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Aussteigen: Wie viel Geld brauche ich zum Leben?

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Vor 3 Jahren war es soweit: Ich habe dem Nachmieter meine WohnungsschlĂźssel in die Hand gedrĂźckt, die TĂźr von meinem 6 qm großen Lagerraum mit einem Zahlenschloss versehen und ab diesem Zeitpunkt besaß ich nur noch einen einzigen SchlĂźssel – den von meinem VW Camper. Diesem Tag gingen zehn Monate voraus, in denen ich mich Schritt fĂźr Schritt von meinem Hab und Gut getrennt und von meinem BĂźro verabschiedet habe. Und dann? Freier Fall!

Geld allein macht auch nicht glßcklich, hatte sich die Jahre zuvor als Leitspruch in meinem Kopf eingebrannt. Es war die klassische Tretmßhle: Viel zu viel Arbeit, viel zu wenig Freizeit, psychosomatische Beschwerden und nicht zuletzt eine Leere, die ich nicht mehr zu fßllen wusste. Da war zwar ein sehr gutes Einkommen, das ich fßr Urlaube, einen ansprechenden Status und Frustkäufe einsetzen konnte, aber das durfte nicht alles gewesen sein.

Auf den Reisen zuvor war mir immer stärker aufgefallen, wie wenig man eigentlich zum Leben braucht und diese Freiheit in der Ferne wurde fĂźr mich so erstrebenswert, dass ich es nach zwei Anläufen endlich geschafft hatte zu kĂźndigen. Ich wollte diesem Täglich-grüßt-das-Murmeltier-Dasein entkommen und herausfinden, was wirklich wichtig ist, was mein Leben ausmacht und wofĂźr ich hier auf diesem Planeten bin – sicherlich nicht nur fĂźr Arbeit, Geld ausgeben und Dahinvegetieren, wie es sich zuletzt Ăźber einen langen Zeitraum dargestellt hatte.

Aussteigen - Wie viel Geld brauche ich? - Strategie Reiseblog Bravebird

Ein neues Leben – aufgebaut auf 4 Säulen

Wie fühlt es sich an, wenn man fast nichts mehr hat? Dieser Zustand lässt sich eigentlich nicht in Worte fassen, weil er einfach zu ungewöhnlich ist. Es ist eine Mischung aus ultimativer Freiheit, Angst vor einer ungewissen Zukunft, Neugier auf das Unbekannte und der gewöhnungsbedürftigen Übung, dass man ab jetzt sein Leben dem Schicksal vertrauensvoll in die Hände legen sollte. Und damit das zunächst mal nicht ganz so schwerfällt, kann man dem lebenslang auf Sicherheit trainierten Verstand ein paar Brücken bauen:

Aussteigen und Vorsorgen - Säule 1 - Reiseblog Bravebird

Finanzielle Vorsorge: Wenn man an seinem Leben grundlegend etwas ändern mÜchte, bahnt sich dieses Gefßhl meist schon ßber einen längeren Zeitraum an. In dieser Zeit kann man bereits in kleinen Steps auf diesen entscheidenden Schritt hinarbeiten und vorsorgen. Das kÜnnte zum Beispiel sein: Geld zur Seite legen und hochwertigere oder langlebige Dinge anschaffen, die man sich vielleicht später nicht mehr mal eben so leisten kann.

Aussteigen und Vorsorgen - Säule 2 - Camper - Reiseblog Bravebird

Ein mobiles Dach Ăźber dem Kopf: Sofern man nicht bereits eine klare Vorstellung von seinem zukĂźnftigen Leben hat wie z. B. ein Häuschen irgendwo in Italien zum Hotel umbauen, kann man sich ein mobiles Haus fĂźr den Worst Case zulegen. Das kann ein Wohnwagen auf einem Campingplatz sein oder ein Wohnmobil, das entweder zum Reisen oder zum Unterstellen in einer Halle dient. Eine Alternative ist die Untervermietung der eigenen Wohnung auf Zeit.

Aussteigen und Vorsorgen - Säule 3 - Reiseblog Bravebird

Wertgegenstände als Puffer: Wer sich auf ein anderes Leben einlässt, muss darauf gefasst sein, dass es anders kommen kĂśnnte als gedacht. Ich hatte z. B. erwartet, dass ich nur noch reisen wĂźrde. Aber Fehlanzeige! Schmuck, Kameras und MĂśbel habe ich aus zwei GrĂźnden einbehalten: 1.) Bei einer RĂźckkehr nach Deutschland hätte ich alle Basics fĂźr einen Neubeginn und 2.) Wenn mir das Geld ausgehen sollte, kĂśnnte ich die Sachen zur Not verkaufen.

Aussteigen und Vorsorgen - Säule 4 - Plan B - Reiseblog Bravebird

Beruflicher Plan B: Wem eine Auszeit mit anschließendem Wiedereinstieg in Job & Wohnung nicht ausreicht, wird sich mit der Frage beschäftigen mĂźssen, wie er auf lange Sicht seinen Lebensunterhalt finanzieren wird – sofern er nicht Ăźber eine beruhigende Million auf dem Konto verfĂźgt. Über welche Fähigkeiten verfĂźge ich also, die ich andernorts fĂźr meinen Lebensunterhalt einsetzen kĂśnnte? Noch besser wäre, seiner „Beruf-ung“ auf den Grund zu gehen, damit auch Arbeit als erfĂźllend empfunden werden kann.

Mit etwa 50.000 Euro auf dem Konto und einem VW Camper sollte die Reise ins Unbekannte beginnen. Der ErlÜs meines sich ßber die Jahre angehäuften Besitzes fiel im Verhältnis zum ursprßnglich Ausgegebenen ßberraschend gering aus. Vieles musste ich mangels Kaufinteresse verschenken oder vernichten, was eine der frustrierendsten Erfahrungen meines Ausstiegs war.

Wertgegenstände im Wert von etwa 15.000 Euro und alles, was ich ggf. fßr die Einrichtung einer kleinen Wohnung brauchen wßrde, verstaute ich in einem kleinen Lagerraum. Als Kommunikationswirtin wßrde ich ortsunabhängig arbeiten und meine Kompetenz mit Hilfe meines seit 1 1/2 Jahren erfolgreich wachsenden Reiseblogs belegen kÜnnen.

Wie gestalte ich jetzt meine Zukunft?

Ich wollte mir zunächst den Traum von einer mindestens einjährigen Weltreise erfĂźllen und hierbei stellte sich bereits eine existenzielle Frage: Auf Sparflamme reisen oder auf den Putz hauen? Langfristig gesehen liegen zwischen beiden MĂśglichkeiten Welten: Während eine Reise quer um den Globus in einem Jahr schnell 25.000 Euro und damit schon die Hälfte des Budgets auffressen wĂźrde, kĂśnnte ich alternativ z. B. in Asien fĂźr nur 700 Euro im Monat ein entspanntes Leben mit Strand und Meerblick pflegen. Anstatt einem Jahr auf Tour kĂśnnte ich also gleich drei Jahre in Asien leben, ohne in dieser Zeit auch nur einen Finger krĂźmmen zu mĂźssen.

Paradoxer Luxus auf Fidschi: Wohnen in einer 4 qm HĂźtte und Duschen mit einem 5 Liter-Eimer kaltem Wasser fĂźr 80 Euro/Nacht

Obwohl die Asien-Variante vielleicht die Vernßnftigere gewesen wäre, habe ich mich fßr die andere LÜsung entschieden und mir die Reiseträume erfßllt, fßr die ich vielleicht danach nie mehr ausreichend Geld haben wßrde, unter anderem die Sßdsee und Island mit dem Camper. Im Nachhinein stellte es sich als die richtige Entscheidung heraus, denn da ich unterwegs merkte, dass ich nicht zum Dauerreisen geboren bin, hätte ich folglich nach einem nicht annähernd vergleichbaren Jahr an nur einem Ort die Rßckreise angetreten. Fßr mich aber war es eine aufregende Weltreise, die ich nie vergessen werde!

