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48 Stunden in Amsterdam

48 Stunden in Amsterdam

Amsterdam Citytrip im Stayokay Hostel - Reiseblog Bravebird

Ein Gastbeitrag von Ve Wolff. Wie gelingt ein Wochenende in einer der beliebtesten Metropolen Europas, ohne in großen Menschenmengen unterzugehen? Wo finde ich besondere Shops und Cafés jenseits des Mainstreams und wie kann ich bestmöglich nachhaltig übernachten und unterwegs sein? Diese vermeintlich schwierige Kombination ist mir überraschend gut gelungen, weshalb ich meine Erfahrungen und Tipps über mein Amsterdam hier mit dir teilen möchte.

Um gleich zur Antwort auf die erste Frage zu kommen: Für das Erleben einer wesentlich ruhigeren Hauptstadt habe ich mich für die Nebensaison entschieden. Außerhalb der klassischen Schulferien ist nicht nur die Chance auf günstigere Übernachtungspreise höher, sondern ich habe auch die Gelegenheit, Amsterdam und seine Bewohner etwas authentischer kennenzulernen. Lange Wartezeiten und überfüllte Geschäfte umgehe ich dadurch gleich mit.

Ein weiterer Punkt ist die Unterkunft. Nicht mitten im Zentrum zu wohnen, sondern in einem beliebten Viertel der Stadt, ist ebenfalls von Vorteil.

Stayokay Hostel Vondelpark - Reiseblog Bravebird

In meinem Fall war dies das stylische Stayokay Amsterdam Vondelpark, das auf Nachhaltigkeit großen Wert legt. Mit dem Zug bin ich hier bequem am Hauptbahnhof Amsterdam Centraal ausgestiegen und den etwa halbstündigen Weg zum Hostel zu Fuß gegangen. PS. Bei hungrigem Magen unterwegs lohnt sich eine Portion Pommes beim Vlaams Friteshuis Vleminckx.

Die Einrichtung des Hostels ist einladend und gemütlich und die Aufenthaltsbereiche sind interessant unterschiedlich gestaltet. Das Highlight ist ein gläsernes Haus in der Mitte des Aufenthaltsbereiches. Von oben fällt Tageslicht herein, an den oberen Kanten befinden sich ringsherum Hängepflanzen und lassen das Glashaus wie ein urbanes Gewächshaus erscheinen. Wunderschön und sehr besonders!

Stayokay Hostel in Amsterdam Vondelpark - Reiseblog Bravebird

Die Zimmer sind modern eingerichtet und gleichzeitig angenehm ruhig, wodurch es zu einem hervorragenden Rückzugsort zum Entspannen nach einem langen Sightseeing-Tag wird. Das Frühstück besteht aus Brot, Brötchen, Aufschnitt, Marmelade und Honig. Außerdem gibt es Müsli, Joghurt, Obst sowie Kaffee, Tee, Kakao und Säfte. Vegane Milch- und Joghurt-Alternativen werden auch angeboten.

Als besonders praktisch empfand ich das hauseigene Restaurant. Nach einem langen Tag war ich froh, einfach direkt im Hostel zu Abend zu essen und danach gemütlich in mein Zimmer zu gehen. Es gab leckere asiatische Nudeln mit Gemüse. An der Bar wird auch abends noch Kakao und Kuchen angeboten, was für mich das kleine i-Tüpfelchen darstellte.

Stayokay Hostel Vondelpark - Reiseblog Bravebird

Das Hostel bietet viele Möglichkeiten, seinen Aufenthalt um einiges nachhaltiger zu gestalten, was mir sehr gefallen hat: Im Zimmer befindet sich ein Hinweisschild, dass Duschen in 5 Minuten vollkommen ausreichend ist. Im Essbereich werden viele Lebensmittel unverpackt angeboten. Marmelade und Zuckerwürfel gibt es z. B. in großen Gläsern. Der To-Go-Becher erübrigt sich, indem man sich den Kaffee, Kakao oder Tee in eine Keramiktasse füllt.

