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Wie Outdoor-Trends der Natur schaden: Wildcamping, Vanlife & Mikroabenteuer

Wie Outdoor-Trends der Natur schaden: Wildcamping, Vanlife & Mikroabenteuer

Wie Outdoor-Trends der Natur schaden - Reisemagazin Bravebird

Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. Das sagte der Schriftsteller Hans-Magnus Enzensberger bereits vor über 40 Jahren, als es noch kein Internet und keine sozialen Medien gab. Und heute? Heute reisen wir mehr denn je. 2019 war die Zahl der Urlaubsreisenden trotz Klimawandel und Flugscham so hoch wie nie zuvor. Corona hat hier lediglich eine kleine Zwangspause verordnet.

Reise- und erlebnishungrig werden Magazine, Bücher, Blogs und soziale Kanäle nach neuen Trends durchsucht, die bestenfalls das Erlebnis zuvor noch übertreffen können. Laut einer britischen Studie suchen 40% der 18- bis 33-Jährigen ihr Reiseziel allein nach deren „Instagrammability“ aus. 2015 war es noch das weit entfernte Bali und seit 2017 – als die Flugscham ins Leben gerufen wurde – gibt es ein neues Ziel: die Natur.

#naturliebe im Trend: Urlaub im Grünen mit einem vermeintlich guten Gewissen

Überall liest man von dem großen Glück und der immensen Freiheit, mit einem meist großen „Van“ unterwegs zu sein. Ein Van ist in der Regel ein Wohnmobil oder Bus, nur hört sich das nicht so fancy an. Und dann gibt es da noch die „Mikroabenteuer“. Mikroabenteuer sind in erster Linie normale Ausflüge, nur lässt sich das medial nicht so gut vermarkten.

Was als so erstrebenswert dargestellt und in sämtlichen Medien beworben wird, vermittelt oft nicht nur eine sehr einseitige Darstellung, sondern beinhaltet zum Teil immense negative Auswirkungen auf Flora (Pflanzenwelt), Fauna (Tierwelt) und Mitmenschen. Reportagen weisen regelmäßig auf die Probleme hin, jedoch gehen sie aufgrund der überschwänglichen Schwärmerei seitens Magazinen, Influencer•innen und Unternehmen unter.

Campingplatzbetreiber über Wildcamper - Reisemagazin Bravebird
Aus der Reportage „Wo Wildcamping zum Problem wird“ (SWR)

1. Vanlife: Warum Campingplatz, wenn’s auch kostenlos geht?

Ist das nicht toll: Mit seinem „Van“ kann man an die entlegensten Plätze mitten in der Natur fahren, seine Sachen auspacken, ein Lagerfeuer machen und sich einfach nur gut fühlen, weil man so wahnsinnig frei und individuell ist, nicht fliegt, keine Kreuzfahrt unternimmt und daher maximal umweltfreundlich unterwegs zu sein scheint. Mega – und das Beste: das alles kostet auch nix! (Ok fast nix, über die „hohen Benzinpreise“ wird sich stets echauffiert.)

Apps wie z. B. Park4Night bieten tausende Parkmöglichkeiten in Deutschland, mit deren Hilfe man nicht mehr mit gewöhnlichen Campern zahlend nebeneinander stehen muss. Individualität und Freiheit stehen schließlich immer an erster Stelle. Nicht alle dieser Plätze sind erlaubt, aber was soll’s. Meist gibt’s nur eine mündliche Verwarnung oder das Bußgeld ist so niedrig, dass es einer Nacht auf einem Campingplatz gleich käme. Also easy.

Polizei ahndet Wildcamping Vanlife - Reisemagazin Bravebird
Aus der Reportage „Wo Wildcamping zum Problem wird“ (SWR)

Kommen wir zur Realität: Müll, Klopapier, Feuchttücher, Kot & Co. sind das Ergebnis vielerorts durch die Masse an „neuen Naturliebhaber•innen“ und das sorgt nicht zuletzt für eine entsprechende Verärgerung der einheimischen Bevölkerung. Nicht nur, dass diese Leute ihren Abfall dort hinterlassen, sie bringen auch kein Geld ein. Tourismus sollte eigentlich der lokalen Bevölkerung etwas zurückgeben!

Aber Müll, Chemietoiletten-Abwässer und Kot sind nicht die einzigen Probleme: Wer im Wald oder am Waldrand mit seinem Wagen übernachtet, stört Wildtiere. Die leider nicht sichtbaren Abgase, Stickoxide, Feinstaub werden in die sensible Natur ausgestoßen. Auslaufendes Motor- oder Automatiköl schadet dem Waldboden. Parken auf Waldboden ist – wer es noch nicht wissen sollte – ebenfalls verboten.

Auswirkungen Wildcampen auf die Natur - Reisemagazin Bravebird
Aus der Reportage „Camping-Boom – von illegalen Wildcampern und dem Gefühl von Freiheit“ (BR24)

Portugal und Tirol haben bereits die Reißleine gezogen und dort wird Wildcamping mit teils hohen Bußgeldern bestraft. Je mehr dieser Vanlife-Trend gehypt wird und je mehr Wohnmobile durch Europa brettern, langfristig Parkplätze belegen und die Natur belasten, umso schneller werden generelle Regeln für weitere Regionen folgen.

