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Ein Wochenende in Budapest

Ein Wochenende in Budapest

Diesmal bin ich für ein langes Wochenende Richtung Osten unterwegs: Ungarn! Mit dem Flieger in nur 1 1/2 Stunden von Köln nach Budapest – oder anders gesagt: In fünf Stunden von Haustür zu Haustür in einer fremden und gleichzeitig für mich neuen Hauptstadt im östlichen Mitteleuropa. Die Einreise geht einfach mittels Personalausweis.

Für die drei Nächte habe ich mir ein zentral gelegenes, frisch renoviertes Designhotel namens Casati Budapest ausgesucht. Die etwa 45-minütige Fahrt vom Flughafen bis zu meiner Unterkunft habe ich mit einem Shared-Ride Taxi für nur etwa 10 Euro zurückgelegt. Der Eintritt in mein Hotel war außergewöhnlich (s. Titelfoto) mit einer sehr modernen Ausstattung und Einrichtung.

Es besitzt eine eigene Kunstgalerie, unten im Gewölbekeller befindet sich ein Wellness-Bereich mit Sauna und Fitnessstudio. Gleich neben dem Frühstücksraum gibt es noch eine Bar und deutsches Fernsehen gibt es sogar auch. Also eine absolut gute Wahl mit akzeptablem Preis-/Leistungs-Verhältnis! Die Lage ist auch ziemlich gut in unmittelbarer Nähe der Oper und nur wenige Minuten von einer den großen Shopping-Straßen entfernt.

Wer eine günstigere Unterkunft sucht, ist meiner Recherche nach im Wombats City Hostel von etwa 8 Euro im Dorm bis zu 30 Euro im Doppelzimmer (Einzelbelegung) gut aufgehoben. Es liegt im selben Viertel und ist somit von der Lage her ebenfalls klasse.

Wie verbringt man nun ein Wochenende in der größten Stadt Ungarns? Zwei volle Tage und ein halber Tag wollen mit Aktivitäten gefüllt werden, nur das Wetter wollte mit Nieselregen noch nicht so ganz mitspielen. Ich wollte die Stadt größtenteils zu Fuß und per Bus kennenlernen .

Das Wort Prachtbauten kommt mir im Reiseführer deutlich zu oft vor, hat aber seine Berechtigung. Budapest im vom Weltkrieg weitestgehend verschont worden, weshalb die Stadtsilhouette seit fast 100 Jahren erhalten geblieben ist. Auch wird hier von einem multikulturellen Erbe gesprochen, das sich durch römische Ruinen, türkische Thermalbäder, Habsburger Barock, serbische Kirchen und Synagogen äußert. Das meiste davon werde ich aufgrund der kurzen Zeit in dieser Stadt wohl leider nicht zu Gesicht bekommen.

Mein erster Kontakt mit der Donau legte die Sicht auf die oben abgebildete Kettenbrücke frei, die in Nebel eingehüllt war. Der ungemütliche Wind lud nicht zu einer Schifffahrt ein und trieb mich schnell wieder zurück in die Shopping-Straßen rund um die Váci utca. Insbesondere das Schuhangebot für die holde Budapester Weiblichkeit war erwartungsgemäß gewöhnungsbedürftig. Ansonsten reihen sich in der Fußgängerzone die 0815-Läden wie Zara, H&M, Bershka, Mc Donalds usw. aneinander.

Da stellte sich der rustikale Weihnachtsmarkt als willkommene Alternative heraus. Glühwein, heißer Kakao und deftige Gerichte mit Fleisch und Wurst wurden zwischen Buden mit Kunsthandwerk, Holz-Artikeln und allerlei Kitsch angeboten. Besonders spannend fand ich ein großes ballförmiges, ausgehöhltes Brot, in dem sich eine Art Eintopf befand. Leider hatte ich mittags noch keinen Hunger und auch kenne ich den Namen dieses Gerichtes nicht, aber das wird sich hoffentlich bald ändern.

Irgendwie empfand ich diese große Stadt als sehr still. Bis auf die Metro, die unterirdisch verkehrt und den Boden zeitweise vibrieren lässt, gibt es wenig Lärm. In Geschäften, Restaurants und Cafés wird übrigens mit Ausländern fast überall Englisch gesprochen und macht die Kommunikation einfach. Die Währung ist der Forint; 1 Euro sind etwa 300 HUF (kann wohl relativ stark schwanken). Laut Reiseführer liegt das allgemeine Preisniveau in Budapest unter dem der westeuropäischen Großstädte. Taxi und Essen sind jedenfalls zum Teil wesentlich günstiger, wie ich festgestellt habe.

