Ein Gastbeitrag von Verena Sonnenberg
Eine Alpenüberquerung ist für mich jedes Mal aufs Neue ein ganz besonderes Erlebnis. Meine Wanderreise von Innsbruck nach Sterzing war eine davon. Die Originalroute führt von Garmisch nach Sterzing, doch da meine Zeit begrenzt war, entschied ich mich für eine verkürzte Variante. Was diese Transalp-Reise so besonders macht? Für mich ist es vor allem die Abgeschiedenheit der Pfade inmitten unberührter Natur und mit weiten Blicken auf imposante Höhenzüge.
Hinzu kommt die beeindruckende landschaftliche Vielfalt: ein Wechselspiel aus kristallklaren Gebirgsbächen, blumenübersäten Almwiesen und mächtigen Gebirgsketten. Nach jeder Tagesetappe führt der Weg in ein Tiroler Bergdorf wie aus dem Bilderbuch und damit zu Übernachtungsorten mit dem einzigartigen Charme des Alpenlandes. Begleitet mich gerne auf eine Reise quer über die Alpen.
Unterwegs mit leichtem Gepäck
Auf meiner Alpenüberquerung genoss ich einen besonderen Komfort, denn bei Eurohike Wanderreisen kommt man in den Genuss eines umfassenden Service-Pakets. Mein Gepäck wurde täglich von einer Unterkunft zur nächsten gebracht, sodass ich nur mit leichtem Tagesrucksack wanderte. Die gesamte Wanderreise wird von A bis Z organisiert. Die Reisespezialisten kümmern sich um die Buchung aller Unterkünfte, vor Ort stand immer ein persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung, die Routen werden persönlich erarbeitet und geprüft.

Mit der praktischen Eurohike on Tour-App hat man stets einen digitalen Reisebegleiter zur Hand, mit dem die zielsichere Navigation bestens gelingt. Außerdem weist sie einem den Weg zu den Highlights und netten Einkehrmöglichkeiten auf jeder Etappe. Gerade wenn ich allein unterwegs bin, gibt diese Rundum-Organisation Sicherheit. So kann man individuell, frei und im eigenen Tempo wandern und gleichzeitig ist man nie ganz auf sich gestellt.
Solo-Wandern: Meine Auszeit
Am liebsten bin ich gemeinsam mit meinem Partner in den Bergen unterwegs – schließlich teilen wir die Leidenschaft für die Natur und das Wandern. Und doch tut es manchmal einfach gut, ganz für sich zu sein. Allein unterwegs gelingt es mir, die Naturkulissen noch bewusster wahrzunehmen, mir Zeit für Reflexion zu nehmen, in Stille an einem schönen Rastplatz zu verweilen und die Szenerie zu genießen. Gerade wir Frauen trauen uns manchmal nicht zu, allein zu reisen. Wenn auch du den Wunsch nach einer Solo-Auszeit verspürst, möchte ich dich ermutigen, diesem Gefühl unbedingt zu folgen.
Etappe 1 – Vom Goldenen Dachl ins urige Gschnitztal
Nach Innsbruck komme ich immer wieder gerne. Das Schlendern durch die kleinen Gassen, ein Kaffee in einem der netten Lokale und ein Abstecher zum Goldenen Dachl beim Spaziergang durch die Altstadt gehören für mich einfach dazu. Die ersten Höhenmeter überwinde ich gemütlich mit der Serlesbahn und bereits bei der Bergstation erwartet mich ein 360-Grad-Panorama auf die markanten Felsgipfel der Nordkette.

So mancher verbindet die Brenner Berge vermutlich mit der Brennerautobahn, die man von der Fahrt zu einem südlichen Urlaubsziel am Meer kennt. Was die meisten nicht wissen: In den Tälern, die die Bergkämme ringsherum voneinander trennen, verbergen sich Orte, die in ihrer Ruhe und Einfachheit kaum zu übertreffen sind.
Auch das macht die Tagesetappen auf dieser Alpenüberquerung aus: Jeden Tag geht es von einem malerischen Tal über einen Höhenzug ins nächste, bis man schließlich über den Alpenhauptkamm nach Italien gelangt. Die Landschaft präsentiert sich unterwegs in einer Vielfalt, wie man sie kaum mehr findet.
Von der Serlesbahn im Stubaital hoch über Innsbruck führt mich die Route zuerst zur idyllisch gelegenen Kirche Maria Waldrast und weiter über den Blumenberg Blaser, der mit einer bunten Blütenpracht seinem Namen allemal gerecht wird. Schließlich erreiche ich das urige Gschnitztal mit seinen entzückenden österreichischen Bergdörfern. Sofort fallen mir die eindrucksvollen Fassadenmalereien an den Bauernhäusern ins Auge, die mich – fast ein wenig kitschig – an die Kulissen alter Heimatfilme erinnern.

