Meine Leidenschaft für die Fotografie habe ich mit 28 Jahren erst relativ spät entdeckt, genauer gesagt auf einer Reise durch die bolivianische Salzwüste Salar de Uyuni. Damals hatte ich eine kleine Spiegelreflexkamera Canon 400D mit zwei Zoom-Objektiven dabei und lernte auf der 4-tägigen Tour einen französischen Architekten kennen, der mir mit nur kleinen Tipps zu großen Verbesserungen meiner Fotos verhalf – seitdem ist mein Feuer für Fotografie und Kameras entfacht! 

Im Laufe der Jahre habe ich mir einiges an Fotoausrüstung zugelegt und passe heute das Equipment an die jeweilige Reise an. Hierbei steht dann im Vordergrund, was ich auf der Reise unternehmen und wie ich unterwegs sein werde, sprich: Wie viel Gewicht kann ich mitnehmen und während der Reise tragen? Bin ich mit einem Camper, Auto oder Mietwagen unterwegs, kann ich wesentlich mehr Teile und Gewicht mitnehmen, als wenn ich nur mit einem Rucksack oder Koffer bepackt eine Fernreise antrete.

Seit 8 Jahren fotografiere ich mit einer Vollformat Spiegelreflexkamera Canon EOS 5D Mark II und vor 3 Jahren ist eine Canon EOS 70D hinzugekommen, weil ich eine wesentlich leichtere Spiegelreflexkamera gesucht habe. Bei der Wahl war wichtig, dass ich meine vorhandenen EF-Objektive für beide Kameras nutzen kann. Zu den meist verwendeten Objektiven gehören ein Zoom-Objektiv 24-70 mm sowie zwei Festbrennweiten mit 28 mm und 50 mm. Die Kameras und Objektive kommen unterschiedlich zum Einsatz:

Meine Kamera-Ausrüstung für Fernreisen, Flugreisen, Städtetrips:

Die Ausrüstung sollte für mich möglichst effektiv und nicht zu schwer sein. Zudem sollte die Kamera unterwegs in einer Hand- oder Schultertasche oder kleinen Rucksack verstaut werden können.

 (1) Canon EOS 70D* mit Festbrennweite Canon EF 28mm 1:1.8* (2) Festbrennweite Canon EF 50mm 1:1.4* (3) Neopren Schutzhülle* (4) Kameragurt von Designstraps (5) Canon Ersatz-Akku* (6) SD Speicherkarten* (7) Pinsel* zur Objektiv-Reinigung

Videoaufnahmen sind mit dieser Ausrüstung ebenso möglich und zudem qualitativ hochwertig. Je nach Bedarf nehme ich auch noch ein extra Mikrofon für eine bessere Klangqualität mit (s. nächstes Foto).

Beispiel-Fotos mit der Canon 70D in diesen Artikeln: Paros, Island, Irland, Norwegen, Samoa

Das größere Equipment für Reisen mit Auto, Camper und Mietwagen:

Wenn Platz und Gewicht keine Rolle spielen und sich alles im Kofferraum verstauen lässt, nehme ich die schwereren und qualitativ hochwertigen Geräte mit.

 (1) Canon EOS 5D Mark II* mit Festbrennweite Canon 50 mm 1:1.4* (2) Zoom-Objektiv Canon 24-70 mm 1:2.8 (3) Festbrennweite Canon 28 mm 1:1.8* (4) Zoom-Objektiv Canon EF 70-200 mm 1:2,8* (5) Neopren Schutzhülle* (6) CF-Speicherkarten* (7) Canon Ersatz-Akku* (8) Rode Mikrofon* für Filmaufnahmen (9) Objektivköcher* (1o) Fernauslöser* für Selfies (11) CF Kartenleser* (12) Pinsel* zur Objektiv-Reinigung.

Beispiel-Fotos in diesen Artikeln: Mit dem Bus durch Tibet, Highlight Grand Canyon, Tansania

Fotografieren mit dem Handy

Klar ist das Mobiltelefon auf Reisen immer dabei und macht in vielen Bereichen absolut ausreichende Fotos, natürlich auch für Snapchat und Instagram (↠ bravebirdsblog). Zudem ist es immer direkt griffbereit, während man eine größere Kamera meist erst aufwändig auspacken muss. Schwierig wird es bei der Fotoqualität bei nur wenig Licht oder direktem Gegenlicht.

(1) Apple iPhone 6* (2) Sony Xperia X* (3) Joby GorillaPod Stativ* (4) EasyAcc Reise-Ladegerät* (5) Wasserdichte Schutzhülle*

Meist habe ich zwei Handys dabei, um mit einem eine Prepaid-Sim-Karte des Reiselandes zu nutzen. Dieses Mobiltelefon dient dann gleichzeitig als mobiler Router für Laptop, das andere Handy, Kindle usw. (richtet man über den Punkt “Persönlicher Hotspot” ein). Das kleine Stativ eignet sich für Selfies oder kleine Videos, die Schutzhülle kann man zum Schnorcheln verwenden.