Was man bedenken sollte: All diese hierfür zusätzlich notwendigen Ranger, Ordnungshüter, Technik etc. gehen auf Kosten der Allgemeinheit, die mit dem Vanlife überhaupt nichts zu tun haben!

Vanlife Trend Auswirkungen - Reisemagazin Bravebird
Über diesen Link geht’s zur Podcast-Folge in der ARD-Mediathek

2. Mikroabenteuer: Noch etwas, das nix kostet

In einer Zeit, wo wir ständig nach neuen Wörtern ringen, um unseren Alltag aufzupeppen, kommt solch ein Begriff gerade richtig. 2014 von einem Briten erfunden und dann einige Zeit später auch zu uns rübergeschwappt. Interpretiert wird er sehr unterschiedlich: Für die einen sind Mikroabenteuer z. B. Kürbisse schnitzen und ein Spaziergang im Schnee; für die anderen sind es Übernachtungen im Wald in einer Hängematte und Lagerfeuer auf Waldboden. Letztere Interpretation ist hochproblematisch!

Der Reiz von Mikroabenteuern besteht darin, dass sie Abenteuer für Menschen zugänglich machen, die möglicherweise nur sehr wenig Outdoor-Erfahrung haben.

– Alastair Humphreys, Erfinder des Begriffs

Na ist das nicht super? Auch diese „Abenteuer“ kosten wieder nichts und sind zudem für Menschen mit wenig Outdoor-Erfahrung geeignet. Also ab in den Wald! Vielleicht seltene Pflanzen platt treten, Wildtiere vertreiben, einen Waldbrand entfachen oder den Müll geschickt irgendwo hinter einem Baum verstecken, weil Mülleimer ja oftmals rar sind im Wald oder Landschaftsschutzgebiet.

Wildcamping hoher Anstieg - Reisemagazin Bravebird
Mehr dazu in der Podcast-Folge des Y-Kollektivs „Trend Vanlife: Camping auf Kosten der Natur?

Wie Selim von „Der Eskapist“ es in seinem Artikel „Mikroabenteuer: Die unbequeme Wahrheit über den Outdoor-Trend“ hervorragend beschrieben hat, gehe ich ebenfalls davon aus, dass es sich bei einem der Haupt-Protagonisten wie Christo Foerster in erster Linie um Selbstvermarktung handelt. Hier geht es meiner Meinung nach mehr um Mut, Männlichkeit und Selbstdarstellung als um die Liebe zur Natur.

Biwakieren stört Wildtiere - Reisemagazin Bravebird
Über diesen Link geht es zur Reportage

Wer die Natur liebt und sich mit ihr verbunden fühlt, postet vermutlich keine Fotos von untersagten Situationen, deren Nachahmungs- und Multiplikator-Effekte derart negative Auswirkungen haben können – und haben! Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich mit der Natur zu verbinden, ohne Flora und Fauna zu schaden; dafür muss man nicht im Wald schlafen oder Feuer machen.

Wer die Natur liebt, lässt Wald, Tiere und Natur nachts in Ruhe. Auf Instagram featured Christo Foerster z. B. ein Foto von einem Lagerfeuer direkt auf Waldboden und das offenbar auch noch im Nationalpark Harz, wo Lagerfeuer absolut verboten sind – und das ohne jeglichen Risiko-Hinweis. Und über 1.100 Leute klatschen Beifall… das macht mich sprachlos!

Lagerfeuer vertreiben Wildtiere - Reisemagazin Bravebird
Den ganzen Artikel findet man hier auf sächsische.de

Die beliebten Insta-Fotos mit Zelt direkt am See sind ebenfalls in vielen Regionen problematisch, da Wildtiere normaler Weise nachts zum Trinken an den See kommen. Wenn sich dort bis spät abends oder nachts Leute aufhalten, kommen sie nicht dorthin und da geht diesen Tieren eine große Menge Lebensqualität verloren. Schön dokumentiert in der Reportage „Wildcampen, Übernachten, Gleitschirmfliegen erlaubt?“ vom BR.

3. Wie Magazine und Bücher schlechte Trends promoten

Während man annehmen würde, dass man wenigstens bei Magazinen und Büchern eine gewisse Verantwortung voraussetzen können müsste, ist man auf dem Holzweg. Trends gehen hier vor Natur- und Umweltschutz. Auf Covers werden Leser•innen mit dem gesamten Spektrum an verbotenen „Naturerlebnissen“ geködert und das völlig problemlos, denn es gibt weder Organisationen noch Ämter, die so etwas ahnden – und somit haben all diese Fotos und Darstellungen keine rechtliche Konsequenz.

* Hinweis: Die Covers stellen Werbelinks zu Amazon dar. Es handelt sich jedoch nicht um eine Kaufempfehlung; es ist lediglich die einzige, rechtlich unproblematische Möglichkeit, die Covers in diesen Artikel zu integrieren.

Alles namhafte Verlage:

  • Parken auf Waldboden: Verboten!
  • Lagerfeuer auf dem Boden am Strand oder im Wald: Verboten!
  • Zelten im Wald: Verboten!
  • Oldtimer und Personen in einem Rapsfeld: Geht’s noch?!?

