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Women only – Hygieneartikel für die Reise

Women only – Hygieneartikel für die Reise

In der Pubertät werden wir für unsere besonderen Tage mit drei Varianten vertraut gemacht: Tampons, Slipeinlagen und Binden. Mit diesen Hilfsmitteln arrangieren sich die meisten von uns bis heute vermeintlich alternativlos, obwohl sie für die Gesundheit, für die Umwelt und für den Geldbeutel nicht besonders attraktiv sind und es zwischenzeitlich wesentlich bessere Alternativen gibt.

Besonders bei dem Thema Hygieneartikel und Kosmetik fiel mir auf, wie schwer mir selbst einfache Veränderungen von eingefahrenen Gewohnheiten fallen. Bevor ich die Möglichkeiten vorstelle, möchte ich aber zuerst auf die drei Faktoren eingehen, die es meiner Meinung nach leichter machen, eine Umstellung langfristig umzusetzen:

1. Vorsicht: Schadstoffe

Bei Bedarfsgegenständen gilt in Deutschland keine gesetzliche Deklarationspflicht über die Inhaltsstoffe, was ziemlich problematisch ist. Der Verbraucher kann dadurch nicht nachvollziehen, ob z. B. die Baumwolle mit Pestiziden oder Gentechnik behandelt wurde und ob beim Bleichvorgang z. B. Dioxine entstehen, die krebsfördernd sind. Herkömmliche Tampons haben außerdem meist eine feine Kunststoff-Ummantelung aus Polyethylen oder Polyester kombiniert mit Chemikalien, was allesamt eigentlich nie mit dem sensibelsten Bereich unseres Körpers in Kontakt kommen dürfte und sollte!

2. Take care: Plastik

Laut Statistik verwendet eine Frau im Laufe ihres Lebens durchschnittlich 17.000 Einwegartikel in Form von Tampons, Binden oder Slipeinlagen. Tampons und Binden brauchen Berechnungen zufolge aufgrund des Kunststoffanteils mehrere Jahrhunderte um sich zu zersetzen. Die Vermeidung von Plastik wird zu einem immer größeren und wichtigen Thema, weshalb man hier leicht zu einer positiven Veränderung beitragen kann.

3. Geld: Save money

Um bei der Summe von 17.000 zu bleiben, gibt man in seinem Leben ungefähr 2.000 Euro nur für die Verwendung von Einweg-Tampons oder -Binden aus. Im Gegensatz dazu kann man mit nur einem einzigen, alternativen Mittel für lediglich 20-30 Euro ganze 10 Jahre lang problemlos auskommen. Also lieber 2.000 Euro für umweltschädliche und gesundheitlich möglicherweise problematische Einweg-Artikel ausgeben oder lieber nur 90 Euro mit wiederverwendbaren Alternativen? Meiner Meinung nach ein überzeugender Aspekt, sich mit anderen Lösungen auseinanderzusetzen.

Die beste Alternative zu Tampons & Binden

Man hätte sich für dieses nützliche Utensil meiner Meinung nach ruhig etwas mehr Mühe mit der Namensgebung geben können, denn das Wort »Menstruationstasse« oder »Menstruationskappe« hört sich nicht gerade nach einem Highlight an, das man unbedingt haben möchte. Aber es erfüllt seinen Zweck und ist besonders unter den oben genannten drei Faktoren in jedem Fall wenigstens einen Versuch wert.

Fun Cup - Reiseblog Bravebird
Menstruationstassen in zwei Größen

Da erfreulicher Weise immer mehr Frauen auf die zum Teil fröhlich bunten Cups zurückgreifen, wird die Produktpalette auch immer größer. Oftmals gibt es zwei verschiedene Größen; die kleineren umfassen in der Regel ca. 30 ml. Damit muss so ein Tässchen im Verhältnis wesentlich seltener getauscht werden als z. B. ein herkömmliches Tampon.

Die Funktionsweise: Der kleine Becher ist aus elastischem Silikon und kann ganz einfach eingeführt werden. Nach einigen Anwendungen bekommt man ein gutes Gefühl dafür, nach welcher Zeit man einen Wechsel vornehmen sollte. Den Cup kann man leicht entfernen, in der Toilette oder im Waschbecken entleeren, mit Wasser reinigen und Toilettenpapier trocknen und anschließend wieder einführen – easy.

Menstruations-Cup - Reiseblog BravebirdReinigung: Erfolgt während des Tragens – also zwischendurch – mit Wasser und eventuell milder Seife. Nach Perioden-Ende kann man den Cup in kochendem Wasser sterilisieren. Wasser reicht zwar vollkommen, aber wem das nicht ausreicht, kann spezielle Reinigungsmittel für den Cup kaufen. Allerdings ist das meiner Meinung nach Geldverschwendung. Keep it simple!

Fun Cup Menstruationstasse - Reiseblog Bravebird
Reinigung mit heißem Wasser

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Leider kann man bei solch einem Hygiene-Artikel nicht einfach mehrere bestellen und alle auf Passgenauigkeit ausprobieren, weshalb man sich vorher die Unterschiede anschauen und dann individuell für sich entscheiden sollte.

