Leben ohne Wohnung Bravebird

Vor etwas mehr als zwei Jahren habe ich meinen Job und meine Wohnung gekündigt und bin mit diesem Schritt aus allem ausgestiegen. Erstmal keine Verantwortung mehr, nur 100% Freiheit leben. Meine restlichen Sachen hatte ich in einem kleinen Lagerraum verstaut und mit meinem Ersparten wollte ich mir ein bis zwei Jahre Zeit geben, um mich neu zu orientieren und herauszufinden, wo ich wie leben und arbeiten möchte. 

Downshifting nennt man das heutzutage: Leben mit weniger Geld, dafür im Gegenzug mehr Zeit für die Dinge haben, die im Leben wirklich wichtig sind. Ohne Druck, Stress oder steife Pläne leben – vielleicht nicht für immer, aber wenigstens für eine bestimmte Zeit.

Warum die Wohnung aufgeben?

Für mich war es zum damaligen Zeitpunkt die einzige und richtige Lösung. Ich wollte mindestens ein Jahr lang auf Weltreise gehen und danach in Ruhe entscheiden können, wie es weitergeht. Da ich keine Auszeit mit anschließendem Wiedereinstieg in meinen alten Job gewählt hatte, wollte ich nicht in die Situation geraten, nach einem Jahr ohne regelmäßiges und vor allen Dingen hohes Einkommen in meine Miete von 1.150 Euro warm wieder einsteigen zu müssen. Eine eigene Wohnung birgt die höchsten monatlichen Grundkosten und wenn man sich reduzieren möchte, kann man hier die meisten Kosten sparen.

Gleichzeitig sollte mir der Erlös aus dem Verkauf meiner Möbel und diversen Wertsachen ein gewisses finanzielles Polster verschaffen, mit dem ich die Weltreise und die Zeit danach finanzieren könnte. In meinem 6 qm Lagerraum habe ich dann die Dinge und Gegenstände verstaut, die nach meiner Rückkehr die Basis für eine kleine Wohnung darstellen würden (Bett, Esstisch, Couch, Regale, Waschmaschine, Küchen-Utensilien usw.) Zudem hatte ich mir einen VW Camper zugelegt, der sowohl Reisemittel als auch eventuell eine Unterkunft darstellen würde.

Ein weiterer Faktor für die Aufgabe der damaligen Wohnung war mein Wunsch nach räumlicher Veränderung. Ich würde zukünftig nicht mehr mitten in der Stadt wohnen wollen. Das Jahr auf Weltreise sollte eine gute Gelegenheit sein, um mir Gedanken darüber zu machen, ob vielleicht mal eine andere Stadt oder ein anderes Land zum Leben in Betracht kommen könnte. Als Single liegt einem diesbezüglich im wahrsten Sinne des Wortes die Welt zu Füßen, was allerdings bekanntlich eine Entscheidung schwieriger werden lässt als bei geringerer Auswahl.

Leben und Arbeiten im Camper

Gedanken während der Wohnungslosigkeit

Zugegebenermaßen gleicht die Aufgabe von Job und eigenen vier Wänden dem freien Fall. Es ist ein Weg ins Ungewisse, was einem auf der Weltreise durch die permanente Ablenkung durch äußere Einflüsse weniger auffallen wird, als wenn man einfach in der Heimat bleiben würde. Andererseits hat man bei diesem Schritt die große Chance, seine Weichen ganz neu, unbelastet und individuell zu stellen – die den vorigen vielleicht sogar ähneln können.

Was ist mir wichtig? Wie will ich leben? Wie viel Luxus brauche ich? – All diese existenziellen Fragen kommen im Laufe der Zeit auf den Tisch und wenn man ganz neu wählen und entscheiden kann, wird man früher oder später für sich herausfinden, wie viel man zukünftig arbeiten möchte, wie viel Freizeit man braucht, wie klein oder groß die Wohnung sein soll, welche Hobbys gepflegt oder intensiviert werden wollen, ob man das Leben in der Stadt oder auf dem Land bevorzugt und ob das Dauerreisen oder das sporadische Unterwegssein die richtige Wahl für einen ist.

Aber natürlich kommen zwischendurch auch immer mal wieder Ängste und Zweifel hoch (meist durch Einwände anderer): Wo soll ich hin, wenn ich plötzlich krank werde? Was mache ich, wenn mir das Geld ausgeht? – Wenn man sich vor Augen führt, dass man zwar viel planen kann, es am Ende aber keine wirkliche Sicherheit im Leben gibt, verlieren diese Worst Case Szenarien schnell wieder an Bedeutung. Viele Menschen zahlen ihr Leben lang in ein gesetzliches Rentensystem ein, das keine Garantie gibt, dass man im Alter mal davon leben kann – das finde ich zum Beispiel ein viel höheres Risiko.

Eine wichtige Erfahrung: Während meiner langen Reise stellte sich überraschend heraus, dass ich für das permanente Unterwegsein nicht geschaffen bin. Es birgt zu viel Unruhe, Highlights werden weniger als besonders wahrgenommen und das Reisen wird mehr und mehr zur Gewohnheit. Auch die Vorfreude auf bestimmte Ziele wird geringer und zudem ist der mangelnde persönliche Kontakt zu Freunden und Familie auf Dauer unbefriedigend. Hinzu kommt, dass die Eindrücke einer Weltreise verarbeitet werden wollen, für die es bestenfalls eines räumlichen Stillstands bedarf.

Wie viele andere Auszeitler brauchte auch ich nach dem einen Jahr auf Reisen wieder festen Boden unter den Füßen. Einen Rückzugsort, ein eigenes Reich mit meinen eigenen Sachen. Nicht mehr ständig aus dem Koffer oder Rucksack leben, wo getragene Sachen die anderen Sachen zum Mitmüffeln anstecken. Und nicht mehr Tag für Tag die wenigen gleichen Sachen tragen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich allerdings noch nicht, wo und wie ich wohnen wollte und da galt es eine Lösung zu finden.

