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Aussteigen – 7 Dinge, die einem keiner sagt

Aussteigen – 7 Dinge, die einem keiner sagt

Der Traum vom Aussteigen - Dinge, die einem keiner sagt - Reiseblog Bravebird

Viele Menschen träumen davon: nochmal neu anfangen, Altlasten ablegen, dem Leben mehr Sinn verleihen und mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge haben. Ich habe mich damals vor allem nach Freiheit gesehnt, die mir in meinem zeitintensiven Job über viele Jahre extrem gefehlt hat. Jeden Tag, an dem ich zur Arbeit in die Innenstadt fuhr, träumte ich davon, morgens ohne Druck und Stress im Café frühstücken zu können. Und über viele Monate auf Reisen zu sein.

In den vergangenen neun Jahren habe ich mir all diese Wünsche erfüllt: maximale Freiheit gelebt, insgesamt zwei Jahre auf Reisen gewesen, meinem Leben deutlich mehr Sinn verliehen, verschiedenste Wohnsituationen ausprobiert, natürlich auch häufig morgens in Cafés gesessen und die freie Zeit ohne Druck und Stress in vollen Zügen genossen. Die meisten Zweifel, die ich vor meinem Ausstieg 2014 hatte, stellten sich als unbegründet heraus.

Dafür ergaben sich teils große Herausforderungen, die ich überhaupt nicht auf dem Schirm hatte und mein Leben ziemlich auf den Kopf gestellt haben. Hier sind einige davon:

1. Dein Leben wird nie mehr so sein wie es mal war!

Klar, das wollte man doch eigentlich auch, oder? Nicht unbedingt. Dieses andere, teils ungewöhnliche Leben verändert die eigene Sichtweise auf vielfältige Weise. Die 60.000 Gedanken am Tag kreisen nun nicht mehr zum großen Teil um Arbeitsthemen, sondern um Alltägliches, Gesellschaft, Umwelt und Politik. Meinungen, Sichtweisen, Verhaltensweisen, Werte und viele andere Faktoren ändern sich und das teilweise sehr schnell. Die ganze Wahrnehmung dreht sich um die eigene Achse und mit dieser „Verwandlung“ gilt es umzugehen.

Wer Freude an persönlicher Veränderung entwickelt, wird schnell feststellen, dass das im eigenen Umfeld nicht unbedingt willkommen ist. Freunde, Familie und Bekannte können das ziemlich befremdlich finden. Und man selbst wird ebenfalls feststellen, dass so manche Freundschaft nicht mehr die ist, die sie mal war. Auch eine Partnerschaft kann zerbrechen, wenn sich eine:r stark weiterentwickelt und der/die andere stehenbleibt oder hartnäckig am Alten festhält.

Viele glauben, dass Menschen sich nicht mehr ändern können. Das kann ich mit meiner heutigen Erfahrung nicht bestätigen. In meinem Leben hat sich wahnsinnig viel verändert, teilweise um 180 Grad. Manches zeitweise nicht zum gewünschten Positiven, jedoch immer mit der Gewissheit, dass ich es in der Hand habe. Wer versucht, sich selbst jenseits von gesellschaftlichen Normen und Zwängen besser kennenzulernen, hat einen weiten Weg vor sich; auch das habe ich lernen müssen.

2. Für deine Mitmenschen bist du immer ein wenig (zu) anders

Eine Weltreise unternehmen, für eine Zeit oder dauerhaft auswandern, irgendwo in Ferienwohnungen leben oder schlichtweg zu Hause einen minimalistischen Alltag mit viel Freizeit verbringen – all das ist nicht die Norm und wird für die meisten Menschen in deinem Umfeld ungewohnt sein. Meine Zweifel bestanden früher in einem sozialen Abstieg, denn wer ist man denn schon ohne eigene Wohnung und festem Job? Oft war das Gegenteil der Fall, viele fanden es mutig oder spannend.