Meine Emails und Telefonate mit Verlagen und Magazinen diesbezüglich scheiterten allesamt kläglich, was mich wahnsinnig frustriert. Wenn Antworten kamen, dann so etwas wie „Ich denke, es geht Ihnen nicht darum, mir und anderen das Glücksgefühl zu nehmen“ oder „Danke für den Hinweis“ – und die Werbung für’s Wildcampen (z. B. Canon) geht einfach weiter.

Fotos gegen Naturschutz unproblematisch - Reisemagazin Bravebird

4. Lagerfeuer: Verboten, aber egal

Obwohl schon in anderen Punkten erwähnt, ist mir dieser Aspekt so wichtig, dass ich ihm einen eigenen Punkt widmen möchte. Für viele Menschen scheint das Lagerfeuer schließlich auch – aus einem mir unerklärlichen Grund – ein wesentlicher Bestandteil ihres perfekten Outdoor-Abenteuers zu sein. Und schließlich machen es einem Mikroabenteurer, Buch- und Magazin-Cover sowie Werbeanzeigen schmackhaft!

Nur Fakt ist und bleibt: Es ist in Deutschland generell verboten – sofern es nicht ausdrücklich erlaubt ist! Und selbst wenn nicht, schadet es den Boden-Organismen. Geldbußen können zwischen 50-2.500 € liegen. Manche Landesbetriebe verwarnen sogar mit Androhung von bis zu 25.000 € Strafe.

Probleme mit Lagerfeuern in Nationalparks - Reisemagazin Bravebird
Mehr dazu in der Podcast-Folge des Y-Kollektivs „Trend Vanlife: Camping auf Kosten der Natur?

Auch das Grillen in Einweggrills in Bodennähe ist verboten und das aus gutem Grund. Lt. Umweltbundesamt war die Hauptursache für das Waldbrand-Geschehen 2019 menschliches Handeln. Da heißt es: „Bei den 355 im Jahr 2019 durch Fahrlässigkeit verursachten Bränden waren zu rund 52 % das unvorsichtige Verhalten von Waldbesuchern, Campern oder Kindern die Auslöser.“ Hinzu kommt noch die große Anzahl von Bränden mit unbekannter Ursache. Und das alles in einer Zeit, wo uns doch der Wald vermeintlich so wichtig geworden ist…

Warum Grillen im Wald schädlich für Tiere ist - Reisemagazin Bravebird
Aus der Reportage „Camping-Boom – von illegalen Wildcampern und dem Gefühl von Freiheit“ (BR24)

5. Influencer•innen: Fame ernten, Verbote verursachen

Das eindrucksvollste Negativ-Beispiel dürfte wahrscheinlich die Instagrammerin Yvonne Pferrer darstellen (1.4 Mio. Follower•innen). Sie hatte 2020 ein Foto und Video am Königsbachfall und in einem Naturpool im Nationalpark Berchtesgaden auf ihrem Kanal gepostet, wonach lt. dem Nationalpark ein riesiger Ansturm erfolgte. Das Problem: Es ist nicht ungefährlich, zwei junge Männer sind bereits dort gestorben und die Ranger beklagen jede Menge Müll in der Natur.

Berchtesgaden Naturpool gesperrt - Reisemagazin Bravebird
Hier geht’s zum Artikel mit dem Interview zur erfolgten Sperrung

Der NP bat die Influencerin, das Foto zu löschen. Trotz diverser Reportagen, die das Thema immer wieder aufgriffen und auch trotz Anzeige vom Landratsamt wegen des Drohnen-Flugs, ist sie dieser Bitte nicht nachgekommen. Die Konsequenz? Der Naturpool, die sog. Gumpe, ist nun für fünf Jahre gesperrt worden, damit sich Natur und Tiere wieder von dem Ansturm der letzten Jahre erholen können. Super gemacht! Jetzt lebt sie ihr Glück im Van…

6. Wander-Apps: Nicht nur gute Wege

Grundsätzlich eine tolle Idee, die ich selbst gerne nutze: Man ist irgendwo unterwegs, gibt seinen aktuellen Standort ein und lässt sich Touren anzeigen, die andere erstellt haben. Nur werden diese neuen Touren nicht seitens der Betreiber kontrolliert. So entstehen oftmals Routen, die unnötige, neue Trampelpfade entstehen lassen oder Schleichwege, die mitten durchs Dickicht führen und Wildtiere stören.

Badeseen, die keine sind - Reisemagazin Bravebird
Aus der Reportage „Touristenmassen: Foto Hotspots in Schutzgebieten“ (BR24)

Gerade in Regionen mit Landwirtschaft können solche neuen Wanderwege mitten durch Wiesen und Felder zum Problem werden. Müll und Hundekot können zum Beispiel ins Futter für die Kühe geraten. Wer eine Tour bei Komoot & Co. einstellt, sollte daher darauf achten, dass er keine Schleichwege oder besondere Orte empfiehlt, die von anderen platt getrampelt werden könnten.

7. Fahrräder: Mit Karacho durch den Wald

Wer viel zu Fuß in der Natur unterwegs ist, wird die Situation kennen: schon von weitem hört man sie anrauschen und darf schnell zur Seite springen, um den sportlichen Damen und Herren Platz zu machen. Wenn sie denn überhaupt auf den normalen Wegen fahren. Immer mehr Waldbesitzer, Schutzgebiete und Einheimische beklagen sich über neue, illegale Trails im Wald, die viele Mountainbiker und E-Bike-Freunde anlockt.