Was es heute braucht Bravebird

Alternativen zur klassischen Wohnung

Seit meinem Ausstieg gewannen Produktpreise und Kosten wieder an Bedeutung, ich musste rechnen. Selbst eine kleine Wohnung erfordert nicht nur einen monatlichen Mietpreis von mindestens 300 Euro. Hinzu kommen Umzugskosten, ggf. eine Küche, Einrichtungsdinge sowie regelmäßige monatliche Beiträge für Nebenkosten, Strom, Rundfunkgebühren, DSL-Anschluss, Hausratversicherung, womit man für einen kleinen Raum schnell bei über 500 Euro monatlich angekommen ist. Und dann hat man noch kein Auto, keine Lebensmittel, keine Kleidung, keinen Urlaub und andere notwendige Dinge bezahlt. Wo lag also die Alternative?

Schon während der Reise wurde mir klar, dass Teilen einer der Schlüssel zum Sparen sein würde. Ein Freund stellte mir ein Zimmer seiner großen Wohnung zur Verfügung, in dem ich alle Sachen unterbringen konnte und die Dinge hatte, die ich brauchte – Bett, Dusche, WLAN. Und da sich langsam ankündigte, dass ich über meinen Blog endlich Geld verdienen würde, bot sich durch die Selbstständigkeit die Anmietung eines kleinen Büros an, das nun sozusagen meinen persönlichen Rückzugsort darstellt und wo ich mich tagsüber aufhalten kann.

Im Laufe der Monate habe ich viele Konzepte durchdacht, jedoch bisher noch keins gefunden, das mich endgültig zufriedenstellt. Es gibt bisher nur wenige Alternativen für Menschen bzw. Singles, die einerseits viel unterwegs sind und andererseits trotzdem vernünftig wohnen möchten, wenn sie in der Heimat sind. In Köln und Umgebung muss man z. B. mit mindestens 30 Euro pro Nacht rechnen, wenn man in einem Hostel oder in einem Zimmer einer privaten Unterkunft unterkommen möchte. Das sind auf den Monat umgerechnet 900 Euro und damit natürlich viel zu teuer.

Arbeiten und reisen gleichzeitigMittlerweile leben auch viele Menschen mit wenig Geld auf Campingplätzen, was eine günstige Wohnmöglichkeit mitten in der Natur darstellt. Man braucht lediglich einen Wohnwagen mit Vorzelt (Anschaffungspreis ca. 3.500 Euro) und kann dann meist auf ca. 80-100 qm Fläche für ca. 700-1.000 Euro im Jahr wohnen, was einer Monatsmiete von 50-90 Euro entspricht. In vielen Städten und Regionen kann man sogar mittlerweile seinen Wohnsitz auf den Campingplatz anmelden. Einziges Problem ist hierbei nur, dass viele Plätze im Winter – meist Oktober bis März – geschlossen haben.

Ein etwas anderer Lebensstil: WG-Zimmer – Büro – Camper

Für mich als Reisende und Heimatliebende zugleich birgt meine 3er-Kombi daher zum momentanen Zeitpunkt die beste und günstigste Lösung. Da ich hauptsächlich schreibend tätig und somit nicht auf einen festen Arbeitsplatz angewiesen bin, kann ich überall arbeiten.

  • Büro (Tag): Ein Zimmer mit Schreibtisch, PC, Drucker und allen persönlichen Sachen, Dokumenten und Unterlagen
  • WG-Zimmer (Nacht): Ein Zimmer mit Bett, Schrank, Dusche, Strom, Internet, ggf. Waschmaschine
  • Camper (Jederzeit): Für kurzentschlossene Tages- oder Wochenendausflüge oder für längere Reisen durch Europa, jederzeit einsatzbereit, mit Strom und Kühlschrank, auf Campingplätzen stehen Dusche und Waschmaschine zur Verfügung.

Vorteil dieser Lösung ist, dass sie extrem variabel ist und von heute auf morgen geändert werden kann. Wenn ich unterwegs bin, verursacht es nur geringe regelmäßige Kosten zu Hause und wenn ich in Köln bin, habe ich gleich mehrere angenehme Aufenthaltsorte zur Auswahl. Gleichzeitig arbeite ich wieder für drei Wochen im Quartal in meinem früheren Job, mit dessen Einkommen ich den größten Teil meiner geringen Grundausgaben abdecken kann und mir somit ein Maximum an Freizeit zur Verfügung steht. Diese freie Zeit nutze ich wiederum für neue Projekte, z. B. die Entwicklung zweier Frauen-Rucksäcke, die ich erfolgreich über Crowdfunding produzieren konnte. Und bald folgt das nächste Projekt in Form eines Buches.

Ortsunabhängig arbeiten

Leben ohne Wohnsitz?

Nein. Auch, wenn es sich cool anhören mag, keinen Wohnsitz zu haben, sehe ich darin keinen Vorteil. Im Gegenteil, vieles ist wesentlich umständlicher (Krankenversicherung, Bankkonto etc.). Falls ich mich mal für das Leben in einem anderen Land entscheiden sollte, würde sich mein Wohnsitz einfach entsprechend verändern. Wenn man die Wahl hat und sich zum Beispiel eines höheren Einkommens erfreuen kann, lohnt sich die Überlegung der Veränderung des Wohnsitzes unter steuerlichen Gesichtspunkten. Statistisch gesehen zahlen wir in Deutschland die höchsten Steuern und Abgaben weltweit. Hier muss man für sich selbst entscheiden, ob man an unserem Solidarprinzip teilnehmen möchte oder nicht. Wir haben eine extrem hohe Lebensqualität in Deutschland, die im Umkehrschluss eben auch Geld kostet.

Unter den Selbstständigen ohne festen Wohnsitz ist die Gründung einer Offshore-Firma in Hong Kong oder anderen Steueroasen zum Trend geworden. Für mich kommt dieses Steuersparmodell nicht in Frage, weil es ein sehr komplexes steuerrechtliches Thema ist, dessen Risiken ich nicht abschätzen kann und möchte. Zum Beispiel bauen Gründer, die nicht genügend Substanz im Ausland aufgebaut haben (Büro vor Ort, Mitarbeiter etc.), aus Sicht der Finanzbehörden damit eine illegale Zwischengesellschaft auf. Auf diese sehr wackelige Basis möchte ich mich nicht begeben und würde ich auch nur empfehlen, wenn man auf eine professionelle und verlässliche Rechtsberatung zurückgreifen kann.