Wie viel Geld brauche ich zum (Über-) Leben?

Seit 4 Jahren beschäftige ich mich nun mit dieser Frage und hatte gehofft, hierauf eine klare Antwort oder besser noch ausgeklßgelte Formel mit Summe X herauszubekommen. Allerdings musste ich feststellen, dass es diesen fixen Betrag nicht gibt. Das Leben und die Kosten eines jeden Einzelnen hängen von derart vielen Faktoren ab, dass es mindestens hundert verschiedene Berechnungen geben mßsste, die zudem starken Schwankungen unterliegen wßrden.

Monatliche Kosten Aussteigen - Berechnung - Reiseblog Bravebird
BedĂźrfnisse, Familienstatus, Destination, Vorsorge und viele andere Faktoren entscheiden Ăźber die monatlichen Kosten

Daher kann ich hier nur meine Gedanken zu diesem Thema weitergeben: Nach meiner Weltreise begann es mit einer lapidaren Frage meiner Mutter ÂťWie viel Geld gibst du eigentlich am Tag fĂźr Essen aus?ÂŤ. Nach kurzer Überlegung sagte ich ÂťEtwa 10-15 Euro.ÂŤ, wonach ich gleich dachte- oops, das sind ja schon mindestens 300 Euro im Monat! Hinzu kommt mein BĂźro mit 330 Euro, meine Krankenversicherung mit 350 Euro, mein Auto mit ca. 100 Euro, dann noch diverse andere Versicherungen, mein Hund, berufliche Ausgaben fĂźr meinen Blog… und hier war noch kein Urlaub, kein Ausgehen, kein Hobby, keine Kleidung oder ähnliches enthalten!

Mit diesen Beträgen vor Augen gilt es sich nun zu entscheiden: Lieber einen gĂźnstigen Ort mit niedrigen Lebenshaltungskosten zum Wohnen suchen, auf Sparflamme leben und keine großen SprĂźnge machen oder eher in Deutschland leben und die bestmĂśgliche Life-Work-Balance fĂźr sich herausfinden? Hierbei spielt es eine große Rolle, ob man alleine oder zu zweit ist, denn alleine irgendwo an einem fernen Ort zu leben stellt nicht unbedingt das Nonplusultra dar. Zudem sind die Kosten als Single – unabhängig vom Ort – deutlich teurer.

Man kann mit sehr wenig Geld leben, wie es viele Menschen in Deutschland zwangsläufig tun mßssen. Zum Beispiel auf einem Campingplatz in einem Wohnwagen wohnen (Kosten ca. 100 Euro/Monat), die Mahlzeiten extrem gßnstig gestalten, auf verschiedene Versicherungen verzichten, mit Üffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B kommen, mit Hilfe der staatlichen Versorgung (Krankenkasse, Rente etc.) abgesichert sein, womit man mit ein paar hundert Euro im Monat auskommt.

Monatliche Ausgaben Aussteiger - Reiseblog Bravebird

Aber mÜchte und kann ich auf Dauer spartanisch leben? Hier kommt es wohl auf die eigenen Bedßrfnisse an. Wenn man auf Teufel komm raus nicht arbeiten mÜchte, wird das wahrscheinlich der beste Weg sein. Nur schaut man bei diesem Lifestyle nicht mehr ßber den kleinsten Tellerrand. Man hat zwar viel Zeit, aber das war es dann auch. Zudem handelt man hierbei meist umweltbelastend: Shopping in Billigläden wie H&M, Zara usw., womit man die Ausbeutung der Textilarbeiterinnen in Entwicklungsländern unterstßtzt, oder Einkaufen in Discountern, die Billigfleisch & Co. anbieten, womit man zur Massentierhaltung beisteuert, um nur einige Beispiele zu nennen.

Die meisten Prioritäten sind kostenintensiv

Wenn ich nun ßberlege, wo ich am besten sparen kann, ist das gar nicht so einfach. Ich kann natßrlich sämtliche Tarife ßberprßfen, Kosten vergleichen, aber bei manchen Dingen mÜchte ich ehrlich gesagt nicht sparen. Hier ein paar Beispiele:

Gesundheit: Wir nehmen sie zu oft als selbstverständlich, aber sie ist eigentlich das Wichtigste in unserem Leben. Hierzu gehĂśrt nicht nur eine gesunde Ernährung, z. B. mit hochwertigen Bio-Produkten sowie Naturkosmetik ohne krebserregende und umweltschädigende Inhaltsstoffe, sondern auch eine entsprechende Vorsorge und Absicherung. Obwohl ich seit 9 Jahren kein einziges Medikament eingenommen und noch keine einzige Krone im Mund habe, kĂśnnte jeden Tag theoretisch eine schwere Erkrankung auftreten oder ich kĂśnnte einen Unfall haben – und dann mĂśchte ich alle erdenklichen Mittel nutzen kĂśnnen, um die beste Versorgung zu bekommen, was in der heutigen Zeit der Zweiklassen-Medizin (leider) Sinn zu machen scheint.

Genuss: Viel Freizeit nach einem Ausstieg zu haben, schien mir einer der erstrebenswertesten Faktoren dieses Zustands zu sein. Aber was macht man mit so viel Zeit? Nach einigen Wochen oder Monaten beginnt die Langeweile an einem zu nagen und was dann? Reisen ist schwierig, wenn man wenig Geld hat bzw. auf lange Sicht nicht wieder etwas reinkommt. SchĂśn essen oder in einer tollen Bar etwas trinken gehen, sich BĂźcher oder Blumen kaufen, Handy, Laptop oder Kamera nach Jahren auf einen neuen Stand bringen, sich etwas Nettes zum Anziehen gĂśnnen… all die Dinge, die unser Herz hĂśher schlagen lassen und heute nunmal zum Leben dazu gehĂśren, haben bei wenig Geld etwas UnerwĂźnschtes gemeinsam: Verzicht!

Lernen: Mit dem Abwurf des alltäglichen Ballasts und dem sich daraus ergebenden, großen Feld an neuen MĂśglichkeiten wird sich schnell eine neue Erkenntnis herausstellen: Es gibt noch wahnsinnig viel, das ich nicht weiß – aber unbedingt gerne wissen bzw. lernen mĂśchte! Man kann heute fĂźr fast alles Kurse, Workshops, Fort- und Weiterbildungen, Coachings und Beratungen in Anspruch nehmen, die natĂźrlich allesamt Geld kosten. Es gibt wahnsinnig viele inspirierende Menschen in allen erdenklichen Bereichen und das sollte man sich fĂźr die eigene Inspiration und persĂśnliche Weiterentwicklung nicht entgehen lassen.

Altersvorsorge: Ein unbeliebtes Thema, das selbst ich in den vergangenen Jahren ausgeblendet habe. Da ich seit Ăźber zehn Jahren sozialversicherungsbefreit bin, habe ich Ăźber diesen Zeitraum hinweg bereits 600 Euro monatlich in private Lebens- und Renten-Versicherungen eingezahlt. Meine voraussichtliche gesetzliche Rente beträgt nach aktuellen Angaben 285 Euro monatlich, d. h. ich muss zwangsläufig privat vorsorgen, was mit einem geringen Einkommen nicht mĂśglich ist. In einer Auszeit kann man sie problemlos aussetzen, aber mindert entsprechend das Ergebnis. Das gilt fĂźr jeden Selbstständigen und sollte nicht unterschätzt werden.

Buchtipps Tiny Houses und Aussteigen - Reiseblog Bravebird
Der Traum vom kleinen Haus in der Natur – Leider nicht so gĂźnstig

Vom Hans im GlĂźck zum Aschenputtel

Märchen, die uns in der Kindheit begleiten, sind einerseits etwas wunderbar Lehrreiches, andererseits vermittelt uns das Ende der meisten Geschichten eigentlich nur ein Zwischenergebnis. Ist der Hans, der sich vom schweren Goldklumpen zum Wetzstein herunterhandelt – der dann zu guter Letzt auch noch unwiederbringlich in einen Brunnen fällt -, tatsächlich auf Dauer ohne Geld glĂźcklich? Wird es seiner Freundin gefallen, dass er bei seinen Eltern leben und sie das Geld fĂźr beide verdienen muss?

