Roadtrips USA

Highlight Grand Canyon

Abseits der Route 66 wollte ich mich heute in die unendlichen Weiten der roten, riesigen Schluchten des Grand Canyons begeben – wohl einer der Nationalparks der Welt, die durch ihre imposante Größe einen Atemstillstand auslösen können.
Und mit dieser Annahme lag ich nicht schlecht. Es stellte sich schnell heraus, dass es in diesem 450 km langen Gebiet nicht nur eine Anlaufstelle gibt, was die Entscheidung für den „Place to be“ nicht gerade erleichterte…
 
Tagestouren über Veranstalter kosteten zum Teil weiter über 100 US $, weshalb schnell fest stand, dass ich selber fahren würde. Mit dem Auto muss man für den gesamten Park nur eine Gebühr von 25 US $ bezahlen und dieses Permit gilt gleich für eine ganze Woche. So entschied ich mich zunächst für den weiter entfernten Eintritt im North Rim. 

Der North Rim

 
Die 330 km lange Strecke von Flagstaff bis zum nördlichen Teil des Grand Canyons war ebenso langatmig wie atemberaubend. Mittlerweile vermeide ich es, mich an den Meilen-Angaben am Straßenrand zu orientieren, denn sie wecken Hoffnung auf ein baldiges Ankommen und dann tauchen plötzlich immer wieder neue Schilder auf, die das Ziel in noch weitere Ferne rücken.
 
Nichtsdestotrotz lohnt der weite Weg, der sich durch abwechselnde Landschaften, einem rauschendem Colorado River und – ab Eintritt des Parks – einem riesigen Wald mit grasenden, grummelnden Bisons abwechselt. Der North Rim ist aufgrund der weiteren Entfernung erfreulicher Weise nicht so stark frequentiert wie der South Rim und bietet dadurch einen entspannten Besuch dieses Parks.
Sobald man endlich an einem der Aussichtspunkte auf 1.700 m Höhe steht, bleibt einem tatsächlich der Atem stehen. Und das nicht nur, weil man von einer unglaublichen Stille umgeben ist, sondern auch, weil diese extremen Weiten nicht wirklich fassbar sind. In der Hitze fällt der Auf- und Abstieg der recht engen Pfade teilweise nicht leicht, aber jeder Schritt lohnt.
An manchen Stellen ist es ehrlich gesagt auch ganz gut, dass sich nicht so viele Touristen dort aufhalten, denn Zäune oder andere Arten von Absperrungen sind an prekären Stellen nicht vorhanden?! Ein falscher Schritt und man fällt unweigerlich hunderte Meter in die Tiefe! In Deutschland ein Ding der Unmöglichkeit, hier der ganz normale Wahnsinn.
In der angrenzenden Grand Canyon Lodge kann man in klimatisierten Räumen mit einer grandiosen Aussicht relaxen und zu relativ günstigen Preisen essen oder auch auf einer großen Panorama-Terrasse einen kühlen Drink zu sich nehmen. Wenn man das nötige Kleingeld hat, lohnt sich eine Übernachtung in einem der Stein-Bungalows (z. B. Zi. 309, ab 170 US $). Ein Sonnenauf- oder -untergang über dem Grand Canyon von der eigenen Terrasse aus ist sicher ein unvergessliches Reise-Highlight.
Die Zeit für die Fahrt und den Aufenthalt im Park hatte ich zeitlich völlig unterschätzt, denn eigentlich wollte ich beide Seiten an einem Tag bewältigen. Und das, obwohl ich mit so einer schicken, schnellen Kiste unterwegs war. Daher fiel ein zweiter Tag für die Besichtigung des populäreren South Rims an und ich war gespannt, welche Reise sich am Ende mehr gelohnt haben würde.

 

Der South Rim

Leider wollte heute das Wetter nicht so recht mitspielen, aber dennoch beeindruckte auch der südliche Teil des Parks mit einer wahnsinnigen Aussicht. Im South Rim gibt es unzählige Viewpoints, die man mit dem Auto anfahren kann. 

Im modernen Visitor Center kann man sich Infos zu Routen und besonderen Fleckchen einholen und spätestens im weiter entfernten Grand Canyon Village sollte man sein Auto stehen lassen und sich mit dem Free Shuttle System weiter fortbewegen. 

Besonders die Route mit dem Shuttle Bus zu Hermits Rest lohnt sich. Der Shuttle Bus fährt alle 5-15 Minuten und hält an mehreren Aussichtspunkten, die alle eine fantastische Sicht auf die riesigen Schluchten und den Colorado River preisgeben.
 

Fazit: Norden oder Süden?

 
Wenn ich mich für eine Route entscheiden müsste, wäre das definitiv der North Rim

  • Die Fahrt  zum North Rim ist weiter, aber schöner (auch wegen des Colorado Rivers, den man überquert). Und die Bison-Kolonien im Norden sind schön anzusehen.
  • Der Ausblick ist meines Erachtens durch die vielen verschiedenen Viewpoints im South Rim besser, aber die Atmosphäre insbesondere durch die Lodge mit dem schönen Restaurant, dem Saloon und der tollen Terrasse ist im Norden wesentlich schöner und idyllischer.
  • Der South Rim ist mir persönlich touristisch zu überlaufen. In die Shuttle Busse muss man sich teilweise reinzwängen und auch sonst wuseln überall Menschen herum.
  • Tipp: Wer seinen Besuch im South Rim im Reisepass verewigen möchte, kann sich im High Desert View Book Store einen Stempel dafür abholen.
 

