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Warum Vegan mich glücklich macht

Warum Vegan mich glücklich macht

Warum Vegan mich glücklich macht - Bravebird

Vor vier Jahren bin ich dem Alltagstrott entkommen, um mich auf die Suche nach den wirklich wichtigen Dingen im Leben zu machen. Ich wollte wissen, wie ein optimales Leben für mich aussehen könnte. Stress, Druck und Ärger sollten dann natürlich bitte nicht mehr dabei sein. So nahm die Selbstfindung ihren Lauf. Erst ging ich auf Weltreise, bei der allerdings in dieser Richtung eher wenig geschah, weil die ganzen Erlebnisse unterwegs verarbeitet werden wollten.

Erst als ich wieder zurück in Deutschland war, begann es in mir zu rumoren. Im Laufe von 1 1/2 Jahren verschlang ich unzählige Ratgeber, sprengte mein Hörbuch-Abonnement und schaute mir massenhaft Dokumentationen über Spiritualität an. Tatsächlich hat sich dadurch vieles in mir extrem verändert und sehr zu einem erfüllteren Leben beigetragen. Doch trotzdem war da noch etwas anderes, das mich störte, weshalb ich die Suche fortsetzte.

Phase 1 : The bad Vibes of Fleisch

Genau genommen hat die Autoplay-Funktion auf Youtube hier Schicksal gespielt: Ich stieß auf ein Interview mit dem Arzt und Psychotherapeuten Dr. Rüdiger Dahlke, den ich bereits seit Jahren durch diverse Bücher rund um Psyche, Seele und Körper kannte. Obwohl Ernährung gerade nicht mein Thema war, ließ ich den Clip laufen. Es ging um die Hintergründe einer veganen Lebensweise.

»Vegan zu leben könnte ich mir für mich nicht vorstellen, das wäre zu viel Verzicht!« war bisher mein Spruch, wenn das Thema aufkam. Auch Produkte mit dem Aufdruck “Vegan” hätte ich mir nie gekauft. Das war eine Welt, mit der ich mich – aus welchen Gründen auch immer – nicht beschäftigen wollte. Neben vielen anderen für mich neuen Faktoren sagte der renommierte Autor fast beiläufig etwas, das mir bisher nicht bewusst war:

Tiere sind mit einem viel höheren Sensorium ausgestattet als wir und dadurch um ein Vielfaches sensibler, d. h. sie produzieren während ihres gesamten, kurzen und sehr leidvollen Lebens durchgehend extreme Angst- und Stresshormone, die wir durch den Verzehr von deren Fleisch in uns aufnehmen.

Obwohl viele andere Aspekte eigentlich wesentlich entscheidender gewesen wären, um sich von Fleisch zu distanzieren, war das für mich der ausschlaggebende Punkt. Im Rausche meines positiven Lebensstils wollte ich mich nicht mehr von etwas derart Negativem ernähren. Kurz vor Weihnachten nahm ich mir also vor: Ab dem 01.01.17 esse ich kein Fleisch mehr! Bereits nach der ersten Testwoche stellte sich heraus, dass es mir nichts ausmachte. Daher blieb ich dabei.

Phase 2: Stop im Sneaker-Shop

Durch meinen Verzicht auf Fleisch musste ich jetzt beim Einkauf ständig auf die Inhaltsstoffe achten. Fast überall wird es mit reingepackt und als gute Zutat verkauft, denn der Mensch braucht ja Fleisch (heißt es). Der intensivere Blick auf das Etikett hat mich wachsamer werden lassen und gleichzeitig dazu veranlasst, meine Einkäufe zukünftig nur noch im Biomarkt zu erledigen. Zwischendurch wunderte ich mich, dass diese Themen fast nie in Zusammenhang mit einem achtsamen Leben gebracht werden.