ÂťIch habe gut getauscht! Mich muss es glĂźcklich machen. Warum soll ich mich ärgern und mich plagen mit etwas, das mich nur hemmt, hindert, stĂśrt? Das Leben ist ’ne leichte Sache – man darf es sich nur nicht zu schwer machen.ÂŤ Hans im GlĂźck, GebrĂźder Grimm

In der Realität sieht es ja doch irgendwie anders aus. Viele Männer kommen überhaupt nicht damit zurecht, wenn die Frau mehr oder viel verdient. Und ein Großteil der Frauen wiederum wünscht sich den Mann mit hohem Einkommen. Wer sich von Besitz, Geld und Konsum größtenteils verabschiedet, muss mit dem heutigen Gesellschaftsbild und dem dazu gehörigen Druck zurechtkommen. Minimalismus klingt heute so erstrebenswert und doch handelt es sich dabei in Wirklichkeit um einen Lebensstil, der einem auf Dauer viel Lebensqualität und Genuss abverlangt.

In den beiden Jahren nach meiner Weltreise ging es darum, einen behutsameren Umgang mit dem verbliebenen Restgeld zu pflegen. Ich hatte zwar kleinere Einnahmen und wurde dadurch zum Kleingewerbetreibenden, aber dennoch reichte das nur fĂźr ein einfaches Leben, u. a. ohne eigene Wohnung, denn sie birgt die hĂśchste Belastung im Monat. Und nach dieser langen Zeit kann ich mich heute weniger mit dem Hans identifizieren als mit Aschenputtel, das sich nach einem besseren Leben sehnt – mit ein wenig Luxus, einem schĂśnen Heim und vor allem ohne finanzielle Sorgen.

Monocle-Guide-to-better-Living-Reiseblog-Bravebird
Ohne Geld bleiben viele schĂśne Dinge im Leben auf der Strecke

Daher ist das Leben mit wenig Geld auf Dauer aus meiner heutigen Perspektive Ăźberhaupt nicht erstrebenswert. Ziel sollte vielmehr sein, mit dem geringstmĂśglichen Aufwand den größtmĂśglichen Nutzen zu erzielen. Anders gesagt: Weniger arbeiten und dabei mĂśglichst viel verdienen. Um dahin zu gelangen, bedarf es insbesondere einer ÜberprĂźfung und Umstellung der eigenen Gedanken und Glaubenssätze:

Umdenken – Das persĂśnliche Verhältnis zum Geld

Auf der Suche nach einem passenderen Lebensstil stehen einem eine Vielzahl von Ratgebern, Dokumentationen und HÜrbßchern zur Verfßgung. Da die Finanzen dabei zu den grundlegenden Themen gehÜren, gerät man vielleicht auch an spirituell orientierte Autoren, die ßber die Manifestation von Geld sprechen. Kann man Geld wirklich anziehen? Mittlerweile bin ich davon ßberzeugt, dass es mÜglich ist, allerdings bedarf es dabei einiges an mentaler Umstrukturierung.

In erster Linie geht es darum, ein durchweg positives Verhältnis zu Geld zu haben und hier kommen gleich verschiedene Hßrden ins Spiel. Schon in der Kindheit lernen wir, dass Geld allein nicht glßcklich macht, dass reiche Menschen arrogant und oberflächlich sind und dass man richtig schuften muss, um sich das Geld im wahrsten Sinne des Wortes zu verdienen. Diese Sprßche sind Glaubenssätze, die sich als Wahrheit in unserem Verstand festsetzen. Und da wir natßrlich nicht unglßcklich, arrogant und oberflächlich sein wollen, werden wir folglich auch nicht in den Zustand des Wohlstands geraten.

Rucksack BRAVEBIRD - erster Versuch - Reiseblog Bravebird
Aussteigen und Andersdenken: Mit viel freier Zeit, freiem Kopf und ohne Verpflichtungen neue Ideen und Produkte entwickeln. Hier der zweite Entwurf meines Frauen-Rucksacks. Kleiner Knackpunkt: Idealismus pur, aber mit einem solchen Nischenprodukt erreicht man nur eine recht geringe Zielgruppe.

FĂźr mich lag die Thematik im Kreativen Arbeiten. Nach dem Abi wollte ich eigentlich Modedesign studieren, was mir allerdings madig gemacht wurde, weil es „brotlose Kunst“ sei und ich nie wirklich Geld damit verdienen wĂźrde. In Deutsch hatte ich immer eine 4- oder 5, weshalb fĂźr mich feststand: Nein, kreativ bin ich nicht! Wie man sieht, hat sich alles ganz anders entwickelt. DafĂźr ist es aber umso schwerer, diese tief verankerten Glaubenssätze loszuwerden, um mir heute mit gestählter Brust zu sagen ÂťJa, ich darf mit meiner kreativen Arbeit, die mir leicht fällt und richtig viel Spaß macht, sogar Ăźberdurchschnittlich viel Geld verdienen!ÂŤ.

Wenn man unterschiedlichen Menschen gegenĂźber äußert, dass man gerne Millionär wäre, reagieren die Wohlhabenden tendenziell mit einem verzĂźckten Lächeln und positivem Zuspruch. Diejenigen mit wenig Geld antworten mit Ablehnung, Zweifeln und abwertenden Äußerungen wie ÂťTräum‘ weiterÂŤ. Auch Menschen mit viel Neid und Missgunst sind meinen Beobachtungen zufolge wesentlich weniger erfolgreich als die, die anderen nur das Beste wĂźnschen. Daher macht es Sinn, seinem Denken Ăźber Geld viel Aufmerksamkeit zu schenken und sich ein durchweg positives Denken darĂźber anzueignen.

Umsteigen: Ähnliche Basis, aber doch ganz anders!

Nun bin ich zwar aus meiner 16 Jahre langen Dauer-Tretmßhle ausgestiegen, aber am Ende bin ich nach drei Jahren doch wieder in einer ähnlichen Position: Ich mÜchte in Deutschland leben, habe wieder einen Hund, verreise nicht häufiger als frßher und gehe einer Arbeit nach, wenngleich jetzt als Selbstständige. Während man oberflächlich gesehen sagen kÜnnte, dass ich mir den ganzen Umweg auch hätte sparen kÜnnen, ist mein Leben heute doch vÜllig anders als zuvor.

Was jetzt nicht mehr ist…

Ich habe keinen Druck oder Stress mehr, muss nicht mit schlecht gelaunten, lustlosen und negativen Menschen den Tag im Bßro verbringen, ärgere mich nicht mehr ßber die schwache Arbeitseinstellung von Kollegen und Mitarbeitern, verliere nicht mehr mindestens eine wertvolle Stunde meines Tages durch die Fahrt zum/vom Arbeitsplatz, stehe nicht mehr auf der Heimfahrt abends im Stau und zu guter Letzt muss ich mich nicht mehr an strenge Arbeitspläne halten.

Ein Tag im Hamsterrad - Reiseblog Bravebird
Mein Leben frĂźher: Ein klassischer Tag im Hamsterrad

Das Leben heute…

Während ich eigentlich keine Pläne mehr haben wollte, hat sich doch herausgestellt, dass ein geregelter Tagesablauf Sinn macht. Es ist zwar schwer vorstellbar, aber es ist auf Dauer extrem anstrengend, jeden Tag auf’s Neue zu entscheiden, wie man die 24 Stunden verplant, die bestenfalls ganz besonders sein sollten. Darum geht es allerdings gar nicht. Man kann sich mit dieser etwas anderen Lebensweise ganz viel Freiheit in den Tag einbauen, die in Kombination mit einer erfĂźllenden Tätigkeit jeden Tag wunderschĂśn zu Ende gehen lässt.

