Heute möchte ich einmal einen Einblick in die skurrile Welt des Lebens in der Öffentlichkeit geben. Wie es begann: Seitdem ich vor 2 1/2 Jahren von meiner Weltreise zurück nach Deutschland gekommen bin, interessiere ich mich für das, was mein Leben ausmacht. Wo ich hin will und warum ich hier auf diesem Planeten bin. Ich hatte nur noch wenig Erspartes, wollte aber nicht mehr viel arbeiten und habe somit mit wenig Geld und ohne eigene Wohnung ein für mich vollkommen zufriedenstellendes Leben geführt. Man könnte sogar sagen ein reiches Leben, denn Zeit ist unbezahlbar!

Wenn man viel Zeit hat und diese nicht mit Schlafen oder Rumlungern verplempert, kommt man auf kurz oder lang ans Lesen. Irgendwann sind auch alle interessanten Filme gesehen, wodurch sich zwangsläufig bislang unbeliebtere Dokumentationen aufzwingen. Auch die Spaziergänge mit Hund werden mit der Zeit langatmig, wodurch man auf die Idee kommt, sich Hörbücher während dieser drei Stunden täglich einzuverleiben. Lange Rede, kurzer Sinn: Man erlangt eine Menge an Wissen und das teilweise über Themen, vor denen man vorher gern die Augen verschlossen hat.

Was habe ich mit diesem Wissen gemacht? Ich habe mein Leben in vielen Bereich komplett umgestellt. Es begann damit, dass ich nicht mehr konsumgesteuert oder frustriert durch Geschäfte geistern musste, um anderen mit Kleidung oder anderem Kram beweisen zu müssen, dass ich vermeintlich etwas Besonderes bin oder Kohle habe. Meine Einkäufe finden größtenteils im Biomarkt statt, meinen Plastikverbrauch habe ich deutlich reduziert, ich verbrauche wenig Strom, wasche nur alle 1-2 Wochen im Waschsalon, nehme fast täglich an Petitionen teil und was weiß ich nicht was.

Wen wundert’s also, dass kaum jemand darüber schreibt?

Seit Anfang 2017 hatte ich mich dann entschlossen, kein Fleisch mehr zu essen. Vor einem halben Jahr bin ich auf eine gänzlich vegane Lebensweise umgestiegen (die Story dazu gibt es hier). Mit dem Film Earthlings hatte es begonnen, danach folgten weitere Dokus und Bücher zu dem Thema, nach denen ich die Welt und unser gesellschaftliches Handeln noch viel weniger verstehe als vorher. Wie dem auch sei, ich versuche für Tiere und Umwelt meinen Beitrag zu leisten und dabei macht es mich einfach glücklich, weniger Schaden anzurichten.

Natürlich schrieb ich weiterhin wie gehabt über die Entwicklungen und Erfahrungen meiner Lebensweise jenseits des klassischen Alltags, den die meisten Menschen hierzulande leben. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, Menschen (völlig kosten- und fast werbefrei) zu inspirieren, ihren eigenen Weg zu finden und das zu machen, wozu sie wirklich Lust haben und dass sie das schaffen können. Ich bin ein ganz normaler Mensch wie jede/r andere auch und das sollte an sich eigentlich schon Ansporn genug sein.

Allerdings hat sich etwas verändert: Für viele Leser habe ich durch meinen Weg der bewussteren Lebensform den ultimativen Heiligenschein aufgesetzt bekommen. Während meiner gesamten Weltreise beispielsweise mit zahlreichen Langstrecken-Flügen gab es kein einziges Mal Kritik in Bezug auf die Umweltbelastung. Nein, die Kritik kommt jetzt, wo ich mich als eine der wenigen, bekannteren Reiseblogger dafür stark mache, weniger zu fliegen, mehr auf Umwelt und Tiere zu achten und sich einfach bewusster zu verhalten. Es ist ein extrem unbeliebtes Thema, aber ich mache es trotzdem.

Hier einmal zwei klassische, in diesem Fall milde Kommentare als Beispiel:

Beispiel 1: Fliegen, Flugzeug und Flughafen

Fliegen ist unter Umweltgesichtspunkten bekanntlich ein totales No Go. Mit nur einer einzigen Reise nach Bali verbrät man gleich 3 1/2 x mehr CO2 im Jahr als es lt. Berechnung pro Person erlaubt wäre – ohne auch nur irgendetwas anderes gegessen, konsumiert oder sonstiges getan zu haben! Trotz meines Berufes habe ich mich dazu entschlossen, im Jahr nur 1-2x zu fliegen. Zudem kompensiere ich meine Flüge über eine Spende an Atmosfair. Das macht es zwar nicht wirklich besser, denn Nicht-Fliegen wäre sicher die beste Variante – aber das ist eben mein Beitrag.

Hier nun zum Kritikpunkt: Eine Leserin schreibt mir über Instagram eine Nachricht, weil sie sich an zwei Fotos aus meinen Instagram Stories stört. Hinweis: Diese Fotos sind nicht dauerhaft sichtbar, sondern nur 24 Stunden – danach werden sie automatisch gelöscht.

Nachhaltig reisen und fliegen - Reiseblog BravebirdSeitdem ich solche und ähnliche Kommentare erhalte, frage ich interessiert nach. Warum schreibt sie mir und nicht denjenigen, die als Vielreisende und Influencer auf ganz massive Weise der Umwelt schaden? Nach eigenen Angaben möchte sie Vielflieger bekehren. Die Leserin folgt mehr als 900 Instagram-Accounts, dazu zählen viele der Vielflieger-Blogger. Auf meine Frage, ob sie diese denn auch schon einmal angeschrieben hat in Sachen Nachhaltigkeit, stellt sich heraus, dass sie bisher nur mich angeschrieben hat. Oookay!

Beispiel 2: Vegan und Einwegartikel

Sobald man vegan lebt, rutscht man automatisch in eine unfassbar nervige Rechtfertigungs-Maschinerie hinein. Obwohl es eigentlich die Konsumenten der tierischen Produkte sein müssten, ist das aber hier auf kuriose Weise anders. Somit auch in diesem Fall: Ich sitze in einem Café in Südfrankreich und poste – wieder in den Instagram Stories für 24 Stunden sichtbar – eine Momentaufnahme mit einem Cappuccino.

Wohlweislich schreibe ich dazu, was abgebildet ist: Mein Portemonnaie aus Kunstleder (selbst bezahlt) und mein Cappuccino (mit Soja-Milch). »Ist ja total krank, das auf diese Weise tun zu müssen.« schießt es mir durch den Kopf, wonach sich ein »Hey, es ist mir wichtig zu zeigen, wie wohl ich mich ohne tierische Produkte fühle« anschließt. Also poste ich das Foto für die nächsten 24 Stunden auf Instagram. Aber die Infos reichten nicht aus, denn es folgte der Kommentar einer Leserin:

Tja, da hätte ich wahrscheinlich noch die Vor- und Nachgeschichte zur Berechtigung des Pappbechers erwähnen müssen, aber why the hell soll ich mich für alles rechtfertigen? Zurück zur Leserin: Auch sie hat noch nie einen anderen Blogger auf sein umweltschädliches Treiben angesprochen. Sie erwähnt zudem, dass man als Blogger eine gewisse Vorbildfunktion habe.