Mountainbiker stören die Natur - Reisemagazin Bravebird
Aus der Reportage „Gefahr für den Wald? Mountainbiker legen illegale Trails an“ (BR)

Welche Ausmaße die Ambitionen von Trails, Kurven und Sprungschanzen annimmt, kann man z. B. in dieser Reportage „Mountainbiker vs. Waldbesitzer: Immer mehr illegale Trails in den Wäldern“ (BR24) sehen. In diversen Regionen müssen Ranger täglich stundenlang Apps durchforsten, um neu eingegebene, illegale Fahrrad-Routen zu finden und diese bei der App wieder löschen zu lassen.

Nicht zu übersehen sind bei den häufig befahrenen Bike-Strecken die abgeplatzten Rinden der Wurzeln. Das kann Rotfäule verursachen, wodurch der Baum auf kurz oder lang sterben kann. Lt. Mountainbike Tourismusforum Deutschland entsteht der größte Eingriff in die Natur durch das Anlegen von eigenen Trails und Wegen.

8. Hunde: Ohne Leine ein großes Problem

Viele Vierbeiner haben einen mehr oder weniger stark ausgeprägten Jagdtrieb und das ist, sofern der Hund nicht perfekt hört, immer ein Risiko im Wald. Denn wenn plötzlich ein paar Rehe oder Wildschweine den Waldweg kreuzen, ist der Hund oft nicht mehr abrufbar und dann kann es passieren, dass diese Wildtiere verletzt oder getötet werden. Nachzulesen z. B. in diesem Artikel in den WDR-Nachrichten. Bußgelder belaufen sich auf bis zu 5.000 €, aber das macht das Tier auch nicht mehr lebendig.

Über diesen Link geht es zur Reportage

Auch bei meinen Telefonaten mit deutschen Nationalparks wurde immer wieder deutlich, wie problematisch nicht angeleinte Hunde sind. Nicht nur, dass sie ggf. Wildtiere jagen können; sie können bodenbrütende Vögel auf- und verscheuchen, geschützte Pflanzen ausreißen oder auch verletzte und Jungtiere, die sich im Dickicht aufhalten, verletzen oder töten. Hier habe auch ich dazu gelernt:

Meine Hündin hat Jagdtrieb und ist im Wald fast immer angeleint, hatte sie für Fotos oft kurz abgeleint. Das ist aber nicht die richtige Botschaft für andere. Daher werde ich in Zukunft nur noch Fotos mit Leine posten, sofern es an dem Ort vorgeschrieben ist und noch zusätzlich darauf hinweisen. Das möchte ich als Empfehlung an dieser Stelle an alle weitergeben, die Hundefotos auf ihren sozialen Kanälen posten.


Missverstandene Naturliebe: Die kostenlose Freiheit geht oft auf Kosten anderer

Die oben genannten Aspekte zeigen meiner Meinung nach sehr deutlich, wie wenig wir von klein auf mit Naturschutz in Verbindung kommen und wie wenig bewusst es uns zu sein scheint, dass der Wald und die Natur allgemein ein Lebensraum von Tieren und Pflanzen ist. Mich macht es wirklich betroffen, mit welchem riesigen Aufwand Ranger und Ordnungshüter Kontrollen durchführen müssen, um all diese unbewussten Menschen aufzuklären.

Naturschutz geht uns alle an - Reisemagazin Bravebird

Auch hoffe ich, dass sich Nachbarn in meiner Straße nicht solch einen riesigen Wohnmobil-Klotz dauerhaft in ihre Einfahrt stellen. Was viele Menschen einfach nicht auf dem Schirm zu haben scheinen: Sie sind nicht allein auf dieser Welt und insbesondere auf Reisen – in der Regel eine Freizeitbeschäftigung und nicht lebensnotwendig – sollte es auch um die Rücksichtnahme auf andere gehen.

Wo wollen wir eigentlich hin?

Wir stecken mitten im Klimawandel und Verlust der Artenvielfalt, spür- und sichtbar. Ist es da wirklich noch an der Zeit, sich einen riesigen Verbrenner zuzulegen und/oder mit einem großen Fahrzeug gedankenlos tausende Kilometer durch Europa zu brettern? Soll es wirklich noch zeitgemäß sein, im Wald große Geschäfte zu machen und anderen den Anblick unseres verschmierten Klopapiers auszusetzen?

Wälder – die Schutzräume der Wildtiere – reduzieren sich durch Rodungen immer weiter. Müssen wir da wirklich auch noch nachts rein und eine Hängematte installieren oder ein Zelt aufschlagen, um „der Natur ganz nahe zu sein“? Brauchen wir wirklich ein Lagerfeuer, um uns „ursprünglicher“ zu fühlen (oder warum man auch immer ein Lagerfeuer machen muss)?

Schaffen wir es nicht mehr, Urlaub zu machen, ohne Natur, Umwelt, Tiere und Mitmenschen dabei in Mitleidenschaft zu ziehen? Indem wir einfach für unseren Urlaub einen angemessenen Preis bezahlen, auf einem offiziellen Platz stehen, normale WCs nutzen, Müll korrekt entsorgen, Wälder, Tiere und Natur nachts in Ruhe lassen, nicht tausende Kilometer in kürzester Zeit fahren und weniger Stickoxide, Mikroplastik und Feinstaub generieren?