9 Monate später, kurz vor einer Reise nach China, saß ich dann in einem Sneaker-Laden. Die Verkäuferin brachte mir einige Schuhe zur Auswahl und sagte dabei »Der hier, der ist aus Vollleder.«. In diesem Moment fragte ich mich, warum ich kein Fleisch mehr esse, aber trotzdem Leder trage? Hier wurde mir klar, dass ich das ebenfalls nicht mehr vertreten konnte. Es passte nicht mehr und somit ging ich mit leeren Händen nach Hause.

Phase 3: Ein Film und plötzlich war alles anders

Immer häufiger fragte ich mich inzwischen, warum es für uns eigentlich so selbstverständlich ist, Tiere zu essen. Und warum werden sie gerade in der heutigen Zeit so unwürdig behandelt? Warum wissen wir so wenig darüber, was wir da eigentlich zu uns nehmen? Die Fragen nagten und dann kam im Oktober der Moment, an dem ich bereit war, mir die Hintergründe anzuschauen.

Earthlings Film Doku - Bravebird

Der Film Earthlings war der erste Film, für den ich extra eine Altersfreigabe durchlaufen musste.Von den 90 Minuten des Films habe ich mindestens eine Stunde geweint. Und selbst, wenn ich das gerade schreibe, laufen wieder die Tränen über die Wangen. Ich wusste das alles nicht! Und heute schäme ich mich dafür, dass mich das alles nie interessiert hat. Gleichzeitig entstand eine unglaublich große Hilflosigkeit, all das zu wissen mit der unschönen Gewissheit, dass dieser unglaubliche Albtraum aufgrund des großen Geldes und der unglaublichen Macht, die dahinter steckt, möglicherweise nie enden wird.

Es ging zudem nicht nur um Tierliebe und Ethik, wovon ich bisher größtenteils ausging. Es handelt sich um weitreichende Konsequenzen für unsere Umwelt, unsere Gesundheit und nicht zuletzt das Leben anderer Menschen. Wie kann ich selbst glücklich sein mit Lebensmitteln und Kleidung, die auf dem Leid von so lieben Lebewesen basieren? Seit diesem Zeitpunkt stand glasklar fest: Ich muss vegan leben – alles andere ist überhaupt nicht mehr vertretbar.

Phase 4: Vegan – mein neues Normal

Was kann ich jetzt überhaupt noch essen, trinken, tragen und machen? Während ich eigentlich die Veränderung liebe, war das Verlassen dieser Komfortzone anfangs schon beschwerlich. Ich würde mir wahrscheinlich viel Wissen aneignen müssen, dachte ich erst. Aber wäre es nicht ohnehin eigentlich eine Grundvoraussetzung, dass man über die Hintergründe dessen, was man seinem Körper zuführt, Bescheid weiß? Ich würde nie schlechtes Benzin tanken, aber bei der Nahrung war mir das bisher irgendwie egal.

Nach diversen weiteren Dokumentationen wie “What the Health“, “Cowspiracy” (kostenfrei auf Netflix) und “Gabel statt Skalpell“, verschiedenen Büchern und Hörbüchern, dem Beitritt einiger Facebook-Gruppen und Youtube-Videos merkte ich dann allerdings schnell, dass das alles gar nicht so schwierig ist. Gerade auch der Biomarkt Denn’s hat mir hier sehr weitergeholfen, denn er weist auf jedem Preisschild bereits das große V für vegane Produkte aus, wodurch man nicht immer erst langwierig die Inhaltsstoffe studieren muss.

Dennoch ist es anfangs schockierend zu wissen, dass in vielen Regalen z. B. eines Rewe-Supermarktes nicht ein einziges Produkt vegan ist. Fast alles wird mit oder mit Hilfe tierischer Produkte hergestellt und sich das bewusst zu machen ist total spooky. Vor allem in der heutigen Zeit, wo wir doch für fast alles einen vergleichbaren Ersatz haben können, ohne Tiere dafür missbrauchen zu müssen. Nun denn, nach nur drei Monaten lebe ich völlig normal und vollkommen ohne tierische Produkte. Vieles schmeckt sogar besser als früher.