Beispiel-Fotos in diesen Artikeln: Mexiko’s kleines Paradies: HolboxReykjavík – No Mainstream

Zusätzliches Equipment für Sport, Wassersport (z. B. Tauchen, Schnorcheln) und Roadtrips

Ein sehr kleines Gerät mit vielen Einsatzmöglichkeiten. Die GoPro Hero5 passt in jeden Rucksack und hat unzählige Einsatzbereiche: Beim Schnorcheln und Tauchen oder einfach nur im Pool – in der Hand, an einem Gurt auf dem Kopf, beim Sport, Radfahren, Longboarden oder was auch immer man gerade macht.

(1) GoPro HERO5 Black Action* (2) Portables Ladegerät für GoPro, Smartphone & Co.* (3) Halterung mit Schwenkarm (z. B. für’s Auto)* (4) microSDHC Speicherkarten* (5) Handler – für Unterwasser* (6) Kopfband* (7) 3-Wege Halterung*

Bei Roadtrips habe ich sie des Öfteren auf dem Dach oder etwas tiefer seitlich an einer Tür angebracht. Zudem kann sie optional bei einigen Drohnen zum Einsatz kommen und Zeitrafferaufnahmen sind ebenfalls möglich.

Meine Kamera für Luftaufnahmen

Drohnen sind bisher eher ein Männerding, wobei die Bedienung an sich kinderleicht ist. Ich habe mich hier für eine Yuneec Typhoon Q500 4K* entschieden und bin ehrlich gesagt leider noch zu wenig dazu gekommen, sie häufiger einzusetzen.

Nachteil eines solchen Quadrokopters ist ganz klar die Größe und das Gewicht, wenn man sie im Koffer mitschleppt. Zudem muss man einige Faktoren bei Einsatz eines Flugobjektes beachten und eine spezielle Drohnenversicherung abgeschlossen haben.

Weiteres Zubehör für Fotografie und Film

Je nach Art der Reise nehme ich noch weitere Dinge mit:

    • Stativ: Ein schwieriges Thema, denn eigentlich möchte man ein kleines Stativ mit geringem Gewicht mitnehmen, andererseits soll es möglichst stabil sein und vielleicht eine nicht ganz so leichte Kamera sicher tragen. Nach einigem Ausprobieren habe ich mich für ein Manfrotto Reisestativ* entschieden, das ich allerdings fast nur auf Auto-Reisen mitnehme.
    • Externe Festplatte: Auf jeder Reise sichere ich jeden Abend alle Fotos und Filme des Tages sowohl auf meinem Laptop als auch auf einem externen Datenträger. Hier verwende ich ausschließlich externe Festplatten mit Passwortschutz: WD My Passport for Mac 1TB*. Fotos und Filme, die später nicht mehr auf der Festplatte eines Laptops oder sonstigen Computers gesichert sind, speichere ich auf zwei separaten Festplatten ab.

Meine Kamera-Einstellungen

Generell fotografiere ich im manuellen Modus, das ist das “M” auf dem Einstellrädchen. Hierbei entscheide ich selbst über Blende, ISO-Einstellung und Belichtungszeit. Tendenziell belichte ich meine Fotos normal bis etwas heller, da das Bild dies bei einer nachträglichen Bearbeitung eher verzeiht, als wenn man ein zu dunkel gewordenes Foto später aufhellen muss. Auch nehme ich gern eine etwas höhere ISO in Kauf, also bei Sonne z. B. 200-400 ISO, ohne Sonne 800-1.200 ISO usw., um z. B. ein Motiv in Bewegung problemlos scharf abbilden zu können oder um weiter entfernte Objekte bei einer möglichst großen Blendenzahl noch möglichst detailliert aufzunehmen. Das Risiko einer sichtbaren Körnung ist meiner Meinung nach bei einer Bildgröße von nur 740 px bis 1.080 px Breite (wie ich sie für meinen Blog benötige) nicht gegeben und vereinfacht das Fotografieren immens. Einen Blitz verwende ich auf Reisen nie.

Bildbearbeitung à la Bravebird

Während mir früher eingeimpft wurde, ich solle immer in jpg und RAW gleichzeitig fotografieren, reicht mir ehrlich gesagt das jpg-Format völlig aus. Da ich überwiegend für den Blog fotografiere, sehe ich für die Verwendung des RAW-Formats keine Notwendigkeit. Das RAW-Format verbraucht sehr viel Speicherplatz und da ich mich bemühe, das Foto im Vorfeld in Bezug auf Belichtung & Co. möglichst gut zu haben, brauche ich nur sehr wenig Bildbearbeitung. Selbst für Magazine reicht das jpg-Format völlig aus.