Beim Blick in ihren Instagram-Account, in dem sie sich als Bloggerin ausweist, sehe ich zwei Fotos auf einer Karibikinsel, jeweils mit Plastikbecher im Sand steckend. Ein Foto trägt den Titel »Life is good«. Als ich nachfrage, schreibt sie »Ja, ich bin auch nicht perfekt. Aber ansonsten versuche ich seit mehr als drei Jahren auf Plastik zu verzichten.« Die Fotos hat sie dennoch danach nicht gelöscht.

Mit Bedauern habe ich bereits vor drei Jahren bei einer der erfolgreichsten und bekanntesten Lifestyle-Bloggerinnen Daria Daria lesen müssen, dass sie es satt hatte, ständig kritisiert zu werden (Artikel: Ich bin ein naives Dummchen). Letztendlich hat sie es aufgegeben. Da wurde mal eben eine echte Trendsetterin in Sachen Veganismus, fairer Mode und sozialem Engagement verbal vernichtet, weil sie in den Augen vieler nicht dem Vorbild entsprach, das sie gerne gehabt hätten. Wahnsinn!

Das Phänomen des Bashings kann man auch an unzähligen anderen Stellen beobachten: Tierschutz-Organisationen, Schauspieler, Autoren – alle, die sich für etwas Positives und Gutes einsetzen, stehen unter besonderer Beobachtung. Die aber, denen ohnehin alles egal ist und eben dem gewöhnlichen Leben der Masse entsprechen, werden geliebt und gefeiert. Sie können auch alles kommerzialisieren, denn hier ist ja schließlich alles stimmig.

Treffend schreibt Hannes Jaenicke in seinem Buch »Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche« dazu: Jeder, der aus der Masse ausschert, wird argwöhnisch beäugt und angefeindet, verleumdet, beneidet – vor allem, wenn er es selbstbewusst, zuversichtlich und erfolgreich tut. Und wenn er nicht reumütig zurück in die Herde einschert, wird er runtergezogen und fertig gemacht. Es ist wie beim Heckenschneiden: Was oben rausguckt, wird abgeschnitten!

80 Prozent der täglichen Gedanken sind negativ - Reiseblog Bravebird

Solltest du diesen Artikel als Antwort auf deine Kritik an mich von mir übermittelt bekommen haben – denn zukünftig werde ich auf Kommentare dieser Art nicht mehr reagieren -, möchte ich dir gerne folgende Gedanken ans Herz legen:

1. Deine Kritik ist DEIN Thema – nicht das Thema des anderen!

Du liest oder siehst etwas, das nicht deinen Vorstellungen entspricht und reagierst darauf. Im Grunde teilst du dem anderen also mit, wie deine Erwartungen an ein Vorbild aussehen und wie es aus deiner Sicht besser gemacht werden sollte. In erster Linie hast du bei einem anderen nur etwas beobachtet, das dich persönlich stört. Frage dich, warum es dich so tangiert. Meist handelt es sich hierbei um ein Schattenthema, das sich bei dir meldet, es aber auf den anderen projizierst. Dahlke beschreibt es treffend: Wenn du einen störenden Mitesser in deinem Gesicht siehst, musst du ihn auch in deinem Gesicht ausdrücken und nicht auf dem Spiegel.

Wenn also dein Kritiker nach Gerechtigkeit schreit, frage dich selbst erst einmal, welches Bedürfnis du dir damit erfüllen möchtest. Wenn du es für dich erkennst, brauchst du den anderen damit nicht zu belasten, sondern kannst dich selbst um deine eigene Bedürfnisbefriedigung kümmern. Oft ist genau das – was wir an einem anderen nicht mögen oder verurteilen – das, was wir uns selbst nicht erlauben. Nur Tatsache ist und bleibt: Das dich störende Verhalten eines anderen ist nicht sein Problem, es ist deins!

2. Du handelst nicht effizient!

Grundsätzlich ist es super, wenn Menschen kritisch sind und nicht einfach alles hinnehmen, was ihnen aufgetischt wird. Nur stellt einem der Verstand hierbei gern böse Fallen, die einen nicht nur unnötig Zeit kosten, sondern auch oft an der falschen Stelle landen. Was könnte man also aktiv tun, wenn man sich für umweltbewusstes Reisen, Veganismus, weniger Plastik- und Einwegartikel oder ein anderes gutes Thema einsetzen möchte? Natürlich selbst danach leben, aber was noch?

Wer sich nur eine Zeitlang mal mit den globalen Problemen in Sachen Umwelt beschäftigt, wird schnell feststellen, dass das Verhalten des einzelnen Individuums zwar durchaus wichtig ist – aber am Ende ist man gegen die mächtigen Konzerne nur ein winziges Staubkörnchen. Daher macht es Sinn, nach Größenordnungen und Multiplikatoren zu gehen: Zum Beispiel an allen möglichen Petitionen namhafter Organisationen mitwirken, die bei Politik & Co. tatsächlich etwas bewegen können. Oder Start-Ups auf seinen sozialen Kanälen featuren, die innovative Projekte planen.

Wenn du in einem Supermarkt etwas Verbesserungsbedürftiges beobachtest, schreib’ ihn an und frage, ob es da nicht eine bessere Möglichkeit gäbe. Wenn dich das Müllproblem in deiner Stadt stört, schreib’ deine Stadt oder die Kommunalparteien an und frage, was da geplant ist. Wenn du dich an den Vielfliegern störst, schreibe sie freundlich an. Diejenigen anzuschreiben, die sich ohnehin bereits mit dem Thema beschäftigen, ist jedenfalls mit Abstand die ineffektivste und destruktivste Aktion.

3. Du verlierst eine Menge Karma-Punkte!

Wenn du jemand anderen kritisierst, befindest du dich im Mangel. Dem Verstand geht es in der Regel darum, das Gewissen zu beruhigen, das Gerechtigkeitsempfinden in Einklang zu bringen oder den anderen herabzusetzen, damit sich der eigene Neid ebenfalls reduzieren kann. Mit deiner Aktion schadest du nicht nur dir selbst, sondern auch dem anderen, weshalb du gleich doppelten Mangel auslöst. Hier ein paar Tipps für weniger Neid.

Das Problem: Mangel zieht Mangel an. Viele sind in der Situation gefangen, dass sich ihr Leben schlecht anfühlt und sie in ihrem eigenen Mitleid baden. Mangel und Fülle können wir allerdings größtenteils selbst bestimmen. Wenn ich nur permanent im Mangel stecke und ihn schlimmstenfalls auch noch an andere weitergebe, wird mein Leben ganz sicher nicht durch ein Wunder in Fülle umschlagen. Wenn du Fülle willst, lebe sie und gib sie an andere weiter. Probier’s aus, es funktioniert wirklich. Eine kleine Hilfestellung findest du in »Wie deine Worte dein Leben gestalten«.

4. Werde selbst ein Vorbild, wenn andere es scheinbar nicht schaffen!

Über andere meckern und herziehen ist bekanntlich leicht. Die bierbäuchigen Fußballfans wissen immer besser als die Profis, wie Fußball wirklich funktioniert. Gleiches gilt für die Politik und andere Bereiche. Mosern und Jammern ist nicht nur ebenfalls eine negative Eigenschaft, sondern es bringt auch einfach nichts. Was spräche also dagegen die Ärmel hochzukrempeln, das Thema selbst anzupacken und genau das Vorbild zu werden, das man sich von anderen immer gewünscht hat?

Sobald man jemandem die Frage stellt, der vorher noch lauthals Kritik geschrien hat, warum er denn nicht selbst loslegt, wird es plötzlich still. Da müsste man sich ja in den Mittelpunkt stellen und sich möglicherweise selbst ungerechtfertigter Kritik aussetzen. Man müsste sich umstellen und idealistisch leben. Nein, das ist und war nie das Ziel. Aber wer oder was gibt jemandem eigentlich das Recht, einen anderen Menschen zu verurteilen?