Meine Antwort auf die Frage wäre… ich bin da skeptisch.

Zeige Kommentare (10)
  • Hey Ute, ein wirklich mutiger Artikel!

    Mit dem Artikel legst du dich ja gleich mal mit allen an, Blogger, Youtuber, Instagramer, Influencer,… Vanlifer, Camper,… Wanderer,… Hundehalter,… Mikroabenteurer, Makroabenteurer,… Outdoorer, Indoorer,… Radfahrer,… alle! :) Ich mag das (!), und ich wünschte mir mehr Mut, mehr Offenheit, mehr Selbstreflexion… bei allen Medienschaffenden, wie auch bei den Medienkonsumenten!
    Ein toller Artikel, wirklich! Meine Hochachtung und Respekt für deinen Mut!

    Und jetzt geh ich mal Chips holen… :)
    Liebe Grüße
    Markus

    • Hi Markus,
      vielen Dank für dein Feedback! Der Mut hilft leider nicht viel, denn Artikel wie diese werden Unternehmen und die meisten Influencer:innen nicht davon abhalten, weiter diesen Trend zu fördern und ihren happy Lifestyle in der Natur weiter auf Instagram zu inszenieren. Die, die sich ohnehin nicht für Umwelt interessieren, werden es ebenfalls nicht lesen und weiter ihren Müll in der Natur belassen, Feuer im Wald machen und sich von Rangern und Ordnungshütern nichts sagen lassen. Diese pessimistische Einstellung hält mich zwar nicht davon ab, darüber zu schreiben; aber einen wirklichen Effekt hat es erfahrungsgemäß nicht. Trotzdem nochmals Danke für deine positive Unterstützung!
      Viele Grüße und guten Hunger :)
      Ute

  • Hallo Ute,
    wieder ein hervorragend recherchierter Artikel, danke für die vielen Links und Querverweise, welche alle lesenswert und „anschauenswert“ sind. Es ist klar, dass aufgrund des Egoismus der Einzelnen irgendwann alle Dinge zwangsläufig verboten werden. Es gibt einen Satz aus meiner Schulzeit, der sich neulich wieder aus der Schublade im Gedächtnis getraut hat: „Warum machst Du/Ihr das? Du/Ihr macht Euch immer alles selbst kaputt !!“ Wie treffend und wahr, und diesen Satz habe ich zum ersten Mal vor 40 (!!) Jahren gehört, traurig, dass dieser immer noch Bestand hat, vielleicht sogar noch mehr als jemals zuvor.

    Was mich aber am meisten entsetzt hat, sind die vielen Kommentare zu den Reportagen, mich wundert es nicht, dass es keine Empathie mehr in der Gesellschaft gibt, sind doch gefühlt neunzig Prozent mit ihrem Ego beschäftigt oder müssen sich ins rechte Licht in „sozialen Netzwerken“ setzen, wie traurig und wie unsozial! Aber auch klar, dies ist das Ergebnis der Liberalisierung, die seit den 1990er Jahren die Gesellschaft zum Egoisten erzogen hat. Leider auch in allen Bereichen zu erkennen. Genauso wie die Natur zur eigenen Profilierung und Spaß missbraucht wird, setzt sich dies in allen anderen Bereichen ohne Ausnahme fort.

    Ich verweise hier auf eine Reportage des WDR Reset mit dem Titel Anders Essen. Nicht nur, dass es um die immense Lebensmittelverschwendung geht, auch die Reaktionen der Menschen, bis auf einzelne Ausnahmen (und das ist wörtlich zu nehmen, es gab immer nur eine Person dagegen) spiegeln sich 1:1 in den Kommentaren der Beiträge aus den Links wieder. Die WDR Reportage zeigt auch, dass es keinerlei Verständnis, Einsicht oder Schamgefühl mehr gibt, wie in den erwähnten Kommentaren auch nachzulesen. Das ICH steht zu 100 Prozent im Vordergrund und dann kommt erst einmal lange nichts, gleich welche Konsequenzen das Alles hat. Die Erkenntnis, dass es so nicht weiter geht, kommt dann leider – auch wie immer – viel zu spät. Aber dann lasst wenigstens das Gejammere, schließlich hat es Jede/r selbst in der Hand, Entscheidungen zu treffen, Konsequenzen zu durchdenken und sich dann dementsprechend seiner gesellschaftlichen Verantwortung – ja, so etwas gab es früher einmal – zu verhalten. Und ja, man gehört dann nicht immer zum Mainstream, und………. ist das denn wirklich so schlimm?????
    In diesem Sinne viele Grüße Joachim

    P.S. Falls Du Interesse an der Reportage hast, kann ich sie Dir zukommen lassen. LG

    • Hallo Joachim,
      vielen Dank für deine Sichtweise. Mich frustrieren diese destruktiven Kommentare auch wahnsinnig. Ich frage mich oft, was all diese Menschen wohl zusammen erreichen könnten, wenn sie in der selben Zeit etwas konstruktives tun würden… Mich machen all diese Entwicklungen oft betroffen, unter anderem auch aus dem Grund, weil ich keinen Ausweg sehe. Man kann nur das Beste für sich selbst draus machen, denke ich.
      In diesem Sinne, ich freue mich auf die nächsten Kommentare und Sichtweisen!
      Bis bald und viele Grüße!
      Ute

