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7 wichtige Schritte, um Tiere auf Reisen zu schützen

7 wichtige Schritte, um Tiere auf Reisen zu schützen

Seesterne nicht aus dem Wasser holen - Reiseblog Bravebird

Die Zeiten ändern sich – sowohl im Positiven als auch im Negativen. Einerseits werden viele von uns immer bewusster und sensitiver, andererseits reisen mittlerweile eine Milliarde Touristen im Jahr um den Globus, um Highlights zu erleben und sich auf ihren Social Media-Kanälen in einem möglichst besonderen Licht zu präsentieren. Letzteres geht leider oftmals zu Lasten von Tieren, die durch die menschliche Sehnsucht nach Sensation und Einmaligkeit großes Leid erfahren.

Wenn ich auf meine Reisen zurückblicke, habe ich in Bezug auf einen respektvollen Umgang mit Tieren damals auch eine Menge Fehler gemacht. Das größte Problem liegt meiner Meinung nach darin, dass wir von Kleinauf lernen Tiere zu deindividualisieren; d. h. wir kategorisieren Rassen und Arten, indem wir sie entweder zu unserem geliebten Freund machen (wie Katze oder Hund) oder sie zum Missbrauch freigeben, sprich sie quälen, töten oder einsperren.

Elefantenreiten und Tierschutz - Reiseblog Bravebird
Foto: C Rayban – Unsplash

Der wachsende Massentourismus und die extreme Zunahme des Teilens von Erlebnissen in den sozialen Medien hat in vielerlei Hinsicht einen entsprechend hohen Einfluss auf Tiere weltweit. Die wichtigste Frage, die du in Bezug auf Tiere in deinem Reisegepäck haben solltest (z. B. wenn du unsicher sein solltest, ob die Haltung gut oder schlecht ist), wäre daher sinnvoller Weise immer diese:

“Hat das Tier Freude an dem, was es gerade macht bzw. machen muss?”

Obwohl diese Frage glaube ich an den meisten Stellen wahrscheinlich schon alles beantwortet, wollte ich mir dennoch noch einen tieferen Einblick in das Thema verschaffen und habe mir hierfür fachliche Unterstützung von Peter Höffken eingeholt, der als Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA Deutschland aktiv ist. Hier nun die Do’s und Don’ts im Umgang mit Tieren auf Reisen:

1. Attraktionen mit Tieren

Wenn wir in der weiten Welt unterwegs sind, möchten wir neben der Landschaft und Kultur eines Landes natürlich ebenso gerne die Tierwelt kennenlernen. Hier wird Touristen alles Mögliche angeboten, was entweder den Einheimischen oder Unternehmen Geld in die Kasse spült oder eine Attraktion noch beliebter machen soll. Die Liste ist hier überraschend lang, wie ich feststellen musste.

⋆ Zoos, Tier- & Vogelparks

Wildtiere im Zoo - Gegenteil von Tierschutz - Reiseblog Bravebird
Foto: Sebastian Kurpiel – Unsplash

Viele Wildtiere und Vögel legen in der freien Natur zig Kilometer täglich zurück, was ihnen im Zoo oder Tierpark ein ganzes Leben lang verwehrt bleibt. Eine große Anzahl der Tiere legt daher deutlich sichtbare Verhaltensstörungen an den Tag wie das sich ständig wiederholende Hin- und Herlaufen, Schwenken des Kopfes usw. In vielen Ländern haben die Tiere zum Teil noch weniger Platz in ihren Käfigen als bei uns, was mir nachhaltig in trauriger Erinnerung geblieben ist.

Das ist aber noch nicht alles. Durch den Stress werden viele Tiere mit Medikamenten (Psychopharmaka) ruhig gestellt. Etwa 85% aller Tiere in Zoos sind übrigens nicht vom Aussterben bedroht. Ebenso gruselig ist die Tatsache, dass durch die Vermehrung der Tiere ein unerwünschter Überschuss entstehen kann. Experten schätzen, dass durch die Vermehrung bis zu 5.000 Tiere pro Jahr in europäischen Zoos getötet werden (Quellen in den u.g. Links)!

Tierschutz hört bei Zoos auf - Reiseblog Bravebird
Foto: Venkat Sudheer Reddy – Unsplash

Was du tun kannst? Meide Zoos, Vogelparks und Falknereien. Je weniger Menschen dieses sichtbare Tierleid auf kleinstem Raum unterstützen, umso größer die Hoffnung, dass Zoos und Tierparks irgendwann mal keine Zukunft mehr haben werden. Jeden Tag sterben durch Klimawandel, Waldbrände und weitere Umweltprobleme Tier- und Pflanzenarten aus, weshalb ein Zoo in diesem Hinblick keine besondere oder unterstützenswerte Hilfe darstellt.