Vondelpark – die grüne Oase in Amsterdam

In Amsterdam lässt es sich gut auf’s Auto verzichten, weshalb ich auf eines der empfehlenswerten Leihfahrräder meines Hostels zurückgegriffen habe. Anfangs hatte ich großen Respekt vor dem Radfahren in Amsterdam, weshalb ich zunächst den Vondelpark vor dem Haus erkundete und war überrascht von der immensen Größe dieses unter Denkmalschutz stehenden Parks.

Amsterdam Vondelpark - Stayokay Hostel Fahrradverleih - Reiseblog Bravebird

Mit seinen 47 Hektar Erholungs- und Grünfläche ist der Vondelpark der beliebteste Park in Amsterdam und daher auf jeden Fall einen Besuch wert. Neben den hübschen, kleinen Brücken wartet an fast jeder Ecke ein neuer See oder Bach, der auf der anderen Seite einen schönen Ausblick mit tollen Häusern anbietet. Weitere Infos zum Park mit Orientierungskarte findest du auf der Seite von Mr. Amsterdam.

Amsterdam Vondelpark - Reiseblog Bravebird

Neben einigen Cafés im Park selbst lag mein persönlicher Favorit am anderen Ende des Vondelparks: die Öko-Patisserie Sticky Fingers. In dem hellen, offenen Café gibt es unterschiedliche Backwaren – von Bananenbrot und Cookies bis hin zu extravaganteren Petit Fours oder Zitronentarte mit Baiser.

Amsterdam Sticky Fingers Patisserie und Café - Reiseblog Bravebird

Auch für den herzhaften Bedarf ist mit Flammkuchen und Quiche gesorgt. Alles ist hausgemacht und biologisch. Auf den Tischen verteilt liegen unterschiedliche Bildbände, die zum Schmökern bei Kaffee und Kuchen in gemütlichem Ambiente einladen.

Amsterdam Sticky Fingers

Zurück auf’s Rad! Mit dem Bike ist man hier oft schneller als mit Bahn, Bus oder Auto und daher ist es kein Wunder, dass in dieser Stadt so viele Menschen auf zwei Rädern unterwegs sind. Es macht wahnsinnig viel Spaß und sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen!

Unterwegs im lebhaften Viertel De Pijp

De Pijp ist ein quirliges und kulturell vielfältiges Viertel von Amsterdam. Es liegt eher abseits der großen Touristenrouten, was es umso authentischer macht. Hier gibt es viele Cafés, Restaurants, Bars und kleinere, individuelle Läden. Bei meinem Besuch dieses Viertels entdeckte ich Jacob’s Juice, ein ganz besonderer Shop, wie das Motto »No waste – Great taste« bereits vermuten lässt!

Amsterdam Jacobs Juice - Reiseblog Bravebird

Jacob verarbeitet gerettete Lebensmittel zu Säften und Smoothies, denn etwa ein Drittel des produzierten Essens landet unnötig im Müll. Obst und Gemüse werden vor allem deshalb weggeworfen, weil sie nicht den scheinbar perfekten Qualitätsstandards entsprechen – seien es braune Stellen oder andere optische Mängel. Bananen können z. B. einfach nur zu krumm sein, um im Supermarkt verkauft zu werden.

Jacobs Juice Shop in Amsterdam - Reiseblog Bravebird

Genau diese Sonderlinge möchte Jacob wertschätzen und macht aus ihnen gesunde Säfte, Smoothies oder konserviertes Gemüse in Weck-Gläsern. Im Laden erhält man gepresste Säfte in Glasflaschen zum Mitnehmen und frisch gemixte Smoothies. Einziger Minuspunkt: Smoothie im Plastikbecher. Die Smoothies und Säfte sind dennoch sehr lecker und der Laden meiner Meinung nach einen Besuch wert.