Fazit

Das Leben ohne eigene Wohnung ist meiner Meinung nach kein Ereignis, das man unbedingt mal erlebt haben muss. Für mich war und ist es eine wahnsinnig bereichernde Erfahrung, die allerdings auf meiner persönlichen Geschichte beruht und mir immer noch sehr auf meinem eigenen, zugegebenermaßen etwas ungewöhnlichen Lebensweg behilflich ist. Das Äußere einmal beiseite zu legen und sich nur auf sein Inneres konzentrieren zu müssen, weil da nichts oder wenig anderes Materielles oder Festes ist, lässt heute vieles in einem anderen Licht erscheinen und hat mich zu einem glücklicheren und ausgeglicheneren Menschen gemacht. Des Weiteren habe ich die wichtige Erfahrung gemacht, dass es Orte gibt, an denen ich wesentlich kreativer bin und da ich heute fast ausschließlich kreativ arbeite, ist diese Feststellung für die Wahl einer festen Bleibe von enormer Wichtigkeit.

Für mich ist es inzwischen an der Zeit, wieder eine feste Basis zu finden. Vor einigen Monaten habe ich auch schonmal etwas in »Auf der Suche nach Heimat« dazu geschrieben. Da ich in jeder Lebenslage an jedem nur erdenklichen Ort im Sitzen, Stehen und Liegen arbeiten bzw. schreiben kann, ist jedoch keine Eile geboten. Ganz im Gegenteil, es ist gerade vielmehr eine spannende Suche nach einem eigenen Rückzugs- und Wohlfühlort, die natürlich auch mit dem Einkommen zusammenhängt. Denn auch hier hat sich für mich herausgestellt, dass das Leben mit wenig Geld zwar für eine gewisse Zeit aufregend, anders und sehr lehrreich sein kann, für mich aber keine Dauerlösung darstellt. Man ärgert sich zu oft über zu hohe Preise, muss sich häufig einschränken und auf viele Genussdinge verzichten, wodurch man gedanklich zu stark im Mangel lebt, was sich negativ auf den Alltag und somit das persönliche Wohlbefinden auswirkt.

Alternativ leben Bravebird

Den Schritt ohne Job und Wohnung sollte man meiner Meinung nach nur gehen, wenn man…

  • ein gutes Umfeld mit Familie und Freunden hat, die einen im Falle eines Falles auffangen würden.
  • sich durch Krankenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, ggf. private Rentenversicherung bestens absichert.
  • weder Zukunfts- noch Existenzängste hat.
  • über ein gutes Selbstbewusstsein und eine stabile Mitte verfügt.
  • ein finanzielles Polster und/oder Wertgegenstände sozusagen als Notgroschen vorweisen kann.
  • bei guter Gesundheit ist!
  • keine Schwierigkeiten hat, wieder in einen Job einzusteigen, der Geld einbringt.

Wie Forrest Gump schon sagte »Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel, man weiß nie, was man bekommt!« sehe ich das Leben als eine aufregende Reise an und bin gespannt, wo die Reise noch hinführen wird.

 

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59 Kommentare

  1. Sehr schön geschrieben!!! Und vor allem ehrlich….viele Leute beschränken sich auf die positiven Erfahrungen einer Auszeit/Langzeitreise. Hier werden auch mal die unschönen/unvorteilhaften Aspekte eines Zeitraumes ohne eigene Wohnung thematisiert. Da ich selber ähnliche Erfahrungen gemacht habe kann ich das alles nur zu gut nachvollziehen!
    Daumen hoch und weiterhin alles Gute…der Weg ist das Ziel.

    1. Hallo Horst-Bernd,
      nach einigen Jahren Blogerfahrung halte ich eine realistische Darstellung für wichtig, weil man schon eine Vorbildfunktion hat und da bringen verherrlichende Beiträge niemanden weiter. Daher Danke für dein bestätigendes Feedback. Viele Grüße, Ute

  2. Gefällt mir! Deine Authentizität ist besonders angenehm und stimmig. Bin ja selbst gerade sehr im Umbruch, aber alles Aufgeben ist für mich zur Zeit nicht stimmig.
    Ich wünsche Dir alles Liebe weiterhin und schön weiter schreiben!!

    Ingrid

    1. Hallo liebe Ingrid,
      wenn es sich nicht gut anfühlt, ist es auch nicht die richtige Lösung. Es gibt erfreulicher Weise viele Mittelwege und Lösungen, wie ich sie zum Beispiel nun auch anstrebe. Ich habe beide Extreme kennengelernt und tariere mich jetzt sozusagen ein :) Wünsche dir viel Erfolg bei der Suche! LG Ute

    2. Hallo Bravebird
      danke für den Blog.Du hast ziemlich genau meine Gedanken in deinem Text niedergeschrieben .Deine Zeilen sind mir eine Hilfe und bestärken mich in meiner Entscheidung denselben Schritt zu wagen.
      Ursula

  3. Dankeschön!!! Ich fühlte mich ständig hin- und her gerissen zwischen dem Wunsch nur im Wohnmobil zu leben, oder eine “Homebase” zu haben. Ich glaube für das Leben ohne festen Wohnsitz bin ich nicht geschaffen…

    1. Hi Sandra,
      also ich bin ja nun schon mehr als 6 Wochen mit dem Camper unterwegs und es gibt immer mal wieder Momente, in denen ich mir sage “So könnte ich jetzt immer weitermachen”. Aber trotzdem fehlt zu vieles und ich finde es wie gesagt wesentlich schöner, das Reisen immer wieder neu zu erfinden. Neu planen mit neuer Vorfreude, neu losfahren, neu entdecken und neu heimkommen. Das macht es viel spannender und man freut sich auf das, was kommt. Liebe Grüße und Danke für deinen Kommentar! Ute

  4. Wundervoll, danke für Deine Ehrlichkeit! Ich war bisher noch nie als 3 Monate am Stück unterwegs, doch kann ich mir seitdem auch nicht ganz vorstellen, alle Mauern abzureißen und loszuziehen. Wobei ein großes Stück dieser Entscheidung auch an der Partnerschaft hängt. Letztenendes ist die Frage “ganz oder gar nicht” sehr individuell. Ich selbst bin da froh, einen Zwischenschritt gefunden zu haben und mir immer Mal eine Auszeit gönnen kann. Dein Beitrag bestärkt mich darin, auf dem richtigen Weg zu sein. Danke!