Wenn jemand schlechte Gefühle in dir auslöst, weil er die Welt ein bisschen besser machen möchte, mache dir bewusst: Er ist nicht verantwortlich für dein schlechtes Gewissen, wenn du dich nicht umweltbewusst ernähren oder verhalten kannst oder willst. Er ist ebenso nicht verantwortlich für deine schlechte Laune, deine eigene Unzufriedenheit oder etwas anderes, das deine kritische Stimmung ausgelöst hat.

Kürzlich habe ich auf meinem anderen Blog einen Artikel über das Leben nach dem Herzen geschrieben. Es haben mich viele gefragt, warum ich denn extra einen zweiten Blog eingerichtet habe und meine Beiträge nicht einfach in diesen hier integriere. Meine Antwort war immer spontan: Vielleicht will ich irgendwann nicht mehr reisen, dafür aber leben. Auch die Frage, warum ich den Blog CAQTUS genannt habe, konnte ich mir erst nicht so genau erklären. Heute weiß ich, dass man sich von dieser Pflanze einiges abschauen kann, wenn man sein Ziel hartnäckig verfolgen will: Man braucht Ausdauer und darf nicht alles zu nah an sich heranlassen. Zuguterletzt habe ich mich selbst öfter gefragt, warum ich mich für eine Ausbildung in gewaltfreier Kommunikation entschieden habe. Heute weiß ich: Ich werde sie brauchen!

Wenn man sein Leben zu Gunsten von Umwelt oder Tierleid verbessern möchte und dadurch seinem Leben mehr Sinn verleihen will, heißt das doch nicht automatisch, dass man ab sofort der große Weltverbesserer ist. Darum geht es überhaupt nicht. Wie die Geschichte mit den Seesternen zeigt, kann man als Einzelner durchaus mit kleinen Schritten viel bewegen und verbessern, ohne gleich die ganze Welt in allen Bereichen retten zu wollen. So ist es zum Beispiel aus meiner Sicht unrealistisch, gerade jungen Menschen das Fliegen gänzlich auszureden. Aber mir würde es persönlich schon viel bedeuten, wenn jemand sich das zu Herzen nimmt und bewusster bucht und reist. Oder nur ein Mal pro Woche Fleisch isst als täglich. Aber am Ende – und das ist ganz wichtig – ist jeder für sein eigenes Leben und Handeln selbst verantwortlich!

Anregende Literatur zu diesem Thema:

  • »Die Kunst, kein Egoist zu sein« von Richard David Precht – Warum wir gerne gut sein wollen und was uns davon abhält (Amazon: Buch | Audible: Hörbuch)
  • »Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche« von Hannes Jaenicke – Warum wir dringend Helden brauchen (Amazon: Buch | Audible: Hörbuch)
  • »Lieben was ist« von Byron Katie – Mit 4 Fragen seinen Schatten integrieren (Amazon: Buch | Audible: Hörbuch)
  • »Das Schattenprinzip« von Dr. Rüdiger Dahlke – Die Aussöhnung mit unserer verborgenen Seite (Amazon: Buch Das Praxisbuch)

 

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51 Kommentare

  1. Undank ist der Menschheit Lohn!
    Ohne ein dickes Fell, wird das Leben nicht leichter.
    Danke für deine Berichte, Gedanken und Gefühle. Ich wünsche eine gute Zeit.
    Thomas

  2. Hallo Ute,
    Schöner Artikel, bei dem du das Kunststück geschafft hast, dass er sich nicht wie eine Abrechnung anhört, sondern du setzt dich bewundernswert ruhig, sachlich und besonnen mit dem Thema auseinander. Hätte ich so wahrscheinlich niemals geschafft – mich regt so ein Verhalten wahnsinnig auf. Bleib so wie du bist, dein Blog ist eine tolle Inspiration.
    Liebe Grüße, Annika

    1. Hey Annika,
      haha, wenn du den ersten Entwurf gelesen hättest, war er wahrscheinlich genauso wie du es beschrieben hast :))) Aber auch hier muss ich ja schauen, dass ich selbst nicht in die negative Schlaufe komme. Von daher vielen Dank für das schöne Feedback und liebe Grüße! Ute

  3. Liebe Ute,
    aus Deinem lesenswerten, engagierten Beitrag möchte ich einen einzigen Punkt herausgreifen: (Zitat) “… und dabei macht es mich einfach glücklich, weniger Schaden anzurichten.”.
    ❗➡️ Wieso definieren sich so viele bewußt lebende Menschen als jemand, der SCHADEN anrichtet? Was ist das für ein negatives, selbstverachtendes, trauriges Selbstbild?
    Es wäre doch so viel besser, sich als Gestalter, Entwickler, Aufbauer, Verbesserer zu sehen! Als jemand der den Focus darauf legt, nicht “weniger Schaden anzurichten”, sondern die Welt lebenswerter zu machen?! Schöner, liebenswerter, freundlicher?!

    Ich lese Deine Blogs sehr gerne, und ich bewundere Deinen Mut für Deinen Weg.

    Herzliche Grüße!
    Sylvia

    1. Hallo liebe Sylvia,
      vielen Dank für deinen schönen Beitrag! Zu deiner Frage bezüglich des Schadens hast du natürlich vollkommen Recht, allerdings schließt meiner Meinung nach das eine nicht unbedingt das andere aus. Wenn ich beispielsweise meinen ökologischen Fußabdruck mal berechne, liege ich persönlich trotz allem immer noch weit über dem, wo ich gerne hinkommen würde. Andererseits habe ich hier die Möglichkeit, manche Menschen zum Umdenken zu bewegen und das ist wiederum eine Aufbauarbeit. Dennoch halte ich es für wichtig, den Schaden, den unsere Gesellschaft tagtäglich anrichtet, nicht schönzureden oder unter den Tisch zu kehren. Irgendwie hat ja immer alles zwei Seiten :) Freut mich sehr, dass du meinen Blog liest und Danke nochmals für deinen Kommentar!
      Liebe Grüße, Ute

  4. Liebe Ute,
    vielen Dank für diesen tollen Artikel. Auch wenn ich keine Bloggerin bin und öffentlich kritisiert werde, mache ich diese Erfahrungen auch ständig in meinem Umfeld. Als wir vegan wurden, sind Freundschaften zerbrochen. Es haben sich Menschen von uns abgewendet, weil wir unsere Ernährungsweise geändert haben. Und wir sind weiß Gott nicht dogmatisch und wollen erst Recht niemanden von unserem Lebensstil überzeugen. Auch sonst versuchen wir mehr und mehr ökologischer zu handeln. Wir befinden uns auf einem Weg, sind keinesfalls perfekt und werden von Menschen, denen dieses Thema komplett egal ist, regelmäßig in die Ecke gedrängt.
    Laß uns verbinden, gegenseitig befruchten und die ewigen Nörgler ignorieren :-).
    Liebe Grüße
    Birgit

    1. Hallo liebe Birgit,
      das hört sich super an :) Ich werde in Sachen Vegan in meinem Umfeld oft eher provoziert als ausgegrenzt, was auch nicht so schön ist, aber was soll’s. Das allein ist schon eine gute Übung zu sehen, dass man am besten einfach auf Durchzug schaltet. Wünsche euch weiterhin gutes Durchhalten!
      Viele Grüße und einen schönen Restsonntag noch
      Ute

  5. Liebe Ute,

    wirklich toller Artikel, der mir aus dem Herzen spricht! Ich hoffe sehr, dass viele Leute diesen Artikel lesen werden, denn das kann unserer Gesellschaft nur gut tun.