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⋆ Aquarien, Terrarien & Delfinarien

Warum du Delfinarien meiden solltest - Reiseblog Bravebird
Foto: neONBRAND – Unsplash

Mit Sprüchen wie “Delfine sind weise Tiere. Entdecken Sie die Welt durch ihre Augen!” werben Delfinarien-Betreiber um Besucher. Wenn wir die Welt durch die Augen eines eingesperrten, sensiblen Delfins sehen könnten, würden wir wahrscheinlich unendlich weinen müssen. Delfine, Wale und Seelöwen müssen ihr gesamtes Leben in kleinen, leblosen Becken verbringen, können ihren natürlichen Bedürfnissen nicht nachkommen und müssen dämliche Kunststücke lernen und vorführen.

Ein Ex-Orca-Trainer von Seaworld berichtet, dass die Tiere unglaubliche Qualen erleiden müssen (Artikel); angefangen von der extremen psychischen Belastung über langwierige Krankheiten und endend mit der Tatsache, dass sie eine wesentlich kürzere Lebenszeit haben als ihre Artgenossen im Meer. Erschreckend finde ich die Haltung des Reiseveranstalters TUI, der trotz Demos und Aufforderung von Tierschutz-Organisationen nicht bereit ist, Reisen zu SeaWorld & Co. von ihrem Angebot auszuschließen.

Aqarien nein Danke - Reiseblog Bravebird
Foto: Chris Blonk – Unsplash

Was du tun kannst? Meide Delfinarien, Aquarien und alles weitere, wo Tiere in Gefangenschaft gehalten werden und zu unnatürlichen Kunststücken gezwungen werden. Kein Tier sollte sein Dasein in Gefangenschaft verbringen und deshalb wesentlich früher sterben müssen. Des Weiteren kannst du zum Beispiel unter diesem Link eine vorbereitete Protest-Mail an TUI absenden oder unter diesem Link eine Protest-Mail an die Expedia Group.

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⋆ Streichelzoos & Fotoshootings

Selfies mit Wildtieren - Tierschutz - Reiseblog Bravebird
Foto: Glenn Haertlein – Unsplash

Einem wilden Tier ein Mal ganz nah sein, das wünschen sich viele. Und das geht in fernen Ländern auch überraschend leicht: Greifvogel auf dem Arm, Krokodil in der Hand, Schlange um den Hals und sehr begehrt der Sitz neben dem Tiger. All das geht aber nur, wenn das ursprünglich wilde Tier irgendwie in Schach gehalten und ruhiggestellt wird. Krokodilen wird das Maul versperrt, Tiger werden mit Medikamenten zum Dösen oder Schlafen gebracht.

Affen werden die Zähne mit Nagelclippern entfernt, damit sie Touristen nicht beißen können. Delfine werden für das beliebte Kuss-Foto jahrelang in kleinen, leeren Becken gehalten. Manchen nachtaktiven und vom Aussterben bedrohten Tieren (z. B. Loris) werden Drogen verabreicht, damit sie tagsüber wach bleiben. Besonders brutal sind die Löwenfarmen in Afrika, wo Jungtiere zum Streicheln angeboten werden – und wenn die Tiere dann groß sind, werden sie für die Jagd freigegeben.

Selfies mit Wildtieren - Tierschutz - Reiseblog Bravebird
Foto: Lucas Carvalho – Unsplash

Was du tun kannst? Deine Tierliebe zeigst du einem Tier am meisten, wenn du es aus einer Entfernung betrachtest, wo es nicht in Stress versetzt wird (Safari, große Gehege usw.). Die Shootings bringen den Veranstaltern von Tigertempeln, Delfinarien & Co. viel Geld – die Leidtragenden sind jedoch dabei die Tiere. Kein wildes Tier hat Bock darauf, hunderte Male am Tag im Arm gehalten und fotografiert zu werden. Hilf mit, diese Einsicht an andere weiterzugeben.

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⋆ Zirkus & Tiershows

Warum du nicht in einen Zirkus gehen solltest - Reiseblog Bravebird
Foto: Becky Phan – Unsplash

Über die Missstände in Zirkussen wurde schon so viel berichtet und trotzdem hören die Veranstaltungen mit wilden Tieren in der Manege nicht auf. Elefanten, Tiger, Löwen, Zebras, Seelöwen und viele weitere Tiere müssen ständig ihren Aufenthaltsort wechseln, in winzigen Käfigen ohne Auslauf dahinvegetieren und wie man sich vorstellen kann, macht kein Wildtier gerne Kunststücke auf Abruf, weshalb hier zwangsläufig Gewalt im Spiel sein muss.

Aber nicht nur innerhalb des Zirkuszeltes findet Tierquälerei statt. Oft werden bei Tagestouren Besuche bei “Farmen” angeboten, bei denen Menschen ihre Macht gegenüber wilden Tieren demonstrieren; sei es das vermeintliche Zähmen eines Krokodils oder das Spiel mit einem verkleideten Affen, der zur Musik tanzen soll. Alles nur für ein paar Euro mehr Trinkgeld – das Tier ist hier ungeachtet seiner Bedürfnisse immer nur Mittel zum Zweck.