    1. Hallo liebe Bianca,
      die persönlichen Gegebenheiten spielen natürlich eine große Rolle bei diesen Überlegungen. Nur eine extreme Seite zu leben halte ich für sehr schwierig, aber manchmal muss man sie erst kennenlernen, damit man sich von beiden Seiten das Beste herausziehen kann. Hört sich jedenfalls gut an bei dir! :) Viele Grüße und Danke <3 Ute

  5. Wie immer ein toller, informativer und tiefsinniger Beitrag! Mir geht dieses “Verlass das Hamsterrad, werde digitale Nomadin und lebe überall auf der Welt glücklich und sorgenfrei-Gerede” bei vielen Reiseblogs schon lange auf die Nerven. Freu mich immer was differenzierteres wie von Dir zu lesen.
    Bin gespannt, wie es bei Dir weiter geht. Und ich bin gespannt, wann mir der erste Deiner Rucksäcke über den Weg läuft. :-)
    LG Ute

    1. Hallo liebe Ute,
      vielen Dank für das schöne Kompliment. Über andere möchte nicht urteilen, am Ende muss der Leser entscheiden, welcher Weg der richtige für ihn selber ist. Ich für meinen Teil kann nur inspirieren und spreche daher in Artikeln auch immer in der 3. Person anstelle der direkten Anrede. Oh und ich bin auch sehr gespannt auf die Rucksäcke :) Liebe Grüße und bis bald, Ute

  6. Ein ganz toller und ehrlicher Beitrag. Oft liest man nur von dem einem Extrem. Aber ein Leben ohne Homebase kann ich mir nur schwer vorstellen, auch wenn ich das Reisen noch so sehr liebe und gerne und viel unterwegs bin. Mein Partner und ich konsumieren seit zwei Jahren viel bewusster, d.h. keine riesen Wohnung, wir kommen mit einem Auto aus, unsere Möbel haben wir teilweise kaum gebraucht von Freunden/Bekannten günstig bekommen. Von unserer Ausbildung her könnten wir uns Jobs in der Führungsebene suchen, aber nun kommen wir mit unseren „normalen“ Jobs gut aus, haben ein geringes Stresslevel und so genug Energie, um uns unseren eigenen Projekten widmen zu können. Vielleicht liegt eine Lösung wie so oft irgendwo in der Mitte.

    1. Hallo Sandra,
      das klingt super, vielen Dank für deinen Beitrag. Ich habe gerade aktuell in den letzten Wochen im Camper durch Nordeuropa auch wieder festgestellt, wie viel Stress wir uns selber machen mit Drängeln, Hupen, Maßregeln, Druck auf andere ausüben, weil es nicht schnell genug geht… andere Länder sind da viel entspannter und das empfand ich als sehr angenehm. Ich denke auch, dass die gesunde Mitte die beste Wahl ist – zumindest auf Dauer :) Viele liebe Grüße, Ute

  7. Klasse Bericht Ute!
    Da ich “nebenselbständig” seit ein paar Monaten meinen Reiseblog monetarisiere, denke ich schon lange über die Aufgabe des Wohnsitzes nach. Aber ich stimme mit Deinen Argumenten vollkommen überein, dies nicht anzustreben. Da bin ich später lieber gerne monatelang mit meinem Reisemobil unterwegs.

    1. Hi Volker,
      über das Thema Wohnsitz habe ich mir auch viele Gedanken gemacht, aber es macht wirklich keinen Sinn und bringt dich nicht wirklich weiter. Vor allem, wenn du mal aus der gesetzlichen Krankenkasse raus bist, ist es nicht so einfach dort wieder einzusteigen. Wenn du aus der Privaten raus möchtest, wird der Beitrag bei einem Wiedereinstieg sicher wesentlich höher sein und eine Anwartschaft kostet auch nicht gerade wenig. Ich habe meinen Krankenversicherungsbeitrag extrem nach unten geschraubt, habe dadurch sehr geringe Kosten und kann ihn jederzeit wieder – ohne erneute Gesundheitsprüfung – hochsetzen lassen. Wünsche dir eine schöne Zeit im Wohnmobil, viele Grüße!

  8. Toller Beitrag, viel Einblick mit leichtem Wandel der Vorstellungen und Bedürfnisse. Verständlich, alles andere wäre innerer Stillstand, würden die vielen Eindrücke auf Dauer nichts bewirken. Aussteigen sehen manche wie den einen Weg, wo gerade der ein endlos weites Gebiet sein kann… wovon will man aussteigen, wie lange und warum, oder wofür. Wo liegen meine Ansprüche, was ist mir unwichtig uvm. Einer mag viel von dieser Welt sehen, andere sich vieles davon ersparen. Doch wohl beide sehen hinter 8to17 eher wenig Leben. Menschen die hinter Funktionsexistenzen den freien Blick aufs Wesentliche besitzen. Denen Konsum nichts vorgaukeln kann, oder Luxus der keiner ist, sobald er immense Opfer in der grundsätzlichen Art zu existieren fordert. Für mich die Menschen der Zukunft, und enorm wichtig. Aussteiger von heute, machen anderen diese Einbahn, wie den goldenen Mittelweg von morgen, erst sichtbar. Eine schöne Zeit weiterhin :)

