Kalifornien wird oft im Eiltempo bereist: jeden Tag ein neues Motel, ein neuer Aussichtspunkt, viele Stunden auf dem Highway. Meist steht dabei der berühmte Highway 1 entlang der Küste im Mittelpunkt, und das zu Recht. Wer jedoch nur der Küste folgt, verpasst einen großen Teil dessen, was diesen Bundesstaat ausmacht. Im Landesinneren warten Mammutbäume, die älter sind als jede Kathedrale Europas, Granitwände, Bergseen und Wälder, in denen man kaum einem Menschen begegnet.
Dieser Routenvorschlag setzt deshalb bewusst auf weniger Stationen und viel Natur. In drei Wochen sind es nur sechs Orte, an denen man jeweils mehrere Nächte bleibt, mit zwei Nationalparks in der Sierra Nevada, einigen Tagen an der Küste und jeweils drei vollen Tagen in San Francisco und Los Angeles. Damit ist die Reise deutlich ruhiger als viele klassische Kalifornien-Routen, und es bleibt mehr Zeit für Wanderungen, lange Abende und spontane Entdeckungen.
Die Kalifornien-Route im Überblick
- San Francisco (4 Nächte)
- Yosemite-Nationalpark (4 Nächte)
- Sequoia & Kings Canyon (3 Nächte)
- Central Coast und Big Sur (3 Nächte)
- Santa Barbara (2 Nächte)
- Los Angeles (4 Nächte)
Für diese Route ist ein eigenes Auto unverzichtbar, denn die Nationalparks und viele Orte an der Küste sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum erreichbar. Den Mietwagen kannst du zum Beispiel über DiscoverCars.com buchen, wo sich die Angebote vieler Vermieter in Kalifornien vergleichen lassen. Alles Wichtige rund um die Anmietung findest du am Ende des Artikels.
1. San Francisco: Klippenwege, Golden Gate und erste Mammutbäume
San Francisco ist der ideale Startpunkt, um nach dem langen Flug erst einmal anzukommen. Die Stadt lässt sich gut zu Fuß, mit den Cable Cars und öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden, deshalb würde ich den Mietwagen erst am Abreisetag abholen. Das spart Parkgebühren, und da Autoaufbrüche in der Stadt leider häufig vorkommen, ist es auch die entspanntere Lösung.
Schon in San Francisco selbst kommt die Natur nicht zu kurz. Der Lands End Trail führt an steilen Klippen entlang und bietet einige der schönsten Blicke auf die Golden Gate Bridge, die man anschließend zu Fuß oder mit dem Fahrrad überqueren kann. Auch das weitläufige Presidio und der Golden Gate Park laden zu langen Spaziergängen ein. Für einen Tagesausflug bietet sich das Muir Woods National Monument an, wo die ersten Küstenmammutbäume der Reise stehen. Da Parkplätze und Shuttle dort im Voraus reserviert werden müssen, solltest du das frühzeitig planen. Den Rest der Zeit kannst du durch Viertel wie den Mission District mit seinen bunten Wandmalereien streifen oder im Ferry Building regionale Produkte probieren.
→ Übernachtung: San Francisco – 4 Nächte

2. Yosemite-Nationalpark: Granitwände und Wasserfälle
Nach etwa vier Stunden Fahrt erreichst du den Yosemite-Nationalpark, für viele das Herzstück jeder Kalifornien-Reise. Im Yosemite Valley ragen El Capitan und der Half Dome in den Himmel, und im Frühjahr stürzen die Wasserfälle besonders eindrucksvoll in die Tiefe. Vier Nächte klingen zunächst viel, doch genau diese Zeit braucht es, um den Park in Ruhe zu erleben und nicht nur von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt zu fahren.
Zu den schönsten Wanderungen gehört der Mist Trail zum Vernal Fall, bei dem man der Gischt des Wasserfalls ganz nah kommt. Vom Glacier Point aus überblickst du das gesamte Tal, und im Mariposa Grove im Süden des Parks stehen gewaltige Riesenmammutbäume. Im Sommer lohnt sich außerdem eine Fahrt über die Tioga Road in die Hochlagen rund um die Tuolumne Meadows, wo es deutlich ruhiger zugeht als im Tal. Beachte, dass die Straßen zum Glacier Point und über den Tioga Pass nur in den wärmeren Monaten geöffnet sind.