Tierquälerei in Tiershows in den USA - Reiseblog Bravebird
Eins meiner unschönsten Erlebnisse auf Reisen: Tiershow in den Everglades, USA

Was du tun kannst? Zirkusse mit dem Einsatz von Tieren und Tiershows meiden. Vor der Buchung von Tagestouren nachhaken, ob etwas mit Tieren in der Tour enthalten sein wird. Solltest du unverhofft in eine Tour mit Tierqual-Inhalten rutschen (wie z. B. bei der Show auf dem Bild dargestellt), teile dem Veranstalter deinen Unmut mit und hinterlasse eine entsprechende Bewertung auf Tripadvisor oder anderen Plattformen. Damit kannst du andere vor solch einem unerwünschten Erlebnis bewahren.

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2. Reiten & Kutschfahrten

Der Rücken lauffreudiger Tiere scheint ein natürliches Fortbewegungsmittel zu sein und doch haben sich auch hier die Zeiten geändert. Es reisen immer mehr Menschen und immer mehr davon werden bequemer; die Sommer werden heißer und die Konkurrenz und der Preisdruck somit größer. Die Probleme sind hier vielfältig, auf die es zu achten gilt:

⋆ Elefanten-Trekking

Elefantenreiten Tierquälerei - Reiseblog Bravebird
Foto: Frank Holleman – Unsplash

Die Tierschützer von World Animal Protection (WAP) sagen, Elefantenreiten sei die grausamste Tierattraktion der Welt. Viele Elefanten verbringen den Großteil ihres Arbeitslebens in Ketten. Sie werden meist schon früh nach der Trennung von der Mutter im Kindesalter im Willen gebrochen und darauf folgend mit einem Elefantenhaken ihr Leben lang in Schach gehalten. Um ein Kalb zu fangen (geschieht meist illegal), müssen bis zu fünf erwachsene Elefanten getötet, die es beschützen wollen.

Tierschutzorganisationen raten daher von allen Attraktionen ab, die einen Kontakt mit Elefanten ermöglichen; also auch Baden, Volunteering oder Fotoshootings. Man muss sich hier wirklich vergegenwärtigen, dass alles rund um dieses Tier außerhalb der freien Natur Ausbeutung darstellt. Letzten Endes ist das Vergnügen aber auch für Menschen nicht ganz ungefährlich, da jedes Jahr dutzende Menschen getötet oder schwer verletzt werden.

Foto: Benny Vincent – Unsplash

Was du tun kannst? Meide alle Aktionen, die einen direkten Kontakt mit Elefanten ermöglichen. Jede Aktion unterstützt ansonsten das Fortbestehen von Tierquälerei und den Handel mit Elefanten, der wie erwähnt mit dem Tod mehrerer erwachsener Elefanten verbunden sein kann. Es gibt seriöse Auffangstationen und Nationalparks, die keinen Kontakt mit den Tieren anbieten und sie nicht in Ketten halten. Pro Wildlife hat in dieser Liste einige vertrauensvolle Veranstalter aufgeführt.

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⋆ Kamele & Dromedare

Tierschutz auf Reisen - Kamelreiten - Reiseblog Bravebird
Foto: Charlota Blunarova – Unsplash

Sie sind für uns der Inbegriff des Nomadentums in der Wüste und daher wirkt das Reiten eines Kamels auf den ersten Blick unproblematisch. Während Kamele früher die Funktion als Lasten- und/oder Zugtier hatten, werden sie heute durch Autos und Transporter abgelöst und dadurch in der Unterhaltungsbranche im Tourismus eingesetzt. Das Tragen von teils übergewichtigen Menschen sowie das Gehen und stundenlange Warten in glühender Hitze ist allerdings alles andere als schön für die Tiere.

Immer wieder kommen auch mangelhafte Haltungsbedingungen und Misshandlungen in verschiedenen Ländern zutage. In diesem Artikel von PETA einschließlich Videos und Petition kann man sich ein Bild über die traurigen Zustände z. B. in Ägypten machen. Touristen senden häufig Bilder und Videos über Tierquälerei und Misshandlungen in aller Welt bei PETA ein, was übrigens auch du tun kannst, wenn du so etwas beobachten solltest.

Foto: Jessica Arias – Unsplash

Was du tun kannst? Als Tourist wird das Vergnügen im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Rücken des Tieres ausgetragen und das lässt sich auf den meisten Strecken natürlich vermeiden. Auch Selfies mit bunt und wild geschmückten Kamelen unterstützen diesen touristischen Trend. Kamele sind in freier Wildbahn am Schönsten zu beobachten. Wenn du Missbrauch feststellen solltest, kannst du eine aufklärende Bewertung auf Tripadvisor hinterlassen, um andere zu warnen (Beispiel).

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⋆ Pferde, Esel & Kutschen

Pferde in Petra - Tierschutz - Reiseblog Bravebird
Foto: Yiliya Kosolapova – Unsplash

Besonders in den heißen Ländern ist die Nutzung dieser sensiblen Tiere einfach nur grausam. Nicht selten müssen sie bei hohen Temperaturen schwer- oder übergewichtige Menschen über Treppen oder schwierigen Untergrund bewegen und oft werden sie schlecht versorgt, geschlagen und misshandelt. Die Bilder z. B. von Santorini, wo sich Touristen in der prallen Sonne per Esel die steilen Treppen hochhieven lassen, machen mich regelmäßig betroffen (siehe hier das Youtube-Video), hier geht’s zur Petition.