  9. Hey Ute, dein Artikel spricht mir aus dem Herzen! Ich war diesen Sommer 6Wochen mit meinem VW T4 zum Nordkap über (Schw, Fin.,Nor, Dän) gefahren und mache von dieser Aktivreise gerade im etwas Erholungssrlaub im Büro meines Arbeitgebers und meiner gemieteten Wochnung im schönen München :-).
    Ich habe relativ spontan beschlossen aus der Nordkapreise eine Transeuropatour mit 2 Etappen zu machen und werd ab dem 01.10 einmal durch ganz Europa zu fahren. Dann gehts 5Wochen durch Frankreich, Portugal, Spanien bis runter nach Tarifa/Gibraltar. Man lebt ja schließlich nicht zum Arbeiten. :-) Statt mit meinem Diplom und Master Karriere in der Wirtschaft zu machen plane ich liebder meine privaten Projekte / Reisen.
    Ich hatte auf meiner ersten Weltreise und anderen langen Reisen exakt auch dieses Gefühl wie du. Die grenzenlose Freiheit, besonders beim Campen auf unbestimmte Zeit ist auf Dauer auch richtig völlig erfüllend. Irgendwann möchte man auch wieder eine gewohnte Umgebung, eigenes Bett haben und vor allem die sozialen Kontakte pflegen.
    Ich würde es wie mit dem Wechsel von Sommer und Winter vergleichen. Auf lange Dauer immer nur Sommer mit heißen Temperaturen zu haben ist auch igrendwann monoton, anstrengend (so erlebt in 4 Monaten in Australien). Irgendwann freut man sich dann auch auf den bunten Herbst, weißen Winter. Die Natur verändert sich, man trägt andere Kleidung und isst andere Dinge etc..
    Beim Reisen ist es immer ein Erlebnis jeden Tag / Woche ein neues Land/Orte zu erkunden, aber es kann eben auch zur Gewohnheit werden und so seinen Reiz verlieren wenn man es zu lang macht, wie auch bei jedem Traumjob. Ich finde durch die eigene Wohnung/Zimmer/WG oder Anderes in der Heimat hat man einfach einen wichtigen Rückzugsort, um Geld, Kraft auf zu tanken und neue Abenteuer zu planen. Man weiß viele Annehmlichkeiten wie z.B. eine warme Dusche, deutsches, köstliches Vollkornbrot erst Zuhause wieder zu schätzen, regelrecht zu genießen, weil man sie während des Reisens nicht hatte.

    Andererseits freut man sich nach einer gewissen Zeit in der Heimat dann auch wieder auf die nächste Tour und damit verbundene Freiheit, Unabhängikeit, neue Bekanntschaften. Mein Job ist sozusagen nur ein Brückenjob zwischen den Reisen, um die Reisen zu finanzieren, neue Ziele zu planen, Batterien, Kraft zu tanken, denn Reisen ist auf Dauer auch anstrengendn. Ich habe auf der Welt schon viele alternative Lebensmodelle kennengelernt und bin immer wieder beeindruckt mit wie wenig man leben, reisen kann und trotz Homebase viel reisen kann. z.B. ein Paar arbeitete in der Hauptsaison als Tauchlehrer und reise den Rest des Jahres.
    Viel wichtiger als die Homebase oder keine ist jedoch das einen das Träume verwirkliichen und viele Reisen SEHR zum positiven verändert, prägt und die Erkenntnis was wirklich wichtig ist im Leben! Es ist VIEL weniger als viele denken! :-)

    1. Hi Vinzenz,
      superklasse, vielen Dank für diesen passenden Einblick :) Ein “Brückenjob” zwischen den Reisen hört sich nach einer extrem guten Lösung an und kann dich nur beglückwünschen, einen so guten Mittelweg gefunden zu haben. Wünsche dir weiterhin viel Spaß auf Reisen – und Zwischendurch-Arbeiten, lG Ute

  10. Hallo Ute,

    ich war zuletzt 7 Jahre lang immer wieder mehrere Monate am Stück im Ausland, hatte dabei auch eine Phase von 1,5 Jahren, in denen ich keine eigene Wohnung in Deutschland hatte, weil ich schlicht “zu viel” im Ausland war. Aber ich schätze es inzwischen, nach einer langen Zeit unterwegs wieder in meine eigenen vier Wände zurück zu kehren. Nach Monaten des Jeden-Tag-woanders-Schlafens endlich wieder dort zu schlafen, wo man weiß, wo alles steht. Wo man weiß, dass alles das Eigene ist. Wieder in den eigenen Möbelen zu sitzen, im eigenen Bett zu schlafen, den Schrank zu haben, in den die Klamotten gehören (statt nur aus dem Koffer zu leben), ein Bad für sich zu haben. Vor allem: den ganz eigenen Rückzugsort zu haben und für sich zu sein. Natürlich kostet es, eine Wohnung mehrere Monate ungenutzt zu lassen. Aber immer wieder umzuziehen, kostet auch. Und in den eigenen 4 Wänden zu sein, statt irgendwo Gast zu sein oder mit anderen eine Wohnung zu teilen, ist viel Wert. Zumindest für mich, die zuletzt als Student in WGs lebte und die Nase anschließend davon voll hatte ;-). Es kommt aber auch darauf an, was man unterwegs macht. Ich war größtenteils beruflich im Ausland und wollte dann einfach meine Menschen-Ruhe, wenn ich wieder in Dtl war – zumindest für eine Weile :-). Mein Eindruck ist auch: Je älter ich werde, um so wichtiger ist mir dieser eigene, mein Rückzugsort. Und wer viel auf Reisen ist und gelernt und erlebt hat, wie bereichernd es ist, mit wenig zu leben (Stichwort: Wieviel Luxus brauche ich?), der kann seinen Rückzugsort, seine eigenen 4 Wände in einem Rahmen halten, die man auch mal ein paar Monate ungenutzt lassen kann.
    Ich denke, das alles wird einem aber auch erst bewusst(er), wenn man länger weg und unterwegs ist; mehr als das klassische Jahr. Insofern ist es immer wieder spannend, deine Wandlung mitzuverfolgen :-).

    Liebe Grüße
    Monique

    1. Hi Monique,
      denke auch, dass dieses Thema viel mit dem Alter und natürlich auch den Lebensumständen allgemein zu tun hat. Daher vielen Dank für diesen ausführlichen Einblick in deine Entwicklung!! Viele Grüße und bis bald – mit neuen Erfahrungen :) Liebe Grüße zurück, Ute

  11. Ich spiele schon lange mit dem Gedanken, die klassische Wohnung hinter mir zu lassen, um mich von diesem künstlichen Konstrukt zu befreien, das mich manchmal einzwängt.