  • Dear Ute
    Ja, alles stimmt. Hier kommt mir aber was in den Sinn. Warum gibt es bestbezahlte, hochrangige Manager, die alles ausgekostet und mitgemacht haben, nach einer Auszeit dazu Andere zu bekehren suchen solche Erfahrungen nicht zu machen ?
    Jeder möchte doch auch mal so was erlebt haben oder ?
    Von sich aus aus Vernunftgründen auf was zu verzichten wo überall beworben wird ist echt verd…. schwierig.
    Hut ab der das kann. Ja. Hut ab.
    Saludos
    Silvio

  • Ja, es ist traurig, was sich so alles in der Welt abspielt. Als ich 1971 geboren wurde, da gab es 3,7 Mrd. Menschen auf der Welt. Heute hat sich diese Zahl mehr als verdoppelt. Alle wollen Essen, Trinken, Leben. Wir hier sind in der glücklichen Lage uns noch über Freizeitaktivitäten Gedanken zu machen .. mit all den Auswüchsen, die du hier auch beschrieben hast. Selbst wenn wir wieder zurück in alte Zeiten und alte Gepflogenheiten kommen, so einer invasiven Art wie den Menschen kann man nicht entgegenwirken. Was können wir also ändern?

    • Hallo Torsten,
      vielen Dank für den Gedankengang! Ich bin da auch überfragt und sehe für mich selbst aktuell nur die Möglichkeit, irgendwo hinzuziehen, wo es weniger Menschen gibt… aber selbst das wird schwierig :/ Wir werden sehen, was die nächste Zukunft bringt.
      Viele Grüße!
      Ute