    Liebe Grüße
    Katja

  6. Liebe Ute,

    manchmal gibt es diese Phasen, in denen man sich mit einem Thema konfrontiert sieht und viel Energie darauf fokussiert in Form von Gedankenverwirbelungen, ständiger Kommunikation und im eigenen Handeln. Und dann kommen da kleine Momente, die einem neue Blickwinkel erlauben, zu Hilfe eilen oder einfach neuen Input geben.

    Dein Artikel war gerade so ein kleiner, ganz feiner Moment! Wäre dein Artikel eine Petition, ich würde mehrfach unterschreiben. Es kam genau zum richtigen Zeitpunkt für mich <3 Denn vor kurzem bin ich einer solchen Heckenschere zum Opfer gefallen und warte sehnsüchtig auf den Frühling, um wieder sprießen zu können (um bei den Worten von Herrn Jaenicke zu bleiben) ;-)

    Danke für deine klaren Worte, so ganz ohne erhobenem Zeigefinger, aber mit aller Deutlichkeit. Und dann noch grafisch richtig schick aufbereitet :-) #ilike

    Ach ja, die Bücher werde ich mir mal ganz nachhaltig zu Gemüte führen ;-) Weil ich gerne etwas zurück geben würde… kennst du das Buch "FAIRreisen" von Frank Herrmann schon? Vielleicht ist es was für deine Bücherliste.

    Mach weiter so. Du bist toll.
    Und wenn wieder jemand kommt dann einfach kontern: "better done than perfect" :-P

    Viele Grüße
    Julia

    1. Hallo liebe Julia,
      auch an dieser Stelle vielen lieben Dank für deinen schönen Kommentar! <3 Und freut mich natürlich sehr, dass der Text für dich auch gerade richtig kam. Ich hatte gar nicht damit gerechnet, dass es so viele betrifft und bewegt. Eigentlich traurig, aber andererseits ein Grund, noch mehr in die richtige Richtung zu gehen!
      Ganz liebe Grüße!!
      Ute

  7. Liebe Ute,
    vielen Dank für deinen wundervollen und herzöffnenden Artikel. Ich wünsche mir, dass viele Menschen sich durch Artikel wie diesen inspirieren lassen und ihrer inneren Eingebung und ihrem Herzen folgen.

    Alles Liebe und auf viel weitere Inspiration von Dir.
    Nicole

    1. Liebe Nicole,
      wenn man solch einen Artikel wie diesen hier veröffentlicht, hat man überhaupt keine Vorstellung, was daraus wird und all diese schönen Rückmeldungen sind allein ein Grund dafür, mit noch mehr Präsenz an das ganze Thema heranzugehen. Daher Dankeschön dafür!
      Viele Grüße und bis bald
      Ute

  8. Hallo Ute,

    welch wahre Worte und mir aus der Seele geschrieben. Wäre schlimm, wenn Kritik und Nörgelei dazu führt, dass Keiner auch nur kleine Schritte zur Verbesserung der Welt geht. Unter dem Motto, wenn ich eh nicht 100% schaffe, lohnt es sich nicht. Vielen Dank für deine lesenswerten Beiträge.

    Liebe Grüße
    Kirsten

    1. Hallo liebe Kirsten,
      diesen frustrierten Satz mit dem “lohnt sich eh nicht” kann ich auch nicht mehr hören. Wenn alle so denken würden… Mahlzeit! Daher freut es mich wahnsinnig, so viel schönes Feedback zu bekommen – Dankeschön für deins!
      Alles Liebe
      Ute

  9. Liebe Ute,

    dein aktueller Artikel klingt ja schon leicht verbittert. Generell finde ich deine Berichte über deine Reisen, deine Persönlichkeitsentwicklung oder deinen Weg zu einem besseren Leben viel besser. Die sind einfach meistens auf den Punkt und das steht Dir viel besser.

    Selbstverständlich kann ich diesen Artikel hier vollkommen nachvollziehen, aber ich glaube da begibt man sich in einen Kampf, den man nicht gewinnen kann. Dein letzter Satz ist ja eigentlich das Ausschlaggebende: “Jeder ist für sein eigenes Leben und Handeln verantwortlich!”

    Die Dinge, welche Du tust und die Art wie Du lebst – das tust Du ja für Dich! Klar, Du möchtest auch andere Menschen zum Nachdenken und vielleicht sogar zum anders Leben anregen. Ich glaube Du erreichst auch ziemlich viele Menschen mit deinen Blogs im positiven Sinne. Aber Du kannst nicht alle erreichen und es wird auch immer Menschen geben, die sich herablassend äußern über Dinge welche Du selbst für richtig hältst.

    Jeder lebt halt in seiner eigenen Wirklichkeit und der Weg zum “Wer bin ich?” und “Wie will ich leben?” ist ein sehr langer Prozeß. Jeder hat andere Lebenserfahrungen und muss seinen eigen Weg finden. Die Kopie eines Lebensentwurfes von jemand anders macht keinen Sinn. Manche wissen schon früh im Leben was sie wollen und für manche beginnt die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit erst spät im Leben. Ich glaube für viele Menschen die deine Blogs lesen ist dein Leben ein Traum. Du hattest einen gut bezahlten Job, hast fast die ganze Welt bereist, hattest den Mut große Veränderungen anzugehen, usw. Das birgt sicher ein großes Neidpotential, weil sich Menschen dein Leben zum Vorbild nehmen obwohl sie eigentlich versuchen sollten mit ihrem eigenen Leben klar zu kommen. Ihnen wird bewusst, dass da eine Menge Arbeit drin steckt, die Einstellung die man vertritt auch zu leben und dass man einen anderen Lebensentwurf nicht kopieren kann.

    Ich denke es lohnt sich nicht auf solche Kommentare wie Du sie beschreibst einzugehen. Da versuchst Du Dinge zu ändern, die Du nicht ändern kannst. Du kannst aber deinen persönlichen Umgang damit ändern. Du gehst deinen Weg, machst deine eigenen Erfahrungen und lebst so wie Du es für Dich persönlich für richtig hältst. Das ist doch das Wichtigste. Du solltest konstruktive Kritik ernst nehmen oder zum Anlaß nehmen Dinge zu überdenken. Kritik, die eher substanzlos ist würde ich übergehen. Du willst möglichst viele Menschen zum Umdenken bewegen. Das verstehe ich und das ist auch sehr wichtig. Aber man kann Menschen nicht ändern, man kann Sie nur zum Nachdenken einladen. Die Verantwortung für sein Leben muss dann jeder selber übernehmen. Leider ist das wohl nicht so ganz einfach. Die Beobachtung der sozialen Medien zeigt, viele Menschen erwarten Lösungen für ihr eigenes Leben von der Politik, von Unternehmen oder von anderen Personen. Dabei sind sie alle ganz allein für ihr Leben verantwortlich und da sind wir wieder bei den Fragen “Wer bin ich eigentlich?” und “Wie will ich leben?” Wenn man da mal so halbwegs mit sich im reinen ist, kann man Stück für Stück Veränderungen herbeiführen und zu einem besseren Leben kommen. Man wird weiterhin Fehler machen, muss Entscheidungen immer wieder reflektieren und neu bewerten und die Aufgabe sein Leben zu gestalten ist nie zu Ende. Vielleicht liegt das Problem tatsächlich darin, dass sich Menschen beim Lesen deiner Blogs vorstellen, Sie könnten so leben wie Du, aber es gelingt ihnen nicht, weil sie ganz andere Veranlagungen und Lebenerfahrungen haben. Das frustriert natürlich. Vielleicht sind sie einfach noch nicht so weit. Gib ihnen Zeit.