Vor allem die Phasen, in denen zum Beispiel mal eine (bei diesem neuen Lebensstil nicht ungewöhnliche) Orientierungslosigkeit herrscht, wird man gern mit besorgten Fragen oder gut gemeinten Ratschlägen überhäuft. Erst in dieser Situation fiel mir auf, wie schwer es vielen Menschen fällt, schwierigere Episoden oder Planlosigkeit auszuhalten. Wenn man sich auf das Leben einlässt, gehört das dazu. Man muss nicht immer einen Plan haben, aber das scheint für die meisten irgendwie nicht mehr zeitgemäß zu sein.

Hier ist es wichtig, feste Freund:innen und Familienmitglieder zu haben, mit denen man auf einer Ebene verbunden ist, die all das trägt. Wo man sich nicht ständig erklären muss und man einfach sagen kann, dass Ratschläge oder Besorgnis gerade nicht sinnvoll sind (oder sogar nerven). Dennoch muss einem bewusst sein, dass man je nach persönlicher Entwicklung von einigen Leuten für seltsam oder sonderbar gehalten wird.

3. Das Thema Geld ist dein permanenter Begleiter

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich in meinem Artikel Aussteigen, aber was ist mit dem Geld die Möglichkeiten aufzählte, wie ich weniger Geld ausgeben könnte und dafür weniger arbeiten müsste. Wenngleich ich die Gedanken heute nicht als falsch erachte, hat sich meine Sichtweise inzwischen etwas geändert. Solange man aussteigt und auf lange Sicht ein ausreichend großes Polster für eventuelle Notfälle und Anschaffungen hat (das müssten schon mehrere Hunderttausende sein…), kann man ein wirklich tolles Aussteiger-Leben genießen.

Weniger reizvoll ist hingegen ein Alltag mit geringem bis keinem vorhandenen Polster. Wer z. B. seine Reserven irgendwann aufgebraucht hat, sich über die Selbstständigkeit seinen Lebensunterhalt verdienen muss und vielleicht sogar noch die private Altersvorsorge bedient, sollte bestenfalls frei von Existenzängsten sein. Ein niedriger Lebensstandard ist für eine Zeitlang sehr lehrreich, bringt Demut ins Leben zurück und viel freie Zeit ist im wahrsten Sinne des Wortes unbezahlbar. Aber auf Dauer?

Überhaupt nicht einfach, vor allem, wenn plötzlich die Kosten z. B. durch Inflation explodieren, unvorhergesehene Kosten oder eine längere Krankheit auftreten, oder man sich dafür entscheidet, aus einem Land mit sehr geringen Lebenshaltungskosten zurück nach Deutschland zu kommen. Im Zweifel heißt es hier Abschied von der gewohnten, schönen Freiheit zu nehmen und wieder einen regulären Job anzutreten – zähneknirschend…

4. Der Mythos vom Genuss jedes einzelnen Tages

»Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter« ist zu einer gängigen Floskel geworden, die uns zu mehr Achtsamkeit im Alltag aufrufen soll. Wie gehe ich aber damit um, wenn ich jeden einzelnen Tag wirklich die Möglichkeit habe, aus ihm das Beste herauszuholen? Jeden Tag reisen? Auf Dauer anstrengend und ermüdend. Jeden Morgen im Café sitzen? Auf Dauer langweilig und teuer. Kurzum: sich jeden Tag 24/7 zu fragen, wie man nun das Beste draus machen kann, ist wahnsinnig anstrengend.

Und gleichzeitig deprimierend, denn nach einigen Monaten Freiheits-Glücksgefühl stellt man fest, dass es gar nicht so einfach ist, jeden Tag glücklich und erfüllt zu sein. Jeden Tag neu entscheiden zu müssen, was man denn nun heute tun soll für den perfekten Tag. Sich was kaufen? Nicht schon wieder wieder. Chillen und entspannen? War doch gestern schon dran. Das hört sich jetzt nach einem krassen Luxusproblem an, das es zweifellos ist. Aber es ist eben ein Problem!