    Noch habe ich den Schritt aber nicht gewagt, weil mir dazu einfach der Mut fehlt, den es dafür braucht.

    1. Hallo liebe Sabrina,
      bei mir war der Druck damals so groß, dass der Schritt nicht mehr so viel Überwindung gekostet hat. Höre auf dein Herz und mach nur das, was sich gut für dich anfühlt. Viele Grüße und viel Erfolg! Ute

  12. Hallo Ute,

    ich bin gerade genau am anderen Ende der Skala. Vor wenigen Wochen habe ich meinen wenigen Besitzt nicht nur weiter reduziert, sondern auch konzentriert. Dass meine Besitztümer über mehrere Orte verteilt waren, hat mich so viel Zeit, Energie und Aufmerksamkeit gekostet, dass sich das überhaupt nicht für mich lohnt. Das Leben aus dem Rucksack bietet mir die meiste Flexibilität. Andererseits bin ich auch nicht 24/7 unterwegs, sondern verweile zumindest ein paar Wochen an einem Ort, bevor es weiter geht.

    Dadurch, dass ich alle paar Monate umziehe, nützt mir ein “fester” Wohnsitz nicht wirklich. Eher bereitet er mir mehr Umstände durch das stetige Ummelden. Was bin ich froh, wenn ich mich (hoffentlich) bald aus Deutschland abmelden kann!

    Was die Zukunft anbelangt, lasse ich mich wie du auf das ein, was kommt!

    Alles Liebe,
    Philipp

  13. Hallo Ute,

    lieben Dank für deinen Beitrag. Ja, wohnen in Deutschland ist teuer. Ich habe mich dazu entschlossen, mir zwei kleine (um die 40 qm) ETWs zu kaufen, in unterschiedlichen Großstädten. Die eine ist vermietet, die andere kann ich als Homebase benutzen. Und wenn ich dann Lust auf die andere Stadt habe, kann ich meine kleine Wohnung möbliert vermieten. Das Hausgeld ist bei kleinen ETWs auch überschaubar.

    Das mit den Freunden und der sozialen Eingebundenheit habe ich bei mir untersschätzt, als ich ständig auf Reisen war. Ja, es gibt Skype usw., aber das sind eben doch nur mittelbare Medien und ersetzt m.M. nicht den direkten Kontakt. Eigentlich brauche ich gar nicht soviel Kontakt und bin sehr gerne alleine. Aber – und das ist es wohl – ich KÖNNTE mich jederzeit treffen und tue das auch regelmäßig, wenn ich zu Hause bin.

    Alles Liebe
    Petra

  14. Hey Ute,

    ich finde es mutig, aber richtig, dass Du diesen Schritt gegangen bist. Es ist unglaublich wie viele Fixkosten man sich aufhalst und damit dann schon fast gezwungen ist, den herkömmlichen Weg mit einer 40 Stunde Woche zu gehen. Wenn man aber mal einen großen Schritt zurückmacht und das Leben auf seine Grundlagen herunterbricht, stellt man schnell fest, dass man viele der materiellen Dingen nicht braucht, das man sehr verschwenderisch und rücksichtslos lebt und das ganze obendrein noch mit der eigenen Freizeit bezahlen muss.
    Ich selbst habe vor 3 Jahren meinen Job gekündigt und bin für fast ein Jahr durch die Welt gereist. Und auch nach meiner Rückkehr war es für mich noch klarer: Ich möchte komplett über mein eigenes Leben bestimmen und nicht jede Woche 40 Stunden meines Lebens für den Unterhalt von Dingen eintauschen, die ich gar nicht wirklich brauche.

    LG,

    1. Hallo Alexander,
      Danke für deinen Erfahrungsbericht! Für mich ist es nach wie vor ein großes Experiment, den für mich stimmigen Mittelweg zu finden. Es hat sich so vieles verändert in dieser Zeit, dass ich mich ständig neu anpassen und reorganisieren muss. Für mich sind es mittlerweile gar nicht mehr so die Anzahl der Stunden, sondern dass man sich zum Zeitpunkt X die Freiheit nehmen kann, an einem Tag mal nicht arbeiten zu müssen oder einfach mal wegfahren zu können – ohne, dass einen die Verpflichtungen zu Hause erdrücken. Viele Grüße und dir weiterhin viel Erfolg auf deinem Weg, Ute

  15. Hallo Ute, mich würde interessieren was gegen das Dauercamping gesprochen hat. Ganzjährige Plätze gibts ja und vom Preis ist das unschlagbar. Auch kann man einfach jederzeit weiterziehen wenn die Nachbarn nicht gefallen.
    War es die Unbequemlichkeit im Winter?
    Ich selbst hab übrigens solange gearbeitet bis ich genug hatte dass es bis zur Rente locker reicht und geniesse nun meine Freiheit.
    Grüsse
    Joe

    1. Hallo Joe,
      für mich kommt das Dauerreisen (zumindest alleine) generell nicht in Frage, weil es mich einfach zu wenig erfüllt. Aber ich freue mich schon wieder auf den nächsten Trip – mit viel Vorfreude und Energie. Aber Kompliment an dich, dass du es geschafft hast, vor der Rente auszusteigen, Glückwunsch! Wenn du Tipps dazu hast, immer her damit :) Viele Grüße und weiterhin viel Spaß auf Reisen, Ute