Ein Tag als Aussteiger - Reiseblog Bravebird
Mein Leben heute: Positiv, bewusst, ohne Stress und Druck

Hinzu kommt, dass ich jeden Tag theoretisch eine Auszeit in Form eines Ausflugs unternehmen kann. Allein diese Freiheit reicht aus, um sich nicht mehr vom Alltagsgeschehen eingeengt zu fßhlen. Wenn die Tßr vom Käfig immer offen steht, muss ich nicht zwingend rausfliegen, denn ich habe ja immer die Wahl. Ich glaube, das dieser Aspekt den entscheidendsten Unterschied zu meinem frßheren Leben darstellt. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Umstellung auf eine gesunde Ernährung, Nachhaltigkeit und mehr Rßcksicht auf Tier- und Umweltschutz, was ich als Teil der Gesellschaft fßr extrem wichtig halte!

Fazit zum Leben mit wenig Geld

Geld allein macht vielleicht nicht glücklich, aber ohne Geld ist das Leben auch nicht wirklich erfüllend. Ich halte es für eine große Bereicherung, sich für eine Zeitlang mal aus dem klassischen Konsum und der Leistungsgesellschaft zurückzuziehen, um sich mit den Fragen Geld, Beruf und Berufung, Liebe, Genuss, Achtsamkeit und dem Sinn seines Daseins auseinanderzusetzen. Wenn man sich losgelöst von diesen ganzen Dingen im Außen und den Wertvorstellungen der Gesellschaft mit sich selbst beschäftigt und seinen ganz eigenen Weg findet, wird man automatisch herausfinden, wie viel Geld man benötigen wird und wie man es verdienen möchte.

Das Aussteigen an sich ist keine Schwierigkeit.
Das Finden des eigenen Lebensstils wird die Herausforderung.
Ein lohnenswerter Weg!

Im Laufe seines Lebens wird man sich gewohnheitsmäßig immer mehr Dinge und Verpflichtungen in seine höchstpersönlichen Koffer packen, ohne sich zwischendurch mal die Zeit zu nehmen, sie auszuleeren, aufzuräumen und mit leichterem Gepäck weiterzumachen. Dadurch wird die Last auf den Schultern immer schwerer, das Leben ernster und der Wunsch nach Freiheit immer größer. Daher eignet sich eine längere Auszeit, um Ballast abzuwerfen, seine finanziellen Verpflichtungen zu überprüfen, unnötige Verträge aufzulösen, günstigere Tarife zu wählen und dadurch wieder zu einer Leichtigkeit zurückzufinden, die einem viele neue Türen öffnen wird.

Für mich ist es nun an der Zeit, mich von der Frage »Wie viel Geld brauche ich mindestens zum (Über-) Leben?« und den daraus resultierenden Mangel-Gedanken zu verabschieden und mich der Frage »Wie verdiene ich mit Leichtigkeit und Freude möglichst viel, ohne dafür zu viel Freizeit und Freiheit aufzugeben?« zu widmen. Jeder Mensch hat das Recht auf ein Leben in Fülle, auch wenn das für viele Menschen auf dieser Welt bedauerlicher Weise nicht zutrifft. Aber könnte man mit dem eigenen Wohlstand nicht dafür sorgen, anderen zu etwas mehr Fülle zu verhelfen?

Ich freue mich auf die Fortsetzung!

Geschrieben von
Ute Kranz

Als Grßnderin dieses Online-Magazins teile ich seit 2013 meine Begeisterung fßrs Reisen und eine bewusste Lebensgestaltung. Seit einigen Jahren beschäftige ich mich zudem verstärkt mit gesellschaftlich relevanten Themen.

56 Kommentare

  • Ganz toller Artikel! Ich muss gestehen, dass ich mir Ăźber viele Dinge, die Du schreibst, noch nie Gedanken gemacht habe. Danke fĂźr die Inspiration!

  • SchĂśner Artikel!
    Fßr mich gilt der Grundsatz: Geld macht nicht glßcklich, aber einiges leichter. Ich habe eine Phase hinter mir, in der ich wenig bis gar nichts verdient habe (und das nicht unbedingt gewollt), aber ich bereue nichts. Ich bin schon immer ein nachdenklicher Mensch gewesen und habe mir Gedanken ßber das Leben, ßber mich und alles andere gemacht. Aber so eine Phase ohne Geld hat mir gezeigt, dass man theoretisch mit extrem wenig leben und trotzdem extrem zufrieden sein kann. Man fokussiert sich auch wieder mehr auf das Grundlegende und kann einfache Dinge viel mehr wertschätzen. Ich bin auch der Meinung, dass jeder mal so eine Phase durchmachen sollte, denn dann wäre die Welt ein Stßck weit besser, meiner Meinung nach.
    Mittlerweile bin ich auch Freiberufler und habe mir das auch nicht komplett ausgesucht. Diese Art zu arbeiten ist momentan das, was fßr mich am besten passt. Ich wßnschte mir aber mehr Unternehmen, in denen ein besseres Arbeiten mÜglich wäre. Ich denke auch, dass immer dahin tendieren werden, weil immer mehr Menschen keine Lust mehr auf arbeiten bis zum umfallen haben. Freie Zeit wird vielen immer wichtiger.
    Ein finanziell armes Leben mĂśchte keiner fĂźhren. Ich habe gemerkt, dass ich, je weniger Geld ich ausgeben kann, desto mehr bin ich auch von meinem Umfeld abgeschnitten, weil ich vieles nicht mitmachen kann. Verzicht hier und da finde ich wichtig, um sich bestimmte Dinge wieder bewusst zu machen. Aber mein Ziel ist es mittlerweile mĂśglichst viel Geld zu verdienen, um gut leben zu kĂśnnen und viel abgeben zu kĂśnnen.

    • Hallo liebe Miriam,
      es wäre wirklich klasse, wenn sich Unternehmen mehr auf die heutigen Bedßrfnisse einstellen wßrden, damit Mitarbeiter allgemein zufriedener sind und am Ende wahrscheinlich sogar mehr leisten als mit diesem ständigen Druck. Vielen Dank fßr deinen tollen Einblick, den ich zu 100% bestätigen kann.
      Liebe Grüße und weiterhin viel Glück auf der Lebensreise!
      Ute

  • Hallo Ute, ein toller Artikel! Ich bin 2015 ausgestiegen und lebe seitdem (mit meinem Partner) rund um die Welt. Die Frage nach dem Geld beschäftigt mich seit dem Zeitpunkt, als mir in Australien das Geld ausging. Ich habe meine Übergangs-LĂśsung gefunden, trotzdem feile ich immer noch an Alternativen. Selbstständigkeit, Work and Travel, Work Visa und Weiterbildungen sollen mir in Zukunft helfen, dass ich weiterhin ortsunabhängig leben und arbeiten kann, denn nichts wĂźnsche ich mir mehr. Ich bin inzwischen auch totale Minimalistin und habe den wenigen Besitz, den ich nun noch habe, geupdatet, damit die Sachen länger halten, damit ich nicht am Ende ohne alles dastehe. Ich finde es toll, dass du das auch angesprochen hast, denn zeitweise habe ich damit gerungen, ob das nun wirklich sein muss, alles etwas langlebiger zu kaufen, aber jetzt weiß ich: es muss! Ich stimme dir wirklich in jedem Punkt zu. Am Mindset mit dem Geld und Wohlstand feile ich aktuell noch. Danke fĂźr diese Power-Tagesmotivation! :-) Liebe Grüße aus London, Jacqui

    • Hi Jacqui,
      vielen Dank fĂźr dein Feedback! Es ist eine vĂśllig andere Situation, zu zweit auf Reisen unterwegs zu sein oder als Single in einer deutschen oder anderen europäischen Großstadt. Es ist natĂźrlich weder ein Geheimnis, dass das Leben und Reisen heute teuer ist, noch dass man auch sehr minimalistisch leben kann – aber den fĂźr sich selbst besten Mittelweg daraus zu finden ist tatsächlich ein Drahtseilakt. Freut mich, dass ihr auf der Suche seid!
      Liebe Grüße und weiterhin eine aufregende Reise!
      Ute

  • Toller Artikel, sehr realitätsnah und ehrlich! Ich habe mir ein Jahr Auszeit gegĂśnnt und viel Geld ausgegeben, fĂźr Reisen, Konferenzen und viel leckeres Essen. Ich habe mich aus einer unbefristeten Stelle verabschiedet und bin davon ausgegangen, in Zukunft weniger zu verdienen. Aber wer wagt gewinnt – inzwischen habe ich wieder einen tollen Job mit deutlich hĂśherem Gehalt. Ich denke ein Grund dafĂźr ist, dass ich nach meinem Jahr Auszeit meine Prioritäten sehr gut kenne.