Dieses Problem drückt wiederum unweigerlich auf die Motivation, die in ein „Ist doch echt egal, was ich heute mache.“ umschlagen kann. Vielleicht ist es das ja auch, wer weiß das schon? Letzten Endes ist man nur einen Wimpernschlag an Zeit auf diesem Planeten und unter 8 Milliarden Menschen eine winzig kleines Schräubchen im System. Und da kommt auch gleich ein weiteres Thema ins Spiel:

5. Wo ist er nur hin, der Sinn des Lebens?

Wer sich nach Studium oder Ausbildung für Familie und Kinder entscheidet, weiß, dass ihr/sein Sinn des Lebens für die nächsten mindestens zwanzig Jahre aus Kinder großziehen besteht. Umrahmt von Job, Familientreffen, Urlaub in den Schulferien usw. Hier gibt es wenig zu hinterfragen. Völlig anders ist es für diejenigen, die sich gegen eine Familienplanung entscheiden oder deren Planung gescheitert ist. Diese Lebensgestaltung ist dann für viele Jahrzehnte völlig offen.

Das Leben in einer Multioptionsgesellschaft macht es hier nicht unbedingt leichter; vielleicht ist sogar das Gegenteil der Fall. Für das Lebensmodell ohne Kinder gibt es kein Skript und keine Bedienungsanleitung, aber tausend Möglichkeiten. Wer nicht 40 Jahre bis zur Rente auf seinem Bürostuhl festkleben möchte, wird Lebensmodelle ausprobieren müssen. Und selbst hier kann man unzählige Varianten testen und trotzdem wieder in der Heimat landen, weil eben alles seine Vor- und Nachteile hat, z. B. wenn Familie und Freunde fehlen.

Problematisch wird es, wenn der Sinn des Lebens derart in Frage gestellt wird, dass alles keinen Sinn mehr zu machen scheint. Oder wenn einem die Ziele fehlen – übrigens meine größte Herausforderung. Wenn du lernst, dass du weder viel Geld noch Status brauchst, um glücklich zu sein, fällt eine Menge der bisherigen Ziele weg. Und wenn obendrein noch die tägliche Struktur wie Arbeitszeit oder andere regelmäßige To-do’s wegfallen, rückt das tiefe, schwarze Loch in gefährliche Nähe.

6. Die Sache mit dem Antrieb

Ich weiß nicht mehr, wo ich diese kluge Metapher gelesen habe (ich glaube, es war in einem Buch von Harald Welzer):

Ein fahrender Zug, der mit hoher Geschwindigkeit über die Schienen rollt, lässt sich nur schwer anhalten. Ein stehender Zug hingegen braucht jede Menge Antrieb, um wieder ins Rollen zu kommen.

Wenn ich mein Leben früher betrachte, bin ich mit 300 km/h unaufhaltsam über die Schienen gerollt – und zwar in allen Bereichen. Heute kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, wie ich das alles unter einen Hut bringen konnte. Auch auf Reisen stand ich unter Strom, wollte viel erleben und packte so viele Stationen wie möglich in die verhältnismäßig kurze Reisezeit. Heute hingegen bin ich schwer zu motivieren, stelle jede Arbeit erstmal in Frage und brauche viel Muße.

Die Gelassenheit im Alltag ist einerseits verführerisch schön, andererseits ein nerviger, sperriger Klotz am Bein. Manchmal denke ich, ich bin von einem fast Burnout in einen fast Boreout gerutscht. Beides ist nicht gesund und beidem kann man erfreulicher Weise entkommen. Heute verstehe ich jeden Langzeitarbeitslosen, der sich nicht für einen neuen Job motivieren kann. Es ist einfach wahnsinnig schwer, wieder in die Spur zu kommen und von einem sehr bequemen, super entspannten Leben Abstand zu nehmen.

7. Aussteigen muss nicht das ultimative Glück bedeuten

Endlich kein Stress und Druck mehr. Endlich Freiheit ausleben. Endlich auf der Sonnenseite des Lebens den Tag genießen. Endlich mal dürfen, was man will, ohne ständig zu müssen, was man soll. Gerade, wenn das eigene Leben nicht in der Balance ist, sehnt man sich nach dem Part, der nicht ausgefüllt ist. Wie schon in den vorigen Punkten beschrieben, muss die grenzenlose Freiheit oder ein Maximum an Freizeit auf Dauer nicht zwangsläufig glücklich machen.