Für die Bildbearbeitung verwende ich eine alte Photoshop CS4 Version, die für meine Bedürfnisse vollkommen ausreichend ist. Bei Landschaftsbildern korrigiere ich zunächst den Horizont. Ansonsten nutze ich fast ausschließlich das Tool “Tonwertkorrektur”, mit der ich Belichtung und Kontrast verbessern kann. Manchmal ist es noch notwendig, dem Bild dezent etwas mehr Schärfe zu verleihen. Dies geht am Natürlichsten mit “Filter – Scharfzeichnungsfilter – Unscharf maskieren”. In seltenen Fällen nutze ich noch “Korrekturen – Tiefen/Lichter”, falls Schatten im Bild zu dunkel ausfallen.

Fragen von Leserinnen und Lesern zur richtigen Kamerawahl

Um die häufigste Email-Anfrage zum Thema Kamera zu beantworten: Wenn man vor dem Kauf einer Kamera steht, ist das meist mit den unterschiedlichsten Überlegungen verbunden. Wie schwer darf sie sein, soll ich mehrere Objektive verwenden oder reicht eine Digitalkamera mit eingebautem Zoom aus? Lieber Spiegelreflex oder Systemkamera? Hierbei werden wir stark von der Werbung beeinflusst, die uns vorgibt, dass wir unbedingt das Neueste und Beste haben müssen – unabhängig davon, wie wir überhaupt fotografieren können. Es gibt nicht DIE beste Kamera, weshalb meiner Meinung nach viele Menschen schon mit ihrer Handykamera völlig ausreichende Fotos machen und keine weitere Kamera bräuchten. Wenn man sich mehr für Fotografie interessiert, die Kamera gerne zur Hand nimmt, Fortschritte bei sich sieht oder sie vielleicht berufsbedingt einsetzen muss, lohnt sich durchaus eine Investition in eine DSLR oder Systemkamera, die mit Objektiven meist bei mindestens 800 Euro aufwärts liegt.

Also konkret gesagt: Eine gute und/oder teure Kamera wird dich (leider) nicht automatisch zum besseren Fotografen machen. Investiere ruhig in ein oder mehrere Kurse, um besser zu werden. Hiernach kannst du immer noch eine hochwertigere Kamera kaufen. Eine weitere Alternative wäre eine gebrauchte Kamera über kalaydo oder ebay Kleinanzeigen. Wie du bei mir siehst, fotografiere ich mit älteren Spiegelreflex-Modellen und ich sehe aktuell keinen Bedarf für eine Veränderung. Für mich persönlich ist eigentlich eine der wichtigsten Komponenten, dass ich gerne damit fotografiere. Vor der Canon 70D hatte ich eine Canon EOS 650D* und die war eigentlich völlig ausreichend. Es gibt auch Blogger, die z. B. mit einer Canon PowerShot G9* für ca. 500 Euro hervorragende Reisefotos machen. Systemkameras sind eine weitere Alternative, jedoch sind Fujifilm*, Olympus mit Wechselobjektiven im Kit* & Co. nicht wirklich günstige Alternativen.

Wenn ich mir heute ältere Fotos vor dieser Reise anschaue, hätte man nie erwartet, dass sich dahinter ein gewisses Talent verbirgt, weshalb ich jedem Hoffnung machen möchte, der an seinen Fähigkeiten in diesem Bereich zweifelt. Nur ist natürlich noch kein Meister vom Himmel gefallen, weshalb es leider nicht ausreicht, sich einfach eine teure Kamera mit vielen Funktionen zu kaufen. Man wird an einer Menge Übung, Lernen und Umsetzung durch Erfahrung nicht vorbeikommen und das kann man auf verschiedenen Wegen sogar recht einfach und spielerisch umsetzen:

  • VHS-Kurse: Auch, wenn hier vielleicht einige die Nase rümpfen werden, ist dieser Weg dennoch eine sehr gute und kurzweilige Möglichkeit, sein Wissen zu vergrößern. Ich habe über etwa zwei Jahre lang alle möglichen VHS-Kurse unterschiedlicher Fotografie-Richtungen in Abendkursen bei Kölner Fotografen belegt und viel über Technik, Licht, Umsetzung, Schnitt etc. mitnehmen können. Alternativ gibt es auch Fotoschulen, die ich allerdings immer verhältnismäßig teuer empfunden habe.
  • Analoge Fotografie: Ein Weg, der sich für mich ebenfalls sehr gelohnt hat. Bei dem Fotografieren mit Film lernt man insbesondere den Umgang mit Licht und Schatten und man wird zwangsläufig präziser fotografieren müssen, weil man eben nicht wie bei der digitalen Kamera einfach 20x abdrücken und danach das Beste heraussuchen kann. Ein Abzweig ist hier z. B. Lomography, wo man mit simplen Plastikkameras seiner Kreativität freien Lauf lassen kann. Schau’ mal im Lomo-Home von bravebird vorbei.
Hinweis: In diesem Artikel wurden einige Produkte mit einem * versehen, die Werbung in Form von Links zu Werbepartnern darstellen. Auch, wenn ich diese Produkte selbst verwende und/oder 100% davon überzeugt bin, bin ich zur Kennzeichnung verpflichtet.