Ankunft in Seoul. Im Flugzeug gab es schonmal einen kleinen Vorgeschmack auf das koreanische Essen. Reis und Hähnchen in Gemüse mit angedickter Sauce, dazu gewürzten Kohl und als zusätzliches Würzmittel Sojasauce und scharfe Chili-Würzpaste, die sich meine koreanische Sitz-Nachbarin nicht gerade kleinlich auf ihrem Essen verteilte.
Obwohl es eine Bus- oder Bahnverbindung zu meinem Hostel gegeben hätte, habe ich mich nach dem langen Flug aus Bequemlichkeit zur frühen Stunde von 6 Uhr morgens für ein Taxi entschieden. Die etwa 1-stündige Fahrt kostete 60.000 WON (40 Euro), was meines Erachtens okay war.
Meine Unterkunft für die nächsten drei Nächte – das Shin Chon Hostel – liegt zentrumsnah im Stadtteil Sinchon und kostet erfreulich geringe 40.000 WON (26 Euro) pro Nacht. Es ist nicht die sauberste Unterkunft, das Zimmer ist lieblos eingerichtet, hat ein Fenster mit atemberaubender Aussicht auf eine 2m entfernte Hauswand und das Personal ist schlecht organisiert und chaotisch. Aber es erfüllt seinen Zweck.
Nach ein paar Stunden Schlaf blieb nicht mehr viel vom Tag übrig. Daher entschied ich mich nachmittags für das Viertel Insa-dong, das mit seinen traditionellen Teehäusern, Kunstgalerien, Antiquitätenläden, Schmuck- und Designgeschäften einen guter Einstieg in die Stadt sein würde. Ich war jedenfalls mental auf Shopping eingestellt.

Insa-dong erreichte ich mit der Metro. Ein Hostel-Mitarbeiter hatte mir vorher eine iPhone-App namens “Jihachul” runtergeladen, mit der ich mir meine Strecke mit allen notwendigen Daten (auch unterwegs) anzeigen lassen konnte. Das Metro-System ist perfekt organisiert. Tickets kann man sich einfach am Automaten ziehen, mein Ticket kostete oneway 1.650 WON (1,10 Euro) – worin bereits 500 WON Pfand für das Plastik-Ticket enthalten sind, das man sich nach der Fahrt an einem anderen Automaten wieder auszahlen lassen kann.

Das Viertel war gleich ein Volltreffer! Einladende Restaurants und Teestuben, viel Kunst und kleine Shops mit richtig guten, zum Teil ausgefallenen Sachen.

Im Shopping-Center Ssamziegil habe ich mich dann im wahrsten Sinne des Wortes festgefressen, hübschen Schmuck gekauft und mir anschließend in einem stylishen Café im Vintage-Look eine viel zu große Waffel mit Eis bestellt.

Nachdem die Dunkelheit angebrochen war, ging es auf dem gleichen Weg mit der U-Bahn zurück. Die Bahnen sind sauber, sicher und gepflegt und trotz großer Menschenmengen herrscht eine ungewöhnliche Stille. Letzteres dürfte wohl darin begründet liegen, dass ungefähr 9 von 10 Personen unter 50 Jahren ihre Augen gebannt auf ihr Handy richten.

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