  • Hallo Ute,

    ja, auch hier stimme ich Deinem gut recherchierten Artikel zu, ohne Wenn und Aber. Vieles deckt sich mit Deinem Artikel über die Nachhaltigkeit von Campern, zu dem ich gestern auch einen Kommentar geschrieben hatte. Aber der ist leider auf der Kommentarseite noch nicht zu lesen.
    Da ich in einem früheren Leben mein Geld mit Verpackungsentwicklung, Werbung und Marketing verdient habe, kann ich bestätigen, das dieser Werbe- und Marketingwelt mit vernünftigen Argumenten in der Regel nicht beizukommen ist. Hier zählen letztendlich nur, wie leider in sehr vielen Branchen, die aus der Kampagne resultierenden Verkaufszahlen. Und da wird leider mit allen Tricks gearbeitet…und wir Verbraucher fallen in der Regel darauf herein, wozu wir eigentlich erstmal nichts können, da hier geschickt bestimmte psychologische Regeln eingesetzt werden.
    Ich habe mich schon vor längerer Zeit aus dieser Welt verabschiedet und eines meiner Hobbies zum Beruf gemacht. Ich arbeite als ganzheitlicher Hufheilpraktiker und Osteopath für Pferde. Hier gibt es wieder andere und doch ähnliche Problematiken, die jedoch mehrere Bücher füllen würden.
    Durch diese sehr schöne Tätigkeit bin ich sehr viel unterwegs, überwiegend auf dem Land. Dafür nutze ich u. a. auch meinen ollen Bus, den ich in dem Kommentar über das Thema Nachhaltigkeit bei Campern/Wohnmobilen auch beschrieben habe. Ich versuche meine Termine in Wochenrouten zu packen und verbinde oft meine Arbeit mit einem schönen Feierabend an einem der vielen schönen Flecken, die ich mittlerweile kennengelernt habe. Sehr oft in der Nähe oder auf dem Gelände meiner Kunden. Ich bin sehr viel in BW, der Schweiz und Niedersachsen unterwegs. Es wäre ökologischer Schwachsinn, von jedem Termin am Abend wieder nach Hause zu fahren. Dies würde mit einem normalen PKW nicht durchführbar, ohne auf Hotels angewiesen zu sein. Dies ist jedoch nicht meine Welt, bedarf guter und vorausschauender Planung und passt für mich vom Preis-/Leistungsverhältnis nicht. Ich kann und werde z. B. nicht in chemisch gereinigten Betten schlafen. Alleine der Geruch verschafft mir Kopfschmerzen. In meinem Bus habe ich meine privaten Sachen, habe Platz für mein Werkzeug. Lediglich die Termine im Umkreis sind Tagestermine und werden mit einem kleinen, ebenfalls 20 Jahre alten PKW angefahren. Auch dieses Fahrzeug hat für mich etwas mit Nachhaltigkeit zu tun, da er technisch absolut auf der Höhe der Zeit ist, mit grüner Plakette etc. und lediglich 4-5 Liter auf 100 KM verbraucht.
    So, und jetzt auf diesem kleinen Umweg zu meinem eigentlichen Kommentar. Obwohl ich Dir in allem, was Du schreibst, zustimme…vielleicht könnte ein etwas anderer Weg
    etwas zielführender sein. Früher (nein, da war nicht alles besser, aber manchmal etwas einfacher) gab es an jedem noch so kleinen Waldparkplatz einen Papierkorb. Heute? Weitestgehend Fehlanzeige. In der Schweiz ist das etwas anders, dort gibt es noch Papierkörbe, auch haben die Schweizer ein anderes Verständnis mit dem Thema Abfall. Man muss sich schon sehr anstrengen, dort Abfälle in der Natur zu finden. Auch, weil es sofort und sehr hoch bestraft wird, Abfall wild zu entsorgen oder auch nur eine Zigarettenkippe aus dem Autofenster zu werfen. Das gleiche gilt für Rastplätze auf Autobahnen. In Deutschland gibt es nur auf sehr großen und neuen Parkplätzen sanitäre Anlagen, in der Regel dort, wo viele LKW ihre Pausen verbringen müssen. Ansonsten Fehlanzeige. In der Schweiz ist das Verhältnis umgekehrt. Kein Problem, wenn dort der Kaffee drückt. Hier in Deutschland? Ui, das kann gefühlt lange dauern, bis eine Toilette auftaucht.
    Was ebenfalls sehr schade ist, das hier „nur“ die Camper in die Pflicht genommen werden. Wie oft sehe ich, das auch Wanderer ihren Müll achtlos wegwerfen. Auch ein PKW auf einem Wanderparkplatz verursacht Motorenlärm, Abgase, verliert vielleicht Öl. Ich weiß, das Thema hat eine andere Überschrift, aber wir sitzen alle in einem Boot. Und wir leben in einem recht kleinen Land mit dichter Besiedelung. Und gerade in diesen doofen Zeiten zieht es viele Menschen, gerade mit Kindern, in ihrer Freizeit raus an die frische Luft. Ist das verwerflich? Meines Erachtens nicht, sondern verständlich! Wenn ich bis jetzt eines gelernt habe, so ist es die Tatsache, das Alles mit Allem zusammen hängt. Wir haben leider mittlerweile eine Umgangskultur erreicht, wo jede/r auf seinem angeblichen Recht pocht und dem „Anderen“ die Schuld gibt. Die Befürworter der Wölfe sind daran Schuld, das Ziegen und Schafe gerissen werden. Also entbrennt ein Kampf zwischen den Befürwortern und Gegnern. Wanderer geben den Mountainbikern die Schuld, das Wild gestört wird und die Wege zerfahren werden. Umgekehrt sind die Wanderer daran Schuld, das man nicht ungestört fahren kann. Die Jäger und Förster regen sich darüber auf, das auf Waldwegen geritten und von Radlern genutzt werden, weil…die Tiere…die Wege etc. Regt sich jemand über die immensen Schäden von einem Holzvollernter auf? Über gigantische Fahrspuren und Schneisen, die in den weichen und empfindlichen Waldboden gefräst werden? Oder die Langholztransporter, die das Holz aus dem Wald holen? Regt sich jemand über die Jäger auf, die mit Ihren Geländewagen am besten noch bis zum Hochsitz fahren
    müssen? Und mehr Schaden auf einem Waldweg anrichten, als Wanderer, Radfahrer und Reiter zusammen? Und das zu Zeiten, wo die Tiere eigentlich auch nicht gestört werden wollen?
    Um nur einige Beispiele zu nennen. Wäre es nicht viel effektiver und friedlicher, wenn wir alle ein wenig aufeinander zugehen könnten? Zum Thema Mikroabenteuer kann ich nur sagen, das der Großteil der Menschheit, und gerade jetzt auch die Kinder immer vermehrt, Ihre Zeit nur noch entweder vor der Klotze oder im „social Media“ verbringen. Für diese Menschen ist tatsächlich schon ein Ausflug mit Picknick im Rucksack ein Mikroabenteuer.
    Es gibt mittlerweile in vielen Bundesländern die Möglichkeit,erlaubt wild zu campen oder zu biwakieren. Alleine in Baden-Württemberg gibt es im Naturschutzgebiet Schwarzwald einige Möglichkeiten, wo man mit Zelt oder einfach mit der Hängematte biwakieren darf. Mit Anmeldung, erst dann erhält man die Koordinaten der Plätze. Diese sind mit einer Holzplattform für ein Zelt oder Schlafsack sowie einer Feuerstelle und eine Trockentrenntoilette ausgestattet. Mal so als Tip für Eltern, die mit ihren Kids kleine Abenteuer erleben wollen.
    Ich will damit sagen, das es durchaus jede Menge Möglichkeiten gibt, raus in die Natur zu gehen. Sie schreiben über sich, das Sie Ihre Reisetätigkeit mit Backpacking begonnen haben. Wie war das mit Übernachten? Im Zelt, Tarp oder Hängematte? Oder gab es jedes mal eine Pension am Wegesrand? Ich denke, eher nicht. Wir sind heute auch noch ab und an mehrer Tage mit Rucksack unterwegs. Wir versuchen über Wanderkarten Schutzhütten zu finden und dort zu übernachten, da dort oft auch Feuerstellen vorhanden sind. Ja, ich verwende tatsächlich ein kleines Feuer, um mir einen Kaffee, Tee oder etwas warmes zu Essen zuzubereiten. Ich bin nämlich kein Freund von Gaskartuschen, die nicht wieder befüllt werden können. Ein Petrokocher ist auch nicht wirklich umweltfreundlich…wenn wir schon mal dabei sind…leider lassen wir immer öfter die Schutzhütten außen vor, aus schon angesprochenen Gründen. Oft keine Müllbehälter, wenn ja, übervoll. Und die berühmten Häufchen mit Feuchtpapier ebenfalls überall. Nein, Danke! dann lieber ein schönes Plätzchen in der Nähe eines Weges, das wir garantiert so oder besser verlassen, wie wir es vorgefunden haben. DA ich weder Medikamente nehme und, soweit es geht, mich vegetarisch und vegan ernähre, wird mein Häuflein, das ich vergrabe, mit Sicherheit weniger Schaden anrichte, wie die Gülle, die ein herkömmlicher Fleischerzeuger auf die Felder ausbringt.
    Nicht falsch verstehen, das ist alles nicht als Kritik an Ihren Berichten gedacht. Ich lese sie sehr gerne und gönne Ihnen Ihre Möglichkeit, mit dem Reisen auch Geld zu verdienen, von ganzem Herzen. Ich möchte nur aufzeigen, das alles, oft leider, zwei Seiten hat. Und wenn wir endlich lernen, mit mehr Toleranz miteinander umzugehen und aufeinander zuzugehen, gerade jetzt in dieser Zeit, dann wird das auch irgendwann klappen. da bin ich sehr zuversichtlich.