    Ich sehe das an mir selbst. Ich finde dein Leben, deine Energie und deinen Mut auch bewundernswert. Aber mir ist halt auch klar, dass ich nicht mit Dir tauschen könnte, weil ich ein ganz anderer Mensch bin. Ich bin extrem introvertiert und zu einem gewissen Grad hochsensibel. Bei mir spielt sich vieles einfach im Kopf ab und es braucht einen sehr langen Prozess bis ich Dinge in die Tat umsetzen kann. Einfach mal Job und festen Wohnsitz aufgeben klappt bei mir nicht. Da muss ich meinen eigenen Weg finden. Das war mir aber vor ein paar Jahren auch noch nicht so klar.

    Du machst hier einen sehr guten Job indem Du deine Erfahrungen kostenlos weitergibst. Das ist nicht selbstverständlich. Denke einfach an die vielen Leser, die Dir für deine Artikel dankbar sind und den anderen gib einfach Zeit.

    Liebe Grüße
    Hans-Jörg

    1. Hallöchen Hans-Jörg,
      vielen Dank für deine Meinung. Mir ist dieses Thema allgemein sehr wichtig und nicht nur, weil es mich oder meine Arbeit betrifft, sondern weil es ein gesellschaftliches Problem ist. Dies belegt auch die für mich unerwartet hohe Resonanz auf diesen Beitrag. Mich wird es in meinen Beiträgen nicht beeinflussen, ob das eine oder andere Foto jemanden stört, aber es gibt sichtlich viele, die damit nicht zurecht kommen, Schreibblockaden haben oder sich gar nicht erst auf dieses Terrain begeben möchten – und das sollte nicht sein. Dennoch Danke für deinen Zuspruch, den ich zu schätzen weiß!
      Viele Grüße
      Ute

      1. Halli hallo Ute!

        Danke für das fleißige Beantworten von Leser-Kommentaren und deren Wertschätzung. Auch das ist nicht selbstverständlich.

        Natürlich hast Du Recht, es ist ein gesellschaftliches Problem. Aber das Problem lässt sich nicht in schriftlicher Form lösen sondern nur indem man seine eigene Wertevorstellung lebt und vorlebt.

        Es war noch nie so leicht Kritik und Meinung zu äußern, sich zu beschweren und zu beklagen. Im Internet lässt sich jeder Artikel, jeder Kommentar, jedes veröffentlichte Bild bewerten und kommentieren. Die Möglichkeit dies anonym zu tun hat oft einen unerträglichen Tonfall zur Folge. Man ändert aber nichts indem man sich auf diese Auseinandersetzungen einlässt. Außerdem ist die Welt des WWW sehr schnelllebig. Ein Kommentar von gestern ist heute meist schon wieder vergessen. Meiner Ansicht nach ist dies der größte Fehler der modernen Medien. Vielen Menschen, die sich an dieser Form der Auseinandersetzung beteiligen fehlt der Wille zur Reflektion. Es wird viel zu wenig über Inhalte nachgedacht und man antwortet aus dem Affekt heraus oftmals stark emotional aufgeladen.

        Ich selbst habe keinen eigenen Blog (höchstens Ideen für einen), bewege mich aber auch gelegentlich in Foren (Gleitschirm oder VW-Bus) um dort mit zu diskutieren. Meist dauert es nicht lange bis die Forenteilnehmer aufeinander einprügeln. Vor allem, wenn man keine verbreitete und bereits anerkannte Meinung vertritt (ist bei mir selbst oft der Fall) bekommt man ganz schön schnell Gegenwind. Es ist aber auch ein Unterschied ob ich in der Kneipe mit Freunden diskutiere oder ob ich meine Meinung tausenden von Unbekannten präsentiere. Da muss ich einfach mit unreflektierten Antworten rechnen und scheinbar auch mit Beleidigung und Hass.

        Meiner Einschätzung nach kann man das aber nicht ändern, wenn man sich darauf einlässt. Man kann nur seinen Umgang damit ändern. Ich habe es mir zueigen gemacht vieles erst einen Tag später zu kommentieren, wenn überhaupt. Denn wenn man mal eine Nacht drüber geschlafen hat sind die meisten Emotionen bereits verflogen und man kann wieder sachlich und rational argumentieren.

        Kritik kann ja durchaus positiv als auch negativ sein. Aus negativer Kritik entsteht oft mehr als aus uneingeschränktem Lob. Wenn ich etwas kaufen möchte, lese ich eigentlich nur die negativen Rezensionen, weil der Informationsgehalt dort wesentlich höher ist. Allerdings ist nicht jeder Kritik angebracht und so filtere ich für mich relevante Kritikpunkte heraus und den Rest übergehe ich. Ich kaufe mir auch Artikel die durchgängig negativ bewertet wurden, wenn diese Kritik für mich keine Relevanz hat. Ich denke das könnte auch ein Weg sein mit Lesermeinungen in Foren und Blogs umzugehen. Man überlegt sich einfach:”Ist diese Meinung für mich und meine Art zu leben relevant?”. Wenn nicht – erledigt und vergessen.

        Liebe Grüße nochmals und lass Dich nicht entmutigen!
        Hans-Jörg

    1. Hi Markus,
      Neid, Missgunst, Ungerechtigkeitsgefühle oder was auch immer es ist – es nervt :)
      Vielen Dank für dein super Feedback!
      Natürlich mach’ ich weiter so :))
      Liebe Grüße
      Ute

  10. Ich denke jeder fühlt sich angegriffen wenn seine Lebensweise kritisiert wird. Die Reaktion vieler Menschen ist den Kritiker dann zu diskreditieren. Läuft ja bei privaten Streits oft auch so.
    Wenn jemand moralisches Handeln auf seine Fahnen schreibt, werden die Menschen um diese Person herum auf ihr eigenes Handeln zurück geworfen und wenn sie der Moral nicht entsprechen ist es leichter den Anderen zu hinterfragen als sich selbst.
    Ich hab aufgehört darüber zu reden wie ich mich ernähre oder wo ich mich für faire Produkte entscheide. Wenn jemand fragt erkläre ich meine Gedankengänge zu dem Thema und ansonsten kann ich auch mal ein Stück unvegane Schokotorte essen ohne mich dafür rechtfertigen zu müssen.
    Das Problem wenn man wie du in der Öffentlichkeit steht sind ja nicht nur die, die der Moral nicht entsprechen sondern auch die, die diese zu einer art Religion erheben welche nur nach absoluten Regeln zu funktionieren hat.
    Sprich egal wie man es macht, man macht es verkehrt, weil es die Perfektion nicht gibt.

    Vielleicht hilft es, sich selbst keine absoluten Regeln aufzuerlegen, sondern eher einen moralischen Kompass zu installieren der in die richtige Richtung zeigt und das auch wenn man mal vom ursprünglichen Weg abweicht.
    Den versuch in den Vordergrund zu stellen hat den Vorteil, dass man nicht angreifbar ist weil mein keinen Anspruch auf Perfektion hat. Die Rechtfertigung sich selbst gegenüber bleibt allerdings bestehen weil man sein Gewissen ja nicht abschalten kann.