Amsterdam Rainbowls - Vegan Food - Reiseblog Bravebird

Nicht weit entfernt liegt das Rainbowls, wo es leckere vegane Smoothie Bowls gibt. Jede Bowl wird frisch zubereitet und sieht in der Kokosnuss-Schale nicht nur toll aus, sondern schmeckt auch fantastisch. In diesem trendigen, gesunden Happy Place bekommt man natürlich auch Kaffee und leckere Kuchen.

Ein toller Laden für nachhaltige Mode ist in der “Gerard Doustraat” zu finden: Charlie + Mary ist ein Concept Store der gleichnamigen Modeplattform.

Charlie und Mary Concept Store - Nachhaltig in Amsterdam - Reiseblog Bravebird

Charlie + Mary definieren nachhaltige Mode mit der Bezeichnung “True Fashion” neu: Mode, die mit Respekt gegenüber Menschen, Umwelt und Tieren produziert wurde und deswegen mit Stolz getragen werden kann. Unter anderem gibt es hier Marken wie PeopleTree, Veja und Wunderwerk.

Der westliche Grachtengürtel

Vegabond ist zugleich ein kleines Café und Lebensmittelgeschäft in der schönen Leliegracht. In heimeliger Atmosphäre gibt es Snacks wie Wraps, Donuts und Kuchen. Im Lebensmittelgeschäft sind unter anderem vegane Käse- und Fleischalternativen, Müsli-Riegel, Eiscreme, Milch und einige Beauty Produkte wie Lippenbalsam erhältlich. Achtung: Mittags ist wegen des Ansturms mit längeren Wartezeiten zu rechnen.

Amsterdam Pizza Via - Grachtenviertel - Reiseblog Bravebird

Ich entschied mich daher für die Pizzeria Da Portare VIA. Im Vorbeigehen sah ich einige Personen mit ihren Pizzen vor dem Laden sitzen und konnte einfach nicht weitergehen. Der kleine Laden ist ein kleines Stück Italien in Amsterdam, nicht zuletzt wegen des gut gelaunten Pizzabäckers, der beim Zubereiten der Pizzen fröhlich vor sich hin sang. Die Pizza aus dem Holzofen schmeckte unglaublich lecker!

Shop Mipacha in Amsterdam - Nachhaltige Schuhe - Reiseblog Bravebird

Bei Mipacha gibt es Fairtrade-Schuhe aus Peru und Portugal. Die qualitativ hochwertigen Schuhe werden durch Locals in Peru in Handarbeit gefertigt und kombinieren traditionelle peruanische Stoffe mit westlicher Mode und sehen fantastisch aus. Der Laden ist einer von zwei Mipacha-Läden in Europa und bietet eine große Auswahl an Sneakern und Boots, die es schlicht oder mit bunten Mustern gibt.

Amsterdam Shopping - Sukha Shop - Reiseblog Bravebird

Einen der vermutlich schönsten und kuscheligsten Läden in Amsterdam entdeckte ich in der Haarlemmerstraat 110: der Flagshipstore des Online-Shops Suhka. Das Wort Sukha bedeutet soviel wie Lebensfreude in Sanskrit. Bei Sukha gibt es Kleidung, Möbel, Accessoires und Kunst, alles nachhaltig aus natürlichen Materialien wie Holz, Wolle, Leinen und Baumwolle produziert.

Amsterdam nachhaltiges Shopping - Sukha Shop - Reiseblog Bravebird

Von Hand gefertigt werden die Produkte in Indien und Nepal und bieten den Arbeitern dort ein faires und stabiles Einkommen. Die zeitlosen Designs sind von hoher Qualität, so dass sie viele Jahre getragen und entsprechend nachhaltig genutzt werden können. 

Weitere Tipps für Amsterdam:

– Anreise: Die Anreise mit der Bahn ist unkompliziert und bequem. Wer dennoch lieber mit dem Auto anreist, kann die Park+Ride Häuser im äußeren Bereich der Stadt nutzen, wo man bei einer Anreise nach 10 Uhr für einen Tag nur einen Euro zahlen muss. Genauere Infos am besten vorher online in Erfahrung bringen.