    Ich wünsche Ihnen immer wunderschöne Reiseziele und eben solche menschliche Begegnungen und freue mich auf weiter Berichte. Ganz liebe Grüße, Peter

    • Hey Peter,
      auch an dieser Stelle eine kleine Anmerkung: Artikel wie diese hier sind in erster Linie an eine junge und Social-Media-affine Zielgruppe zwischen 25-35 Jahre gerichtet. Wer die extreme Verbreitung dieser Trends in Social Media, deren Ausmaße und Reichweite nicht mitbekommt, kann Artikel wie diese vielleicht nicht so ganz nachvollziehen. Inwiefern bei diesen ausufernden Trends hier Toleranz oder ein aufeinander Zugehen helfen könnte, sehe ich bedauerlicherweise nicht, da die gesellschaftlichen Strukturen sich mehr und mehr in eine Richtung entwickeln, in der die Selbstdarstellung mit einer großen Portion Egoismus an erster Stelle steht. Ich verdiene übrigens kein Geld mit meinen Reisen; diese Artikel schreibe ich vollkommen unentgeltlich aus der Motivation heraus, dass vielleicht der eine oder die andere Leser:in feststellt, dass Trends wie die hier aufgezeigten in ihrem Ausmaß immer negative Konsequenzen für die Natur und Umwelt haben (müssen).
      Beste Grüße
      Ute

  • Hallo und guten Morgen,
    nur weil ich aus einer früheren Generation komme, bedeutet das nicht, das ich diese Strömungen nicht mitbekomme. Gerade deshalb bin ich der Meinung, das es Sinn macht, aufeinander zuzugehen, auch eine andere Richtung vorzuleben. Ich kenne einige jüngere Menschen, die auch sehr euphorisch auf diesen Zug, als Beispiel VAN Life, aufgesprungen sind und dann aber schnell festgestellt haben, das es in der Praxis anders ausschaut. Und auch sehr viel mühevoller, als in der gemütlichen Wohnung alles parat zu haben, was sonst „draußen“ oft mit mehr Aufwand organisiert werden muss.Entweder es war nicht genügend Kapital vorhanden, um davon länger unabhängig zu leben, oder es hat sich herausgestellt, das es nicht so einfach ist, seinen Lebensunterhalt mit Bloggen oder anderen Dienstleistungen, die von unterwegs aus gemacht werden könnten, zu verdienen. Das nennt man Selbsterfahrung ;-). Und diese Erfahrung machen alle durch…
    Ich bleibe auf jeden Fall positiv und nehme mir als Beispiel unsere 3 Kids im Alter von 33, 21 und 16 Jahren. Alle, soweit es in der heutigen Zeit möglich ist, versuchen, nachhaltig zu leben. Kaufen wenn möglich regional und Bio regional, nicht nur Lebensmittel, springen nicht auf jeden Hypezug auf, saßen und sitzen nicht viel in ihrer Freizeit vor dem PC und sind sehr sozial und hilfsbereit. Ich glaube, das wir als Eltern da einen sehr großen Teil in die richtige Richtung beigetragen haben, durch Vermittlung von Werten und Vorleben.
    Liegt vielleicht auch daran, das die beiden Erwachsenen Berufe erlernt haben und erlernen, die es ihnen ermöglicht, den ganzen Tag draußen zu arbeiten und alleine dadurch schon ein anderes Verständnis von sozialer Verantwortung haben.
    Ach ja, ich weiß, das Sie Ihre Berichte kostenlos schreiben. Aber auch Sie werden von irgendeiner Einnahmequelle leben, und da Sie viel unterwegs sind, werden Sie auch von unterwegs aus arbeiten und reisen mit arbeiten verbinden. So war das in meinem Kommentar gemeint. Auf jeden Fall freut es mich für Sie, beides verbinden zu können!
    Weiterhin gutes Gelingen und viele schöne Reiseziele, Peter

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