Auch die Felsenstadt Petra in Jordanien ist bedauerlicher Weise ein Ort, der für die schlechte Behandlung von Pferden bekannt ist. Genauso wenig wie Pferde und Esel für die eigene Bequemlichkeit genutzt werden sollten, muss man auch keine Kutschen unterstützen. Gerade mitten in der Stadt sind sie einem wahnsinnigen Stress durch Lärm und andere Fahrzeuge ausgesetzt. Wenn man genauer hinschaut, wird man zudem in vielen Ländern den desolaten Zustand der Kutschpferde bemerken.

Tierschmuck Pferd Tierquälerei - Reiseblog Bravebird
Foto: Juliandra Durkin – Unsplash

Was du tun kannst? Pferde und Esel brauchen wir in unserer zivilisierten Welt nicht mehr als Transportmittel zu nutzen. Wenn dir kranke oder misshandelte Tiere auffallen sollten, kannst du Fotos und/oder Videos an Tierschutzorganisationen wie PETA senden. Des Weiteren solltest du dich an den Veranstalter oder Tourguide wenden und deine Meinung kundtun. Auch hilft eine öffentliche Bewertung anderen dabei, von Tierquälerei Abstand nehmen zu können.

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3. Am Meer & unter Wasser

Fast die Hälfte des Jahres leben wir in Deutschland mit gemischten Wetterverhältnissen und sehnen uns nach Wärme und Strandfeeling. Und die Welt unter der Wasseroberfläche fasziniert uns natürlich ebenfalls wahnsinnig. Neben der Aquarien- und Wasserpark-Problematik, unter der viele Meerestiere leiden müssen, gibt es aber noch einige andere Stolpersteine…

⋆ Meerestiere & Korallen

Wie wir Tiere auf Reisen schützen können - Reiseblog Bravebird

Der Junge auf dem Titelbild und die Dame hier werden nicht gewusst haben, was sie da gerade machen – solange es ihnen niemand sagt. Sobald Seesterne aus dem Wasser kommen, dringen Luftbläschen in ihr Gefäßsystem ein. Das blockiert ihre Atmung und nach etwa 3 Minuten an der Luft sind sie tot. Also bitte nie irgendein Meerestier einfach aus dem Wasser holen! Auch sonst sollte unter Wasser immer gelten, Meeresbewohner nicht anzufassen. Wir würden es auch nicht wollen, dass uns ein Fremder anpackt – und das sollte genauso für Tiere gelten.

Gleiches gilt für Korallen, die entgegen der landläufigen Meinung keine Pflanzen sind, sondern zu den Nesseltieren (wie Quallen und Anemonen) gehören. Besonders dort, wo Massentourismus stark vertreten ist, wird oft viel zu wenig darauf hingewiesen und dafür Sorge getragen, dass Touristen beim Schnorcheln und Tauchen nicht auf Korallen treten. Ich habe es so oft erlebt, wie unerfahrene Taucher auf Korallen herumtrampeln, und hier würde ich zukünftig den Guide sofort auf das “Trampling” hinweisen.

Tiere unter Wasser Tierschutz - Reiseblog Bravebird
Foto: David Clode – Unsplash

Was du tun kannst? Genieße den Anblick beim Schnorcheln oder Tauchen – ohne Meerestiere dabei anzufassen. (Hoffentlich geschulte) Guides heben manche Tiere während eines Tauchgangs schonmal hoch um etwas Bestimmtes zu zeigen; mehr sollte es aber nicht sein. Sollte dich etwas stören, sag’ oder schreibe es dem Guide oder dem Veranstalter. Oder erkläre dem Jungen wie oben, dass der Seestern davon stirbt. Wenn du unachtsames Verhalten beobachtest, lohnt sich eine Bewertung auf Tripadvisor.

Wichtig: Wusstest du, dass die Wahl deiner Sonnencreme Einfluss auf das Meer haben kann? Viele Sonnenschutzmittel enthalten chemische, biologisch nicht abbaubare Wirkstoffe wie Oxybenzon und das fördert die Korallenbleiche. Unter diesem Link von Abenteuer Regenwald findest du eine Auflistung und Erklärung zu Naturkosmetik, die den Korallen nicht schadet.

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⋆ Schildkröten

Schildkröten auf Reisen - Worauf achten? - Reiseblog Bravebird
Foto: Derek Oyen – Unsplash

Schildkröten haben auf uns eine magische Anziehungskraft und es gehört sicher zu einem der besonderen Erlebnisse, einmal in der Nähe einer Schildkröte zu schnorcheln oder zu tauchen. Aber auch hier übertreiben es viele Touristen, die diesem Tier besonders nahe sein wollen und die natürliche Distanz missachten. Die großen Landschildkröten werden es auch nicht sonderlich lustig finden, wenn man sich für ein Selfie schwer auf ihren Körper legt.