Organisatorisches

 
Beide Strecken im Überblick, von Flagstaff aus:
North Rim: Route C-B = 330 km // South Rim: Route C-D = 130 km

Eine Alternative für die, die sich den Weg zum South Rim mit dem Auto nicht antun möchten: Von dem Ort Williams aus (30 Meilen westlich von Flagstaff) kann man mit dem historischen Grand Canyon Zug in den Nationalpark fahren und von dort aus alles mit dem Shuttle-Bus erkunden. Ticketpreise für Hin- und Rückfahrt zwischen 60 -200 US $.
 
Muss man den Grand Canyon gesehen haben? Eindeutig ja! Dieses riesige Gebiet mit seinen roten Schluchten gehörte nicht grundlos zu den sieben Weltwundern der Erde und sollte man auf einer Reise durch Neu-Mexiko, Arizona und/oder Utah auf keinen Fall auslassen!

 

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17 Kommentare

  • Antworten
    Heike
    18. August 2013 um 7:26

    Wow wow wow!!! Das weckt so viele Erinnerungen! Und das obwohl ich nur einen kleinen Teil davon erleben durfte! Wahnsinn! <3

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  • Antworten
    Margarete
    19. August 2013 um 10:51

    Wow, tolle Fotos! Freue mich schon auf deine weiteren Erlebnisse!!

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  • Antworten
    Carlo
    20. August 2013 um 6:21

    Hallo Ute, du hast wirklich atemberaubende Fotos auf dem Blogg. Ein wunderbares Erlebnis dich zu begleiten. Weiterhin gute Reise und uns schöne Bilder.

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    • Antworten
      Ute
      25. August 2013 um 6:40

      Hallo lieber Carlo! Freut mich :) Bin froh, dass ich deinem Rat gefolgt und nicht die ganze Strecke von New Orleans mit dem Auto gefahren bin! Bis bald!!

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  • Antworten
    Michelle
    22. August 2013 um 15:37

    I am in love with the photos you take. I wish I was with you on this trip!

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    • Antworten
      Ute
      25. August 2013 um 6:42

      Thank you, lovely Michelle! Can’t wait to go camping with you in Yosemite :)

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      • Antworten
        Tim
        26. August 2013 um 7:07

        Hahaaa!! Mitchie, you should start making appointments for this Yosemite camping thing! I’m coming next year in late summer to visit you guys!! ;-)

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  • Antworten
    Tim
    26. August 2013 um 7:10

    Uihh – von Dir geschrieben und fotografiert ist das gleich viel attraktiver als meine eigene Erinnerung! :-O Ob ich da vielleicht doch nochmal hin muss?!?

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    • Antworten
      Ute
      27. August 2013 um 13:21

      Na auf jeden Fall! Wobei du dich dafür sicher auf’s Radl schwingen würdest, oder??

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      • Antworten
        Tim
        27. August 2013 um 13:31

        Naja… vielleicht besser nicht mit dem Rad. Zu weit, zu warm, zu langweilig solange man noch nicht da ist… außerdem hab ich mich grad auf die ‚Nauze gelegt mit dem Rad… vielleicht überdenke ich das Konzept nochmal und spiele lieber Schach.
        Aber Amiland steht erstmal für 2014 aufm Programm… Ohne Bike ;-)

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  • Antworten
    Iris
    27. August 2013 um 12:47

    Dass die da nix absperren, ist ja krass! Purzeln da nicht ständig Leute runter??? Ich müsste da mit meiner Höhenangst wahrscheinlich eh passen :-(

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  • Antworten
    Ken Takel
    29. August 2013 um 14:49

    Wieso Norden oder Süden. Am schönsten ist es doch unten? Für die Übernachtung in der Phantom Ranch muss man leider weit im Voraus reservieren also nichts für spontan Reisende!

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  • Antworten
    A+K Weltenbummler
    24. Juni 2015 um 3:54

    Hallo Ute,
    Büffel am Nord-Rim? Das höre ich zum ersten Mal. Da müssen wir wohl doch noch einmal irgendwann dorthin. Wir haben den Süd-Rim besucht, allerdings bei um die Null Grad. Dafür erließ man uns die Parkgebühr und wir waren fast alleine unterwegs. Es ist ein wirklich grandioses Naturschauspiel, der Grand Canyon. Viel größer, als man es sich gemeinhin vorstellt. Die Ränder des Canyons liegen auf 2000 Meter, was wir bis zu unserem Besuch auch nicht wussten. Die Beleuchtung, vor allem Morgens und abends, das Farbenspiel der Gesteinsschichten, die Formationen, alles wunderschön. Der Grand Canyon war eines unserer schönsten Ziele der USA-Kanada-Reise.

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  • Antworten
    Marianne
    9. August 2015 um 3:29

    Hi, die Fotos finde ich atemberaubend und der Grand Canyon National Park kommt ganz oben auf die Liste meiner nächsten Wunschziele. Ich bewundere deinen Mut, alleine mit dem Auto hindurchzufahren. Super.

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    • Antworten
      Ute
      18. August 2015 um 2:57

      Hallo liebe Marianne,
      eine sehr gute Entscheidung! Und alleine zu fahren ist meines Erachtens überhaupt kein Problem :)
      Liebe Grüße
      Ute

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