Etappe 2 – Vom Gschnitztal über das Trunajoch ins Obernbergtal
Mein Tag beginnt entspannt auf dem Pilgerweg des Heiligen Romedius. Beim etwas steileren Aufstieg zur Trunahütte und weiter zum Trunajoch kann ich mich am atemberaubenden Alpenpanorama kaum sattsehen. Zunächst beeindruckt der Ausblick auf den schneebedeckten Olperer, der mich den ganzen Weg über begleitet. Beim Abstieg Richtung Gschnitztal wandere ich mit den imposanten Tribulaunen im Blickfeld – einer markanten Gebirgsgruppe in den Stubaier Alpen an der Grenze zwischen Nord- und Südtirol.
Mächtig ragen die Felstürme aus dunklem Gestein empor, sodass ich immer wieder eine Pause einlege, um diese Szenerie auf mich wirken zu lassen. Von weitem entdecke ich das kleine Kirchlein im Obernbergtal, meinem heutigen Ziel, das mit jedem Schritt mehr Form annimmt. Wenn ich mich für ein Lieblingstal auf dieser Alpenüberquerung entscheiden müsste, wäre es dieses, denn es ist das ursprünglichste von allen.
Auch die Unterkunft „Almi’s Berghotel“ passt perfekt ins Bild: traditionell, urig und familiär, wie man es sich inmitten der Tiroler Bergwelt nur wünschen kann. Bereits am Frühstückstisch genießt man hier wunderbare Panoramen, die Lust auf eine Erkundungstour machen.

Etappe 3 – Vom Obernbergtal über das Sandjöchl nach Gossensass
Auf diese Etappe habe ich mich bereits beim Einschlafen am Vorabend gefreut, denn heute steht die Überschreitung des Alpenhauptkammes bevor. Ein Highlight erwartet mich gleich zu Beginn der Route: der malerische Obernberger See. Über blühende Almen und Wiesen führt mich der Pfad zum Sandjöchl auf über 2.000 Metern Höhe, das die Grenze zu Italien markiert. Alte Wehranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg erinnern hier an weniger idyllische Zeiten. Für geschichtlich Interessierte sind sie faszinierende Zeitzeugen.
In Gossensass angekommen spürt man den mediterranen Einfluss: Ein Hauch von italienischer Leichtigkeit liegt in der Luft, und auch kulinarisch mischen sich Pizza und Pasta unter die Südtiroler Spezialitäten.

Etappe 4: Über die Vallmingalmen nach Sterzing
Mit der Ladurns-Seilbahn geht es früh morgens hoch hinaus. Oben angekommen erblicke ich die Tribulaune aus einer neuen Perspektive, dieses Mal von der italienischen Seite aus. Der Pfad zu den Vallmingalmen bietet ein Postkartenmotiv nach dem anderen und bei der Einkehr in einer der kleinen Almhütten werden köstliche Südtiroler Spezialitäten serviert – perfekt für eine Wanderrast und eine tolle Gelegenheit, um mit den herzlichen Almwirten ins Gespräch zu kommen.
Weiter führt der Weg Richtung Monte Cavallo bis zur Bergstation der Ladurns-Seilbahn. Dort wartet ein Abstieg mit Spaßfaktor: die Sommerrodelbahn bis zur Mittelstation. Natürlich lasse ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen und kann nur jedem empfehlen, es mir gleichzutun. Die Seilbahn bringt mich hinunter bis nach Sterzing.

Erfüllt von den vielen Eindrücken und dankbar für die traumhaften Landschaften, die ich in den letzten Tagen erleben durfte, schlendere ich durch die Laubengassen und gönne mir zum Abschluss der Reise einen Aperol Spritz auf der Piazza. Salute!
Über die Gastautorin
Verena Sonnenberg ist Geschäftsführerin von Eurohike Wanderreisen. Auch privat ist sie am liebsten aktiv unterwegs – ob mit dem Rad oder zu Fuß – und stets auf der Suche nach den schönsten Naturlandschaften und besonderen Wegen Europas.
Alle Fotos © Eurofun Touristik