Ein weiteres großes Problem ist die Eiablage. Immer mehr Stände werden von Touristen überflutet und das gefährdet den Fortpflanzungsprozess der Meeresschildkröten. Heute schätzt man, dass nur eine von tausend Schildkröten das Erwachsenenalter erreicht und demzufolge sind heute auch viele Arten vom Aussterben bedroht – nicht zuletzt durch die Problematik der Überfischung und der Plastik-Vermüllung im Wasser und an den Stränden.

Schildkröten auf Reisen - Worauf achten? - Reiseblog Bravebird
Foto: Mitch Lensink – Unsplash

Was du tun kannst? Wie bei allen anderen Wildtieren gilt auch hier: Schauen ja, Anfassen nein! Meide Strände, die für das Nisten von Schildkröten bekannt sind. Sollte dir bei einer Tour an Land oder unter Wasser jemand auffallen, der Schildkröten stört oder bedrängt, sprich ihn an oder wende dich an den Tourguide. Erkundige dich vor dem Betreten einer Auffangstation, ob sie wirklich einen Zweck erfüllt oder nur finanzielle Interessen hat (z. B. bei Bewertungen zu sehen).

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⋆ Berühmte Foto-Hotspots

Schweine auf den Bahamas - Reiseblog Bravebird
Foto: Forest Simon – Unsplash

Von den Bahamas wissen wir nicht viel, außer dass sie in der Karibik liegen und es dort diese niedlichen schwimmenden Schweine gibt. Der “Pig Beach” ist mehr oder weniger das Wahrzeichen und zieht viele Touristen an. Mit einem großen Nachteil für die Schweine, denn viele Touris sind hier maßlos: Selfies mit Bierdosen in der Hand oder in Reiterpose gehören zum Alltag. Manchmal werden sie mit Rum oder Süßigkeiten gefüttert, woraufhin sie sterben können (Artikel Süddeutsche Zeitung).

Wer schonmal in den Genuss gekommen sein sollte, Flamingos in freier Wildbahn zu sehen, wird wahrscheinlich festgestellt haben, dass sie ganz schön schüchtern sind. Was ist das dann nur für ein Zufall, dass die hübschen Flamingos auf einer Privatinsel auf Aruba so zutraulich am Strand zwischen den Liegestühlen herumlaufen? Ganz einfach: Flügel gestutzt! Die scheuen Tiere können nicht weg – ob sie wollen oder nicht. Ein sehr lukrativer Werbegag auf Kosten der Vögel (Tagespass kostet 110 Euro!).

Flamingos auf Aruba Tierquälerei - Reiseblog Bravebird
Foto: Raoul Croes – Unsplash

Was du tun kannst? Don’t follow the crowd! Es ist tausend Mal schöner, Flamingos in Scharen in freier Wildbahn zu erleben – und die gibt es in rauen Mengen überall in der Karibik sowie Mittel- und Südamerika, wenn du dort sein solltest. Man muss nicht extra an einen Ort reisen, nur um sich in eine Touristen-Schlange zu stellen und ein Foto mit diesen “besonderen” Schweinen oder Flamingos zu machen.

4. Souvenirs

Haigebiss als Souvenir - Reiseblog Bravebird
Foto: Karim Manjra – Unsplash

Die Bandbreite an tierischen Souvenirs ist unfassbar groß, wie diese Übersicht von WWF eindrucksvoll darstellt. Während verbotene Andenken aus Krokodil, Elfenbein, Schlange, Hai, Korallen und Reptilien sowie Pelze und Felle hinlänglich als No-Go bekannt sind, gibt es noch viele weitere Produkte und tierische Bestandteile, die wir gar nicht direkt als solche erkennen würden bzw. den Blick vielleicht noch nicht dafür haben.

So ist z. B. Seide mit Tierquälerei verbunden, weil die tausenden Raupen in ihrem Kokon lebendig ins Wasser geworfen werden (Bericht PETA). Bei der Herstellung bzw. Beschichtung von Zuchtperlen sterben viele Muscheln, wie in diesem Beitrag von Vegpool erklärt wird. Aber auch Millionen von teils geschützten Muscheln, Schnecken und Seepferdchen sterben jedes Jahr für die Auslage in Touristen-Shops. Selbst tote Korallenstücke soll man am Strand liegen lassen, da sie wichtig für die Strandbildung sind.

Muscheln und Schnecken als Souvenir - Reiseblog Bravebird
Foto: Javardh – Unsplash

Was du tun kannst? Alles, was mit einem lebendigen oder toten Tier zu tun hat, ablehnen. Je mehr gekauft wird, umso mehr wird produziert. Wenn du die Region bzw. die Locals unterstützen möchtest, kaufe regionale Produkte. Hier ist es zwar auch nicht immer ganz leicht, ein wirklich lokales Produkt oder Handwerk von chinesischer Billigware zu unterscheiden, aber dennoch hilft es dem Verkäufer weiter. Schmuck und Bändchen aus Seilen oder Geisternetzen können z. B. ein sinnvolles Souvenir sein.