Für 2026 ist keine Reservierung für die Einfahrt erforderlich. Da sich die Regelungen ändern können, solltest du vor der Reise trotzdem die aktuellen Hinweise auf der Website des National Park Service prüfen. Übernachtungsmöglichkeiten außerhalb des Parks findest du zum Beispiel in Mariposa, Groveland oder Oakhurst, wobei Oakhurst für die Weiterfahrt Richtung Süden besonders günstig liegt.
→ Übernachtung: Oakhurst – 4 Nächte
3. Sequoia & Kings Canyon: Unterwegs zwischen den größten Bäumen der Welt
Rund dreieinhalb Stunden südlich liegen die beiden benachbarten Nationalparks Sequoia und Kings Canyon, die deutlich weniger besucht sind als Yosemite. Hier fühlt man sich zwischen den Riesenmammutbäumen ganz klein. Im Giant Forest steht der General Sherman Tree, gemessen am Volumen der größte Baum der Erde, und der Congress Trail führt in einer ruhigen Runde an vielen weiteren Baumriesen vorbei. Wer die Aussicht liebt, steigt die rund 350 Stufen auf den Moro Rock hinauf, und an der Crescent Meadow lassen sich mit etwas Glück Schwarzbären beobachten.
Im Kings Canyon lohnt sich ein Besuch beim General Grant Tree und eine Fahrt über den Kings Canyon Scenic Byway bis nach Cedar Grove, wo der Zumwalt Meadow Trail durch eine Wiesenlandschaft am Fluss führt. Die Straße nach Cedar Grove ist in der Regel nur von Mai bis Anfang oder Mitte November geöffnet. Die Generals Highway, die beide Parks verbindet, ist kurvig und steil, also plane hier ausreichend Zeit ein. Für den Sequoia-Nationalpark eignet sich Three Rivers als Ausgangspunkt, für den Kings Canyon ist eine Übernachtung im Bereich Grant Grove deutlich günstiger gelegen.
→ Übernachtungsbasis: Three Rivers und Grant Grove – 3 Nächte

4. Central Coast & Big Sur: Wilde Küste und Seeelefanten
Von den Nationalparks in der Sierra Nevada geht es weiter an die Küste, und nach den Bergen wirkt der Pazifik wie ein neues Kapitel der Reise. Kleine Orte wie Morro Bay und Cambria sind ideale Standorte, um die Central Coast in Ruhe zu erkunden. In Morro Bay kannst du mit dem Kajak durch die Bucht paddeln und dabei Seeotter beobachten, und im nahe gelegenen Montaña de Oro State Park führen Wanderwege über wilde Klippen mit weitem Blick aufs Meer. In Cambria lädt der Holzsteg am Moonstone Beach zu Spaziergängen bei Sonnenuntergang ein.
Nördlich von San Simeon liegt der Aussichtspunkt bei Piedras Blancas, wo sich das ganze Jahr über Seeelefanten am Strand tummeln, besonders viele im Winter. Von hier aus beginnt auch der südliche Abschnitt von Big Sur, wo die Berge steil ins Meer abfallen. Da Teile des Highway 1 in Big Sur nach Erdrutschen immer wieder gesperrt sind, solltest du vor der Fahrt die aktuelle Lage auf der Website der kalifornischen Straßenbehörde Caltrans prüfen.
→ Übernachtung: Cambria – 3 Nächte
5. Santa Barbara und die Channel Islands
Etwa zweieinhalb Stunden weiter südlich folgen zwei Nächte in Santa Barbara, eingebettet zwischen den Santa Ynez Mountains und dem Pazifik. Die Stadt mit ihren weißen Häusern im spanischen Kolonialstil wirkt entspannt und lädt zum Bummeln ein, etwa vorbei an der historischen Mission hinunter zum alten Holzpier Stearns Wharf. Für Naturliebhaber:innen lohnt sich eine Wanderung zum Inspiration Point oberhalb der Stadt, von wo aus man weit über die Küste blickt.