    • Na das hĂśrt sich ja mal richtig super an! (Bei dem Vornamen natĂźrlich kein Wunder :))) Freut mich immer sehr, von dir zu hĂśren, liebe Ute <3 Danke fĂźr deine inspirierenden Kommentare jederzeit und liebe Grüße!

  • Hej Ute!
    Wieviel Geld man zum Leben braucht, ist in der Tat eine interessante Frage. Die Frage kann sich letztendlich nur jeder selbst beantworten. Du hast viele wichtige Faktoren aufgezählt, welche einen Einfluss auf die Ausgaben haben.

    Dein Fazit gefällt mir recht gut. Ich persĂśnlich denke, man darf die Frage des Geldes nicht vor allem anderen stellen. Man sollte sich zunächst fragen: „Wer bin ich und was will ich? Was gefällt mir, was macht mir Spaß und wie mĂśchte ich leben?“
    Erst dann kann man sich auch die Frage des Geldes beantworten. Man möchte ja nicht an Dingen sparen, welche einem wichtig sind. Wenn man weiß was einem wichtig ist, fällt es einem leichter in eventuellen Notzeiten herauszufinden auf was man verzichten kann.

    Ich habe schon immer ein gutes Verhältnis zum Geld gehabt und mir geht es nicht schlecht. Dennoch finde ich es wichtig, die finanzielle Situation immer im Blick zu haben. Ich habe auch erst vor wenigen Monaten mal meine Ausgaben und Einnahmen gegenübergestellt und geprüft ob das Ersparte einigermaßen sinnvoll angelegt ist.

    Vor einigen Jahren schon habe ich angefangen von Balast zu befreien, indem ich alle paar Wochen durch Wohnung und Keller gehe um Zeugs zu identifizieren was ich nicht oder nicht mehr brauche. Hochwertige Artikel verkaufe ich und der Rest fliegt in den MĂźll..

    Ich habe mir auch schon viele Gedanken ßber den Ausstieg gemacht. Aber ich glaube mit dem Totalausstieg wäre ich auch nicht klar gekommen. Ich liebe meinen, inzwischen siebten, VW Bus, aber dauerhaft auf Reisen mÜchte ich nicht sein. Vielleicht ändert sich die Einstellung zum Aussteigen auch immer wieder mal. Momentan lebe ich mit der komfortablen Situation, bei meinem Arbeitgeber Gehaltsbestandteile in Urlaubstage wandeln zu lassen. Neben dem regulären Urlaubsanspruch habe ich so ein zweites Budget aus dem ich schÜpfen kann. Die Anzahl der zusätzlichen Urlaubstage kann ich selbst bestimmen indem ich festlege auf wieviel Gehalt ich verzichten kann/mÜchte. Momentan ist das fßr mich ein guter Ersatz zum Ausstieg auf Dauer. Es ist sehr einfach und sehr flexibel. Leider haben nicht viele Angestellte diese MÜglichkeit.

    Ich bin Ăźbrigens ein leidenschaftlicher Verfechter des Bedingungslosen Grundeinkommens. Das wĂźrde sehr viele Probleme auf einen Schlag lĂśsen und wĂźrde den Menschen mehr Sicherheit und Spielraum geben, mal etwas auszuprobieren oder sich eine Zeit lang beruflich zurĂźckzuziehen. Ich finde das sehr wichtig, Zeit fĂźr sich selber zu haben. Leider geht es nicht allen Menschen finanziell so gut wie mir und manch anderen geht es dafĂźr widerrum viel zu gut.

    Man kann aber in der Tat mit sehr wenig auskommen und ein erfßlltes Leben fßhren. Darum danke ich Dir fßr deine Gedanken, die du mit anderen teilst und kann nur jedem den Ratschlag erteilen mal das eigene Leben von unnÜtigem monetärem Balast zu entrßmpeln. Von Dingen, die man nur aufbewahrt oder die mal Hip waren oder die einem nur von der täglichen Medienflut aufgedrängt wurden.

    Liebe Grüße aus dem schönen Lesachtal
    an einem sonnigen Morgen vor dem VW Bus
    Hans-JĂśrg

    • Lieber Hans-JĂśrg,
      auch an dieser Stelle herzlichen Dank für das Teilen deiner Sichtweise, Lebenssituation und Gedanken! Du scheinst ja bereits innerlich wie äußerlich ein sehr aufgeräumtes Leben zu führen, was man erstmal erreichen muss :) Wünsche dir weiterhin viel Erfolg beim Ausmisten und natürlich VW Bus-Fahren!
      Liebe Grüße, Ute

      • Liebe Ute!

        Vielen Dank – ich fasse das mal als Kompliment auf :)

        Die Welt ist kompliziert und chaotisch genug und ich finde man sollte zumindest in seinem eigenen Leben stets den Überblick bewahren. Dazu ist eine gewisse Aufgeräumtheit in jeglicher Hinsicht (innerlich als auch äußerlich) nötig.

        Das ist nicht immer leicht, aber man kann es sich leichter machen indem man gelegentlich ausmistet. Je weniger man in Heim und Kopf verwalten muss desto leichter fällt es, den Überblick zu behalten.

        Ich denke da bin ich tatsächlich auf einem guten Weg.

        Liebe Grüße
        Hans-JĂśrg

  • Krass. Dein Leben auf Reisen ist ja besser (organisierter, geplanter sprich professioneller) als meins Zuhause! :-). Vielleicht liegt es aber auch nur am Faktor Zeit, den man auf Reisen zur verfĂźgung hat.

    Toller Artikel, sehr hilfreich!

    • Hey ho, vielen Dank fĂźr das Kompliment, aber dieses „Organisationstalent“ hat sich eigentlich erst im Nachhinein herauskristallisiert. Dennoch bin ich ein recht vorausschauender und strategisch vorgehender Mensch, weshalb es mich am Ende dann doch nicht wundert :)) Und klar, die Mehr an Zeit macht viel aus! Bis bald und viele Grüße, Ute

  • Hi
    Ich habe mir den Artikel gleich – nachdem ich ihn verschlungen hatte – ausgedruckt um ihn nochmal in Detail durchzugehen. Der ist wirklich der Wahnsinn, da wird soviel beachtet an was ich gar nicht denken wĂźrde beim aussteigen.

    Fßr mich ist das wiederum keine Option, wir sind gerade am Hausbau und ich besitze durch Erbschaft noch eine weitere Wohnung. Aber ja das Reisen das liebe ich auch, derzeit oder vor allem durch den Hausbau verschlingen mich doch etwas die Fixkosten derzeit. Haha das derzeit wird noch länger andauern, wohl doch Jahrzehnte, aber was nimmt man nicht fßr das Eigenheim in Kauf ;) aber ich denke da kann man noch viel optimieren und besser machen, da ist noch viel Potential zur Reduktion von Fixkosten oder allgemein das Ausgebverhalten (Stichtwort: Minimalismus). Dorthin arbeite ich mich gerade vor, denn ich habe keine Lust Sklave meiner Arbeit zu sein (die mir aber zum Glßck sehr viel Spass macht!).

