftlichen Boden und damit auch die Bewilligung ermöglichen. Oft so anzutreffen. Oder durch Heirat? Wäre neugierig auf Antworten!

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    • Antworten
      Ute
      23. August 2015 um 2:37

      Hallo Thobias,
      ich glaube, da hast du einiges missverstanden :) Auf O’ahu war ich nur relativ kurz und diesen obdachlosen Surfer habe ich lediglich zwei Tage kennengelernt – also ich war nicht mit ihm zusammen oder etwas in der Art. Er ist meines Wissens wieder in die USA gereist, wo er bei einer etwas älteren Frau zu Hause untergekommen ist; mehr weiß ich nicht. Mehr über meinen Weg mit Ausstieg & Co. kannst du hier nachlesen: http://www.bravebird.de/auszeit.html.
      Gruß, Ute

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  • Antworten
    vegantraveldreams
    21. September 2015 um 21:30

    Wow, unglaublich inspirierender Beitrag!

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  • Antworten
    Florian
    17. September 2013 um 6:42

    sehr beeindruckender Artikel !
    Hätte gerne mit dir getauscht um diese tolle Erfahrung auch zu machen.
    Bitte halte uns auf denn laufenden wie es bei dir weiter geht, klingt spannend.
    Alles Gute

    View Comment
    • Antworten
      Ute
      18. September 2013 um 13:13

      Hi Florian! Freut mich, dass es scheinbar so rübergekommen ist, wie besonders diese Nacht für mich war. Ich bin auch gespannt, wo die Reise hingeht – auch bei dir! :)

      View Comment
  • Antworten
    Tobias
    17. September 2013 um 7:28

    Super geschrieben, hat mich echt mitgerissen. Und großen Respekt für deine Konsequenz. Und weißt du was?! Du hast Recht! :)

    View Comment
    • Antworten
      Ute
      18. September 2013 um 13:16

      Hey Tobias, vielen Dank und echt schön, dass es nicht nur mich derart mitgerissen hat! Lg

      View Comment
  • Antworten
    jessie
    18. September 2013 um 1:19

    Hey Liebes.
    Ein großartiger Artikel und dieses Gefühl kann ich völlig nachvollziehen. Ich bin seit Anfang des Monats auch wieder dabei mich selbstständig zu machen und möchte mein Hab und Gut wirklich – naja zumindest fast – auf das nötigste minimieren. Ohne genau zu wissen, was die Zukunft genau bringt,
    Etwas Angst hat man schon, wenn man gerade in Deutschland in so einem sozialen Netz aufwächst, wo viel zu oft nur Wert auf das was man hat gelegt wird.
    Ich bin gespannt, wie sich deine Entscheidung verhält und ob du den Schritt gewagt hast :)
    Lieben Gruß,
    Jessie

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    • Antworten
      Ute
      18. September 2013 um 13:35

      Hi Jessie,
      das mit dem „Minimieren“ ist schon mal meine erste Hürde, über die ich stolpere. Seit drei Wochen möchte ich nun Sachen in ebay setzen und bringe es einfach nicht über’s Herz…. Also, da habe ich noch eine ganze Menge (Kopf-) Arbeit vor mir :) Bin auch gespannt, wohin es dich verschlägt, das klingt alles sehr cool, wie ich finde!! Liebe Grüße!!

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