Ein besonderes Erlebnis ist ein Tagesausflug in den Channel-Islands-Nationalpark. Die Boote starten im nahe gelegenen Ventura, und bei der Überfahrt zeigen sich oft Delfine. Die fast unbebauten Inseln werden wegen ihrer einzigartigen Tierwelt auch die „Galápagos Nordamerikas“ genannt und bieten wilde Klippen, einsame Buchten und Meereshöhlen, die sich mit dem Kajak erkunden lassen. Verpflegung für den ganzen Tag sollte man mitnehmen, da es auf den Inseln keine Versorgung gibt.
→ Übernachtung: Santa Barbara – 2 Nächte

6. Los Angeles: Hollywood Hills und die Strände von Malibu
Zum Abschluss der Reise erreichst du nach rund zwei Stunden Los Angeles. Auch in dieser riesigen Stadt findest du überraschend viel Natur. Im Griffith Park führen Wanderwege hinauf zum Griffith Observatory, von wo aus du über die ganze Stadt bis zum Hollywood Sign blickst. In den Santa Monica Mountains und an der Küste von Malibu warten Wanderungen wie der Solstice Canyon Trail und wilde Buchten wie der El Matador State Beach. Zwischendurch lohnt sich ein Spaziergang durch die Venice Canals oder ein Besuch im Getty Center, das mit seinen Gärten und dem Blick über die Stadt ebenfalls einen Ausflug wert ist.
Wer noch mehr Zeit hat, kann von Los Angeles aus in etwa zweieinhalb bis drei Stunden zum Joshua-Tree-Nationalpark fahren. Die Wüstenlandschaft mit ihren bizarren Bäumen und Felsformationen bildet einen spannenden Kontrast zu den Wäldern und der Küste der vorangegangenen Wochen.
→ Übernachtung: Los Angeles – 4 Nächte
Praktische Tipps für deinen Kalifornien-Roadtrip
Mietwagen
Für die Strecke von San Francisco nach Los Angeles empfiehlt es sich, den Mietwagen rechtzeitig zu buchen, besonders in der Hauptsaison. DiscoverCars.com ist ein Mietwagen-Vermittler, über den sich die Angebote vieler Vermieter in Kalifornien auf einen Blick vergleichen und direkt buchen lassen. Interessant ist dabei die Full Coverage, die häufig günstiger ist als der Rundumschutz, den die Vermieter direkt am Schalter anbieten. Im Schadensfall zahlt man zunächst beim Vermieter und bekommt gedeckte Kosten anschließend erstattet.
Auf Trustpilot hat DiscoverCars.com fast 300.000 Bewertungen mit durchschnittlich 4,6 Sternen.
Für die Anmietung brauchst du in der Regel einen gültigen Führerschein und deinen Reisepass. Da der deutsche Führerschein nicht auf Englisch ausgestellt ist, empfehlen manche Vermieter zusätzlich einen internationalen Führerschein, deshalb solltest du ihn vorsichtshalber mitnehmen. Das Mindestalter hängt vom Vermieter ab und liegt häufig bei 20 oder 21 Jahren, und wer jünger als 25 ist, muss meist mit einer Zusatzgebühr rechnen.
Außerdem wird eine Kreditkarte auf den Namen der Fahrerin oder des Fahrers benötigt. Auf ihr wird bei der Abholung meist eine Kaution geblockt, deren Höhe je nach Vermieter und Fahrzeugklasse unterschiedlich ausfällt und in den Mietbedingungen angegeben ist. Achte deshalb darauf, dass der Verfügungsrahmen deiner Kreditkarte dafür ausreicht.
Beste Reisezeit für den Kalifornien Roadtrip
Für die komplette Route eignen sich Juni bis Anfang Oktober besonders gut. Im Mai und Juni führen die Wasserfälle im Yosemite noch viel Wasser, allerdings können die Hochstraßen in den Nationalparks im Mai noch geschlossen sein. Im September und Anfang Oktober ist es angenehm warm und etwas ruhiger.
Eintritt in die Nationalparks
Für die Nationalparks lohnt sich der America the Beautiful Pass. Seit 2026 zahlen Besucherinnen und Besucher ohne Wohnsitz in den USA für den Jahrespass 250 US-Dollar. Ohne Pass wird in elf besonders beliebten Parks, darunter Yosemite sowie Sequoia & Kings Canyon, zusätzlich zum regulären Eintritt eine Gebühr von 100 US-Dollar pro Person fällig. Bei dieser Route rechnet sich der Pass also schnell.