    Dennoch habe ich eine Reise geplant – naja ich plane ständig Reisen – aber eine längere, intensivere und darauf freue ich mich schon so obwohl ich erst im planen bin u es noch ein Jahr dauert. Ich habe dafĂźr „auch mal“ einen Blog angefangen: https://rausinsfreie.blogspot.co.at/

    Ich weiß nicht ob ich das DurchhaltevermĂśgen habe oder hätte das so toll aufzuziehen wie du, ich glaube das ist auch nicht primär mein Gedanke, ich mĂśchte gerne (interessierte) an meiner Reise dorthin teilhaben lassen – ich selbst liebe nämlich solche Blogs wo man mitfiebern kann mit anderen die etwas tolles erleben. So auch dein Blog, wenn du einen entfĂźhrst in deine Reise aber auch in dein Business, in deinen Alltag, der so anders ist wie meiner.

    Lieben Gruß
    Anna

    • Hallo liebe Anna,
      das klingt in der Tat nach einer Menge Arbeit :) Aber solange man sich zwischendurch seine Auszeiten verschafft, ist das doch eine tolle Perspektive! Ich glaube, wir vergessen oft, wie viel Zeit wir eigentlich haben und dass man sein Leben durchaus in Phasen gestalten kann: Ausbildung, Arbeit, Auszeit, Weltreise, Familie usw. WĂźnsche dir/euch weiterhin viel Erfolg und ein schĂśnes neues Heim!
      Liebe Grüße, Ute

  • Liebe Ute!
    Du machst doch nicht wirklich obige schriftliche Tagesplanung ?!?
    ….aber was Du sonst so ausfĂźhrst hat wie immer ‚Hand und Fuss‘!
    Wir konnten uns bislang nicht mehr an das Hamsterrad Deutschland gewĂśhnen. Beim Heimatbesuch diesen Sommer wurde es uns wieder eindringlich bewusst!
    Freiheit findet man dort immer schwieriger, die Leute dort liegen in Fesseln, die sie sich oft selbst angelegt haben. Nach Ăźber einem Jahrzehnt unterwegs ist uns eine gute Aussenperspektive gegeben.
    Sofern man in irgendeiner Hinsicht begabt ist, hat man als „zuverlässiger“ Deutscher kaum Probleme Geld zu verdienen, wenn es sein muss.
    Uns wundert, dass Du dich wieder so auf D konzentrierst…es gibt so viel schĂśneres!

    • Hallo ihr beiden,
      freue mich, dass ihr das mit dem Geldverdienen ähnlich seht, es gibt da eigentlich so viele MĂśglichkeiten! Meine Planung mache ich natĂźrlich nicht täglich wie dargestellt, aber eine To Do gibt es dennoch. Und ja, es mag viele schĂśne Orte geben, allerdings sagte ich ja schonmal: Zu zweit ist das immer etwas anderes als alleine, denn ohne soziale Kontakte um einen herum ist es auf längere Zeit doch recht trostlos. Aber das Leben verläuft ja in Phasen, von daher wird es sicher mal einen anderen Platz geben – wer weiß :)
      Wünsche euch noch eine schöne Zeit und viele Grüße, Ute

  • Hallo Ute,
    Abgesehen von deinem wiederholt sehr eingehenden und fundierten Post schätze ich zunehmend neben deinen Fotos auch die tollen Grafiken. Besonders gelungen finde ich die „Tagesplanung“, das wie ein gelungenes motivierendes Tagebuchformular aussieht. Ist das ein von Dir erstelltes Formular oder ein Download? Gibt es dafür einen Link den du mir ggf. mitteilen könntest? Würde mich sehr freuen.
    Alles Gute auf deinem Weg zu Dir!
    Christian

    • Hey Chris,
      den Planer habe ich selbst gekauft und übersetzt, die Datei habe ich dir soeben per Email zugeschickt. Viel Spaß damit und Dankeschön für das Kompliment!
      Viele Grüße, Ute

      • Hey Ute,
        ich bin gerade zufällig Ăźber deine Seite gestolpert und bin beeindruckt! Ich habe in letzter Zeit tausend Ideen im Kopf, bin in den letzten ZĂźgen meines Studiums, nach vorheriger Handwerksausbildung, und weiß nur eins sicher: Ich will keinen TretmĂźhlenjob. Also stĂśbere ich gerade viel zum Thema Aussteigen/Umsteigen, aber bisher hat mich noch kein Blog so gefesselt wie deiner. Viele schreiben immer „ich zeig‘ euch, wie man das macht“ – aber dann liest man viele Worte und am Ende des Artikels ist man immer noch leer. Du schreibst mit so viel Bodenständigkeit, das macht richtig Mut! Danke dafĂźr!
        Ich werde auf jeden Fall noch weiter hier stÜbern :) Dein Blog ist sehr angenehm zu lesen, und du hast wirklich ein Händchen fßr das Design ;)

        Ich antworte hier in deiner Antwort, weil ich, als ich die Tagesplanung gesehen habe, sofort dachte: Sowas brauch ich auch! Ich versuche immer wieder Listen, Zettel etc, aber dieses Format finde ich wunderschĂśn. Vor allem wegen der Mini-Reflexion, dem „Ich bin dankbar fĂźr“, das ist eine so wichtige Kleinigkeit. Ich mag Kleinigkeiten :) Darum hab ich auch schnell hier runtergerollt, in der Hoffnung, dass schon jemand gefragt hat, wo man sowas her bekommt. Ich wĂźrde mich riesig freuen, wenn du mir die Datei auch zuschicken kĂśnntest, oder einen Link wo ich das herbekomme!

        Ich bin gespannt auf deine weiteren Artikel und wĂźnsche dir alles Gute :)
        Liebe Grüße, Svenja

  • Liebe Ute!
    Das ist der mit Abstand beste, weil bestĂźberlegte und realistischste Artikel zu dem Thema, den ich je gelesen habe. Und ich lese derartige Artikel schon sehr lange.
    Mein Mann und ich hatten überlegt, etwas Ähnliches zu wagen, haben den Plan dann aber erst mal auf Eis gelegt, weil vor allem für ihn doch noch zu viele Parameter ungeklärt waren.
    Ich leite ihm diesen Artikel jetzt mal weiter :)
    Die Stimmung passt – wir sind am Samstag von unserer 5-wĂśchigen Hochzeitsreise durch Australien heimgekommen. Sind also noch im Reisemodus ;)
    Vielen Dank für diesen tollen Beitrag und ganz liebe Grüße aus Wien,
    Alice

    • Liebe Alice,
      wow, vielen Dank fßr das tolle Kompliment! Freut mich, dass er dir gefallen hat und Glßckwunsch nachträglich :)
      Viele Grüße und viel Erfolg bei den Gedanken zur Umsetzung
      Ute

  • Hallo Ute,

    Hut ab und wow, toll was du alles erleben durftest. Man muss sich selbst die Erlaubnis geben so etwas umzusetzen und natßrlich etwas tun das die wenigsten tatsächlich in die Tat umsetzen: Selbstverantwortung ßbernehmen. HÜrt sich nämlich einfach an, ist aber mit das schwierigste (neben Kindererziehung), das es im Leben gibt. Ich persÜnlich kenne nur ein paar Vereinzelte, die sich nicht auf andere stßtzen oder gleich die gesamte Verantwortung fßr ihr eigenes Leben an andere ßbergeben.

    Ich bin jetzt bald 50 und will, wenn meine Mutterpflichten und die Betreuungspflicht fĂźr meine Großmutter „erledigt“ sind nochmal komplett neu durchstarten. Bin seit vielen Jahren Single und werde meinen ganzen Mut zusammen nehmen und alles hinter mir lassen. Zumindest habe ich mir das fest vorgenommen.