  16. Liebe Ute,
    ein interessanter Artikel… Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass die teurere Wohnung eine große Belastung sein kann. Nach der Trennung von meinem Ex-Mann vor 4 Jahren musste ich alleine 1300 € für eine komfortable Wohnung zahlen. Das ist viel, wenn man ein Normalverdiener ist und gefährlich, wenn man selbständig ist. Heute bin ich froh, dass die Umsätze meiner Firma zurückgegangen sind und ich die teure Wohnung aufgeben musste. Ich wohne jetzt günstig bei meinem neuen Lebenspartner, muss mir keine Sorgen machen, was morgen ist und genieße viel Freizeit. Mittlerweile ist mir das Zuhause nicht wichtig. Was die Einrichtung und die Pflege betrifft, soll es minimalistisch sein. Meine Zeit und mein Geld gebe ich lieber für Sachen aus, die mich glücklich machen – die Reisen und Outdoor-Touren. Das Leben ist viel zu kurz, um in der Freizeit zu Hause zu sitzen, das Haus zu dekorieren und zu kochen.
    Immer wieder habe ich gedacht, dass es schön wäre, keine Lästigen Verpflichtungen wie Putzen, Aufräumen und Kochen zu haben, in einem Wohnmobil zu wohnen und viel reisen zu können (das ist für mich jedoch nicht möglich, weil ich einen 10-jährigen Sohn habe). Mittlerweile verstehe ich, dass das Zuhause auch was Schönes ist. Im Sommer haben wir mit meinem Freund auf einem Gipfel übernachtet und leider Pech mit dem Wetter (Regen) gehabt. Es war schon ein Abenteuer, aber in der Nacht ist es mir bewusst geworden, wie glücklich ich bin, dass ich ein gemütliches Bettchen habe.
    Ich denke, wenn man beides haben möchte (viel Freizeit und das eigene Zuhause), muss man einen Weg finden, dass die Miete nicht teuer ist. Eine Luxuswohnung oder eine Wohnung im Zentrum einer Großstadt wie München kommen daher nicht in Frage. Früher habe ich 10 Jahre in München gewohnt und bin sehr glücklich, dass ich jetzt in einer kleinen und ruhigen Stadt wohne. Wenn man selbständig im Home-Office arbeitet, ist man doch unabhängig und kann den Wohnort dort suchen, wo die Mieten günstig sind. Was die Versicherungen betrifft brauche ich außer der Krankenversicherung nicht so viel. Als Altersvorsorge sind, meiner Meinung nach, die Immobilien am besten. Mein Ziel ist auch, möglichst lange im Alter gesund und fit zu bleiben sowie Geld damit zu verdienen, was Spaß macht, also gar nicht in die Rente gehen wollen. Ansonsten kann man sich nicht gegen alles versichern…
    Liebe Grüße
    Iwona

    1. Hallo liebe Iwona,
      am anderen Ufer ist das Gras immer grüner, merke ich des Öfteren. Hat man das eine und das andere nicht mehr, wird das, was man nicht mehr hat, eventuell doch wieder interessant. So wird es zumindest nicht langweilig. Es ist nicht leicht, sein Leben so zu gestalten, dass alles passt, weil man nicht immer alles in der Hand hat. Vielen Dank für deinen tollen Erfahrungsbericht und alles Gute für dich! Ute

  17. Das klingt ja alles sehr “durchorganisiert” aber ich kann mir das nur bis zu einem gewissen Alter vorstellen oder max für 3 Wochen! Da wärs ja mal lustig mit guten Freunden auszuprobieren! Die Detailinfo dafür von dir ist viel wert. Vielen Dank ! LG gerda

    1. Hallo Gerda,
      das “Durchorganisierte” ergibt sich immer erst später, wenn man den roten Faden dann gefunden hat. Vorher ist das meiste Ausprobieren und Jonglieren. Für mich ist diese Lösung wie gesagt auch nicht das Non plus Ultra, aber es passt in die jetzige Situation. Liebe Grüße zurück, Ute

  18. Das ist mal ein sehr schöner Artikel zu dem Thema, der auch die Schattenseiten aufführt. Sonst hat man ja immer nur das Gefühl, dass man sein Leben verpasst, wenn man eine feste Wohnung hat, aber du erklärst das hier alles sehr schön. Danke. Die vielen Berichte haben mich schon dazu veranlasst, nicht mehr nur Urlaub im Wellnesshotel Tirol zu machen. Diesen Sommer war ich mit meinem Partner in Irland wandern, von Herberge zu Herberge. Super schön und eine tolle Erfahrung. :)

    LG Dani

  19. Hi Ute!
    du hast recht mit allem was Du schreibst und hast ales bestens reflektiert. Wir finden uns in fast allem wieder. Wir sind einen etwas anderen Weg gegangen und haben vor über 10 Jahren die Firma verkauft, sind mit einem Caravan durch Europa getourt. Sollte zuerst nur ein Jahr werden…das war 2005. Wir haben für uns vor drei Jahren die Ideale Lösung auf einem Segelboot gefunden. Heimathafen Südfrankreich. Nicht teurer als Camping, nette Leute im Hafen und das benötigte soziale Umfeld. Wenn man möchte kann man fast überall kostenlos ankern, ohne verscheucht zu werden, doch wir ziehen Hafen vor (11m Segler/400€ mtl) Nähe St.Tropez)
    Uns fehlt eine Wohnung nicht. Unsere Basis ist das geliebte Boot und der Hafen.
    Jürgen & Ellen

    1. Hallo ihr Zwei,
      ich freue mich immer sehr über Beiträge, die auch über einen etwas anderen Lebensstil berichten. Hört sich jedenfalls klasse an, Danke für euren Beitrag! Viele Grüße aus Deutschland, Ute

  20. Hi,
    ich bin gerade durch Zufall auf diesen Blog gestoßen und bin wirklich begeistert.
    Diesen Schritt zu wagen war sicher nicht leicht. Aber wie du darüber berichtest, da bekommt man schon etwas Neid. Diese Freiheit. Diese Ruhe…
    Ich werde jetzt öfter vorbeischauen.
    Alles Gute auf dem weiteren Weg :)
    Jörn

    1. Hi Jörn,
      vielen Dank für deinen Kommentar und das Kompliment! Ich habe tatsächlich 3 Anläufe für diesen Schritt gebraucht, der dann dafür umso klarer war – auch in der Umsetzung. Freiheit und Ruhe ist tatsächlich toll, allerdings auch nicht in der Extreme :)
      Viele Grüße zurück
      Ute