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5. Essen & Trinken

Froschschenkel Tierquälerei - Reiseblog Bravebird
Foto: Drew Brown – Unsplash

Andere Länder, andere Sitten, heißt es so schön und dann kann man doch auch mal das eine oder andere probieren, oder? Lebende Oktopusse, Maden im Käse, Haifischflossen-Suppe, ausgebrütete Vogeleier, Affenhirn, Walfleisch, Kaffee aus Katzenkot… der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Nun können wir uns in Deutschland hier eigentlich nicht weit aus dem Fenster lehnen, denn in unserer Massentierhaltungs-Maschinerie ist Tierleid und -quälerei schließlich auch an der Tagesordnung.

Dennoch ist hier nochmals ein Unterschied zu sehen, denn es handelt sich dabei nicht um gezüchtete Tiere, sondern um Wildtiere, die zum Teil unter Schutz stehen. So werden Haie für die Haifischflossen-Suppe zum Beispiel nach dem Abtrennen der Flosse wieder lebendig ins Wasser geworfen. Bei den Froschschenkeln in Frankreich handelt es sich überwiegend um Frösche aus Indonesien, die dort wiederum fehlen, weil sie als Insektenbekämpfer dienten. Und und und…

Haifischflossensuppe meiden - Reiseblog Bravebird
Foto: David Clode – Unsplash

Was du tun kannst? Sinnvoll wäre es natürlich für die Tiere und den Planeten, gar kein Fleisch oder Fisch zu sich zu nehmen, aber grundsätzlich sollte der Artenschutz hier im Vordergrund stehen. Durch Überfischung sterben jährlich unzählige Tiere und Fische als Beifang oder im Meer verbleibende Fischernetze (sog. Geisternetze) stellen den sicheren Tod für Wale, Delfine und Schildkröten dar. Rede und diskutiere mit anderen darüber, dass viele der exotischen Gerichte Tierquälerei darstellen.

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6. Plastik

Plastikmüll vermeiden - Reiseblog Bravebird
Foto: Dan Meyers – Unsplash

Laut einer Analyse der Unternehmensberatung McKinsey wird sich trotz aller politischen Anstrengungen und Verordnungen weltweit die Menge an Plastikmüll bis 2030 um bis zu 80 Prozent erhöhen. Von Seiten der Politik passiert viel zu wenig und in vielen Ländern dieser Welt ist man meilenweit entfernt von Recycling. Und wir als Rekordhalter in Verpackungsabfällen verschiffen unseren Müll auch noch genau in die Länder, wo er auf großen Halden liegt, verbrannt wird oder schlimmstenfalls im Meer landet.

Zigtausende Vögel und Meerestiere können Plastikteilchen und Mikroplastik nicht von ihrer herkömmlichen Nahrung unterscheiden und sterben oder ersticken tragischer Weise an den nicht verdaulichen Kunststoffstücken. Andere Tiere wie zum Beispiel Schildkröten oder Delfine wiederum verheddern sich im Wasser in Plastiktüten oder Sixpack-Ringen von Bierdosen und verenden qualvoll. Die Liste ließe sich unendlich fortsetzen…

Plastikmüll vermeiden - Reiseblog Bravebird
Foto: Brian Yurasits – Unsplash

Was du tun kannst? Hier gibt es meiner Meinung nach gleich mehrere Ansätze! Da wäre zum einen die Prävention, also nicht nur auf Reisen, sondern auch daheim so wenig wie möglich Produkte in Plastikverpackung einzukaufen – und sich um eine möglichst recycling-starke Entsorgung zu kümmern. In Kosmetik, Putz- und Reinigungsmitteln ist oft Mikroplastik enthalten, was man durch den Kauf von Naturkosmetik und Bioprodukte vermeiden kann.

Ein weiterer Weg wäre die aktive Mithilfe herumliegenden Müll aufzusammeln – zu Hause und auf Reisen. In vielen Ländern gibt es Organisationen, die Müllsammeln in Gruppen anbieten und das macht dann sogar auch richtig Spaß. Wir sollten so viel wie möglich mit anderen über das enorme Ausmaß und die Konsequenzen unseres Einkaufsverhaltens sprechen und aufklären. Tja, und zu guter Letzt kann dann auch bei der nächsten Bundestagswahl 2021 ein Häkchen mithelfen, die Regeln anders aufzustellen.

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7. Konsum

The Green Lie Kinofilm
Dokumentarfilmer Werner Boote in einem frisch gerodeten Regenwald in Indonesien für seinen Film »The Green Lie«

Dieses Feld ist so wahnsinnig umfangreich und daher hier nur ein paar Auszüge, wie unser Konsum sich auf die Tierwelt auswirkt. Thema Regenwald: In Südostasien, Lateinamerika und Afrika werden tagtäglich riesige Flächen Regenwald abgebrannt, um Platz für Plantagen zu schaffen. Palmöl steckt inzwischen in jedem zweiten Supermarktprodukt und in Biodiesel, der 3x so klimaschädlich ist wie Treibstoffe aus Erdöl. Durch die Rodung sterben Millionen Tiere, viele davon sind vom Aussterben bedroht.

