Der Jetlag hat mich voll im Griff… bis mittags geschlafen, wahrscheinlich noch aus Frust vom gestrigen Tag. Jetzt aber Vollgas. Das Frühstück im Hostel spare ich mir, draußen gibt´s bessere Gelegenheiten. Als erstes habe ich aber erstmal meinen Aufenthalt in Seoul verlängert. Ich weiß immer noch nicht, wie es weiter geht und möchte von der Stadt gerne noch in Ruhe einiges sehen.
Auf dem Plan standen heute insbesondere drei Punkte: der Gyeongbokgung Palace, die Samcheongdong Street und das Bukchon Hanok Village.

Nur vier Metro-Stationen trennten mich vom Gwanghwamun Square und somit auch von König Sejong und dem größten Palast Seouls mit dem unaussprechlichen Namen Gyeongbokgung aus dem 14. Jahrhundert.

Dieser Platz ist beeindruckend! Auf dem nicht gerade kleinen Mittelstreifen schaut man auf der einen Seite in die Stadt mit ihren Wolkenkratzern, auf der anderen Seite thront der große Palast mit den Bergen im Hintergrund. Glücklicherweise fand bei meinem Eintreffen vor den Toren gerade ein historischer Wachwechsel statt. Der Eintritt kostete 3.000 WON (2 Euro).

Den Palast ließ ich alsbald hinter mir und steuerte gen Osten auf die von meinem Hostel empfohlene Straße namens Samcheongdong zu. Hier reihen sich nette kleine Geschäfte mit filigranem Schmuck, Accessoires, Deko-Artikeln, Kleidung und Schuhen aneinander. Das beste aber wahrscheinlich sind die Restaurants und Cafés, von denen eins besser aussieht als das andere. Heute war es schon so warm, dass meine Wahl auf ein Café mit Dachterrasse fiel: Zoo Coffee. Auch hier wieder sensationelle Waffel mit Eis. Langsam fange ich an, mich hier wohl zu fühlen.

Eigentlich wollte ich mein letztes Ziel – das tradionelle Hanok-Dorf Bukchon – aufgrund bereits fortgeschrittener Stunde auf morgen verschieben, als ich plötzlich einen Wegweiser sah, der unmittelbar zum Dorf führte. Ich hatte vor Reiseantritt darüber nachgedacht, in diesem Dorf ein oder zwei Nächte zu verbringen (es gibt dort einige Unterkünfte), habe die Idee dann aber wegen nicht so guter Kritiken im Internet und möglicherweise mangelndem Komfort in den ersten Ankunfts-Tagen verworfen.

Das Dorf ist anders als ich es mir vorgestellt hatte. Zwischendurch habe ich immer wieder nachgeschaut, ob ich mich eventuell verlaufen habe, denn unter einem “tradionellen Dorf” hatte ich irgendwie doch einen sehr ursprünglichen Zustand erwartet und nicht unbedingt Mittelklassewagen vor dem Eingang und Holz-Haustüren mit digitalem Code-Schlüssel?!

Zwischen den Holzhäusern mit den schönen Ziegeldächern befanden sich – auch etwas ungewöhnlich – moderne Gebäude, Galerien, Restaurants, Cafés und Design-Ateliers.
Zurück am Gwanghwamun Platz konnte ich es mir vor der Rückfahrt zu meinem Hostel nicht verkneifen, dem bekanntesten Buchladen Koreas “Gyoba Bookstore” einen Besuch abzustatten. Größere Geschäfte haben bis 22 Uhr geöffnet. An einer Straßenküche gab’s als Abendessen eine Kombination aus Kartoffelpuffer mit Ei, Shrimps, Gemüse und einer darauf liegenden Portion Nudeln, alles natürlich wieder mit viel Sauce – aber lecker!

Morgen geht es dann endlich ins Aquarium. Ich habe so tolle Fotos davon gesehen und kann es jetzt kaum erwarten. Den Rest lasse ich auf mich zukommen. Zum Abschluss noch ein Bild von Seoul bei Nacht:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*