  21. Ach, Du sprichst mir wie so oft aus der Seele!! Auch wir wissen nicht so recht wo wir dauerhaft übernachten sollen wenn wir mal nicht unterwegs sind, sondern in Deutschland. Freunde und Familie sind zwar immer eine erste Anlaufstelle, aber falls wir mal mehrer Monate bleiben ist das auch keine Lösung. Auch wir überlegen uns einen VW-Bus zu kaufen, denn dann hat man wirklich überall sein kleines Reich – mal schauen. :)

    1. Hallo liebe Anne,
      wie du weißt, bin ich ja begeisterte VW-Bus-Besitzerin und kann diese Art zu reisen nur empfehlen. Ich hoffe, ihr seid inzwischen weitergekommen mit euren Planungen und happy unterwegs!
      Viele liebe Grüße, Ue

  22. Bei mir steht die Anschlussfinanzierung für mein Haus an. Da die Preise aktuell sehr hoch sind, könnte ich durch den Verkauf eine größere Summe als Startkapital erzielen. Bei meinem Arbeitgeber könnte ich mich 6 Monate bis 8 Jahre freistellen lassen.
    Da ich obendrein ohne Anhang bin, könnte ich eigentlich loslegen und mal schauen was geht? Mit 47 bin ich zwischen Bast und Borke. Wer weiß, wie lange man überhaupt lebt? Schlimmstenfalls müsste ich mit 55 wieder bei VW arbeiten in einem etwas “schlechteren” Job. Und meine Altersversorgung in Form von mietfreiem wohnen wäre dahin… Gesetz den Fall ich erlebe die Rente. Auch wenn ich momentan sehr unzufrieden mit meinen persönlichen Lebensumständen bin, leicht ist so eine Entscheidung leider nicht. Ein “bisschen” was würde ich ja auch opfern müssen. Das Haus und einen guten/angenehmen Job.
    Vorteil: Ich könnte 5-6 Jahre GUT ohne Arbeit leben… Schwierige Entscheidung.
    Ps: Deine Artikel sind sehr gut und authentisch geschrieben.

    1. Hallo Stefan,
      Danke für deine Offenheit! Für diesen Schritt in die “Freiheit” muss man sich tatsächlich von einigem Materiellen und auch Klischees, Ängsten, Bedenken und Zweifeln lösen. Meine anfänglichen Zweifel haben sich zum Beispiel nicht ansatzweise bestätigt. Es geht hierbei viel um’s Loslassen und der Weg ins Ungewisse, bei dem man den Ausgang nicht kennt und nicht Jedermanns Sache ist :) Es hört sich vielleicht blöd an, aber es hilft hier tatsächlich zu lernen, auf sein Herz zu hören. Wenn einen die Sehnsucht nach etwas packt, sollte man sich mehr mit ihr beschäftigen und überlegen, wie man diesem Begehren nachkommen kann.
      Wünsche dir viel Erfolg dabei, viele Grüße!
      Ute

  23. Spätestens wenn man anfängt sich materiell zu belohnen, für Alltagsstress, für ungeliebte Arbeit, für den alltäglichen Trott. Wenn man Dinge kauft an denen man in kürzester Zeit das Interesse verliert. Dann denkt man über Veränderungen nach. War das alles? Da muss doch noch was kommen im Leben. Und doch ist da die Angst vor diesem Schritt. Als Single ist es natürlich leichter einen Cutt zu machen, Dinge in kurzer Zeit zu ändern. Oft wissen wir garnicht was wir wollen, was uns fehlt. Wir spüren nur das etwas nicht gut läuft, wir uns schlecht fühlen, ein Tapetenwechsel nötig ist. Für manche mag genau das ausreichend sein. Eine Wand streichen, ein neues Sofa.
    Für meine große Weltreise fehlt mir im Moment immer noch der Mut aber ich bin auf dem Weg. Ich habe angefangen mich von Dingen zu trennen. Es ist ungeheuer befriedigend festzustellen das man Dinge nicht braucht. Die Schubladen und Schränke sind voll von vergessenen und nicht genutzten Dingen. Und wie du auch selbst festgestellt hast, vieles in unserem Besitz, vermeintlich wertvolle und teuer erstandene interessiert keinen Menschen. Man bekommt zwangsweise eine neue Sicht auf den Wert der Dinge. Es ist ein gutes Training loszulassen, erst von Dingen, dann von Gewohnheiten und dann vieleicht von Sicherheit. Das was uns das Gefühl von Sicherheit gibt. Danke für deinen Mut der Mut macht. Diese vermeintliche Sicherheit, die gleichzeitig so fesselnd ist aufzugeben im Tausch gegen die atemberaubende Freiheit zu spüren am Leben zu sein.

    1. Hi Tom,
      vielen Dank für den Einblick in deinen “Stand der Dinge” – wahrscheinlich bist du inzwischen noch ein paar Schritte weiter. Jedenfalls super, dass du dir eine Weltreise vorgenommen hast – das ist eine wunderschöne und unvergessliche Erfahrung. Kannst dich ja nochmals melden, wenn es soweit ist – oder währenddessen – und über deine Eindrücke vom Loslassen und Losreisen berichten :)
      Viele Grüße und toi toi toi für eine gelungene Umsetzung
      Ute

  24. Hallo,

    das klingt ja alles schön und gut… aber egal welchen Blog man liest.. es kommt nie die Antwort wie die Firma denn bitte geführt wird? Wenn man als Reisender ein Laptop Business hat muss man auch eine Firma haben. Und ohne festen Wohnsitz ist das nicht möglich, so scheint es mir sonst würde ja mal erklärt wie es funktioniert!

    1. Lieber Christian,
      ich würde mich freuen, wenn du den Artikel nochmals und dann vollständig lesen würdest – besonders den Teil mit der Überschrift “Leben ohne Wohnsitz?” und der darauf folgenden Antwort “Nein.” – das hilft dir sicher.
      Viel Freude beim Lesen
      Ute

  25. Vielen Dank für so einen ehrlichen Beitrag, sehr schön geschrieben. Oft wird das Leben unterwegs in den Medien romantisiert, was unrealistische Erwartungen erzeugt, also ist es interessant, die andere Seite, nicht so schöne Aspekte zu erfahren. Dein Blog ist wirklich toll :)

    Liebe Grüße
    Lauryna

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