    Herzlichen Dank fĂźr die Inspiration und alles gute fĂźr dich

    Tanja

    • Hallo liebe Tanja,
      wow, das hĂśrt sich klasse an! Ich bin sehr dankbar fĂźr die Erfahrung, nicht immer alles gleich langfristig zu sehen (was uns steif macht), sondern das Leben in Phasen anzunehmen. Daher wĂźnsche ich mir fĂźr dich, dass du dir deinen Traum bald erfĂźllen und nochmal richtig durchstarten kannst.
      Alles Liebe, Ute

  • Hallo Ute, ich habe mit Freude Deine Erlebnisse, Erfahrungen, Entscheidungen und Übersichten gelesen. Nach Jahrelangem Funktionieren im Beruf, bei der Pflege der Eltern und in der eigenen Familie, denke ich Ăźber Veränderungsvarianten nach. Ich bin nun 64 Jahre jung und wohne in einer 1-Zimmer-Wohnung. Mein Leben gestalte ich einfach, aber noch nicht minimalistisch. Im kommenden Jahr werde ich im FrĂźhjahr meinen Fußweg durch Deutschland beginnen, den ich im Herbst abschließen mĂśchte. Ein Jahr später werde ich im selben Zeitraum in Polen unterwegs sein. Ich freue mich auf diese Freiheit und die neuen EindrĂźcke. Ihnen wĂźnsche ich eine interessante Zukunft! Rita

    • Hallo Rita,
      Mensch toll, finde ich richtig klasse! WĂźrde mich riesig freuen, wenn du dich dann nochmals mit deinen EindrĂźcken bei mir melden wĂźrdest. DrĂźcke dir die Daumen fĂźr viele tolle Erfahrungen!
      Liebe Grüße & alles Gute für dich
      Ute

  • Hallo Ute,

    du sprichst mit aus der Seele. Ja, in unserer Gesellschaft ist man gefangen in diesem ständigen Trott, das Hamsterrad muss sich ja immer weiter drehen.

    Ich ßberlege auch schon sehr lange, den normalen Job an den Nagel zu hängen und nach langer Zeit mal wieder mein eigener Chef zu sein. Der erste Schritt dazu war, auf 75 Prozent zu reduzieren. Eine Woche frei, drei Wochen Brot- und Butter-Job. Aber auch das ist aud Dauer nicht das Wahre. Man bleibt ein Gefangener des Systems mit kleinen Auszeiten.

    Ja, es muss sich etwas ändern. Und Dank solcher Artikel wie deiner fßhle ich mich bekräftigt, einen ähnlichen Weg einzuschlagen :-)

    Viele Grüße
    Florian

  • Toller Beitrag! Mein großes Ziel irgendwann. Aber erstmal brauch ich monatliches Einkommen ohne Zeit gegen Geld zu tauschen. Das dauert erstmal paar Jahre. Mit Geld erkauft man sich sozusagen die Freiheit. Denke nicht das der Mensch nur zum arbeiten geboren wurde. Der Mensch soll leben und die Natur genießen.

  • Halli Hallo!

    Ein wunderguter Beitrag. Vieles womit man sich manchmal gar nicht auseinander setzt oder es auf die Seite schiebt. Ganz nach dem Motto, dass muss halt sein damit ich meinen Hobbys nachkommen kann. So zumindest die Theorie.

    In diesem Sinne

    Viele Liebe Grüße

    Fräulein_Ich von pferdigunterweg.com

  • am besten wird man ein digitaler Nomade und betreibt einen Blog, wie diesen hier, um dann um die Welt reisen zu kĂśnnen. Wie viel man braucht hängt vom Land und dem eigenem Style zu leben ab, dieser Artikel ist sehr aufschlussreich.

  • Interessant

    In Österreich würde ich minimum 200 -300 Euro Wohnen 300 Euro Essen. Ein Gedanke den ich mir bei REisen mache, wenn Menschen sagen, dass ich reich bin, weil ich so ivlee Plätze sehe. Dann muss ich sagen nein, ich bin nicht reich, nicht in Österreich. In euren Land ja. Kleidung zum Beispile hole ich mir vom Flohmarkt. Ist nicht jedermanns Sache, aber mein Hauptanliegen ist Geld zu sparen. für etwas was ich für sinnvolller erachte.

    Aber am Ende hast du den selben WEg gewählt wie ich. Sicherheit und dann verreisen.

    Gruss

    Tschossi

  • Hallo und guten Abend,

    ich bin beim stĂśbern auf diesen wunderbaren Blog gekommen.

    Zu meiner Person: ich bin leider durch meine Arbeit (die ich mit Leidenschaft und Liebe gemacht habe) krank geworden und leider musste ich mich dadurch mit dem Thema Geld auseinandersetzen. Was sehr schnell zu Existenzängsten gefßhrt hat.

    Meine Arbeitssituation war so, das ich fĂźr meine Kollegen mitdenken und mitorganierien musste und dadurch einen 12 Stunden Job , meist ohne Mittagspause und oft habe ich auch keine Zeit fĂźr den Gang zum Klo gefunden.
    Irgendwann hat mein KĂśrper und meine Seele gestreigt.

    Dein Artikel spricht einige Dinge sehr deutlich an.
    Viel Mut und Zuversicht habe ich in deinem Artikel und den Kommentaren gefunden.

    Gerade bin ich auf der Suche nach guten Ideen, die sich auch umsetzen lassen, damit ich Geld, Zufriedenheit und Gesundheit in Einklang bringen kann.

    Vielen Dank.

    • Hallo liebe Lila,
      wow, das hĂśrt sich aber auch nach einem heftigen Umschwung an. Ich wĂźnsche dir viel Erfolg und gutes Gelingen bei der Suche nach deinem fĂźr dich passenden Weg!
      Ganz liebe Grüße, Ute

  • Hallo Ute!
    Super toller inspirierender Artikel. Hab mir jetzt einige von die gelesen und bin begeistert. Ich bereite schon seit Monaten meinen EXIT vor und freue mich auf meine bevorstehende Weltreise. Ich wßrde während bzw. danach auch liebend gerne Reiseberichte schreiben.
    WĂźnsch dir fĂźr die Zukunft alles Gute.
    Lg aus Österreich
    Daniel
    Ps: Hast du einen Tip wo ich diesen tollen Tagesplaner herbekomm?

    • Hi Daniel,
      das klingt spannend! DrĂźcke dir die Daumen fĂźr gutes Gelingen! Den Planer bekommst du hier, leider nur auf Englisch – mĂźsstest du dann bearbeiten…
      Viele Grüße und toi toi toi!
      Ute

  • Liebe Ute,
    das war sehr interessant zu lesen. Ich stelle mir die Geldfrage etwas anders, anstatt „Wie kann ich mit wenig Aufwand viel erzielen?“ frage ich mich zur Zeit: „Auf was mĂśchte ich gern verzichten, um einen schlechter bezahlten Job annehmen zu kĂśnnen, der mir aber leichter fällt und mich nicht so belastet?“
    Da ich aus einem gut bezahlten Beruf komme, kÜnnte ich auch einfach Teilzeit arbeiten, damit hätte ich viel Freizeit (das ist auch die aktuelle LÜsung), aber langfristig mÜchte ich lieber etwas machen, das mir nicht soviel Lebensfreude abzieht und insgesamt leichter von der Hand geht. Nicht alle Berufe werfen dann aber viel Geld ab, vor allem wenn man weiter angestellt sein mÜchte.
    Deshalb macht es natĂźrlich umso mehr Sinn, sich zu Ăźberlegen, wieviel man benĂśtigt und ausgeben mĂśchte.

    Liebe Grüße!

  • Hi,
    das sind alles keine Weisheiten sondern der gesunde Menschenverstand. Die Auszeit mit eigenem Fahrzeug/Camper ist mit die teuerste MĂśglichkeit. Es geht bedeutend gĂźnstiger wenn man bereit ist Kompromisse einzugehen. Weiter liest sich das alles schĂśn wenn Mann/Frau alleine ist und wenn man keine Pläne hat wie eigene Familie/Haus oder andere Verpflichtungen. Das beschrieben Model ist ein reiner Ego-Trip wo niemand anderes einen Platz findet. Das „Loch“ am Ende den Alltag zu meistern ist gigantisch… es sei den man entscheidet sich dazu sein Leben alleine zu sein. Aber wie heisst es so schĂśn… „GlĂźck ist wenn man teilen kann“. Nicht mit irgendwem oder in einem Blog. GrĂźsse.