Phase 5: Aggro, Frust und Depri-Mood

Den meisten geht es anfangs ähnlich wie mir: Man hat auf einmal den Durchblick, versteht dadurch die Welt nicht mehr und möchte am liebsten jeden in seinem Umfeld bekehren, sofort mindestens auf Fleisch, Milch, Käse, Eier und Butter zu verzichten. Doch ebenso, wie es einen selbst jahrelang nicht interessiert hat, stößt man hier auf taube Ohren und Unverständnis, was in Wut, Frust und Verzweiflung endet. Plötzlich sind die “Omnis” (Kurzform für Omnivore = Allesesser) die totalen Banausen.

Wieso wachen sie nicht auf? Warum sehen sie nicht, was da in Wirklichkeit passiert? Wieso merken sie nicht, dass sie sich von Werbung und Lobbyismus blenden lassen? Aber es sind nicht nur diese Fragen, die sich in einem ausbreiten. Hinzu kommt, dass genau diese Personen sich teilweise auch noch lustig über einen machen. Denn bei uns gilt mehr denn je: Wer der Herde folgt, hat Recht! Und ja, ich gehöre jetzt zu einer sehr kleinen Herde – aber sie wächst täglich!

Bei mir hat die Situation viele teils unangenehme Gefühle hervorgerufen. Scham, dass ich so lange die Augen vor der Wirklichkeit verschlossen habe. Ärger, dass Menschen fast alles glauben, was ihnen die Medien als Wahrheit verkaufen. Wut, dass man als Einzelner nur eingeschränkte Möglichkeiten hat, dieses schlimme Leiden zu reduzieren. Trauer, dass es so wahnsinnig viel Leid hinter verschlossenen Türen gibt. All das hat meine äußere Schale aufgeknackt und auch das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Phase 6: Let’s go for it!

Während ich mir früher als Fleischesser Billig-Burger & Co. voller Hormone, Antibiotika und Pestizide einverleibt habe, bin ich dankbar für den Einblick in eine Welt, die alles andere als rosig ist und außerdem schmerzlich zu ertragen ist. Die vielen Dokumentationen und Fakten haben mir vor allem gezeigt, welchen enormen Einfluss die Medien und Werbung haben, die vieles verschleiern oder schönreden. Alles dreht sich um Profit – das Wohl von Mensch und Tier ist absolut zweitrangig. Mit diesem achtsamen Bewusstsein gehe ich heute völlig anders an Medien und Informationen heran.

Wir leben in einer modernen Zeit, in der wir keine Tiere mehr töten müssen, um ein mehr als gutes Leben führen zu können. Es mag uns früher mal in Zeiten der Not hinweggeholfen haben, aber diese Zeiten sind längst vorbei. Unzählige Studien belegen, dass wir wesentlich gesünder leben ohne tierische Produkte, die letztendlich Krebs, Cholesterin, Bluthochdruck und andere Krankheiten fördern. Auch bei der Kleidung brauchen wir keine Wolle, Daunen oder Leder mehr, weil es wirklich für alles Alternativen gibt. Pelz erst recht nicht!

Nach nur drei Monaten Umstellung fehlt es mir heute an nichts. Im Einkaufskorb landen einfach nur andere Produkte – that’s it. Im Grunde ist mein Leben aufgrund der geringeren Auswahl sogar einfacher geworden. Ich freue mich außerdem darüber, dass kein Tier mehr wegen mir sterben muss und das erzeugt in mir große Glücksgefühle. Ich übernehme damit Verantwortung und das gibt mir Zufriedenheit. Meine Ernährung hat sich extrem verbessert, meine Haut ist schöner geworden und ich fühle mich rundum wohl.

Heute weiß ich: Ich muss und kann die Welt nicht alleine retten. Aber ich kann durch meine Lebensweise den Tod mindestens eines Tieres am Tag verhindern, Krankheiten vorbeugen und die Umwelt massiv schonen. Schritte, die sich lohnen und sehr zur persönlichen Erfüllung beitragen! <3

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