    Wir sind nicht perfekt, die Welt ist nicht perfekt, aber wenn jeder sein Bestes gibt wird schon was gutes bei rum kommen.

    und am Ende stimmt der Klassiker:

    “Haters gonna Hate”

  11. Grüße Ute!

    Höchstwahrscheinlich, bin ich selbst ein kritischer denkender Mensch. Doch das gilt nicht nur für andere, sondern auch bei mir selbst. Was aber dann mehrere Ausirkungen hat.

    1. Ich hinterfrage mich selbst. Auf der einen SEite was will ich verzichten und was ist es mir wirklich wert. Dann stelle ich mir auch die Frage. Will ich überhaupt auf etwas verzichten.

    Und der letzte Satz, wird dann auch den Punkt 2 erklären

    2. Wenn jemand etwas verlangt, was ich nicht erfüllen kann oder möchte, obwohl es ja das Idealbild wäre, dann werde ich es weit ktiischer beachten und dann eben auch sagen, dass es gar nicht möglich ist. Viele andere werden den Menschen kritisieren, dass mache ich meist nach langen Hinterfragen. Ein Beispiel. Ich traf einen BEkanten, der mir erzählte, dass er ohne Geld lebte. Ich war fasziniert und frage nach, wie das genau gehen konnte, wie er da überleben konnte. Am Ende sagte er, dass er eben nicht arbieten geht und Sozialhilfe kassiert. Da war ich schon ein wenig kritisch und habe gedacht, was das mit ohne Geld zu leben zu tun hat.

    3 Wenn man im Rampenlicht steht, bekommt man Lob und Kritik. Sieh dir die Politik an. TRump oder sonstiges. Jeder will etwas schreiben. So wie ich gerade.

    Darf ich eine Frage stellen, warst du die Person, die ein JAhr im ZUg gelebt hat? Deine Beschreibung deines LEbens horcht sich interessant an. Was ich am meisten bewundere, ist das kritische Hinterfragen, der vielen Dinge. Und ich glaube, dass ist das Wichtigste. Denn wer ein Elektroauto kauft, aber sich nicht hinterfragt, wo der STrom herkommt, ill sich als Guter rühmen, aber in Wirklichkeit, wenn esk eine WEnde in der Energiepolitik gibt, kann es sein, dass es nicht grüner ist.

    Kurze Beschreibung zu mir: Ich bin ein 6 Monate ARbieter und 6 Monate REisender. facebook tschossener Georg. FAlls du Fotos schauen möchtest. Seltsamerweise kritisieren mich gar nicht so viele Leute, aber ich mache es auch schon 8 Jahre. Die MEnschen haben sich daran gewöhnt. Und bei REisen halte ich es eher für unwichtig, den Leuten zu erzählen, denn da höre ich oft. Das ist toll, dass möchte ich auch. Und ich denke mir einfach. IRgendwie glaube ich es nicht, denn dann müsste man auch genauer planen und auf manches verzichten. Abschätzen, ob es einen Wert ist und dann würde man es machen. Aber im Grunde sind den meisten andere Dinge wertvoller und ist auch gut so.

    Was ich dir wünsche. Das negative einfach wahr zu nehmen, hinterfragen, aber dann einfach eingestehen, dass es verschiedene WEltbilder gibt. Und am Ende zu schauen, was für dich wichtig ist. Aber vielleicht auch selbst nicht den Wunsch haben perfekt zu sein, denn wenn man sich solche Kritik sehr zu Herzen nimmt, kann es sein, dass man vielelicht sich selbst zu sehr kritisiert und höhere Erwartungen an sich selbst hat.

    Gruß

    Tschossi

    1. Hallo lieber Tschossi,
      vielen Dank für deine Meinung und den Einblick in deine Lebens- und Reise-Weise! Zu deiner Frage: Ich habe (leider noch) nicht in einem Zug gelebt. Und – das möchte ich sicherheitshalber auch erwähnen – ich habe noch nie Sozialhilfe, Arbeitslosengeld oder sonstige Leistungen vom Staat bezogen, weil ich das wie du nicht gut finde. Ich für meinen Teil lebe nicht gern auf Kosten anderer.
      Hört sich spannend an wie du lebst und ich habe im privaten Kreis auch die Erfahrung gemacht, dass irgendwann niemand mehr nachfragt, weil es einfach normal geworden ist. Danke dir jedenfalls für den Zuspruch, der mich weiter anspornt.
      Viele Grüße und mach’ weiter so!
      Ute

  12. Liebe Ute,
    ich folge dir schon lange und finde es großartig, dass du deine Gedanken über dieses Thema hier teilst. Wir führen selber einen Blog der sich nicht umsonst “fair en route” nennt, denn wir teilen unsere Leidenschaft zu einem bewusstem Leben. Wir geben extra an, dass wir unser bestes geben umweltschonend und nachhaltig zu leben und nicht perfekt sind. Für einen Beitrag über faires Reisen haben wir lange recherchiert und versucht zu beleuchten, dass dieses Thema nicht schwarz oder weiß ist, sondern vielmehr grau. Es ist schade, dass sich manche Menschen es nicht annehmen können, wenn jemand der auch manchmal fliegt etwas über CO2 Verringerungen durch Bahnreisen schreibt oder sich mit Müllvermeidung im Alltag auseinander setzt. Insgesamt ist es eben einfach viel leichter sein Leben nach Richtlinien auszurichten als jedesmal als mündige Person eine Entscheidung zu hinterfragen und abzuwägen.

    Liebe Grüße
    Vanessa

    1. Hi Vanessa,
      da kann ich mich gut einfühlen! Wenn du das so schreibst, kommt mir noch ein neuer Gedanke, dass es möglicherweise auch bei manchen etwas mit der Kindheit zu tun hat – viele entwickeln ja bereits früh so eine Art Boykott-Haltung, wenn sie von den Eltern permanent Dinge vorgeschrieben bekommen, die sie eigentlich nicht wollen. Aber was auch immer der Grund ist… lasst uns weitermachen damit :)
      Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg!!!
      Ute

  13. Liebe Ute,
    schöner Beitrag!
    Ich denke, man darf nicht nur immer alles schwarz oder weiß sehen. Auch kleine Schritte Richtung Nachhaltigkeit sind enorm wichtig. Hauptsache, man setzt sich mit dem ganzen Thema auseinander. Wenn jeder Mensch auf dieser Erde in ein, zwei kleinen Punkten umdenken würde, wäre schon viel erreicht.
    Natürlich kann jeder “immer noch mehr tun”, aber wichtiger ist doch, dass jeder mal für sich selbst einen Anfang macht.
    Ich wünsche Dir weiterhin ein dickes Fell und viel Gelassenheit!!
    Liebe Grüße
    Natalie

    1. Hallöchen liebe Natalie,
      ja das wäre in der Tat schön, leider interessiert es die Mehrheit noch so überhaupt nicht. Daher freue ich mich darüber, dass viele Leser hier auch sehen, dass durchaus Interesse besteht und man sich durchboxen muss. Dankeschön für die guten Wünsche, ein schönes weiches Fell hat ja auch was Schönes :)
      Ganz liebe Grüße zurück
      Ute

  14. vielleicht ist diese Kritik so eine Art menschlicher Schutzmechanismus. Wenn DU schon selbst nicht in letzter Konsequenz umsetzt, was du propagiert, warum soll ICH dann erst damit anfangen. Sozusagen die Rechtfertigung dafür, weiterzumachen wie gehabt.
    Wir sind schon eine merkwürdige Spezies, wir Menschen. Weit von dem entfernt, was wir gerne wären. Perfekt.