    • Hallo Markus,
      Danke fĂźr deinen Kommentar, wenngleich ich nicht so genau verstehe, was du damit eigentlich sagen mĂśchtest. Vielleicht bringt dir aber eine andere Perspektive auf den vermeintlichen „Ego-Trip“ etwas: Es gibt inzwischen etwa 30% Singles in Deutschland und ich vermute mal, dass der Großteil dieser Singles nicht gewollt allein ist. Daher ist es doch das Beste und Sinnvollste, dass man sich die Zeit alleine so schĂśn wie mĂśglich macht und sein Leben als Single sinnvoll gestaltet. Es heißt Ăźbrigens „GlĂźck ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.“ und habe ich zuletzt in einem Märchen gehĂśrt; nur ist unsere Realität von Märchen ziemlich weit entfernt. Wir leben längst in einer Zeit, in der man nicht mehr zwingend das klassische Familienmodell leben muss und das ist auch gut so. Jeder kann heute so leben, wie es ihm gefällt bzw. wie es seine MĂśglichkeiten zulassen.

    • Hallo Markus und Ute,
      ich würde noch weitergehen und fragen: Muss man Single sein, um einen Lebensstil zu haben, der keiner festen Zeitvorgabe folgt? Oder andersherum: Sind alle Flugbegleiter, Models, Schauspieler etc. Egoisten? Und wenn dem nicht so ist, gibt es doch sicher Möglichkeiten trotz Haus und Familie ein entspanntes Leben zu führen oder lange zu verreisen. In ein Loch danach wird nur fallen, wer in seinem Alltag ohnehin nicht glücklich war, vielleicht weil er nicht bereit war, ihn sich zu eigen zu machen, und lieber „Verpflichtungen“ vorschiebt, die in Wirklichkeit oft nur Gründe sind, bei anderen ein sinnvolles Leben vorzuweisen, ohne sich weiter darum Gedanken machen zu müssen. Und schon ist man in der besten Position, andere als verantwortungslos zu verurteilen, ohne zu wissen, was sie für ihre Mitmenschen tun.
      Mir jedenfalls ist eine Bezugsperson lieber, die ein tolles Leben lebt und Zeit fĂźr mich findet wenn sie mĂśchte, als ein Versorger, der denkt er mĂźsse fĂźr andere da sein und Geld fĂźr das Haus ranschaffen, aber jeden Abend schlecht gelaunt nachhause kommt.
      ??‍♀️

  • Hallo Ute,
    danke fĂźr deinen inspirierenden Artikel, welchen ich sehr genossen habe.
    Ich bin aktuell beim Ausloten verschiedener MĂśglichkeiten fĂźr ein erfĂźlltes und selbstbestimmtes Leben abseits des Hamsterrad. Ein Reise in eigene Ich und ein Fokus auf die eigenen Stärken, Fähigkeiten und die Dinge die einen Spaß machen bestimmen dabei die Richtung. Vielleicht ist eine Kombination mehrere „Bausteine“ zielfĂźhrender. Ich suche noch MĂśglichkeiten einer validen Idee fĂźr eine Selbstständigkeit, aber gleichwohl auch nach Arbeitsverhältnissen mit einer sehr gut Work-Life-Balance. Ich selber lebe sehr sparsam. In den letzten 3 Jahren habe ca. 50% von meinem Netto-Einkommen zur Seite gelegt. Um die Ersparnisse wirklich effektiv anzulegen, habe ich mich quasi selber zum Investor ausgebildet. StĂźck fĂźr StĂźck habe ich mich (auch nach RĂźckschlägen) voran gebracht und durch mein Aktien-Portfolio habe ich es heute bereits geschafft, monatlich ca. 300€ netto an Dividenden einzunehmen. Un das schĂśne ist, dass die meisten Dividenden jedes Jahr teilweise Ăźber 20% erhĂśht werden (ich erwarte dieses Jahr insgesamt Ăźber 30 „GehaltserhĂśhungen“ ). Vielleicht ist es meine Berufung den Menschen in Zeiten von Nullzinsen und Altersarmut zu helfen, ihre Finanzen selbst zu managen und wie sie eine einkommensorientierte Anlagenstrategie realisieren kĂśnnen (unabhängig ohne die klassischen Finanzprodukte und Versicherungen). Ich bin gespannt was am Ende dieser Orientierungsphase herauskommt.
    Viele Grüße David

  • Hallo, wunderbar und in vielen Aspekten genau auf den Punkt geschildert. Der letzte Kommentar ist ja schon bald 2 Jahre alt und somit weis ich nicht ob du hier noch aktiv bist. Ich bin in meinem Leben zwei mal ausgewandert. Einmal mit dem Zug runter bis nach Cadiz Spanien, da war ich gerade mal 16. Dann noch mal mit 22 nach USA (Alabama). Beide Male irgendwie gescheitert (meist finanziell). Durch das Scheitern habe ich festgestellt, dass ich es mit meinen Fähigkeiten und Begabungen nun mal in Deutschland am weitesten bringen wĂźrde. Heute bin ich 51 und seit Ăźber 20 Jahren selbständig. Mein Geld verdiene ich hier und arbeite nur so viel wie es sein muss. Mit Ăźber 20 Ländern im Reisepass habe ich dennoch einiges von der Welt gesehen. Aber Minimalismus ist sicher nichts fĂźr Jedermann/Frau. Es muss einem liegen in einfachen Verhältnissen aber dafĂźr direkt am Meer zu wohnen. Ich habe beide Welten erlebt und finde die Seite ohne Geldsorgen aber mit Regentagen in Deutschland entspannter und irgendwie glĂźcklicher. Der halbwegs intelligente Mensch braucht eine Aufgabe, etwas das ihn erfĂźllt, egal ob ehrenamtlich oder zum geldverdienen..
    Nur Sonne, Sommer, Meer und Nichts-Tun erfĂźllt uns nicht auf Dauer. Auch wenn wir uns das im sprichwĂśrtlichen Hamsterrad nicht vorstellen kĂśnnen. Alles Gute Gary

  • Ich bin durch Zufall auf diesen Artikel gestoßen. Nach der Trennung mit dem Vater meiner Tochter und den Verlust von Haus und etlichen Habseligkeiten wurde ich zwangsläufig dazu angehalten, Ăźber etliches nachzudenken. Ich bin bzw war auch in einem Hamsterrad und dies vollbringt man natĂźrlich aus Liebe zu seinem Kind. Nach einigen gescheiterten Beziehungen und der ständigen Konfrontation mit sich selbst bin ich nun mit 30 an einem Punkt angelangt, der mir sagt, DAS kann es nicht gewesen sein. In diesem Leben steckt noch soviel mehr. Im Nachhinein bin ich dankbar fĂźr die Trennung und dankbar, solche Artikel zu lesen, die mir aufzeigen, es geht nicht nur mir so. Ich habe zwar eine Tochter, aber auch immer dieses Fernweh in mir und festgestellt, wenn ich glĂźcklich bin, ist sie es auch! Die Fragestellungen, die du hier aufgezeigt hast, liebe Ute, helfen mir unheimlich fĂźr weitere Planungen.
    Vielen Dank fĂźr diesen wunderbaren Artikel!

    • Liebe Anne,
      wow, das ist aber schĂśn zu hĂśren! (Also dass dir der Text geholfen hat.) Ich glaube, dass wir uns zu stark darauf konzentrieren, einfach nur glĂźcklich sein zu wollen als darĂźber nachzudenken, was unser Leben eigentlich ausmacht. Ich wĂźnsche dir von Herzen gutes Gelingen und ein gutes BauchgefĂźhl bei all deinen zukĂźnftigen Entscheidungen!
      Herzlichst und frohe Weihnachten
      Ute

    • Hallo Irene,
      freut mich. Die Tagesplanung kann man hier kaufen, muss man dann allerdings bei Bedarf mit z. B. Photoshop noch ins Deutsche Ăźbersetzen. Ich nutze sie nur als Anhaltspunkt bzw. nur Neuorientierung, da ich einen sehr sehr Ăźberschaubaren Tagesplan habe :)
      Viele Grüße
      Ute

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