– Lebensmittel: Bei der Supermarktkette Marqt gibt es eine große Auswahl an biologischen Lebensmitteln in schöner Umgebung zu kaufen. Aufpassen, hier kann nur mit Kreditkarte gezahlt werden. Bei Albert Heijn To Go gibt es eine große Vielfalt an Essen für unterwegs. Unter anderem Wraps, Sushi, Salate und süßes Gebäck. Vor allem empfehlenswert, da es auch ein relativ großes vegetarisches und veganes Angebot gibt, wodurch das Entscheiden nicht immer leicht fällt. Besonders zu empfehlen ist außerdem die Fair-Trade Schokolade Tony’s Chocolonely, die man auch an der Rezeption des Hostels bekommt.

– Fahrrad: Die Stadt lässt sich mit dem Fahrrad noch besser erkunden als zu Fuß, da man die teilweise etwas längeren Strecken unkompliziert und schnell zurück legen kann. Das Leihen eines Fahrrads lohnt sich sehr! 

– Sonstiges: Amsterdam ist eine wunderbare Stadt, um sich einfach treiben zu lassen. Am besten einfach die Kanäle und Straßen entlang schlendern und man entdeckt automatisch tolle Ecken, Cafés und Läden der Stadt.

Amsterdam Citytrip - Nachhaltiges Wochenende - Reiseblog Bravebird

Werberechtlicher Hinweis: Das Hostel Stayokay Vondelpark hat mich zu dieser individuellen Pressereise kostenfrei eingeladen. Die Inhalte und Empfehlungen entsprechen zu 100% meiner Meinung.

Ökologischer Hinweis: Der auf dieser Reise entstandene CO2-Verbrauch wurde über myclimate kompensiert (Zertifikat).

Zeige Kommentare (7)
  • Hi Ute!
    What a nice story about Amsterdam and your stay in our hostel!
    I was wondering if you are okay if we share your photos on our Instagram page. Of course we will tag you in the photos.

    Let me know.
    I hope we’ll see you again soon in one of our hostels.

    Best
    Lianne

    • Hello Lianne,
      thanks a lot for your great feedback! Of course you can share the pictures on your Instagram account with tagging @bravebirdsblog.
      Best wishes and it would be fantastic to visit one of your other hostels next year!
      Ute

  • Hallo Ute,
    also zuerst einmal möchte ich dir zu deinem Blog / Webseite gratulieren :) ! Eine echt tolle Seite und ich habe hier viele hilfreiche Tipps gefunden! Ich bin ein kompletter Amsterdam-FAN und habe deswegen auch entschieden ein eigenen Blog über Amsterdam zu machen (https://hallo-amsterdam.com).
    Damals hat mich das Jordaan Viertel echt umgehauen oder auch der Vondelpark! Besonders den Tipps mit dem Restaurant “Stick Fingers” finde ich interessant! Da muss ich das nächste mal auch hin!
    Also auf jeden fall alles Gute und weiterhin viel Erfolg mit deiner Seite!
    LG
    Marc

  • Hey Ute,

    Super cooler Artikel. Ich lebe in Haarlem und bin oft in Amsterdam. Es stimmt total, dass die Stadt einlädt zum „sich treiben lassen”. Ich wollte nur sagen, dass sich ein kleiner Fehler eingeschlichen hat: Tony’s Chocolonely ist ein niederländisches Unternehmen :)
    Die Schokolade ist auf jeden Fall ein Must-try!

    Groetjes uit Haarlem,

    Jenny.

    • Liebe Jenny,
      ganz lieben Dank für den Hinweis – hab’s schon korrigiert :) Jetzt habe ich Fernweh und Hunger auf Schokolade!
      Liebe Grüße aus Köln nach Haarlem,
      Ute

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