Wenn alle Ziele und Wünsche nach dem Ausstieg ausgiebig er- oder durchlebt wurden – was kommt dann? Vielleicht sehnt man sich plötzlich wieder nach dem früheren, luxuriöseren Lifestyle, der nun mit wenig(er) Geld nicht möglich ist. Oder nach mehr Struktur. Vielleicht wird wieder ein regelmäßiges Einkommen wichtig. Oder man sehnt sich schlichtweg nach Anerkennung, Mitwirken in einem Team oder Dingen, die einem früher viel Freude bereitet haben.

Wie schon weiter oben beschrieben, können sich die einstigen Träume als Schäume herausstellen. Das wiederkehrende Grübeln über das Ausfüllen eines Tages ebenso wie das Hinterfragen nach dem Sinn kann sehr anstrengend werden. Freizeit sinnvoll zu gestalten stellt auf Dauer eine – ob man es glaubt oder nicht – große mentale Herausforderung dar. Vieles verändert sich im innen und außen und darauf muss man vorbereitet sein.

Fazit

Würde ich denn diesen Weg nochmals gehen, trotz der teils steinigen Passagen? Definitiv ja! Heute würde ich einiges anders machen, aber damals war ich eben noch nicht soweit. Über viele Jahre hatte ich außerdem das Gefühl, mich von der stressigen, körperlich herausfordernden Phase vor dem Ausstieg erholen zu müssen. Warum schreibe ich diese Punkte überhaupt auf? Sicher nicht, um von dem Schritt abzuraten. Eher, um die Perspektive dafür zu öffnen, dass man offen und flexibel sein und bleiben sollte.

Auch ist es wichtig zu wissen, dass dieser Schritt zu zweit wesentlich einfacher ist als alleine. Über die Finanzen sollte man sich vorher ausgiebig Gedanken machen und immer Puffer für eventuelle Notfälle (welcher Art auch immer) zur Verfügung stehen haben. Gute Freunde oder Familienmitglieder sind wichtig, um im Fall der Fälle aufgefangen zu werden. Ein Ausstieg ist ein Privileg und ein Geschenk an sich selbst, das Leben und seine Höhen und Tiefen besser kennenzulernen. Was man daraus macht und wie es sich entwickelt, hat man selbst in der Hand.

Ich selbst kehre mittlerweile nach und nach wieder in relativ geregelte Bahnen zurück. Dennoch gibt es einen Teil in mir, der zum Beispiel gerne in Mittelamerika leben würde. Hätte ich nicht vielleicht doch in Mexiko auf dieser kleinen Insel bleiben sollen? Macht mich die nicht gerade schönste Stadt der Welt Köln auf Dauer glücklich? Früher hätte ich diese Fragen als lästig empfunden; heute sind es für mich „interne“ Hinweise, die mir den Weg weisen, meine Zukunft erfüllend zu gestalten.

Zeige Kommentare (6)
  • Richtig spannende Gedanken. Es kann echt anstrengend sein, ein unkonventionelleres Leben zu führen oder führen zu wollen, das nicht vorgezeichnet ist. Ich denke, das ist der viel schwierigere Weg.

  • Das ist gerade ein sehr passender Blogeintrag. Ich bin immer wieder hin und hergerissen zwischen Alltag und „alles hinschmeißen“ und ausreißen. Aber immer mit Bauchschmerzen und vielen Gedanken dazu (Was eben alles daran hängt usw.). Der Beitrag erhält, denke ich, großen Wahrheitsgehalt. Bei Social Media werden halt immer nur die Sonnenseiten gezeigt und man wird richtig in diese „Ausbrech Spirale“ reingezogen weil immer alles so toll und perfekt wirkt. Danke für diesen ehrlichen Beitrag und deine Gedanken dazu.