  • Größe: Meist werden zwei unterschiedliche Größen angeboten. S – die kleine Variante ist am besten geeignet für junge Frauen, die z. B. noch nicht entbunden haben, noch keinen Sex hatten oder generell schmaler gebaut sind. M – die größere Version eignet sich für Frauen, die schon einmal entbunden haben und/oder eine starke Regelblutung haben. Manche Firmen bieten Sets mit beiden Größen an, so dass man selbst variieren und je nach Stärke der Blutung wechseln kann.
  • Elastizität: Mir persönlich gefällt ein weicheres, elastischeres Material besser als ein eher steifes. Von der Funktionsweise konnte ich keinen Unterschied feststellen; das weichere ich angenehmer zu tragen und einzusetzen.
  • Material: Achte beim Kauf darauf, dass der Cup aus medizinischem, zertifiziertem Silikon besteht. Die beiden kleinen Löcher am Rand dienen dazu, die Entstehung eines Vakuums zu vermeiden.Menstruations-Tasse Cup - Reiseblog Bravebird
  • Stäbchen: Die meisten Cups haben ein Stäbchen, um sie problemlos herausnehmen zu können. Man kann es auf seine Bedürfnisse entsprechend zuschneiden bzw. kürzen. Die Cups ohne Stäbchen haben kleine Nöppchen am unteren Rand, womit das Entfernen ebenfalls einfach ist.
  • Farbe: Gibt es in transparent sowie in verschiedenen Farben. Hier würde ich eher eine Farbe empfehlen, da sich transparentes Silikon mit der Zeit etwas gelblich verfärben kann.
  • Zubehör: Fast alle Cups sind mit einem kleinen Beutel ausgestattet, allerdings sind die meisten davon nicht besonders geeignet für den hygienischen Transport. Zusätzlich gibt es spezielle Dosen, die vor Flusen oder sonstigen Einflüssen schützen. Du kannst aber auch einfach eine normale, kleine Tupper-Dose verwenden.

Noch ein Vorteil: Tampons trocknen die Intimflora aus, Binden wiederum empfinden viele als unhygienisch. Beides kann mit einem Cup vermieden werden und wirkt sich nicht zuletzt auf einen besseren Sex aus. (PS. Während des Sex kann das Käppchen nicht getragen werden.)

Welcher Cup ist am besten?

Man müsste ein paar hundert Euro ausgeben, um alle zu testen und eine pauschale Antwort gibt es dann doch nicht. Ich habe mir etwa zehn verschiedene bestellt und – soweit möglich – im Detail angeschaut. Wichtig finde ich ein eher weicheres Material und mir persönlich gefällt der Fun Cup* am besten, weil ich das Stäbchen zum Herausziehen der meisten Cups in manchen Situation beim Sitzen unangenehm finde.

Von den herkömmlichen Menstruationstassen hat mir Lunette* am besten gefallen. Die meisten Cups unterscheiden sich allerdings nicht wirklich voneinander, außer evtl. von der Dicke bzw. Festigkeit des Silikons und natürlich vom Preis. Wichtig ist wie gesagt, dass er aus zertifiziert medizinischem Silikon besteht.

Weitere Möglichkeiten zu Tampon & Co.

Unter ökologischen und hygienischen Gesichtspunkten gibt es eigentlich nur wenige Alternativen zum Menstruations-Cup. Für diejenigen, die mit dem Cup nicht klarkommen sollten, sich aber von den Hygiene-Einwegartikeln wegbewegen möchten, wäre das sogenannte Levantiner Schwämmchen* noch eine Möglichkeit.

Es ist die älteste und natürlichste Methode überhaupt. Das Schwämmchen ist aus 100% Naturmaterial und kann ganz normal unter Wasser ausgewaschen und wieder eingesetzt werden. Bei stärkeren Tagen kann man einfach zwei gleichzeitig verwenden und sie bewegen sich automatisch nach unten, je vollgesogener sie sind. Es gibt sie in zwei unterschiedlichen Größen: 3-5 cm und 5-7 cm.

Menstruationsschwamm - Reiseblog Bravebird
Levantiner Schwämmchen

Wer nicht auf Binden oder Slipeinlagen verzichten möchte, sollte die Möglichkeit von auswaschbaren Stoffbinden* in Betracht ziehen. Sie bestehen aus Bio-Baumwolle, Hanf, Mikrofaser oder Viskose; der Nässeschutz ist wiederum meist aus Kunststoff-Materialien. Sie können einfach unter Wasser ausgewaschen und anschließend in der Waschmaschine bis 60 Grad gereinigt werden. Frauen berichten außerdem, dass Baumwolle schöner zu tragen ist und die Verwendung per Druckknopf sich sicherer anfühlt als der Klebestreifen herkömmlicher Binden.