    1. Hi Dirk,
      … und genau dieser Perfektionismus steht mir schon von Kindesbeinen im Weg, denn er macht unglaublich steif und unflexibel. Daher DARF ich schon gar nicht perfekt sein :) Aber ich gebe mein Bestes und das ist ja auch das, was ich transportieren möchte. Danke dir für dein Feedback!!
      Viele Grüße
      Ute

  15. Ute! Dieser Artikel ist wahnsinnig gut! Mir geht es genauso wie dir und es ist mir ein Rätsel, wie oft BloggerInnen, die sich für Nachhaltigkeit aussprechen, angegriffen werden, anstelle die konfrontieren, die sich damit überhaupt nicht auseinandersetzen. Danke für deine Gedanken,

    liebe Grüße,
    Ani

    1. Liebe Ani,
      habe mich sehr über deinen Kommentar gefreut, vielen Dank dafür! Man wird es nie allen recht machen können und damit muss man – besonders als sensitiver Mensch – umgehen lernen.
      Alles Liebe und bis bald!
      Ute

  16. Liebe Ute,
    Und dabei schreibst du ja gar nicht übers Mutter-Sein! Ich übrigens auch nicht, denn die fiesesten Kommentare, die ich je gesehen habe, kommen von Müttern, die andere Mütter kritisieren. Oh mann, warum denn? Wir sitzen doch alle im selben Boot.
    Vielen lieben Dank für diesen ehrlichen, wichtigen Beitrag!

    1. Hallo liebe Laura,
      das Mütter-Bashing bekomme ich besonders in den veganen Foren am Rande mit und bin auch da immer erschüttert, wie man so bösartig sein kann :( Dann wünsche ich dir auch ein dickes, warmes Fell und weiterhin viel Frauen-Power!! Danke auch für deinen Kommentar!
      Liebe Grüße
      Ute

  17. Liebe Ute,
    eigentlich wollte ich auch noch meinen Senf dazugeben. Allerdings ist jetzt weiter oben wirklich alles gesagt. Ich hätte es nicht besser formulieren können.
    Mir bleibt noch zu sagen… schön, dass es dich gibt.
    Liebe Grüße, Hauke.

  18. das ist leider so wahr und ich ertappe mich leider selber oft dabei. da postet eine Bloggerin mit Anspruch an die Umwelt ein bild und man sieht Erdbeeren im Februar und gleich kommt der Shitstorm in meinem Kopf. wahrscheinlich, weil ich denke, dass genau diese Leute es ja eigentlich besser wissen müssen und sich da Gedanken machen, was man eben von den meisten Menschen nicht behaupten kann. Denn bei den meisten Menschen im Internet stößt man nur auf taube Ohren und die Mühe ist vergebens. Aber klar, wir sind auch nur Menschen und nicht perfekt. Das sehe ich ja nur zu gut an mir selber. Letztendlich musst du dich nur vor dir rechtfertigen.

    1. Hallo liebe Vanessa,
      gut, dass du diesen Aspekt erwähnst. Natürlich geht oder ging es mir auch schon viele Male so und das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich mich da gut reinversetzen kann. Niemand ist ja von Grund auf schlecht und der Hintergrund für die Kommentare oder Anmerkungen dieser Art ist ja irgendwo gut gemeint, aber man macht die Welt halt nicht besser damit, sondern sorgt nur für Unfrieden und trifft auch die Falschen. Von daher… Attackeeeeeee! :)
      Liebe Grüße und Danke auch für deinen Kommentar!
      Ute

  19. Danke Ute, du findest echt die passenden Worte! Ich bin zwar noch nie angefeindet worden, aber manchmal fürchte ich mich ein wenig davor.
    Oft wird nicht gesehen, dass jeder tut was er kann, aber auch Vorlieben, Wünsche und Ziele hat. Wir lieben lange Reisen in die weite Welt, wir reduzieren unser Plastik, ich selbst bin mindestens vegetarisch unterwegs und auf Reisen schaffe ich es auch dauerhaft vegan, koche für meine Tochter aber mit Fleisch. Weil ich tolerant bin und niemand anderem etwas aufdrängen möchte. Ich lebe Minimalismus und bin immer auf der Suche nach Inspirationen in diese Richtung und schreibe auch gerne darüber. Trotzdem spielt meine Tochter auch mit Spielzeug aus Plastik obwohl wir verpackungsfrei einkaufen und wir steigen ins Flugzeug. Das wir in bereisten Ländern immer mindestens zwei große Säcke Müll einsammeln, löst das Problem selbstverständlich auch nicht. Eine Lösung für die Wünsche und Bedürfnisse aller Menschen habe ich noch nicht entdeckt! Das kann ich auch nicht und will ich auch nicht.

    1. Hallo lieben Isabel,
      vielen Dank für diesen interessanten Einblick in deine Lebensweise. Wie man es auch dreht und wendet – man wird immer Lücken finden. Willst du es perfekt machen (selbst, wenn es das nicht gibt), stehst dir vielleicht die Perfektion an sich im Weg, die dich vollkommen steif macht. Oder empfindest du permanent Verzicht oder Mangel, geht es dir ständig mies und das kann auch nicht Sinn der Sache sein. Meiner Meinung nach sind wirklich diejenigen ein “Problem”, die sich überhaupt keine Gedanken machen und nach dem Motto “nach mir die Sintflut” leben. Ich kenne leider einige davon und das hat noch nicht einmal etwas mit Intelligenz oder Bildung zu tun… :( Wie auch immer, wir geben unser Bestes und das ist gut so!
      Liebe Grüße!!
      Ute

  20. Liebe Ute,
    mich “bewegst” du schon eine geraume Zeit, denn für mich :
    1. kommt nun der Strom eben nicht mehr nur aus der Dose in der Wand!
    2. wenn das Huhn ein schönes Leben hat, dann ist das Ei bestimmt auch toll.
    3. bestimme ich den Blick auf’s Leben nun ich!

    ein treuer Leser und abundzuKommentierer der sich früher noch keine Gedanken dazu gemacht hatte ;)
    und das sind nur 3 Themen die sich geändert haben mittlerweile -> und du liebe Ute hattest deinen Anteil daran.
    Also sei dir sicher -> dein Weg die Dinge die dich bewegen, in dieser wunderbaren Sprache/Bilder sind für den einen oder anderen ein Ansporn!
    Bitte mache genau so weiter…. Lieben Gruß der Oeste

    1. Liebe Oeste,
      was für ein schöner und positiver Kommentar – vielen Dank für diese mehr als schmeichelnden Worte! Ich hoffe, ich kann so weiter machen und freut mich sehr, dass du auch etwas veränderst *yeah*!
      Alles Liebe und bis bald
      Ute

  21. Hi
    Toller Text und er trifft bei mir einen absoluten Nerv. Ich habe das Gefühl wer in die richtige Richtung geht wird dafür kritisiert, dass die Schritte (meist viel) zu klein sind. Während man mit Elefantenschritten in jede andere Richtung gehen darf ohne dass sich ein einziger daran stört.