  • Für mich hat meine Auszeit die ich mir vor vielen Jahren so sehr gewünscht habe und dann auch für ein halbes Jahr verwirklicht habe zumindest eine Erkenntnis gebracht.
    Und zwar eine riesen große Ernüchterung nach einer gewissen Zeit. Ich hatte immer das Gefühl das meine Arbeit mich am Leben hindert weil daneben kaum noch Zeit blieb
    oder ich zu Erschöpft war um meinen (vermeintlichen) Träumen nachzugehen. Und ja die ersten 3 Monate war es wirklich toll. Endlich mal Zeit für MICH, zum ersten mal frei im Leben und nicht so sehr fremdbestimmt. Ich bin gereist und hab die Seele baumeln lassen.
    Danach musste ich feststellen diese sogenannte Freiheit muss man aushalten können. Und irgendwie war ich dem nicht gewachsen. Alles verschwimmt nach einiger Zeit.
    Es gibt kein schwarz oder weiß mehr, nur noch ein grau.
    Hätte ich vorher nicht ansatzweise so erwartet. Viel Zeit bedeutete für mich viel Zeit zum Nachdenken und Grübeln.
    Es wird nach einiger Zeit wirklich schwer sich selber zu Managen und nicht in ein tiefes Loch zu fallen.
    Ich bin froh es gewagt zu haben so weiß ich jetzt Arbeit auch wenn sie manchmal sehr anstrengend und nervig sein kann gibt einem zumindest etwas Kontrast im Leben.
    Somit kann ich mich über freie Zeit wieder viel mehr freuen. Denn etwas rares wird auch immer etwas kostbarer.
    Und nicht immer Vollgas, Teilzeit reicht auch mal. Die goldene Mitte macht am meisten Sinn.

    Dieser Blog begleitete mich die ganze Zeit, hab mich oft wiedergefunden in deinen Worten und es hat mich inspiriert.

    Liebe Grüße

  • Tja, Deine Punkte treffen es genau. 6 der 7 Punkte habe ich in meinen beiden halbjährigen Auszeiten auch kennenlernen dürfen, nur Geld war bei mir komplett harmlos da genug vorgesorgt. Die meisten haben Angst mit dem Geld auszukommen, aber viel schwieriger ist es mit sich selber zurechtzukommen !

    – jeden Tag von 0 an selber neu strukturieren zu können/müssen ist echt eine Herausforderung und erlaubt wenig sich treiben lassen
    – wenn ich unterwegs oder beschäftigt war, konnte ich das nicht immer genießen, da ich mehr als früher an die Zeit danach dachte und was man aus der machen kann/sollte. Im hier und jetzt leben sieht anders aus …
    – der Kontakt mit den Zeitgenossen wird nicht nur leichter. Ich hatte zwar mehr Zeit und Kraft war aber auch gehemmter, da ich die unterschiedlichen Lebenswelten ständig präsent und hierzu auch gerne mal ein schlechtes Gewissen hatte
    – Krisen und Umbrüche in Beziehungen lassen sich nicht unbedingt leichter bewältigen, da auch hier die Lebenswelten auseinanderrücken (meine konkrete Erfahrung)
    – in der ewigen Sinnsuche hat es mich nicht weitergebracht, da sind die Pfeiler und Lücken gleichgeblieben

    Fazit: ich würde es so nicht wieder machen. Ich werde mir vorher eine strukturgebende Alternative zur Arbeit bauen, was alles andere als leicht ist.

  • Ja, ich verstehe jeden deiner Gedanken und deine damit verbundenen Ausführungen. Bei mir war es von Mitte 2018 bis Mitte 2022. Dann habe ich wieder einen festen Job gefunden. Irgendwie schräg, das Ganze. Einmal raus aus dem war wir als schon fast klassisch „System“ bezeichnen und wieder zurück. Eine bittersüße Erfahrung. Diese Zeit war nicht immer schön aber auch die wertvollste meines Lebens. Warum zurück. Ja, das liebe Geld. Langweilig wurde mir nie. Was mir am besten gefallen hat. Es war dieser veränderte Blick auf Dinge. Jene Themen die du auch in deinem, diesem Artikel beschreibst. Verblüffenderweise muss ich sagen, habe ich jetzt einen Arbeitsplatz der zwar fordernd ist aber auch gleichzeitig, das Beste war mir arbeitstechnisch passieren konnte. Schräg finde ich es, wenn ich meinen Kollegen und Kolleginnen zuhöre wenn sie über ihre Alltagsprobleme erzählen und ich zugleich ich mich hineinhöre und an „meine“ Auszeit erinnere. Ab und zu kommt mir eine Träne aus und möchte wieder zurück und doch wieder nicht.
    Liebe Ute. Danke, dass du immer wieder deine Gedanken mit uns teilst. Liebe Grüße.

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