Wenn du trotz all der Faktoren nicht auf Tampons verzichten möchtest, solltest du insbesondere deiner Gesundheit zuliebe auf Bio-Tampons* umsteigen. Diese zersetzen sich immerhin im Laufe eines Jahres und gibt es z. B. von all good, Natracare, Masmi und Organyc. Diese Umstellung war mein erster Schritt, bevor ich auf den Cup umgestiegen bin. Man erzeugt damit schließlich dennoch Müll, angefangen von der einzelnen Plastikverpackung bis hin zur Entsorgung. Ob Bio oder normal – Tampons gehören nie ins WC.

Wissenswertes über Hygiene-Zubehör

Wie in vielen anderen Bereichen haben wir bedingt durch die Werbebeeinflussung das Gefühl, eine überdurchschnittliche Hygiene betreiben zu müssen. Viele wissen dabei gar nicht, dass Feuchttücher und -pads maximal umweltschädlich sind. Nicht nur, dass die meisten Marken chemische Substanzen und damit krebserregende Stoffe enthalten, sondern ein Großteil der klassischen Marken zersetzt sich überhaupt nicht. Sie gehören auch nie ins WC, sondern in den regulären Restmüll.

Biotampons kaufen - Reiseblog Bravebird

Und sonst? Ein Großteil der Weltbevölkerung reinigt sich nach seinem Geschäft mit Wasser und auch in den westlicheren Gefielden wird dies mit einem Hilfsmittel immer interessanter: Die Po-Dusche*! Man verbraucht kein oder nur extrem wenig Toilettenpapier oder andere Materialien, lebt gänzlich keimfrei und ist trotzdem 100% frisch und sauber.

Eignet sich auch sehr auf Reisen, wobei man hier auch eine kleinere Variante verwenden kann, z. B. diesen Aufsatz*, den man einfach auf eine Wasserflasche schrauben kann und damit immer einsatzbereit ist, z. B. kann man auch den Menstruations-Cup problemlos auf der Toilette statt im Waschbecken reinigen.

Wer gerne Outdoor-Reisen unternimmt, zeltet oder im Auto übernachtet und den möglicherweise notwendigen, nächtlichen Gangs zum weit entfernen WC vermeiden möchte, sollte sich mal die Pinkelhilfe Lady P* genauer ansehen. Sie ist wie die Cups aus Silikon, hält damit bis zu 10 Jahre und belastet die Umwelt nicht. Abraten würde ich von den Plastik- und Papp-Alternativen, die als Einwegartikel unnötig Müll produzieren. Einen ausführlichen Testbericht findest du in diesem Artikel.

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Zeige Kommentare (5)
  • Hallöchen ich schon wieder, :D,

    ich möchte mich zum Thema Menstruationstasse gerne ein bisschen äußern. Ich selbst besitze auch so ein Teil und muss sagen, irgendwie ist das aus Sicht der Wiederverwendung eigentlich eine ganz coole Sache, wenn ich ehrlich bin. Gerade was den Kostenfaktor aber auch die Müllporduktion anbelangt, denn wenn man ehrlich ist, Einwegprodukte verursachen sowohl entsprechend Kosten aber auch Unmengen an Müll.

    Auf der anderen Seite muss ich aber auch zugeben, dass ich die Menstruationstasse in manchen Situationen richtig unpraktisch finde. Das Entleeren an sich ist nicht das Problem, allerdings kommt man ums abwaschen und auch mal heiß abkochen nicht drum rum, wenn man das ganze mal aus Hygienischer Sicht betrachtet. Und manchmal gestaltet sich schon das Abwaschen, so meine Meinung, als schwierig. Vorallem wenn man nur mit einem Auto irgendwo im nirgendwo sitzt. Weit und breit nicht mal eine Tankstelle oder ähnliches. Und das ist mir dann oft schon zu umständlich. Weshalb ich in manchen Situationen doch Lieber auf das altbewährte OB zurückgreife, dass ich aussöpsle und ein frisches benutze, dass alte notfalls in ein Taschentuch einwickle und beim nächsten Mülleimer entsorge. Ohne mir Gedanken machen zu müssen, wann ich das nächste mal irgendwo ein Waschbecken finde.

    An und für sich ist die Tasse aber schon eine ganz gute Idee.

    Liebe Grüße

    Fräulein_ich von pferdigunterweg.com

    • Hey Silli,
      vielen Dank für deine Meinung und toll, dass du auch einen Cup verwendest! Stimmt auf jeden Fall, dass es nicht immer super praktisch ist. Ich denke, für die Fälle mit Auto unterwegs etc. kann man natürlich zeitweise auf Bio-Tampons umsteigen.
      Viele Grüße :)
      Ute

    • Hi Christina,
      ja so geht es vielen Menschen. Das Levantiner Schwämmchen zum Beispiel kommt aus der Natur und ist daher im Grunde nicht neu, sondern genau genommen eines der ältesten Mittel bei der Periode :) Wir haben allerdings oft das Gefühl, dass neuere bzw. vermeintlich praktischere Dinge besser sind.
      Viele Grüße

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