Ein weiterer riesiger Faktor für das Roden von Regenwaldflächen ist die Produktion von Fleisch. 70% der weltweiten Äcker und Weiden werden ausschließlich für Tierfutter genutzt, das größtenteils aus Soja besteht. Für den wachsenden Fleischkonsum müssen Unsummen von “Nutz”- und Wildtieren, die in den Regenwäldern ihre Heimat hatten, ihr Leben lassen – Natur-, Arten- und Umweltzerstörung in Reinform! Durch das Brennen der Wälder werden enorme Summen Kohlenstoff freigesetzt usw. usw.

Dann gibt es da noch unseren Konsum allgemein. Jedes importierte Produkt muss per Flugzeug oder Schiff weite Strecken zurücklegen und produziert – neben vielen anderen Nebenwirkungen – auch das klimaschädliche CO2. Fliegen, Kreuzfahrten, Autofahren, Heizen, Konsum tierischer Produkte, Klamotten… mit jedem CO2-intensiven Verhalten fördern wir den Klimawandel. Und der wirkt sich bekanntlich auf die Natur und damit auch massiv die Tiere, Pflanzen und Ozeane aus.

Konsum Auswirkungen auf Tiere - Reiseblog Bravebird
Foto: Chuttersnap – Unsplash

Was du tun kannst? Bewusst konsumieren, essen und handeln! Wenige oder besser noch gar keine tierischen Produkte konsumieren, palmölfreie Produkte kaufen, klimafreundlich agieren bzw. den eigenen ökologischen Fußabdruck möglichst gering halten (z. B. beim Klimarechner von WWF berechnen), regionale und saisonale Produkte bevorzugen (z. B. mit dem Utopia Saisonkalender oder per App), viel selbst verpflegen, Second Hand und/oder nachhaltige Kleidung kaufen usw.

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Fazit: Es gibt viel zu tun!

Obwohl ich mich nicht für zimperlich halte, ist mir die Recherche für diesen Beitrag sehr schwer gefallen. Mir war nicht bewusst, in welchem unfassbar großen Ausmaß Tiere auf dieser Welt ausgebeutet, gequält und getötet werden – und hier sind immer noch nicht alle Themen dabei! Sich das alles einmal im Detail anzuschauen macht wahnsinnig traurig und hilflos.

Warum habe ich in diesem Artikel überwiegend Fotos von der Plattform Unsplash verwendet und nicht Beispiele aus Instagram z. B. von einigen Influencer:innen eingebunden? Ziel dieses Beitrags soll nicht sein, mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern mir ist wichtig, dass der Inhalt gelesen wird und wir unser Denken ändern. Wir befinden uns in einer Zeit, in der sich vieles verändert und verändern muss – und Tiere zu schützen wäre ein toller, wichtiger und vor allem leichter Anfang.

Vielleicht fragst du dich auch, warum ich fast nur die Don’ts beschrieben und keine Alternativen aufgezeigt habe? Das hatte ich anfangs eigentlich vor, aber dann wäre dieser Artikel hier viel zu lang geworden. In Kürze kommt daher ein weiterer ausführlicher Beitrag, wie wir (wilden) Tieren nahe sein können – ohne ihnen dabei Schaden zuzufügen. Danke für deine Zeit und deine Mithilfe!

Informative Links

Titelfoto: Claude Piche – Unsplash

Zeige Kommentare (13)
    • Hallo Frank,
      ich zitiere mal aus dem von dir verlinkten Artikel:
      “Dafür müsste jedoch die Nachfrage nach Schokolade, Eiscremes, Fertiggerichten, Süß- oder Knabberwaren sowie Fleisch halbiert werden. Zudem dürfe kein Palmöl mehr in Biokraftstoffen Verwendung finden.” Die Fortsetzung der Produktion von Palmöl (übrigens ganz gut vergleichbar mit der Diskussion Plastik vs. Papier) wie bisher ist auch keine Lösung. Jegliche Veränderung hat immer eine Veränderung an anderer Stelle zur Folge; das darf allerdings kein Grund sein, beim Alten/Schlechten zu bleiben.
      Beste Grüße
      Ute

  • Wow, was für ein toller, ausführlicher und gut recherchierter Artikel! Der wird gleich geteilt.
    Danke für deinen tollen, informativen Blog und deinen Ansatz und Sichtweise auf das Reisen.