Die Kriminalität in Budapest ähnelt der anderer europäischer Großstädte, ist also auch für Frauen alleine unproblematisch. Eines der größeren Probleme hier sind wohl einheimische Frauen, die einen zu völlig überteuerten Restaurants führen möchten. Allerdings halte ich das persönlich für ein erträgliches Problem.

Viele Nebenstraßen unterwegs sind mit Ramsch-Läden bestückt. Andererseits trifft man auf edle Geschäfte mit handgenähten Budapestern. Weiterhin gibt es hier unzählige Läden aus grauer Vorzeit, deren Schaufenster seit Ewigkeiten keine Veränderung erlebt zu haben scheinen. Spannende Gegensätze von Luxus-Shops zu Tante-Emma-Läden im selben Viertel. Gleiches gilt für die Autos: Neben teuren Luxus-Karossen heben sich nostalgische Käfer, russische Ladas, deutsche Opel, alte italienische Kleinwagen und sogar farbenfrohe Trabis von der Masse ab.

Für die Budapester soll es eine Statusfrage sein, mit ihrem Gefährt in die Stadt zu fahren, was scheinbar für große Parkplatz- und Verkehrsprobleme sorgt. Dafür sind die öffentlichen Verkehrsmittel nicht überfüllt, was wiederum für Reisende angenehm ist. Der Nahverkehr soll sehr gut ausgebaut sein mit U-Bahn, Straßenbahn und Bus, die einen günstig und in kurzen Intervallen in jeden Winkel der Stadt bringen. Für Touristen gibt es zudem die sog. Budapest Card (24h/48h/72h), mit der man den öffentlichen Nahverkehr nutzen kann, freien Eintritt in vier Museen sowie den Zoo hat sowie Ermäßigungen beim Eintrittsgeld für Bäder, Museen und Stadtrundfahrten bekommt.

Insgeheim hatte ich angenommen, dass Budapest ein wenig der Hauptstadt seines Nachbarlandes Rumänien ähnelt. Die beiden Städte sind aber völlig unterschiedlich, was hauptsächlich daran liegen dürfte, dass Rumänien inzwischen zu den ärmsten Ländern Europas gehört. Während Bukarest verschlafen und die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, ist in Budapest der moderne Wandel deutlich sichtbar. So soll es zum Beispiel in der ungarischen Metropole die besten Bars der Welt geben! Andererseits stellt man in Budapest unterwegs viele dem Untergang geweihte, zerfallene Häuser fest, bei denen der Zeitpunkt für eine Sanierung deutlich überschritten wurde.

Irgendwie trieb es mich doch noch weiter durch die kleinen Gassen mit den unterschiedlichsten Geschäften. Und irgendwann landete ich in der Király utca, auf der sich ein Café namens Goa Love befand. Die Einrichtung stammte offensichtlich aus dem anliegenden Goa World Interior Design mit zum Teil außergewöhnlichen Einrichtungs-Gegenständen und Accessoires.

Mohnkuchen und Latte Macchiato… ♥

Die früh eingetretene Dämmerung um halb fünf und Nieselregen ließen nicht mehr viel Freiraum für weiteres Sightseeing an diesem Tag zu. Es bleibt zu hoffen, dass die nächsten beiden Tage mit besserem Wetter aufwarten. Das alte jüdische Viertel und das berühmte Café New York stehen bereits auf der To Do-Liste. Das meiste wird ansonsten über das Wetter entschieden.

Zeige Kommentare (8)
  • Der Bericht über Budapest ist sehr interessant:Übrigens die Fischer Bastei und das Cafe Gerbeaud am Vörösmarty tér sind ebenfalls sowie die Budapester Oper sehr zu empfehlen. Und im kleinen Stadtwäldchen kann man sehr schön spazieren.
    LG Albert

  • Das ist echt ein schönes Hotel und zurecht ein Designhotel. Bisher sind wir immer in einer Ferienwohnung in Budapest untergekommen. Ich glaube, dass beides schön sein kann. Muss ich einmal ausprobieren :)