    1. Hallo liebe Cathy,
      ja das stimmt leider. Mir hat das Schreiben darüber lustiger Weise echt gut getan und gleichzeitig gezeigt, dass es da trotzdem einen großen Bedarf gibt, den Schritt in die “gute” Richtung zu gehen. Also lassen wir uns nicht von den Miesepetern runterziehen, sondern weitermachen!
      Viele Grüße und Flower-Power :)
      Ute

  22. Du hast die Mechanismen gut erkannt und sehr treffend beschrieben. Danke dafür! Mir hat Dein Text Mut gemacht und mich darin bestärkt, mein Fell noch ein bisschen dicker wachsen zu lassen, darunter aber sensibel zu bleiben :-) Vielleicht bringt er ja auch den ein oder anderen zum Nachdenken, die/der sonst schnell mal eine kritischen, unreflektiert en Kommentar gepostet hat? Liebe Grüße, Julia

    1. Liebe Julia,
      das würde ich mir wünschen :) Mit dem dicken Fell macht man es sich wirklich einfacher, wenn man sich bei einer Konfrontation direkt sagt, dass es das Thema des anderen ist und es mit einem selbst nichts zu tun hat. Das erleichtert sehr! Bleib’ auf jeden Fall sensibel – für mich persönlich ist das ein ganz großes Geschenk, denn das kann man für kein Geld der Welt kaufen.
      Alles Liebe
      Ute

  23. Hallo Ute,

    dein Blog ist klasse und lässt mich im Arbeitsalltag ab und zu etwas abschweifen. Das ist genau was ich brauche, um bei der Arbeit motiviert zu bleiben, auch wenn die nächste Reise noch in weiter Ferne liegt.

    Ich finde deine Gedanken zur Nachhaltigkeit und der Kritik einiger Leser/innen zu deinen Fotos total spannend. Es ist schon verrückt, wie sofort Fehler/Fehlverhalten gesucht werden, sobald man sich dazu bekennt, die Umwelt, den Umgang mit Tieren, was auch immer zu schützen/verbessern versucht! Ich kenne das aus meinem privaten Umfeld auch sehr gut.

    Die verschiedenen Themen der “Weltverbesserung” werden leider of total miteinander vermischt bzw. gleichgesetzt. Das ist sehr schade. Alle Menschen handeln ja aus etwas verschiedenen Motiven und setzen ihren Schwepunkt / ihr Anliegen woanders an. Der Kommentar “Soja-Milch trinken, aber Pappbecher nutzen” zum Beispiel disqualifiziert die Verfasserin eigentlich schon selbst. Der Verzicht auf tierische Produkte und das Vermeiden von Papiermüll sind doch 2 Paar Schuh. Auch wenn vielleicht einige beides wichtig finden, schließt das eine doch das andere auf keine Weise irgendwie automatisch mit ein, so wie es die Leserin suggeriert.

    Naja, mach auf jeden Fall weiter so und hör nicht auf alle Kommentare! Das wichtigste in meinen Augen ist es, bei deinen Lesern ein Bewusstsein zu solchen Themen zu schaffen! Wenn das geschafft ist, hast du sehr viel erreicht! Was man manchmal vergisst in der social-media Blase, aber auch in der Blase des echten Lebens, ist, dass der große Großteil der Menschen (gilt für Deutschland/Europe, aber noch extremer für die anderen Teilen unseres schönen Planeten) sich über all diese Themen gar nicht bewusst ist!!
    Ich denke, da braucht man als Blogger/in eine Dicke Haut und sollte sich nicht entmutigen lassen!

    Alles Gute weiterhin, keep the CO2 low :)

    Torben

  24. Liebe Ute,

    danke für diesen Beitrag.
    Ich lese dich schon eine ganze Weile und hab früher auch viel gebloggt (2009 fing mein Blog an, ich bin quasi eine kleine Omi und hab viele Entwicklungen wie die Kommerzialisieurng etc. live mitbekommen). Ich muss zugeben, dass mich bloggen und vor allem Insta ziemlich blockiert hat, denn die meisten Inhalte machen mir keinen Spaß mehr und besonders bei dem Thema reisen, habe ich mir auch unendlich viele negative Gedankenkarussels erlaubt. Der anfänglichen Freude tolle Reiseblogs zu lesen ist gewichen und Ekel und Verständnislosigkeit sind an ihre Stelle getreten. Besonders wenn ich noch ein Bild aus Bali oder Thailand sehen muss ( : Ich hoffe du fühlst dich davon jetzt nicht direkt angegriffen, es ist ja immer so, wenn eine Sache auf einmal viele machen, kann es zum Problem werden. Ich selbe fühle mich bei jedem kleinen Flug unfassbar schlecht und ich fliege vielleicht 4 Mal im Jahr. Oder wenn ich eine fucking Avocado esse.

    Dieses ganze Aufrechnen mit dem Veganismus verstehe ich auch null, da wird immer gleich vorgeschlagen, man solle alles oder nichts machen. Was mich aber stresst ist, wenn Menschen sich eben in ihren Yoga-Camps knipsen und den von Europäern oder Amerikanern eröffneten veganen Cafes fotografieren und etwas von einem guten Leben für alle und die innere Stimme etc reden und dann ihren Dreck überall hinwerfen und sich durch ihr Verhalten wie neue Kolonialherren verhalten. In meiner Blogschublade liegt seit einem Jahr der Artikel “Ist Digitales Nomadentum der neue Kolonialismus” doch ich poste ihn nicht, weil ich immer wieder versuche neue Antworten, wie zum Beispiel in deinem Artikel zu finden und generell nicht davon ausgehen will, dass die Grundidee des Lifestyles schlecht ist oder anderen Menschen sagen will, wie sie zu leben haben.

    Was aber ganz gut ist, ist darüber zu sprechen. Auf Bali zB könnte politisch sicherlich etwas getan werden, so dass auch die Balinesen etwas von den Entwicklungen haben (ein paar Projekte gibt es schon, aber ich habe nichts wirklich sinnvolles gefunden). Oder auch innerhalb der EU etc sind viele Fragen offen zwecks Steuern, Versicherungen etc. wenn es darum geht, dass man immer nur den günstigsten Lebenshaltungskosten hinterher zieht und dann am Ende in Dollar bezahlt wird. Sorry, jetzt wird mein Text langsam konfus und ich habe dich schon genug vollgetextet. Ende vom Lied: Ich finde es okay darüber zu diskutieren, der romantische Lifestyle des Nomadentums wird seit einigen Jahren so romantisiert und hat einfach auch gesellschaftlich so viele Schattenseiten. Ich meckere nicht einfach darüber, ich würde gern gemeinsam Lösungen finden, nachdem die Probleme aufgedeckt sind. Natürlich bist du im Vergleich zum Jetset-Kapstadt-Lifestyle, der mir auf den anderen Blogs entgegenspringt ein 1000 Mal tolleres und inspirierenderes Beispiel und lass dich bloß nicht von Hatern unterkriegen. Dennoch ist es gut über manche Sachen zu reden. Wenn ich mal wieder an so einem Punkt bin, lese ich immer das hier:

    Dem abgeklärten Buddha erscheint das Getriebe der Welt lächerlich,
    weil er selbst gar nichts mehr damit
    zu tun hat. Dem Zyniker erscheinen
    die Gefühle der Mitmenschen lächerlich, weil er selbst keine Gefühle mehr hat. Dem Nichtfußballer erscheint es
    lächerlich, stundenlang hinter einem kleinen Lederball herzulaufen.
    Vermutlich macht sich immer der,
    der etwas tut, lächerlich vor dem,
    der überhaupt nichts tut.
    Der Handelnde kann sich immer
    eine Blöße geben; der Nichthandelnde geht dieses Risiko schon gar nicht ein. Man könnte behaupten, daß das Lebende immer lächerlich sei,
    denn nur das Tote ist ganz und gar nicht lächerlich.

    Fritz Zorn

    Liebe Grüße

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