    • Hallo ihr beiden,
      toll, dass euch das Thema auch am Herzen liegt und Danke, dass ihr den Artikel teilt! Das Thema ist leider (noch) nicht sonderlich beliebt und da hilft jeder kleine Schritt! <3
      Merci dafür und liebe Grüße
      Ute

  • Liebe Ute,
    vielen Dank für diesen tollen, ausführlichen und auf den Punkt gebrachten Artikel. Es ist schrecklich zu lesen und noch schlimmer, wenn ich daran denke, wie oft ich so etwas schon gesehen habe, wie wenig Menschen auch nur einen Gedanken daran verschwenden und sich selbst sogar als tierlieb bezeichnen.
    Zu den Elefanten ist mir vor allem Thailand eingefallen, wo es nahe Chiang Mai unzählige sogetarnte Elefantenauffangstationen gibt. Schon als ich die vielen Flyer sah, dachte ich mir, das müssen ehem. Reitelefanten oder neu eingefangene Tiere sein – wie scheinheilig. Es wurde einfach das Marketingkonzept geändert und sonst leider gar nichts.
    Deinen Artikel werde ich direkt teilen.
    Liebe Grüße
    Jenni

    • Liebe Jenni,
      ganz lieben Dank für diese tolle Rückmeldung! <3 Bei der Recherche dachte ich mir tatsächlich auch des Öfteren, dass ich ganz froh bin, dass ich das meiste davon gar nicht mehr sehen werde, weil ich mich ja entschlossen habe, zunächst nicht mehr in ein Flugzeug zu steigen. Das Problem mit den Elefanten ist in Thailand tatsächlich am Größten, wobei ich auch gelesen habe, dass das Dilemma daran ist, dass man die Tiere ja nicht einfach wieder irgendwohin bringen und auswildern kann - und sie leben ja einige Jahrzehnte. Toll, dass du auch ein Auge dafür entwickelt hast und mich dabei unterstützt, dass die Inhalte weitergetragen werden und vielleicht hier und da ein weiteres Auge öffnen werden.
      Alles Liebe!!
      Ute

  • Ich reise für mein Leben gerne, bin aber auch seit 20 Jahre Vegetarier und meide Zoos und andere Touristenattraktionen mit Tieren. Es ist so einfach und schöne zu reisen ohne das ein Tier dafür leiden muss.
    Dein Artikel ist spitze und mit unfassbar viel Recherche, Respekt! Es wird immer Menschen geben, die kleine Schönheitsfehler in deiner Artikel finden und somit sich von die Verantwortung herausreden wollen und so weiter tun, wie gehabt. Das ist halt so, aber vielen wirst du damit auch die Augen öffnen und das sollte es wert sein. Weiter so! ? Liebe Grüße Trine

    • Liebe Trine,
      merci vielmals für dieses wunderschöne Feedback! Die Kritik zu meinen “kritischeren” Artikeln ist inzwischen weniger geworden, weil ich sie sozusagen als Angebot verfasse und weniger als Aufforderung. Und hier bleibt mir der Satz einer Mitarbeiterin von PETA in Erinnerung, dass sie das alles für die Tiere macht und nicht für die Menschen, die sich nicht ändern wollen. Wenn man das im Fokus hält, wird vieles leichter. Superklasse, dass du schon so lange vegetarisch lebst – ich wünschte, ich hätte diesen Schritt auch schon wesentlich früher getan, aber besser spät als nie.
      Ganz liebe Grüße zurück
      Ute

  • Hallo Ute, danke für diesen gut recherchierten Artikel! Ich bin beim allergrößten Teil natürlich vollends deiner Meinung und freu mich sehr, dass Du hier so sehr sensibilisiert, da es ja leider wirklich ziemlich viele Leute gibt, die einfach immer noch nicht sehen wollen, was Tieren im Tourismus so angetan wird. Trotzdem bin ich mir bei zwei der Themen hier unsicher… Leisten Zoos/Aquarien nicht trotzdem einen gewissen Beitrag zur Erhaltung bedrohter Arten und zur Bildung? Ich bin da so hin- und hergerissen. Klar sind die Gegebenheiten, die Du schilderst in vielen Zoos offensichtlich und einfach schrecklich und je unnatürlicher die Haltungsbedingungen desto schlimmer wird es. Trotzdem bieten sie doch unter gewissen Voraussetzungen die Chance, Tierarten zu erhalten und tragen zu einem Bewusstsein für unsere Natur bei, oder!? Ich weiß noch gut, dass ich jünger als 10 Jahre war, als ich nach einem Zoobesuch festgelegt habe, dass ich nie wieder Fleisch essen will, weil alle Tiere von der ganzen Welt so schön sind, dass man keines von ihnen essen darf :D Das hält bis heute an und diese Faszination hat dafür gesorgt, dass ich mich sehr schnell für den Schutz bedrohter Arten eingesetzt habe. Ich bin mir unsicher, ob das passiert wäre, wenn die Besuche in Zoos die Faszination nicht geweckt hätten…
    Ein anderer Punkt, bei dem ich mir unsicher bin, sind die Pferdekutschen. In Europa braucht es natürlich keine. Wenn ich allerdings an meine letzte Asienreise denke, habe ich aber auch die Menschen vor Augen, die seit Jahrzehnten Kutschfahrten anbieten, weil es eben an manchen Stellen wirklich kein anderes Fortbewegungsmittel gab/gibt. Die sind ja auch irgendwie auf die Einnahmen angewiesen… an diesen Stellen frage ich mich immer wieder: Soll ich jetzt das Tier schützen und dem Mensch deshalb die Einnahmen verwehren, weil ich eine privilegierte Europäerin bin, die “es besser weiß”? Ich find das wirklich sehr schwierig… wie denkst Du über diese beiden Punkte?

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