  • Wenn ich den Bericht hier so lese bekomme ich gleich wieder “Sehnsucht” nach Budapest… Ich besitze in Budapest 2 Wohnungen die ich als Ferienwohnung vermiete und darf deshalb selbst einige Male im Jahr hinfahren:-) …. und egal ob mit der Bahn, wenn man über die Donau fährt mit Blick zum Parlament – oder mit dem Auto mit Blick über die gesamte Stadt, ein jedesmal erhebendes Gefühl…
    Die Leute sind gastfreundlich und es herrscht eine gewisse “Gemütlichkeit” … und gefährlicher finde ich die Stadt auch nicht – bin schon mitten in der Nacht nach Hause gegangen und hatte noch nie Probleme…
    Liebe Grüße

  • Budapest scheint wirklich eine schöne Stadt zu sein. Mir wird von meiner Schwester ständig vorgeschwärmt, besonders das Essen hat es ihr angetan. Ich denke früher oder später werde ich auch in diese Stadt reisen ‘müssen’ :-D

    Gruß Markus

  • Da ich selber aus Ungarn stamme, würde ich natürlich immer für Budapest voten! Es ist aber tatsächlich eine der schönsten Städte, die ich kenne.
    LG Dolmetscher ungarisch

  • Hast du das Taxi vom Flughafen in die Stadt vorab gebucht? ich bin grad am schauen und bin über deinen Blog gestolpert. Danke schon mal vorab für ne Antwort… Michael

  • Hallo Ute,

    deine Bericht über Budapest ist zwar ein Weilchen her, aber immer noch interessant. Wir planen nun ein zweites Mal nach Ungarn mit unserem Bus zu fahren. Für jeden Tipp bin ich sehr dankbar, vor Ort ist es immer nicht so einfach coole Orte zu finden, wenn man sich nicht zumindest eine wenig im Internet belesen hat. Das erste Mal waren wir 2014 in Ungarn, allerdings nur auf dem Lande unterwegs. Das kann ich auch sehr empfehlen, die Landschaft ist sehr schön. Besonders an dem Balaton, zwar ist dieser Ort nun auch sehr bekannt, aber wirklich wunderschön. Kann ich gut empfehlen. Wir sind damals auch Richtung Budapest gefahren, allerdings ist uns auf einer Radtour ein Unfall passiert und mein Mann musste sofort zahnmedizinisch versorgt werden. Auch wenn es so viel verteufeln, wir waren unheimlich froh, dass es dann Budapest eine Zahnklinik gab, die auf Tourismus ausgerichtet war. So konnte die Sachlage gut und einfach beschrieben werden und mein Mann hatte sich wohl gefühlt. Dafür möchte ich den Herrn. Dr. Lukacs auch mal hier mit seiner Praxis erwähnen wenn ich darf, https://completdent.de/zahnklinik/team, denn alle Mitarbeiten in der Praxis leisteten schnelle und präzise Arbeit. Das ist irgendwie wichtig, wenn etwas im Ausland passiert. Ich würde mich sehr freuen, wenn so etwas in Blogs auch mal erwähnt wird. Es ist zwar super schön zu wissen, welche Cafes, Wanderorte, Hotels usw. man empfehlen kann, aber es ist uns nicht selten passiert, dass wir im Ausland auf Anhieb nicht wussten wohin man gehen sollte. Auch erst letztes Jahr ist es uns in Thailand passiert. Ich bekam eine allergische Reaktion durch einen Insektenstich. Wir waren auf einer winzigen Insel und dort herrschen ja ganz andere Gegebenheiten. Nur durch Zufall fanden wir eine gute Klinik nach europäischen Standard.
    Wie auch immer, wir freuen uns auf den nächsten Budapest Urlaub und nehmen einige Tipps mit. Vielen Dank dafür!!
    Liebe Grüße
    Sabine :)

    • Hallo liebe Sabine,
      vielen Dank für deinen Beitrag! Ich muss ehrlich gestehen, dass ich in zwanzig Reisejahren nicht ein einziges Mal einen Arzt im Reiseland aufsuchen musste – von daher bin ich diesbezüglich völlig unerfahren :) Allerdings werden Ärzte und Kliniken fast immer im Reiseführer erwähnt, weshalb ich mir dahingehend noch nie Sorgen gemacht habe – daher Danke für deine Erfahrung. Ich wünsche euch eine tolle Reise nach Ungarn!
      Viele Grüße, Ute

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